Harmis D - Mädels haben ein Auswärtsspiel im Knollenland. In der tiefsten Steppe, wo die Kinder sich auf dem Handballfeld teilweise noch auf plattdeutsch unterhalten. Betreuerin Ulla fragt Harmi nach dem Weg zur Sporthalle. „Kurz vorm Ende der Welt links, dann nach dem dritten Boxenlaufstall das einzige Gebäude auf der rechten Seite weit und breit.“ Hoffentlich finden die das, nicht alle Navis wissen, dass unser Gegner noch in Deutschland und nicht in Holland wohnt.
Da das Nachholspiel an einem Wochentag ausgetragen wird, fährt Harmi direkt „vonne Arbeit inne Pampa“. Erster! Hoffentlich verfahren die anderen sich nicht. Da erscheint ein Auto. Allerdings nicht von uns. Gegners Mädels werden von einer Mutti liebevoll aus den umliegenden Bauernschaften eingesammelt und zur Halle gefahren. Die gute Frau war locker eine Stunde unterwegs. Gut, dass sie ein Navi hat. Warum sitzen denn zwei Mädels auf dem Vordersitz? Harmi staunt nicht schlecht, dass neben der Fahrmutti noch sieben Mädels inklusive Sporttaschen und Trikotkoffer in einen Opel Astra Caravan Fünfsitzer passen.


Da kommen auch bekannte Autos. Harmis Wegbeschreibung hat hingehauen. Man war sich allerdings unterwegs nicht ganz sicher gewesen, ob man überhaupt noch mal auf Zivilisation trifft. Anni glaubt, ein Mammut gesehen zu haben, während Lulu von einem Säbelzahntiger erzählt. 
Das Spiel selbst ist nicht unbedingt spannend. Die Stadtkinder zeigen den Landeiern schnell, wo der Hammer hängt. Harmi sucht seine Trinkflasche und räumt bei der Gelegenheit nebenbei den Rucksack auf.
„Harmi? Harmi? Haaaaarmiiiiiiii!!!“ Harmi erwacht aus seiner Lethargie, weil Frederike ihm einen kräftigen Rippenstoß versetzt. „Ja Fredde, du kommst gleich auch wieder drauf.“ Fredde stößt noch mal zu. „Harmi, warum darf bei den Anderen die Trainerin mitspielen?“ Harmi schaut zu Gegners Bank rüber. Die zugegebenermaßen attraktive Trainerin sitzt noch auf der Bank und lächelt Harmi hinreißend an.
Noch ein Rippenstoß! Harmis Lächeln weicht einem schmerzverzerrtem Gesicht 
„Daaaaaaaaaaaaaaaaa!“
Fredde zeigt aufs Feld in Richtung unserer Abwehr. Harmi staunt. Was dort gerade wie ein Freiwurf für den Gegner aussieht, wäre nicht weiter interessant, wenn die Werferin nicht gefühlte 1,85 m groß bei geschätzten 80 kg Lebendgewicht auf die Platte brächte. Dazu der gefürchtete Gesichtsgefrierbrand. Das gibt es nur im Knollenland!
Das Ureinwohner - Mutantenkind läuft an, erhält den Ball und donnert aus 10 Metern unhaltbar in den Winkel. Torhüterin Anne hatte den Ball gar nicht gesehen und wartet immer noch auf die Ausführung des Freiwurfs. Harmi schaut genauer hin, aber das kindliche Gesicht ist maximal einer C-Jugendlichen zuzuordnen und denkt sich: „Naja, wenn man noch kein Spiel gewonnen hat, greift man schon mal zu unfairen Mitteln. Egal.“
„Super Joyce!“ tönt es von Gegners Bank.
Joyce…. Warum muss das Kind auch noch mit so einem Namen bestraft werden? Anni fragt, wie man Joyce schreibt. Fredde buchstabiert:
D S C H O I S S . Lulu kontert: “Nee, wie Joystick, nur ohne Tick!” 
Harmi kann es nicht fassen, auch den zweiten Freiwurf hämmert der Joystick unhaltbar und präzise mit gefühlten 100 km/h in die Maschen. Ein Fall für Delle. Beim dritten Freiwurf nimmt die zarte Technikerin anatolischer Herkunft dem alteingesessenen Urgestein den Ball ab. Staunen in der Halle. Mediterrane Spielkunst gegen norddeutsche Kraft. Delle erweist sich als ideale Sparringspartnerin für den Kraftprotz. Nach fünf Minuten lässt die Torjägerin sich entnervt auswechseln.
Harmis Mädels gewinnen 19:10. Alle Zuschauer freuen sich über ein phasenweise tolles Spiel, während Harmi einen Blick in Gegners Passmappe riskiert. Joyce ist tatsächlich vom Jahrgang 97! Hoffentlich bleibt die beim Handball und verbessert ihre Technik und Kondition noch ein wenig….