Moin,
@ zeebee: bei uns trinkt man klaren Schnaps aus der Region und nicht so einen Rummel von überm Teich… 
@ balljäger: noch jemand, der sich kritisch mit RTK usw. auseinandersetzt. Willkommen im Club. 
Als ich gestern den Balljäger-Beitrag zum ersten Mal las, war ich von den Betäubungsspritzen meines Zahnarztes noch so benebelt, dass ich ihn nicht so recht begriffen habe. Heute erscheint mir einiges klarer…
Wenn ich das alles so lese, frage ich mich, ob Volker Hornkohl hier schon manchmal mitgelesen hat. Wenn ja, ebenfalls willkommen im Club. Wenn nein: kann ihn mal jemanden die URL zumailen? 
Zu den Begriffen „ballorientiert und mannorientiert“:
Wenn ich von ballorientiert spreche, meine ich eigentlich, beim Zweikampf den Ball als Ziel zu sehen und nicht den Gegner. Also „ballorientierte Manndeckung“. Das andere wäre dann die „ballorientierte Raumdeckung“, also Ballgewinn durch abfangen von Pässen usw. Falls so +aufgrund meines Ursprungsbeitrags ein Missverständnis aufgekommen ist, bitte ich um Verzeihung.
Grundsätzlich ist die Idee mit dem „fliegenden Torwart“ gar nicht schlecht. Aber ich garantiere euch, dass die Vielzahl der Trainer(innen) es wieder nutzt, um mehr Tore zu werfen (Spiel gewinnen) und den eigentlichen Hintergedanken gar nicht versteht.
Balljäger schreibt, dass die Räume für den Angriff enger werden, wenn vorne zu siebt gespielt wird. Das ist nicht von der Hand zu weisen. Wenn ich mit meinen Mädels in der kleineren Halle (18/36) trainiere und wir normal 6:6 spielen, beobachte ich immer, dass der Ball viel schneller läuft, als in der 20/40 Halle. Das zeigt mir zunächst, dass ich ein Spiel verlangsame, wenn ich es auseinander ziehe. In der engen Halle können die Außen kaum auf außen stehen, also spielen sie fast im Rückraum, dafür aber mit höherem Tempo. Ich überlege gerade, wie ich das auf die größere Halle umsetze, ohne an „Breite“ zu verlieren.
Folgerung: Wenn der Torwart vorne mitspielt, wird das Spiel sicherlich schneller, was den Kindern auch später zu Gute kommt.
Ob es wirklich sinnvoll ist, das ganze Spiel mit dieser Art Überzahl zu bestreiten, wage ich auch zu bezweifeln. Andererseits ist es für den Torhüter auch eine gute Möglichkeit, sich weiter zu entwickeln. Anderer Aspekt: Ein guter Angreifer, aber schlechter Abwehrspieler gibt vielleicht einen guten Torwart ab. Auch so kann man Talente erkennen / fördern. Nicht immer nur die „Dicken“ ins Tor stellen!
Wenn Überzahl zur Gewohnheit wird, wird das 1:1 Verhalten sicherlich weniger gefördert. Wenn ich aber zeitweise Überzahl durch solche Maßnahmen „erzwinge“, habe ich zumindest den Lerneffekt beim Erkennen und Nutzen der Überzahl. Das wirkliche Herausspielen der Überzahl gegen zahlenmäßig gleich starke Gegner ist dann ein anderer Trainingspart.
Auch im Abwehrbereich kann die Unterzahl zu großen Lerneffekten führen, siehe Beitrag Nr. 3 lebt.
Das größte Problem an der ganzen Thematik ist, dass viele Trainer(innen) den Sinn der RTK usw. noch nicht begriffen haben und ihn vielleicht auch nie begreifen werden. Das hat Balljäger ja auch schon geschrieben. Genau diese Leute werden jetzt durch die Torwartdiskussion noch mehr überfordert.
Wir benötigen nicht nur eine RTK, sondern auch eine Handlungshilfe, die den unbedarften Trainern zum einen den Sinn darlegt und zum anderen Hinweise zur ordentlichen Durchführung aufzeigt.
Es kann nicht der Sinn einer RTK sein, sie durch Reglementierung mit Gewalt einzuführen. Sie muss verstanden und akzeptiert werden. Und da hat Handballdeutschland noch eine große Aufgabe zu bewältigen. Wer macht mit?
Gruß, harmi