Beiträge von harmi

    Mütter...

    Harmi: Ein Mann wie du und ich. Einundvierzig Jahre alt, 189 cm groß, 86 kg schwer, noch etliche Haare auf dem Kopf, einige davon mittlerweile in dezentem friedhofsblond, Brillenträger, stark kurzsichtig, seit 15 Jahren verheiratet, zwei Kinder, seit über dreißig Jahren beim Handball, nach einer Knieverletzung nur noch als Jugendtrainer im weiblichen Bereich tätig. Uralter Handballadel, schon Harmis Opa spielte seinerzeit Handball.

    Harmi: Ein Mann wie du und ich. Familie, Haus, Garten, drei Goldfische. Sportabzeichen, Freischwimmer, Gelegenheits- Blutspender. Einer kühlen, frisch gezapften Hopfenkaltschale ebenso wenig abgeneigt, wie dem Blick nach einer attraktiven Frau in seiner Altersklasse, frei nach dem Motto: Appetit holen erlaubt, gegessen wird zuhause. 8)

    Ein solch gestandener Mann im besten Alter ist eigentlich durch nichts mehr zu erschüttern. Daher hatte man ihm auch das Training der weiblichen C-Jugend anvertraut. Nachdem er die pubertierenden Schönheiten Zicken und Klosterschülerinnen bereits ein halbes Jahr durch alle Höhen und Tiefen gesteuert hatte, sollte ihn dann doch eines Tages der Schlag treffen.

    Harmi hatte vor Antritt des Traineramts festgelegt, dass immer eine Mutter nach dem Training anwesend ist, falls eines der Mädels beim Duschen mal Shampoo in die Augen bekommt, auf der Seife ausrutscht, sich beim Schminken verletzt oder beim umziehen in der Unterwäsche verheddert. Caros Mutter Klara, die auch gleichzeitig als Betreuerin engagiert wurde, ist nahezu immer da, also braucht nur selten mal eine andere Mutter einzuspringen. Das gibt dem Trainerstab gleichzeitig die Gelegenheit, nach dem Training noch Dinge wie Mannschaftsparty usw. zu besprechen.

    Wenn Klara mal keine Zeit hat, kommt meistens Edda, die Mutter von Hanni und Nanni. Edda ist gleichzeitig Jugendwartin und erscheint sowieso öfters mal nach dem Training, um mit Harmi und Karlchen gewisse Dinge abzuklären. Also eigentlich die ideale Konstellation. Beide Damen sind ebenso attraktiv wie mitteilungsfreudig, was Harmi und Karlchen bisher so manchen netten Plausch nach dem Training beschert hat. :D

    Training in den Ferien. Da die Saison schon sehr früh beginnt, hat Harmi die Mädels schon in der zweiten Hälfte der Ferien zum Training bestellt. Edda hatte für Harmi zwei Hallenzeiten wöchentlich reserviert, da lässt sich doch ganz toll was machen. Hanni und Nanni sind selbst bei den ersten Einheiten nicht dabei, weil sie mit ihren Eltern noch im Lande der Pharaonen weilen.

    Karlchen weilt auf Fuerteventura, also muss Harmi beim Training alleine ran. Klara hat auch Urlaub und somit auch nicht jedes Mal Zeit, da unsere Powerfrau mit ihren Lieben ein paar Tagestouren macht. Einmal darf also Harmis Frau Berta, ein weiteres Mal darf Nadines Mutter die Mädels nach der obligatorischen halben Stunde aus der Kabine jagen. Als Edda aus dem Urlaub zurück ist, übernimmt sie den Job. Karlchen ist auch noch im Urlaub, da muss Harmi halt mal alleine trainieren. Trotzdem läuft alles prima. Die Mädels sind heiß wie Frittenfett und trainieren volles Programm.

    Dann das: Während des Trainings geht die Tür auf und Edda erscheint. Harmi freut sich und denkt: „Nanu, hat Klara schon wieder einen Zoobesuch, einen Einkaufsbummel oder eine Radtour geplant?“ Weiter geht’s mit Training. Wieder geht die Tür auf. Klara erscheint. Harmi freut sich wieder und denkt: „ Na super, zwei hübsche Damen im besten Alter, die dich nach dem anstrengenden Training wieder aufrichten.“ Klara und Edda bereichern das Training derweil durch einen immensen Austausch von Urlaubserfahrungen in einer dem ruhigen Trainingsbetrieb nicht unbedingt angepassten Lautstärke. :(

    Harmi hatte jemanden für das Torwarttraining engagieren können und muss daher beim Wurftraining selbst ins Tor. Während Klara und Edda ihre Töchter anfeuern, entwickelt Harmi sich zum ballfressenden Monster. Die Mädels wollen natürlich nicht verlieren und geben alles. Die Trefferquote steigt. Harmi gibt ebenfalls alles, um den beiden Grazien auf der Bank zu imponieren.

    Caro und Hanni wird es irgendwann zu langweilig, fast jedes Mal ein Tor zu erzielen. Sie üben sich im Torwart abschießen. Anscheinend haben die Mädels sich ein wenig abgesprochen. Unerbittlich wird Harmi als lebende Zielscheibe missbraucht. Die letzten Bälle kommen wieder etwas besser, aber Harmi hat Blut geleckt. Endstand 41:39 für Harmi! Peinliche Niederlage für die Mädels. Der alte Sack im Tor hat ihnen und ihren Müttern gezeigt, was eine Harke ist! :respekt:

    Trainingsende. Harmi hat volle Granate mitgemacht, mal wieder alles gegeben und schwitzt noch mehr als die Mädels. Das schicke leuchtendgrüne hautenge Leibchen, das er nach einem Parteiballspiel noch anhat, scheint hervorragend zu dem knallroten T-Shirt zu passen. Als Harmi zur Bank geht, sagt Klara: „Mensch Harmi, hast du dich ja schick gemacht!“ Ein Lob von Klara! Das geht runter wie Öl! Harmi überlegt, ob er es anlassen soll, bis die Damen nach Hause gehen und versteht nicht, warum Edda vor Lachen fast von der Bank fällt. :(

    Klara verteilt schnell eben ein paar Schokoriegel an die Mädels, weil sie Geburtstag hatte. Harmi kriegt keinen, weil er auf Klaras Geburtstagsparty bereits eine halbe Tüte dieser Köstlichkeiten verzehrt hatte. Währenddessen läuft ihm der Schweiß nur so runter und er entledigt sich des Leibchens. Gleichzeitig benötigen die Füße ein wenig Luft. Also Schuhe aus. Das gibt einen strafenden Blick von Edda, während sie sich zwei Meter von Harmi entfernt. Klara hat ihre Schokoriegel verteilt, entdeckt Harmis ausgezogene Schuhe und setzt sich noch weiter weg, als Edda. Während Harmi die Bälle einsammelt, leiht Edda sich Hannis Deo aus und sprüht von weitem Harmis verwaiste Schuhe ein. :pillepalle:

    So, die Hallenhälfte ist wider aufgeräumt. Statt aber jetzt duschen zu gehen, begeht Harmi einen fatalen Fehler und setzt sich wieder zu seinen Grazien, weil er von beiden noch etwas wissen muss. Noch bevor Harmi zu einem seiner gefürchteten Flirts ansetzen kann, prasselt ein Wortgewitter auf ihn nieder. Edda war bei einer Vorstandssitzung gewesen und wollte erzählen was es so neues gab. Klara war die letzten dreimal nicht beim Training gewesen und musste alles nachholen, was sie Harmi sonst erzählt hätte. Unfassbar. Wie kann man innerhalb von nur fünfzehn Minuten achtunddreißig Themen durchkauen? Auswärtsfahrten, Urlaubsreise, Zeitnehmerlehrgang, Hotelbar, Trainingszeiten, Einkaufsbummel, Trainerschein, Kinoprogramm, Trainersitzung, Wetterfrust, Abteilungsversammlung, Lichtschutzfaktor, Mannschaftsparty, Einkaufszentrum, usw. Alles ohne jede Ordnung in lockerer Reihenfolge. Harmi kann schon nach drei Minuten kaum nach folgen, nickt nur noch und antwortet dreimal, nachdem Edda ihn direkt anspricht und die Frage noch mal wiederholt.

    Irgendwann ist Harmi nicht mehr Herr seiner Sinne, steht völlig gerädert auf, zieht seinen Trainingsanzug an, räumt auf und geht vorsichtig aus der Halle, während Edda und Klara noch über Bikinistreifen und Taucherbrillen diskutieren. Doch die beiden haben ihn bemerkt und folgen ihm. Hanni und Nanni sind als erste beim duschen fertig und drängen ihre Mutter, nach hause zu fahren. Ufff, jetzt wird es einfacher. Mit nur einer Frau war Harmi bisher immer klar gekommen. Harmi schaut Klara an. Die schaut ihn ebenfalls an und fragt: „Ist noch was, Harmi?“
    Harmi: „äääh, ja, irgendetwas wollte ich dich noch fragen, äääh, fällt mir gerade nicht ein.
    Klara: „Also von mir aus ist alles klar, ich hab dir alles gesagt, was du wissen musst.“
    Aha! Klara hatte Harmi also etwas Wichtiges mitgeteilt. Schade nur, dass Harmi es nicht mitbekommen hatte. :/:

    Harmis Kopf ist voll und gleichzeitig leer. Als er Klara noch mal fragen will, was sie denn so alles sagen wollte, ist sie schon in die Kabine abgerauscht, um die Mädels anzutreiben, die mal wieder länger als 30 Minuten für das Schickmachen benötigen. Klara kommt mit den Mädels aus der Halle, schwingt sich auf Ihr Fahrrad und sagt: „Tschüß, Harmi, bis gleich, ich bin so gegen 20:00 Uhr bei Euch!“ Harmi stutzt. Was will die denn bei uns? Egal, ab nach hause und dann der Dinge harren, die da kommen.

    Harmi sucht sein Fahrrad und bemerkt, dass er mit dem Auto gekommen war. Warum war er nur mit dem Auto gefahren, es war doch gutes Wetter? Ach ja, er sollte noch was einkaufen, aber was? Jenne steigt ein und erzählt, dass es Freitag Lasagne gibt. Stimmt! Gehacktes sollte Harmi kaufen. Gut, dass Jenne dabei ist. Trotzdem biegt Harmi nach links ab, obwohl der Kombispardiscounter doch in der anderen Richtung liegt. Auf Intervention seiner aufmerksamen Tochter dreht Harmi um und fährt einkaufen. Als sie zuhause ankommen fragt Berta besorgt, ob etwas Schlimmes passiert sei. Harmi antwortet: „Nein, nix schlimmes, nur Edda und Klara gleichzeitig in der Halle.“ Berta weiß sofort, was da abgelaufen sein muss, lacht und sagt: „Haben die beiden Frauen dich also fertig gemacht?“ Harmi nickt und isst still sein Leberwurstbrot.

    Kurz nach 20:00 Uhr erscheint Klara tatsächlich bei Harmi. Harmi hatte es schon wieder vergessen, weil sein Kopf noch nicht wieder frei war und schaut sie dumm an:
    „Hi Klara, hast du noch was vergessen?“
    „Quatsch, ich hab doch gesagt, dass ich noch vorbei komme.“

    Stimmt, das hatte sie wohl gesagt. Es dämmert in Harmis Kopf. Was wollte sie nur? Den Garten ansehen? Mit Berta quatschen? Ein Bier trinken? :rolleyes:

    Harmi bittet sie ins Esszimmer und bietet ihr einen Stuhl an. Klara lehnt ab, schaut hin und her und fragt ungeduldig: „Wo ist es denn?“
    Harmi: „was?
    Klara: „Das Buch!“
    Harmi: „Welches Buch“
    Klara: „Sakrileg, du wolltest es mir doch ausleihen. Ich habe dich in der Halle gefragt und du hast genickt.“

    Harmi hatte irgendwann in der Halle nur noch genickt und hoffte, dass er jetzt nicht irgendwas abgenickt hat, was er später bereuen sollte. Während Harmi das Buch sucht, quasselt Klara mit Berta. Dann erzählt Klara, dass sie Freitag mit ihren Lieben nach Hamburg fahren will und sie jetzt keine Zeit hätte, weil sie noch etwas vorbereiten müsse.
    Berta: „Schade, ich dachte, du trinkst noch ein Bier mit uns.“
    Klara: „Nee, ich hatte Harmi doch schon erzählt, dass ich keine Zeit habe.“
    Hatte sie??? ?(

    Noch bevor Harmi Klara fragen kann, was sie denn in der Halle noch so alles gefragt und gesagt hat, hat sie sich schon wieder verabschiedet, nicht ohne noch vorher über den tollen Blumenstrauß aus Harmis Garten zu schwärmen, den sie zum Geburtstag bekommen hatte. Ein Wink mit dem Zaunpfahl! Harmi will schnell noch einen pflücken, aber Klara ist schon aufgestiegen, gibt Gas und hinterlässt nur noch einen Kondensstreifen. Harmi schaut ihr nur fassungslos hinterher…

    Harmi ist ratlos. Seit fast einem halben Jahr hat er nun seine Mädels trainiert. Er kam bisher immer gut gelaunt vom Training, angeregt durch die sportliche Leistung, die er selbst erbracht hat und die netten Unterhaltungen mit seinen Lieblingsmüttern. Jetzt hatten die beiden sich bei ihm furchtbar gerächt, nur weil er unter ihren wachsamen Augen beim Spiel gegen die Mädels gewonnen hatte! Der Stachel sitzt tief! ;(

    Harmi hatte sicherlich mindestens dreißig handballtechnische Informationen erhalten, von denen er keine mehr in sein Gedächtnis zurückbekommt. Am späten Abend hat er sich dann so weit gesammelt, dass er wenigstens wieder klar denken kann. Er sendet Klara und Edda eine Mail und bitte beide, ihm noch mal alles schriftlich mitzuteilen. Gleichzeitig mögen beide sich bitte in Zukunft absprechen, wer wann kommt, oder sich nach dem Training um eine Privataudienz bei Harmi bemühen. Und die Hallentür wird demnächst abgeschlossen! So etwas würde Harmi nicht wieder passieren.

    Schöne Wochenende, Harmi

    Zitat

    Original von knil1
    Mal eine Frage: wenn man im Handball wirklich was reissen will, muss man dann jeden tag handball spielen, oder jeden Tag irgendwelche Uebungen machen???? Hilft Radfahren(Downhill) auch???/
    Oder ist Sport ueberhaupt ausreichend?>????
    bitte um schnelle antwort knil

    In deinem Alter ist es unter anderem sinnvoll, viele koordinative Dinge zu machen, Einrad fahren, Handstand, Gleichgewichtsübungen, usw. Kletter auf Bäume, balanciere, jongliere zunächst mit Tüchern, später mit Bällen, usw. Kommt dir beim Handball alles zu Gute.

    Gleichzeitig kannst du Übungen zur Ganzkörperstabilisierung machen (einfach mal die Suchfunktion nutzen RolfB hat da mal nen schicken Beitrag geschrieben)

    Schwimmen ist auch gut. Vor allem Brustschwimmen. Gut für den Rücken und gibt Muckis. Treppensteigen auf Zehenspitzen ist gut für die Sprungkraft und gibt stramme Waden, das mögen die Mädels in deinem Alter :D

    Wenn du was reißen willst, reicht nicht nur ständiges Training, ein wenig Talent solte auch schon vorhanden sein. ;)

    gruß, harmi

    Zitat

    Original von Nr. 3 lebt!

    Was meinst du denn mit "sie beschei..."? Die Mädchen? Von vier meiner Mädels, die meist im Tor stehen, sind 2 auch noch die besten Feldspieler und im Vergleich zu den TW anderer Vereine auch noch sehr gute TW. Ich möchte den Mädels nicht eine der zwei Möglichkeiten durch die Meldung TW/nicht TW verbauen. Oder meinst du die Auswahltrainer? Die beiden Mädchen werde ich auf jeden Fall melden. Ich weiß nur nicht wie.

    Hi Claudia,

    ich meinte eigentlich die Auswahltrainer ;)

    An deiner Stelle würde ich die Auswahltrainer konkret auf das "Problem" ansprechen. Wenn genügend Torhüter gemeldet sind, können sie doch auf dem Feld spielen, wenn zu wenig oder schlechtere Torhüter da sind, haben sie doch die Chance fürs Tor.

    Dazu mal gefragt? Wie wird denn in Auswahlen überhaupt auf die Torhüter eingegangen? Werden die dort auch speziell trainiert?

    Gruß, harmi

    Moin,

    bei uns melden wir die Talente für die Kreisauswahl. (immer der jüngere D-Jugend_Jahrgang) Das Trainergespann der Kreisauswahl trainiert ein paar mal mit den Mädels und sortiert die Graupen aus. Dann fahren sie zu einem Sichtungsturnier und spielen dort gegen andere Kreisauswahlen.

    Unsere *Lisa* brauchte dort nur etwa 10 min zu spielen, da war sie im Kader und konnte sich umziehen. Eine weitere von unseren D-Jugend Spielerinnen musste sich etwas länger beweisen. Beide waren schon bei den Bezirksmeisterschaften aufgefallen, wo die Auswahltrainerin als Beobachterin war, was ihnen wohl zu Gute kam.

    Ein Mädel aus dem Nachbarort, die vor allem in den ersten 10 min mit *Lisa* hervorragend zusammen gespielt hatte, musste drei Spiele mitspielen, bevor sie in die Auswahl gerutscht ist. Diese Spielerin hielt ich in der letzten Saison für ebenso stark wie unsere *Lisa*, aber sie kam wohl mit den Mitspielerinnen der Kreisauswahl nicht so zurecht, wie im eigenen Verein und scheiterte ein wenig an ihrer eigenen Torgefährlichkeit.

    Es ist natürlich schwierig für Auswahltrainer, bei so einem Turnier mit zusammengewürfelten Mannschaften die wirklichen Rosinen rauszupicken. Da bleibt vielleicht wirklich mal jemand auf der Strecke, während andere vielleicht zu Unrecht nominiert werden.

    Für den älteren Jahrgang auf Bezirksebene habe ich unsere Torhüterin *Biene* nachgemeldet, da sie sich enorm entwickelt hat und zu den stärksten Keepern in der Quali gehörte. Mal sehen, ob sie klar kommt.

    @ Claudia: Melde die Mädels so, wie sie spielen und versuche nicht, sie über die Torwartschiene hinein zu bringen. Das hast du doch nicht nötig. Warum willst du sie "beschei..."? So viel Vertrauen sollte eigentlich da sein. Es gibt doch auch die Möglichkeit, mit den Auswahltrainern zu sprechen, habe ich im Fall unserer Torhüterin gemacht.

    Gruß, harmi

    Ihr wartet sicher schon....

    Harmis Urlaubstagebuch

    Ganz schön anstrengend, so ein All-In-Urlaub auf Malle…

    Pooltag. Harmi döselt mit dem Thriller „Illuminati“ von Dan Brown in der sengenden Sonne. Da ertönt ein Pfiff, ein Animateur läuft mit einer Tragetasche und einem Wasserball durch die Liegestühle. Wasserball! Da muss harmi natürlich mitmachen.
    :rolleyes:

    Warum sprechen die mit den grünen Kappen alle englisch? Und warum sind die alle so breitschultrig, glatzköpfig und tätowiert? Harmi bekommt eine rote Kappe und spielt mit einer deutsch / niederländisch / dänischen Auswahl gegen die Linksfahrer von der Insel.
    :(

    Der Schachzug, sich in den tieferen Bereich des sanft abfallenden Pools zu begeben, gelingt. Beim Spielstand von 5:5 hat harmi schon vier Treffer erzielt. Die Insulaner scheinen alle nicht gerne zu schwimmen. Harmi hat schon ab und zu mal Wasserball gespielt und kann auch aus dem schwimmen heraus werfen.
    ;)

    Seitenwechsel, das Tor des Königreichs Großbritannien liegt jetzt im flachen Wasser. Neue Taktik, neues Glück. Harmi postiert sich genau vor dem Tor, springt rechtzeitig hoch, um die langen Bälle des blonden dänischen Hünen im Tor der Nordwesteuropaauswahl aufzunehmen und sie blitzschnell aus der Drehung aufs Tor zu pfeffern. Nach harmis siebtem Treffer stellt unser Gegner auf Manndeckung um. Harmi bekommt zwei walisische Bullen von etwa zwei Metern Körpergröße zur Seite gestellt, die nur noch die Aufgabe haben, harmi zu schubsen oder unterzutauchen, wenn der Ball nach vorne kommt. Schiri sieht nix, weil er mit der Frau unseres Torhüters flirtet, die anscheinend ihr Bikinioberteil zu Hause vergessen hat.
    8)

    Harmi wechselt ins Mittelfeld und fungiert fortan als Spielmacher. Doch die mehrmals frei vorm Tor stehende niederländische Schönheit im etwas zu knapp geratenen Bikini erweist sich als nicht fangsicher. Nach dem vierten Fehlversuch weiß auch harmi, warum die Bohnenfrühstücker das Mädel ganz frei vorm Tor stehen lassen. Nur einmal, als sie den Ball fängt, wird sie von einem Ganzkörpertätowierten angegriffen und prompt unsittlich berührt. Sein Kumpel ruft: „Get the ball, not the balls!“
    :D

    Harmi erweist sich zwar als guter Spielgestalter, aber vor allem die Dänen vergessen, aufs Tor zu werfen. Sie reiben sich lieber in Unterwasserkämpfen mit den Insulanern auf. Denen gelingt es doch tatsächlich, gemeinsam einen unserer Spieler mitsamt Ball in unser Tor zu tragen. Endstand 16:14 für Großbritannien.
    :wall:

    Harmi legt Protest beim Animateur ein, weil die Glatzköpfe ohne weibliches Personal gespielt haben. Der verspricht, beim nächsten Mal die Badekappen gerechter zu verteilen und leicht bekleidete Schönheiten vom Wasserballfeld zu verbannen.
    :head:

    Anschließend gehen alle Teilnehmer des packenden Matches friedlich schiedlich zur Poolbar und trinken gemeinsam ein wohlverdientes Bier.
    :saufen:

    Prost, harmi

    Zitat

    Original von Felix0711
    Schade, dass es die neusten Werke der anwesenden Topautoren noch nicht in den Blog geschafft haben ;)

    soso, du glaubst also, nur weil du ein paar Bilder von Bikini tragenden Handballschöheiten in den Blog stellst, könntest du hier den Marcel Reich - Ranicki spielen und über die Creme de la Creme der deutschen Handball - Literatur ablästern. :D

    Warte nur...

    :devil:

    Gruß, harmi :D

    Zitat

    Original von Teddy

    Schönen Urlaub und gute Erholung, harmi!

    Wir freuen uns auf nächste Saison mit deinen Berichten ;)

    Acht Besucher und eine Antwort in sechs Minuten, wartet ihr nur noch darauf? :D

    gruß, harmi

    Rechtzeitig zum Ferienbeginn ist noch mal eine kleine Mannschaftsparty mit Eltern angesagt. 17:00 Uhr treffen, bisken wat trinken, bisken wat grillen, bisken labern.

    Grillplatz im Sportpark ist reserviert, Fleisch bestellt und Getränke vor Ort, die Eltern bringen Salate, Baguette, usw. mit. Prima, das wird ein Selbstläufer. Irgendein selbsternannter Grillmeister wird uns wohl kulinarisch beglücken, für Getränke an den Tischen sorgen sicherlich die lieben kleinen Geschwisterkinder. Die Mädels haben die Aufgabe bekommen, das Rahmenprogramm zu organisieren. Warum brauchen die drei Euro aus der Mannschaftskasse und warum treffen die sich schon um 15:00 Uhr? ?(

    16:30 Uhr. Harmi, Karlchen und Klara trudeln ein, um noch mal eben nachzusehen, ob alles da ist. Jau, Atze hat mal wieder an alles gedacht. Der Bierwagen ist offen, die Kühlung ist an, alle möglichen Getränke da, Flaschenöffner auch. Prima! Toiletten sind auch geöffnet, aber heute schwitzen wir eh alles aus.

    Selbst das schöne Wetter ist da. 35 Grad im Schatten, gut dass dort ein paar Bäume stehen, unter denen wir sitzen. Da kommen auch schon die Mädels. Meine Güte, haben die sich aufgedonnert. Frisch frisiert, bestens geschminkt, schickste Klamotten, kommen die gerade von einer Konfirmation? Ach ja, wir wollten ja ein Mannschaftsfoto auf der Tribüne machen. Hat denn jemand einen Fotoapparat dabei? Harmi, Karlchen und Klara haben dran gedacht. Da sollte dann doch ein ordentliches Mannschaftsfoto rauskommen.

    17:15 Uhr. Die letzten Eltern trudeln ein. Sabines Mutter kommt mit einer riesigen Kühltasche. 38 gespannte Augenpaare erwarten freudig einen riesigen Salat, eine Kühlbox voll Eis oder sonst was leckeres. Doch die 0,5 Liter Tupperdose, halbvoll mit selbst gemachter Zwiebelbutter, die Saras Mama aus der Kühlbox zaubert, will nicht so recht zu Begeisterungsstürmen hinreißen. Großes Gelächter allerseits. Harmi schaut noch mal vorsichtig rein, aber das war neben sechs Kühlakkus wohl alles. Naja, bevor wir flüssige Zwiebelbutter trinken, war das sicher die richtige Maßnahme. :/:

    Einige der Mädels machen ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter. Zu warm? Lieber ins Freibad oder zum See? Haben wir was vergessen? Klara klärt Harmi auf: Der Großteil der Mädels hatte wohl vor dem letzten Schultag gezeltet. Der mangelnde Schlaf ließ die Gesichtmuskeln unserer ansonsten dauergrinsenden Schönheiten ein wenig erschlaffen.

    Harmi begrüßt seine Lieben und wünscht der Veranstaltung einen guten Verlauf. Prompt kommt von Sascha und Steffen die Rückmeldung, dass im Spülbecken des Getränkewagens kein Wasser fließt. Harmi geht der Sache auf den Grund und entdeckt, dass ein Teil der Wasserzufuhr gekappt wurde, um ein Stück Rasen zu befeuchten, das diesen Namen aufgrund der mangelnden Vegetation eigentlich nicht mehr verdient hat. Mit all seinen Gardena – Kenntnissen baut Harmi die Wasserversorgung um. Jetzt können auch Gläser gespült werden. Au Backe! Der Platzwart kommt um die Ecke. Das gibt Ärger. Harmi nimmt ihm gleich den Wind aus den Segeln und lädt ihn auf ein kühles Blondes, ein Fladenbrot mit sehr fester Zwiebelbutter und eine Grillwurst mit Thomy-Senf ein. Dietze ist einverstanden, aber nur, wenn wir die Rasensprengung nach Beendigung unserer Party wieder installieren.

    Die Mädels haben sich für die Eltern, Trainer und Betreuer einen kleinen Parcours rund um den Sportpark ausgedacht, bei dem gewisse Disziplinen erledigt werden müssen. Sabines Vater muss mit einem Glas Wasser im Mund ein Lied gurgeln, das die anderen erraten müssen. Die Mischung aus Unmusikalität und Nichtgurgelfähigkeit machen die Sache schwer, aber irgendwann ist doch etwas zu erkennen.

    Zehn Kniebeugen sind angesagt. Da muss doch gleich mal Edda herhalten. Die Mutter von Hanni und Nanni hat als einzige eine lange Hose an, ist also perfekt gestylt für diese Übung, die sie allerdings mit Bravour löst.

    Weiter geht’s. Drei Rollen vorwärts, je ein Mann und eine Frau. Klara hat als einzige der Damen ein Kleid an, klar dass sie hier gefragt ist. Mit unglaublicher Geschwindigkeit kullert sie über den Sportplatz, selbst das schärfste voyeuristische Auge kann nichts entdecken. 8)

    Bei der nächsten Station muss die Werbebande im Sprung überwunden werden. Da müssen unsere Polizisten ran und zeigen, wie sie die Schwerverbrecher durch die Schrebergärten verfolgen. Heinz und Karlchen erledigen die Aufgabe souverän.

    Jetzt ist Harmi dran. Zehn Runden um die Laterne laufen. Was für eine Laterne? Biene wird erst mal aufgeklärt, dass Laternen auf Fußballplätzen Flutlichtmasten genannt werden. Nach der zehnten Runde lässt Harmi den Mast los, läuft ein paar Meter weiter, kommt ins trudeln und legt sich etwa 20 cm neben dem Rasensprenger ab. Wenn das Dietze gesehen hätte… :(

    Torwandwerfen. Fünf Würfe, fünf Treffer, sonst geht es nicht weiter. Wieder muss Harmi ran. Nach dem dritten Treffer werden die Mädels blass. So schnell sollte das doch wohl nicht gehen. Den nächsten Ball versemmelt Harmi. Jetzt ist die Elternschaft an der Reihe. Unsere Mädels scheinen das Handballspielen nicht von ihren Eltern geerbt zu haben, nur zwei treffen je einmal, andere verfehlen sogar das Tor. Die Wurftechniken lassen Harmi und Karlchen verzweifeln. Nadines Mutter ist Linkshänder, warum hat sie das nicht vererbt? Da wir irgendwann dann doch noch mal grillen wollen, wird der Abstand verkürzt. Drei Treffer von fünf Würfen reichen. Juttas Vater erweist sich als enorm treffsicher und verhilft uns unter großem Jubel zu einem verdienten Bier.
    :klatschen:

    Am Grillplatz angekommen hagelt es plötzlich Wasserbomben. Harmi und Karlchen sind das bevorzugte Ziel, aber auch die Eltern bekommen etwas ab. Harmi und Karlchen können mehrere Exemplare fangen und zurückwerfen. Die Taktik, Aufsetzer vor die Füße der Mädels zu werfen, scheint erfolgreich aufzugehen. Gut, dass es so warm ist und die Klamotten schnell trocknen.

    Fototermin. Die Tribüne beim Sportpark erweist sich als ideale Sitzgelegenheit für ein Mannschaftsfoto. 35 Grad im Schatten bei praller Sonne stehen dem entgegen. Auf dem Fußballplatz laufen sich gerade zwei Mannschaften warm, die noch ein Freundschaftsspiel bestreiten wollen. Die Mädels bestaunen die tollen Fußballerbeine, während die Trainer beider Mannschaften ihre Spieler zusammenfalten, sie mögen sich doch bitte wieder auf das Aufwärmen konzentrieren. So, alle Mädels in Position, die Rockträger bitte die Beine übereinander schlagen oder nicht in der ersten Reihe sitzen, schnell noch mal die Haare aus dem Gesicht gestrichen, usw. Berta schießt zehn Fotos, auf jedem blinzelt mindestens eine Spielerin. Also muss wieder retuschiert werden. Das kostet wieder unendliche Zeit mit dem Picture Publisher, den Harmi vor vier Jahren bei Feinkost Albrecht erstanden hat.

    Im Schatten steht auf einem kleinen Spielplatz eine Rutsche. Klara erinnert sich an Caro’s Kindergartenzeit und schlägt vor, ein Rutschenfoto zu machen. Dann machen wir halt dort auch noch ein Bild. Johannes Hose erweist sich als nicht rutschtauglich, es dauert eine ganze Zeit, bis sie ihre Endposition erreicht hat. Vielleicht hätte sie besser oben bleiben sollen. Als es soweit ist, sind bei Harmis Kamera die Batterien leer…. Schnell gewechselt, weil Klara ihre Kamera nicht finden kann und fertig. Im Schatten gelingt es den Mädchen noch mal ein hinreißendes Lächeln aufzusetzen. ;)

    So, Grill an, Salate aufgetischt, Baguette geschnitten und los geht’s. Juttas Vater kann nicht nur Torwandwerfen, er erweist sich auch als hervorragender Grillmeister. Ankes tiefgekühlte Zwiebelbutter findet in der Sonne schnell eine streichfähige Konsistenz. Christas Zaziki dürfte am darauf folgenden Tag wieder einsam machen. Aber warum gibt es dreimal Nudelsalat? Zum Saisonabschluss wird Harmi den Müttern ein Grillsalatebuch schenken. 8)

    Kaum ziehen die ersten Rauchschwaden durch den Sportpark, stehen auch schon die ersten Besucher des Fußballspiels in der Schlange am Grillbuffet. Warum haben wir nicht mehr Fleisch bestellt? Das hätte unserer Mannschaftskasse gut getan. Abschlussfahrt eine Woche Mallorca statt drei Tagen Norderney …. Klara gelingt es, mit ihrer unnachahmlichen direkten, aber freundlichen Art, einem Shorts und Tennissocken tragenden Mittsiebziger den bereits in die Hand genommenen Teller wieder zu entreißen, bevor er unser Buffet plündert. Auf Harmis Hinweis, dass es sich um den Platzwart handelt, dem er eine Wurst versprochen hatte, bekommt Dietze dann doch seinen Grillteller und Harmi den dezenten Hinweis, so etwas doch vorher bitte auch mit der Betreuerin zu klären. :rolleyes:

    Nach dem Essen verziehen die Mädels sich zum Sportplatz, um sich ein paar Fußballerbeine anzusehen. Die Damen waschen die Teller ab, während die Männer sich um den Umsatz der Getränkeindustrie kümmern. Klaras Sohn Sascha hat anscheinend noch eine Wasserbombe gefunden. Warum geht die auch nach zehn Würfen nicht kaputt? Klaras hochroter Kopf lässt da so einiges erahnen. Was war doch gleich als Beilage in der letzten Bravo? Und hatte Klara ihm nicht gesagt, er solle das Ding nicht überall mit hinschleppen? :D

    Feierabend. Die Mädels sind längst zu Hause, nur der harte Kern der Erwachsenen hält es bis zum dunkel werden aus. Klar, dass noch irgendetwas schief gehen muss. Es hatte ja auch bisher zu gut geklappt. Harmis Fahrrad hat einen Plattfuß. Heinz hat zwar eine Pumpe, aber die passt nicht auf das Ventil. Also die Fahrradtasche in die Hand und zu Fuß nach Hause. Auf Intervention von Heinz, das Fahrrad eventuell zu schieben, damit es nicht am Sportpark stehen bleibt, muss Harmi gestehen, dass er da ja nun gar nicht drauf gekommen wäre. Gut, dass es Leute gibt, die öfters mal ihr Fahrrad schieben müssen…. :rolleyes:


    So, das war’s erst mal von Harmi. Handball - Sommerpause bis zum 10.8., zwei Wochen Hausfraueninsel warten auf Harmi, Berta, Jenne und Steffen. Bis denne! :tschau:


    Gruß, harmi

    Zitat

    Original von Pucki
    absolut stark.....da ist man schon auf Fortsetzung gespannt....schoenen dank

    bd

    nur die Ruhe, wir haben heute noch Mannschaftsparty mit grillen, mal sehen, was da wieder so vorfällt. :D

    Gruß, harmi

    Moin,

    mein Lieblingsthema Abwehr!!! :D

    Es ist doch immer die Frage, wie man eine Abwehr trainiert. Ich kann für jede einzelne Position sehr schön festlegen, was sie zu tun und zu lassen hat. Was ist zu tun bei kreuzen, einlaufen, Ballbesitz des direkten Gegenspielers, usw.? Gleichzeitig kann ich Räume festlegen, in denen sich die einzelnen Positionen bewegen dürfen / sollen. Das kann ich hundertmal beim Training durchexerzieren, es wird Gegner geben, die mir durch einfachste Mittel diese Abwehr aushebeln.

    Ich kann eine Abwehr aber auch sich selbst einstellen lassen. Beispiel Abwehrzentrum 1:5 Abwehr: Wir haben aus der Manndeckung (E) heraus die 1:5 ohne solche festen Regeln eingeführt (D). Diese wird derzeit in der C intensiviert und ähnelt in Ansätzen der 3:2:1. Nach sechs schweren Qualispielen zeigte unser Vierer – Abwehrzentrum schon von selbst erste gute Ansätze, spielte aber oft viel zu offensiv und wurde überlaufen. Warum? Weil harmi ein sehr offensives Verdrängungs - Konzept verfolgte, das gegen technisch starke Mannschaften so nicht funktionierte. :/:

    Wir haben also nur eine einzige Grenze nach vorne bei elf Metern festgelegt. Klar, und den Neuner als „magische RTK – Grenze“. Beim siebten und achten Spiel war ich schon echt zufrieden, beim neunten und zehnten Spiel haben diese vier Mädels keinen Gegentreffer durch die Mitte zugelassen. Die drei Spielerinnen des älteren Jahrgangs und unsere Zweitjüngste (*Johanne*) hatten noch nie so zusammen gespielt, sich aber im Laufe der Spiele langsam aber sicher gefunden.

    Wenn ich unserer *Caro*, *Hanni*, *Nanni* oder *Johanne* solche festen Regeln, wie sie z. B. im Playbook stehen, mitgeben würde, wären sie vermutlich viel zu beschäftigt, diese einzuhalten. Stattdessen spielen alle vier mittlerweile intuitiv zusammen und unterstützen sich gegenseitig. Beim Training immer wieder durch verschiedene Laufübungen und Überzahlspiele geübt. Man kann die vier fast bedenkenlos auf den vier zentralen Positionen tauschen, je nach Gegner spielt meistens *Caro* gegen die körperlich stärkste und *Nanni* gegen die technisch stärkste. Da viele Mannschaften ihren Positionsangriff stur durchziehen, klappt das gut. Wenn der Gegner wechselt, wechseln sie teilweise von selbst mit. Ich greife da auch gar nicht ein. Ab und zu muss ich *Caro* allerdings zurückpfeifen, weil sie zu stark antizipiert und schon fast an der Mittellinie rumturnt, um ihre Gegenspielerin „abzuholen“. Bei individuellen Fehlern, Stellungsfehlern, usw. greife ich schon ein, aber die Einteilung machen die vier mittlerweile oft schon selbst. Klappt hervorragend. Wenn *Nanni* sagt, „ich will heute auch mal Libero spielen“, dann versuchen wir das halt. Ich will auch in der Abwehr keine Positionszombies züchten. Abwehr macht Spaß! ;)

    Jetzt versuche ich, einzelne Spielerinnen in diese Formation einzubauen, eine der vier Abwehrrecken raus, eine der anderen rein. *Lisa* ist klein, spielt aber gerne den Ball aus der Hand und antizipiert sehr gut. *Sabine* ist sehr beweglich und aufmerksam, *Nadine* ist robust, aber nicht energisch genug. *Jutta* ist aufmerksam und schnell. Die vier zusammen im Abwehrzentrum würden momentan vermutlich drei mal so viel Tore kassieren, wie die anderen vier, aber ein bis zwei von ihnen könnte ich sicherlich langsam einbauen. Am Ende der Saison können dann auch vielleicht diese vier zusammen im Abwehrzentrum stehen.

    Warum soll ich trotzdem mit Gewalt eine 3:2:1 mit festen Regeln einführen? Weil sechs Feldspielerinnen am Ende der Saison in die B-Jugend wechseln und die vielleicht so eine Abwehr spielen? Nein. *Hanni* und *Nanni* spielen regelmäßig bei der B mit und haben ihr Verhalten so gelernt. *Caro* und *Johanne* haben sich ihrem Stil angepasst. Theoretisch könnten die beiden also auch bei der B im Abwehrzentrum mitspielen.

    Wichtig sind die Grundlagen: Beinarbeit, Armarbeit, Ball raus spielen, Ballseite rücken, unterstützen, antizipieren, usw. Wenn das nicht funktioniert, brauche ich mir über 3:2:1 keine Gedanken machen

    Man möge mir meine unkonventionellen Methoden verzeihen, aber um Regeln kümmern sich die Schiedsrichter, Handball wird gespielt und nicht geregelt. 8)

    Gruß, harmi

    Moin,

    ich hab da auch noch was...

    Trainingslager oder der Wahnsinn nimmt seinen Lauf Teil 2

    Da ist er nun, der lang ersehnte Tag, an dem das Trainingslager stattfinden soll. Harmi, Karlchen und Klara haben alles bis ins Detail geplant. Das Wetter ist spitze, vormittags um die 20 Grad, nachmittags soll es wärmer werden. Könnte warm in der Halle werden. Da müssen wir jetzt durch. 10:00 Uhr Beginn, 12:00 Uhr gibt es Spaghetti bei Harmi. Anschließend bis 16:00 wieder Training. Danach zwei Stunden entspannen am Badesee, um zum Abschluss bei Harmi zu grillen.

    Klar, dass eine Spielerin zu spät kommen muss. Und schon geht es los mit ein paar Aufwärmübungen. Ein wenig laufen, wein wenig Gymnastik, alles prima. Dann Koordination / Technik. Mary springt anscheinend zum ersten Mal in ihrem Leben über einen Bock. Die ersten beiden Versuche dürften ihr ein paar schicke blaue Flecken bescheren, nach dem dritten klappt es besser. Irgendwann kann sie auch nach der Landung einen Ball fangen. Prima, das erste Mädel hat etwas gelernt. Nicht schlecht, so ein Trainingslager.

    „Warum müssen wir mit dem Ball über Bänke prellen und über Böcke springen? Im Spiel stehen die doch auch nicht da.“ Harmi faselt etwas von Koordination, Gleichgewicht, usw. und die staunende Rasselbande hört gespannt zu. ;)

    Trinkpause. Dass die 1,5 Liter PET-Flaschen aus dem Hause Albrecht Feinkost so stabil sind, hatte Sabine wohl nicht erwartet. Der zweifache Auffangversuch endet mit einem dreifachen Salto der Flasche, die krachend auf dem Hallenboden aufschlägt und etwa bis zur Mittellinie rollt. Unwissend über die negativen Eigenschaften geschüttelter kohlesäurehaltiger Getränke öffnet Sabine ihre Flasche und versprüht etwa ein Drittel des Inhalts über sich und den Mittelkreis. Schnell holt sie ihr Handtuch, um alles aufzuwischen und sich abzutrocknen.
    Harmi: „Ihr solltet eigentlich zwei Handtücher mitbringen, damit ihr euch zwischendurch den Schweiß abwischen könnt.“ :P

    Nächster Teil: Wurfschulung. Gleichzeitig Torwarttraining in der anderen Hallenhälfte. Aufgabe: Stemmwurf so hart und genau wie möglich aufs Tor: Hanni und Nanni semmeln Harmi mit unglaublichem Armzug beim Stemmwurf die Bälle um die Ohren. Nadine vergisst alles, was Harmi ihr jemals in Sachen Wurftechnik erklärt hat und greift auf ihre bewährte Schleuderballtechnik zurück, was Harmi beinahe eine neue Brille beschert. Sabine erinnert sich an das Wurftraining der letzten Woche und zeigt, dass ihre Würfe bei Gegenwind nicht zurückkommen müssen. Zehn Würfe, neun Treffer, alle hart und platziert in den Ecken. Warum nicht im Spiel? ;(

    Caro versucht es mit Aufsetzern. Der erste geht nach dem aufsetzen übers Tor, der zweite an die Latte, der Dritte an Harmis Nase. Auf Harmis Hinweis, mal keinen Aufsetzer zu werfen, muss er beim nächsten Durchgang einen schmerzhaften Leberhaken ihres gelben Kempa-Balls einstecken. Nicht schlecht, so ein Trainingslager. :rolleyes:

    Vor dem Mittag noch schnell eben den Vertrauenssprung wagen. Ein Mädel springt vom Kasten, die anderen müssen es auffangen. Große Freude allerseits, bis Harmi sich mit seinen 86 kg anschickt, den Kasten zu erklimmen. Der Flug verläuft ruhig, die Landung ebenfalls. Uff….

    Mittagspause. Eben frisch machen, Schwimmsachen für Harmis Pool anziehen, ab aufs Fahrrad und dann zu Harmi. Wie kann man nur mit so wenig Luft auf dem Hinterreifen Fahrrad fahren? Haben die keine Pumpe zuhause? Ein fünfzehnjähriger Nachbarjunge fährt mit dem Rasenmäher gegen den Apfelbaum, weil er staunt, dass Harmi gleich mit einer ganzen Horde junger Mädchen angefahren kommt. Auf der Terrasse warten Klara, Harmis Frau Berta und Karlchens Frau Christa schon mit leckeren Spaghetti, Tomatensauce und Bolognese. Hanni mag Spaghetti nur mit Heinz-Ketchup, Johanna mag Bolognese nur ohne Hackfleisch, Nanni fummelt kleine Zwiebelstückchen aus der Tomatensauce, Nora mag nur Gouda-Streukäse, keinen Parmesan. Trotzdem werden alle satt. Geht Tomatensauce eigentlich aus Adidas-Shirts wieder raus? :D

    Jule mag alles, hat alles probiert und will sich jetzt im Pool erfrischen. Entgegen aller bisherigen Annahmen ist es anscheinend doch möglich, vom Minitramp einen Salto in das nur 75 cm tiefe Wasser zu machen, ohne sich das Genick zu brechen. Die Wasserrutschbahn erweckt das Interesse einiger anderer Spielerinnen. Jenne nutzt den Heimvorteil und zeigt ihren Mitspielerinnen, wie so etwas funktioniert. Die Spielerinnen, die größer und schwerer als Jenne sind, schlittern über die Bahn hinaus und landen teilweise in den sorgfältig gepflegten Blumenrabatten. Unfassbar, was man doch für Stunts auf so einem Ding drehen kann. Vielleicht sollte man darauf mal Fallwürfe üben. Irgendwann muss Harmi dann doch eingreifen. „So Mädels, abtrocknen und ab zur Halle, wir müssen noch ein wenig tun!“ Alle bekommen noch ein kleines Eis auf die Hand und radeln vergnügt zur Halle zurück. Haben Mädchen in dem Alter eigentlich keine Verkehrserziehung genossen? :nein:

    Abwehrarbeit ist angesagt. Harmi erklärt den Mädels, dass Beinarbeit nicht nur aus epilieren besteht, sondern auch beim Handball bei der Abwehrarbeit ganz wichtig ist. Bei Vormachen zieht es plötzlich im seinem linken Bein. Die alte Kriegsverletzung ist wieder aufgebrochen. Gleichzeitig hat Jutta einen Ball unglücklich auf die Finger bekommen. Da muss doch gleich ein schickes Tape her. Karlchen zeigt, was er gelernt hat und Jutta ist glücklich, dass sie weiter machen kann. Zwei Verletzte, das sollte reichen. Aber nein! Aus unerklärlichen Gründen stoßen vier Mädels bei Partnerübungen zusammen. Drei rappeln sich auf, nur Caro bleibt liegen und schreit. Und schreit. Und schreit. Nach etwa zwei Minuten kann Harmi ihr endlich entlocken, dass es wohl ein Fuß ist, der wehr tut, eine weitere Minute vergeht, bis klar wird, dass es der linke ist. Prellung am Fuß. Harmi hatte ihr vorsichtshalber schon mal beide Schuhe ausgezogen. Der Tupperware – Eislolly aus Karlchens Kühltasche lindert den Schmerz. Die Mädels schauen interessiert zu und Harmi hält einen Vortag über Prellungen, Kühlung, Wärmeabführung, usw. Unglaubliches Staunen in der Halle. Was Harmi alles weiß….

    Für Caro ist das Training leider beendet. Unser Abwehrass sitzt mit dem Eislolly auf der Bank und ärgert sich, dass sie bei ihrer Paradedisziplin Abwehrarbeit nicht mehr mitmachen kann. Langweilig wird ihr allerdings nicht, weil ständig ein bis zwei Besucherinnen vorbei schauen, um sich nach ihr zu erkundigen. Als es Harmi zu bunt wird, schickt er Caro duschen. Jutta geht mit, damit Caro nicht alleine ist. Das ist natürlich ungerecht. Plötzlich hat Caro zehn beste Freundinnen, die aufpassen wollen, dass sie in der Dusche nicht ausrutscht, sich beim Föhnen nicht die Frisur verbrennt und sich den Kajalstift nicht versehentlich in die Augen drückt. Nix da, Jutta ist Spielführerin und darum macht die das. Basta! :mad:

    Weiter geht’s. Positionsangriff mit kreuzen, auflösen, usw. Die Luft in der Halle wird nicht besser, erste Ermüdungserscheinungen machen sich breit. Harmi motiviert noch mal. „Wenn ihr jetzt noch mal voll durchzieht, lassen wir den letzten Punkt „Tempogegenstöße“ weg. Begeisterung pur. Plötzlich klappt selbst der dreifache Kempa nach vorherigem Kreuzen mit gleichzeitig auflösendem Linksaußen und Sperre-Absetzen durch den Kreisläufer. Nicht schlecht, so ein Trainingslager.

    Feierabend? Nein. Auslaufen ohne Schuhe. Tausende von Fragezeichen in erstaunten Gesichtern. Barfuss durch die Halle laufen? Karlchens wissenschaftlicher Vortrag findet bei den Damen nicht so recht Gehör. Also anders motivieren: „Ihr dürft jetzt ganz locker nebeneinander laufen und dabei auch labern.“ Das hilft! Endloses Geschnatter in der Halle. Hatten die sich nicht schon mehr als fünf Stunden gesehen? Wieso haben die sich immer noch was zu erzählen? Warum verstummen die Gespräche schlagartig, sobald Harmi oder Karlchen sich zu einer Diskussions-Auslaufgruppe gesellen? Endlich Feierabend. Berta kommt mit Müsliriegeln, Kuchen, Erfrischungsgetränken und Kaffee. Das baut auf. Unglaublich, alle mögen Kuchen! :ball:

    Abfahrt zum Baggersee, um den Programmpunkt „relaxen“ aufzunehmen. Wieso haben die denn jetzt einen Volleyball mitgebracht? Harmi und Karlchen wollten doch in der Sonne liegen und sich vom anstrengenden Training erholen. Daraus wird nix. Trotz Kriegsverletzung muss Harmi „beachen“. Die wasserfeste Sonnencreme erweist sich nach dem ersten Hechtbagger als hervorragender Haftgrund für eine Sand - Panierung. Bienes Querschläger, der ursprünglich als Aufschlag geplant war lässt Harmis Brille im Treibsand versinken. Nadine semmelt einen Schmetterball mitten in die Strand-Kaffeetafel einer Großfamilie. Anschließend rollt er einer Frau an den Kopf. Mit sehr harter Aussprache schimpft die barbusige Mittfünfzigerin der 90 – Kilo – Klasse über die unverschämte Jugend, während ihr Mann nach einem großen Schluck aus der Wodkaflasche uns den Ball zurückschießt. Gehen Kaffeeflecken eigentlich aus Handtüchern wieder raus? :rolleyes:

    18:30 Uhr. Ab zu Harmi, grillen. Klara erscheint mit einem frischen Salat, verziert mit Kräutern aus der neu angelegten Kräuterspirale. Den muss Jenne natürlich sofort probieren. „Igitt, total verpfeffert und versalzen!“ Berta probiert ebenfalls. „Quatsch, total flau!“ Klaras Gesichtsfarbe wechselt mehrfach. „Ich glaube, ich habe nach dem Würzen gar nicht umgerührt!“ :wall:

    Klaras und Harmis zehnjährige Söhne sind den ganzen Abend nicht zu sehen. Sascha hat einen USB - Stick mitgebracht und tauscht mit Steffen Powerpoint Dateien von Harmis Rechner. Moment mal. Waren die eigentlich alle jugendfrei? Das könnte Ärger mit Klara geben. Also beim nächsten Training warm anziehen…. Können die Jungs nicht ganz normal mit Matchbox-Autos und Lego spielen? :/:

    Gott sei Dank, alle Mädels scheinen Fleisch und Grillwürstchen zu mögen. Christas selbst gemachter Zaziki findet dank der intensiven Knoblauchwürzung reißenden Absatz, auch bei den Mädels. Wenn die wüssten, dass das bei der abendlichen Kirmes dazu führt, dass keiner der Jungs sie im Autoscooter mitnehmen will!

    Warum kommt Biene nur mit einem nassen Handtuch in Richtung Terrasse? Karlchen muss dran glauben. Liebevoll wickelt sie das Handtuch um seinen Oberkörper. Keine zehn Sekunden später hat ihn die Meute gepackt und in den Pool befördert. Harmi folgt prompt. Nur Klara hat sich versteckt, angeblich färbt ihr Sommerkleid ab, wenn es mit Chlorwasser in Berührung kommt. Wäre ja auch schade um das Wasser! 8)

    Rechtzeitig zum WM-Spiel um den dritten Platz werden die Mädels nach Hause geschickt. „Habt ihr alles eingepackt, was euch gehört?“ „Jaaaa!“ Komisch, dass bei Harmi noch drei Handtücher, ein Ball zwei T-Shirts und ein paar Turnschuhe liegen….

    Nicht schlecht, so ein Trainingslager…. :rollin:

    Zitat

    Original von dirtydete
    :D Super Harmi. Du erzählst das so klasse, ich glaub, ich habe *Gerda* schon mal gesehen. :P

    :D dann sei froh, dass du Frau Koblischke nicht kennst...

    Seit Gerdas Einstellung als Bademeisterin ist die Zahl der männlichen Freibadbesucher über dreißig sprunghaft angestiegen... :rolleyes:

    gruß, harmi

    Zitat

    Original von Bienchen
    :lol: Herrlich - danke Harmi!

    Zitat

    Original von Teddy
    Harmi, du bist genial!!
    Selten so gelacht :D :lol:

    Danke, es scheint euch ja zu gefallen... :D

    Freut euch des Lebens! Ihr habt nur eins!

    Ich nehme meine Mitstreiter - und vor allem auch mich selbst - gerne mal auf die Schippe. Bei dem ganzen Stress, den mir meine Lieben nebenbei manchmal bereiten, erfreue ich mich halt immer wieder an den kleinen Nebensächlichkeiten, die mir oft erst im Nachhinein bewusst werden. Für viele scheinen es völlig normale Dinge zu sein, für mich sind sie Teil einer funktionierenden Mannschaft mit Erfolg, Misserfolg, Spaß, Zickenalarm, Gemeinschaft und Vertrauen. Das baut mich enorm auf und gibt mir die Motivation, meine Freizeit nicht zu opfern, sondern sie gemeinsam mit den Mädels und meinen beiden Mitstreitern sinnvoll zu verbringen. Ich will euch gerne weiterhin daran teilhaben lassen.

    Ich werde den Mädels und meinen Mitstreitern meine gesammelten Werke übrigens zum Saisonabschluss als persönliches Geschenk überreichen. Mal sehen, ob sie sich trotz der geänderten Namen wieder erkennen.

    Gruß, Harmi

    Moin,

    heute mal was für unsere Chauvis, Achtung, ein wenig lang geworden...

    Liebes Handballtagenbuch!

    Zwei Männer über vierzig und vierzehn pubertierende Mädchen. Das kann nicht gut gehen. *Harmi* weiß schon vor der Saison, dass der Trainerstab um eine weibliche Betreuerin erhöht werden muss. Die Wahl fällt auf *Caros* Mutter *Klara*, die das auch schon in den vorangegangenen Jahren bei *Caros* Mannschaften gemacht hatte.

    Die attraktive, humorvolle Powerfrau *Klara* soll sich um alle organisatorischen Dinge kümmern, damit *Karlchen* und *Harmi* sich voll und ganz den handballtechnischen Dingen widmen können. Sie erscheint jeweils zum Trainingsende, um die gestressten Trainer wieder aufzurichten, organisatorische Dinge abzuklären und die Mädels aus der Dusche zu scheuchen, wenn`s mal wieder länger dauert. *Harmi* und *Karlchen* staunen immer wieder über *Klaras* Energie, Ideen und Motivationskünste.
    ;)

    Trainingsnachmittag in der warmen Halle. *Harmi* hatte den Mädels gesagt, dass wir nach dem nächsten Training zum Freibad fahren, um die Schwimmbedingungen fürs Sportabzeichen zu absolvieren.
    *Hanni*: „Sollen wir den Bikini jetzt schon anziehen?“
    *Harmi*: „Wenn ihr im Bikini trainieren wollt, meinetwegen, aber wir üben heute Fallwürfe…“
    *Nanni*: „Ich habe gar kein T-Shirt mit, ich dachte, wir trainieren im Freibad.“
    *Harmi*: „Klar, deswegen treffen wir uns ja auch um 16:45 in der Sporthalle.“
    *Nanni* bekommt *Harmis* T-Shirt, das er eigentlich nach dem Schwimmen gegen das verschwitzte Trainingsshirt tauschen wollte.
    ;(

    *Klara* erscheint heute entgegen ihrer sonstigen Gepflogenheiten unerwartet schon vor dem Training. Sie hat heute nach der Arbeit, Mittagessen kochen und Hausaufgaben kontrollieren noch eben unser Grillfest organisiert, den Vereinsbus für die Auswärtsfahrten reserviert, Terminpläne für die Mädels ausgedruckt und war nebenbei noch auf der Zeugniskonferenz ihres Sohnes. Was die so alles macht…. Nun erklärt sie dem erstaunten *Harmi*, wer heute alles nicht zum Training kommt.
    *Harmi*: „Äääh, warum rufen die heute alle bei dir an und nicht bei mir?“
    *Klara*: Weil es Mädchen sind“
    *Harmi*: „Das sind sie sonst auch, wahrscheinlich sogar seit ihrer Geburt…“
    *Klara*: „Weil sie heute nicht schwimmen können“
    *Harmi*: „Die können seit dem fünften Lebensjahr schwimmen, warum denn ausgerechnet am 19.6.2006 um 18:30 nicht?“
    *Klara*: „Weil es Mädchen sind, du Töffel! Überleg mal!! Und beeil dich, ich muss noch zum Friseur und einkaufen.“

    *Harmi* erinnert sich schwach an den peinlichen Sexualkundeunterricht vor dreißig Jahren. Einen kausalen Zusammenhang zwischen Schwimmen fürs Sportabzeichen und weiblicher Unpässlichkeit hatte *Fräulein Sonntag* in der Kirchschule zwar nicht erklärt, erschien aber in diesem Fall wohl als einzig denkbare Antwort. Da wären wir Männer ja gar nicht drauf gekommen. Die Idee, eine weibliche Betreuerin für die C-Jugend zu engagieren, war also anscheinend nicht so verkehrt. *Klara* entpuppt sich mal wieder als Glücksfall. 1:0 für sie.
    :)

    Diesen Punktsieg für seine Assistentin muss *Harmi* erst mal verdauen. Vielleicht kann er sie ein wenig ärgern?
    *Harmi*: „Kommst du auch noch zum Freibad?“
    *Klara*. „Klar, oder glaubst du, ich lasse euch Bünsels mit den Zicken alleine? Nachher ertrinken die noch.“
    *Harmi*: Dann bring bitte deinen Bikini mit, ich wollte noch ein paar Fotos für die Homepage machen. Dein Portrait soll auf die Startsei….“ Ein tief fliegender Rucksack beendet den Dialog abrupt und verfehlt *Harmi* nur knapp. *Klara* schwillt der Kamm. Ihre schönen Augen scheinen Feuer zu speien. Bevor sie eine Schimpfkanonade ablassen kann, erklärt *Harmi* schleunigst unter Eid, dass er nicht pädophil oder sonst was ist, seinen Fotoapparat und sein Fotohandy gar nicht dabei hat und niemals kleine oder große Mädchen und schon gar nicht deren attraktive Mütter im Freibad fotografieren würde. Gott sei Dank entspannt *Klara* sich wieder, verteilt noch ein paar Zettel an die Mädels und geht. Punktgewinn für *Harmi* 1:1!
    :D

    Am Freibad angekommen, stellt *Harmi* erfreut fest, dass seine hübsche Lieblingsbademeisterin *Gerda* mit der aufregenden Figur und dem tief ausgeschnitten Oberteil Spätdienst hat.
    :/:

    Die Bademeisterin möchte die Namen der Mädchen wissen. Das erklärt *Harmi* natürlich zur Chefsache. Co-Trainer *Karlchen* sieht aus zwei Metern Entfernung genau zu. Beide schauen abwechselnd auf die schicke Halskette oberhalb des tief ausgeschnittenen Oberteils. *Gerda* bekommt derweil jeden Namen verkehrt diktiert, weil Männer sich halt nur auf eine Sache konzentrieren können.
    :rolleyes:

    Da erscheint auch *Klara*, mit frischer blauer Strähne im Pony, farblich angepasst zum Anstrich des Nichtschwimmerbeckens und ihrem anscheinend gerade neu gekauften Badeanzug. Als sie sieht, wie rührend wir uns um die Bademeisterin kümmern, schüttelt sie lächelnd den Kopf. Bevor sie einen ihrer gefürchteten Sprüche gegen Männer loslassen kann, fragt *Karlchen*: Hallo *Klara*, warst du beim Friseur? Warum bist du denn nicht an die Reihe gekommen?“
    *Harmi* setzt noch einen drauf: „Was haben die denn mit dir gemacht? Keine Angst, *Klara*, den Prozess gewinnst du!“ Punktgewinn! 2:1 für die Männer.
    :lol:

    Das gerade noch vorhandene Morgenrot eines zauberhaften Frühlingstages in *Klaras* Augen wechselt schlagartig zum Vorabend eines tristen und nebeligen Totensonntags. Ein Gewitter zieht unterhalb ihrer farbigen Ponysträhne auf. Die Luft wird dünn. Der Sauerstoff in ihrem Einzugsbereich wird knapp, weil sie schneller atmet, um den steigenden Blutdruck erhalten zu können. Erste Adern treten aus der freibadgebräunten Haut hervor. Langsam öffnen sich ihre Lippen. Dann poltert sie los: „Ihr Torfnasen! Was wisst ihr denn von modischen Strähnchen! Und hört endlich auf, *Gerda* in den Ausschnitt zu schielen! Kümmert euch lieber mal um unsere Mädels und sagt ihnen, was sie machen müssen! Das mit den Namen mache ich wohl!“ Thema durch, Blutdruck abgebaut, keine Ader geplatzt, Totensonntag wechselt langsam wieder in Richtung Frühling. Wie schlagfertig die doch ist! Ausgleich, 2:2.
    :/:

    Was war das denn jetzt? Panik? Aufstand? Eifersüchtig? Hatten wir nicht vor der Saison festgelegt, wer Chef ist und Aufgaben delegiert? Müssen wir uns das gefallen lassen, und dann auch noch von einer Frau???
    ?(

    *Klara* steht wegen Majestätsbeleidigung kurz vor ihrer fristlosen Kündigung. Aber halt, irgendwann ist auch die Freibadsaison beendet und Handball geht wieder los. Da kann Bademeisterin *Gerda* uns nicht so wirklich weiterhelfen. Wir sollten uns unseren Sonnenschein *Klara* doch ein wenig warm halten. Der Chef und sein leitender Angestellter fügen sich also wortlos der weiblichen Gewalt der ebenso charmanten wie auch resoluten Chefsekretärin. Die korrigiert jetzt mit *Gerda* die Namenliste.

    Während die beiden Grazien etwas lauter als normal über farbige Strähnchen und langweilige Männer über vierzig quasseln, zeigen *Harmi* und *Karlchen* den völlig verdutzten Mädels ebenso scheinheilig wie pflichtbewusst, wie man vom Block springt, eine Wende macht, und erklären die Atemtechnik. *Caro* fragt vorsichtig: „Was hatte Mama denn gerade?“ *Harmi* antwortet so laut es geht: „Nichts, deiner Mutter machen die Wärme und die hohe Luftfeuchtigkeit zu schaffen, das kommt bei Frauen in dem Alter wohl schon mal vor.“ *Klara* schaut weiter auf die Namenliste und zeigt uns den ausgestreckten Mittelfinger. 3:2 für die Männer.

    Dann geht es los. Die Mädels müssen 200 m schwimmen. Alle versammeln sich an den Startblöcken. *Nadine* muss erst einen Probesprung vom Block machen, um zu testen, ob der nagelneue Bikini verrutscht. *Jenne* springt mit einer Arschbombe und zugehaltener Nase ins Wasser: „Ich kann keinen Köpper, dann krieg ich immer Wasser in die Nase.“ *Lisa* hat Probleme mit der Taucherbrille.

    *Klara* ist, wie immer, nicht nachtragend. Sie schmeichelt sich bei *Harmi* und *Karlchen* wieder ein und verteilt schnell noch ein paar Dextro-Energen, bevor der Startschuss fällt. Was die so alles bei sich hat….
    8)

    Fliegender Start. *Caro* durchpflügt das noch seichte Wasser mit ihren endlos langen Armen wie der neue Werftschlepper von Blohm und Voss. Die Fabrikantenwitwe und Ehrenvorsitzende des Freibad – Fördervereins, *Berta Koblischke*, die seit 30 Jahren immer pünktlich um 18:45 zehn Querbahnen schwimmt, ist dem Herzinfarkt nahe, als *Caro* ohne Rücksicht auf Verluste ihre Bahn kreuzt und ihr somit beinahe ein Seemannsbegräbnis ermöglicht. Die dabei verlorene Badekappe aus den frühen Dreißigern kann *Lisa* zum Glück mit einem kurzfristig eingeschobenen Tauchgang wiederfinden.

    *Frau Koblischkes* zerstörte Föhnfrisur Marke „Mrs. Simpson“ wird eiligst von unserer *Klara* im Sanitätsraum des Freibads mit viel Fingerspitzengefühl unter tausendfacher Entschuldigung und der Einladung auf einen Kamillentee wieder hergerichtet. Die Dose „Drei-Wetter-Taft“, die *Julia* in der Umkleidekabine gefunden hatte, leistet dabei wertvolle Hilfe. *Frau Koblischke* beruhigt sich und freut sich mit *Klara*, dass wir so eine tolle Mannschaft haben.
    :rollin:

    Unsere „Mutter der Nation“ ist spitze! Was die so alles kann…. Das gibt allerdings wieder einen Punkt für *Klara*! 3:3 Ausgleich. *Frau Koblischke* findet *Klaras* blaue Strähne übrigens auch ganz schick, würde selbst aber so etwas in ihrer friedhofsblonden Haarpracht nicht haben wollen…. Frauen halt.
    ;(

    Unterdessen tobt der Kampf im Wasser. *Nannis* Oberteil ist ihrem unkonventionellen Schwimmstil nicht gewachsen und wird von Zwillingsschwester *Hanni* nach der zweiten Wende erstmal mit einem Doppelknoten verstärkt. Gleichzeitig versucht *Nadine* sich im Vielseitigkeitsschwimmen. Ihre Kür besteht aus Kraul, Brust, Schmetterling, Rücken, Hundepaddeln, tauchen, toter Mann, volles Programm. *Jutta* schluckt Wasser, weil sie im Sog von Katamaran *Caro* auf der Nebenbahn fast ertrinkt.
    :D

    Während *Karlchen* mit *Klara* diskutiert, ob *Hanni* mit i oder y geschrieben wird, setzt *Harmi* sich kurzfristig ab und erkundigt sich bei der attraktiven Bademeisterin nach Dingen, die eigentlich niemanden interessieren: Wassertemperatur, Chlorgehalt, PH Wert, Algenindex, usw.
    8)

    Die Mädels haben es mittlerweile geschafft, alle sind weit unter der erforderlichen Zeit eingetroffen. Weil *Gerda* nach dem Rhabarbergelaber mit *Harmi* vergessen hat, die Zeit abzustoppen, schwimmt *Caro* gleich sechs Bahnen statt der geforderten vier. Sie hat sich so in Rage geschwommen, dass sie nur mit *Harmis* und *Karlchens* körperlichem Einsatz vor der siebten Bahn bewahrt werden kann, während *Frau Koblischke* trotz aller Warnungen von *Klara* mutig ihre restlichen drei Querbahnen noch mal aufnimmt.
    :verbot:

    Die Mädels wollen nach Hause: „*Harmi*, dürfen wir duschen gehen?“
    „Nein, ihr müsst uns erst anfeuern!“
    *Klara* bekommt die Krise, verdreht die Augen und klärt *Harmi* unverzüglich über Erkältungsgefahr, Blasenentzündung und sonstige Krankheiten zwölf- bis vierzehjähriger Mädels auf. Was die so alles weiß! Wieder ein Punktsieg für *Klara*. 4:3 Führung für sie.

    *Harmi* lenkt ein: „Klar, könnt ihr duschen, wenn ihr 20 Cent für den Warmwasserautomaten dabei habt. Sonst müsst ihr kalt duschen.“ Haben sie nicht. *Harmi* auch nicht, *Karlchen* anscheinend auch nicht. *Lisa* hat 20 Cent. Also alle Mädels abwechselnd unter eine Dusche? Ein verzweifelter Blick zu *Klara*….
    :unschuldig:

    Die landet ihrerseits erneut einen Punktsieg: Unser Stehaufmännchen scheint ein 20 – Cent – Depot in ihrer Schwimmtasche zu haben. Jede Spielerin bekommt ein Geldstück, um heiß duschen zu können. Unfassbar, an was die so alles denkt.… 5:3 für *Klara*.

    Der Trainerstab ist jetzt dran mit schwimmen. 200 m sind zu absolvieren. *Harmi* und *Karlchen* schwimmen wie Delfine, als sich die Bademeisterin genau an einem Startblock bückt, um eine Wasserprobe zu nehmen. *Klara* kann oder will da anscheinend nicht mithalten. Am Ende schwimmen beide Trainer bei ihrem ersten Freibad-Besuch der Saison persönliche Jahresbestzeit! Klarer Sieg gegen Wasserratte *Klara*, die fast jeden Tag ihre Bahnen im Freibad zieht und somit topfit ist! Das gibt ein Sonderlob der Bademeisterin für die gute Zeit. *Harmis* Brust schwillt an, *Karlchen* ist ebenfalls stolz. Dann klärt *Gerda* uns auf: *Klara* hatte die Bedingungen fürs Sportabzeichen schon bei einem vorherigen Besuch erfüllt und wollte anscheinend nur „baden“. Aha, Hochverrat, *Klara* ist feige und kann nicht gegen Männer verlieren! Doppelter Punktgewinn! Wir gleichen wieder aus, nur noch 5:5.
    :respekt:

    *Karlchen* hat doch noch 20 Cent gefunden und geht duschen. *Harmi* schwimmt noch schnell eine zweite Disziplin, um dem leidigen Kugelstoßen zu entgehen. Auch die 100 m sind in vermeintlicher Weltrekordzeit geschafft. Alleine geschwommen und Erster geworden. Respekt!
    :Hail:

    *Harmi* wartet auf *Klara*, um ihr stolz seine Rekordzeiten mitzuteilen. Die hat im Wasser eine Nachbarin getroffen und plaudert mit ihr über die neu angelegte Kräuterspirale in ihrem Garten. Endlich kommt sie aus dem Wasser und nimmt dem frierenden *Harmi* sofort den Siegerwind aus den Segeln: „Komm *Harmi*, ich lade dich zum heißen Duschen ein!“ Welch ein unmoralisches Angebot!!! Und das auch noch vor so vielen Leuten! *Klaras* Nachbarin schluckt Wasser, *Gerda* schmunzelt. *Frau Koblischke* horcht empört auf. *Harmi* wird verlegen und knallrot. *Klaras* Grinsen darf schon als unverschämt bezeichnet werden. Drei Punkte für und damit wohl Tagessieg für sie. 8:5. Peinlich.
    :rolleyes:

    *Harmi*: „Ääääh, ja, nee, is klar, ich würde gerne mal mit dir duschen, es sollte aber vielleicht beim duschen bleiben, und ob wir das hier dürfen? Und ich weiß nicht, was meine Frau und dein Mann dazu sagen, und die Mädels bekommen das doch auch mit, und…“
    *Klara*: „Idiot! Ich spendiere Dir 20 Cent, damit du nicht kalt duschen musst.“ Treffer --- versenkt! 9:5 für *Klara*
    *Harmi* nimmt das Geldgeschenk dankbar an und geht schwer angefressen alleine in die Männerdusche. Dort steht *Klaras* elfjähriger Sohn. *Harmi* ärgert sich über die Niederlage gegen dessen Mutter und kommt vor lauter Gram mit dem Warmwasserautomaten nicht klar. *Sascha* zeigt ihm, wie es geht und bekommt neben einem Lob auch eine Ermahnung, diese Peinlichkeit bloß nicht seiner Mama zu erzählen. Wir wollen doch nicht zweistellig verlieren.

    Was wären wir nur ohne unsere *Klara*?

    :ball:

    Moin,


    Mal andersrum gesehen:

    Aufgrund dieser ganzen Pädophilenschei... haben wir uns geeinigt, dass beim Training niemals ein männlicher Trainer mit einem Mädchen alleine die Halle verlässt, um etwas zu besprechen, eine Verletzung zu versorgen oder ähnliches. Man kann alles in der Halle machen, immer in Sichtweite der Gruppe. Notwendige Einzelgespräche finden im Geräteraum, sichtbar für alle statt. Ich bin froh über jede weibliche erwachsene Person, die beim Training zuschaut oder in der anderen Hallenhälfte trainiert.

    Nach dem Training ist immer unsere Betreuerin oder eine Mutter in der Halle, bis das letzte Mädel geduscht aus der Kabine kommt, usw. Das ist mittlerweile ein höherer logistischer Aufwand, als mal eben eine Handballsaison sportlich zu bewältigen.

    Wenn ich beim Spiel ein pubertierendes Mädel in den Arm nehme, weil sie sich weh getan hat, toll gespielt hat, oder sonstwas, denke ich anschließend: "Darfst du das? Fühlen sie oder ihre Eltern sich jetzt irgendwie gestört? In welche Schiene wirst du jetzt geschoben? Mädchenanfasser oder verständnisvoller Coach?"

    Macht nicht so wirklich Spaß.

    Gruß, harmi

    Liebes Handballtagebuch

    Freiluftturnier mit 50 Mannschaften, Mix aus Handball, Beachhandball usw. Harmi, *Karlchen*, *Jupp*, *Obelix*, *Mathilde*, *Anke* und *Alwine* sind mit vier Mannschaften der 93er bis 96er Jahrgänge dabei.

    Warum hatte nur niemand dem Busfahrer gesagt, dass wir zelten und daher doppelt so viel Gepäck haben wie sonst? Wo soll das ganze Gepäck denn nur bleiben? Gott sei Dank haben wir *Obelix*. Er hat nicht nur die gleiche Statur wie sein Namensvetter aus dem Uderzo-Verlag, sondern scheint auch als Kind in den Zaubertrank gefallen zu sein. Unglaublich, wie sich unter Mithilfe seiner klodeckelgroßen Pranken Schlafsäcke, Luftmatratzen und Sporttaschen im Gepäckraum des Busses komprimieren lassen. :/:

    Warum haben wir eigentlich die männliche D-Jugend mitgenommen? Ist es Jungen in dem Alter nicht möglich, ein gleichaltriges Mädchen mal fünf Minuten lang nicht zu ärgern? Muss man immer laut sein? Wofür hat der Bus eigentlich einen Mülleimer?

    Als einer der Bünsels beginnt, Harmis Mädels zu bespucken, verlässt Harmi zum ersten und einzigen Mal seinen Reiseleitersitzplatz. Die Druckwelle seiner Schimpfkanonade lässt den Rädelsführern die Haare hoch wehen. Totenstille im Bus. Die Drohung, dass der nächste Dummzeugmacher beim heiß geliebten Trainer *Jupp* im Zelt schlafen muss, zeigt Wirkung. Es wird ruhiger im Reiche der Schreihälse. ;)

    Ankunft. Obelix hat ganze Arbeit geleistet. Nach Öffnung der ausgebeulten Kofferraumklappen haben die Gepäckstücke die Möglichkeit, sich langsam wieder zur Normalgröße zu entfalten. *Jupps* Zeltstangen, entfalten sich allerdings nicht wieder. Das Zelt, in dem sein Großvater im zweiten Weltkrieg vermutlich schon siebzig Schlittenstunden vor Wolgograd gelegen hat, ist Blickfang auf dem ganzen Platz. „Cool, kultig, wo kann man das denn kaufen? Gibt es das auch in gerade und wasserdicht?“

    Die männliche D-Jugend wird dazu verdonnert, die schweren Gepäckstücke der kleinen E-Mädels zu tragen, die Luftmatratzen aufzublasen und beim Zeltaufbau behilflich zu sein, damit sie wenigstens in der ersten Stunde nicht schon Mist bauen. Unendliches Stöhnen und jammern, aber Harmi bleibt mit hart. „Wer nicht hilft, zeltet mit *Jupp*!“ Das scheint für etwa drei Minuten zu wirken. Dann stellen die Jungs allerdings fest, dass *Jupp* wohl keine zwölf Mitschläfer in seinem Schlafgemach unterbringen kann. :wall:

    Harmi erhält Unterstützung von der nur 1,60 m großen Powerfrau *Alwine*, die ihre geballte Energie komplett auf ihre Stimmbänder verlagert und die Jungs so laut anfaucht, dass der ortsansässige Schützenverein anfragt, ob sie beim morgigen Festumzug den erkrankten Kommandeur ersetzen könne.

    Das sitzt! Einen Anschiss vor versammelter Abteilung von einer Frau, die auch noch einen Kopf kleiner ist als er, hat *Mats* wohl noch nie bekommen. Artig baut er ein weiteres Zelt auf, bläst Luftmatratzen mit dem Mund auf, schleppt fünf Gepäckstücke auf einmal und fragt *Obelix*, ob er ihm eine Bratwurst holen soll. Dessen Magenknurren bringt zwischenzeitlich den regen Verkehr am Eiswagen zu erliegen, weil der Eisverkäufer besorgt nach einem aufziehenden Gewitter sucht. :rolleyes:

    Mittag. Nudeln mit Hackfleisch. 30% der Kinder mögen nur Nudeln, 30% nur Hackfleisch, 30% mögen zwar Nudeln mit Hackfleisch, aber nur mit gelben Paprika, nicht mit roten. 10% mögen anscheinend nur Weißbrot mit Nutella. Obelix ist zwar bemüht, schafft es aber nicht, die angebrochenen Portionen von *Gerda*, *Silke* und *Frieda* vor dem bitteren Weg in den Schweinetrog zu bewahren.

    Beim Turnier geht es um nichts, keine Pokale, keine Sieger. Das macht die Sache einfach, während der Spiele wird mit gegnerischen Trainern und Schiedsrichtern auch schon mal rumgeflachst. *Jupp* empfiehlt sich dabei zur Wahl des best angezogensten Schiedsrichters und Trainers. Seine großzügig geschnittene Baumwolljeans mit Bundfalte, das hellblaue Polyesterhemd mit frisch gestärktem Kragen und die schwarzen hochglanzpolierten Beerdigungsschuhe seines Großonkels erregen die Aufmerksamkeit vieler Zuschauer. Warum hat er nur vergessen, sein Gesicht einzucremen? Seine vornehme adelige Blässe verwandelt sich im Laufe des Tages in eine krebsrote Rübe. :nein:

    Nach dem ersten Turniertag begeben sich einige von Harmis Mädels zum Beachfeld, um für den morgigen Tag Kempa zu üben, weil das ja drei Points gibt. Die männlichen Zeltnachbarn eines anderen Vereins sehen zu und verspotten die Mädels. Auf Harmis Vorschlag spielen die Rotzlöffel gegen Harmis Pastorentöchter. Wer zuerst 15 hat, gewinnt.

    *Biene*, *Lisa*, *Lotta*, *Jenne* und *Frieda* geben alles, während die Jungs sich wohl ein wenig überschätzen. *Biene* fischt gleich den ersten Ball und donnert ihn quer über den Platz in das leere Tor. Zwei Punkte! Auch der nächste Gegenangriff ist ihrer. Doppelpass zwischen *Lisa* und *Frieda*, 3:0. Die Jungs antworten mit einem Wurf auf das leere Tor, 3:1.

    Weiter geht’s. Dreißig Zuschauer feuern die Mädels an. Die spielen sich in einen kleinen Rausch, *Biene* hält alles, die kleinere *Jenne* kommt lediglich an die hohen Bälle nicht ran. Die ersten beiden Kempas schlagen fehl, dann punkten *Lisa* und *Lotta* hintereinander aus dem Flug heraus. Zwischenstand 9:3! Die Jungs pflaumen sich an, die Mädels zaubern. Biene nutzt eine weitere Gelegenheit zum „Zweier“ aus dem eigenen Raum. Der Gegner nur noch mit der Brechstange, die Bälle donnern nur so am Tor vorbei. Den Abschluss setzt *Lisa* mit einem Kempa auf Zuspiel von *Frieda*. 16:6!!! Dumme Gesichter beim Gegner, während die Mädels im Sand gefeiert werden. :respekt:

    „So, Harmi, jetzt Ihr!“ *Jenne* hat bereits einen Gegner für uns organisiert. Da *Jupps* Polyesterhemd ebenso wenig beachtauglich wie sein Schiesser – Feinripp-Unterhemd ist, spielt *Biene* bei uns mit. Vereinfachte Regeln, drei Feldspieler, ein Torwart, ohne Wechsel, 10 Minuten. Unser Gegner auch mit D-Jugend-Torwart, aber sonst im Schnitt 20-25 Jahre jünger. ;(

    Nachdem Harmi *Obelix* eindringlich beschworen hat, nicht den minderjährigen Torhüter mit seiner rechten Klebe abzuschießen, geht es los. Harmi, *Karlchen* und *Obelix* spielen gut, Biene hält auch ein paar Bälle der „Großen“, nach sechs Minuten führen wir mit 6:5. Boah, Ist das anstrengend!!!

    Dann der Knackpunkt: Harmi versucht, *Obelix* mit einem Kempa-Anspiel in Szene zu setzen. Der Krater, den Obelix bei der Landung hinterlässt, hindert ihn leider in den nächsten Minuten daran, in die Deckung zurückzulaufen. Nachdem er sich endlich ausgebuddelt hat, führen die drahtigen Jungs mit zwei Toren. Das ist nicht mehr aufzuholen. Die Jüngeren gewinnen gegen uns mit drei Toren. Während die Jungs nach einer zweiten Halbzeit fragen, werden *Obelix*, *Karlchen* und Harmi vom Sanitäter medizinisch betreut und bekommen Sauerstoff verabreicht. :D

    Irgendwann herrscht dann auch endlich mal Ruhe in der Zeltstadt. *Karlchen* und Harmi besprechen die nächste Saison bei einer Platzrunde und einer Dose Bier. Während Obelix gerade seine geliebte *Mathilde* um den Schlaf bringt, weil er den Lingener Staatsforst kurz und klein sägt, leuchtet *Jupps* sonnengegerbte Rübe durch die Leinwand seines Wehrmachtszeltes und bringt die ortsansässigen Singdrosseln dazu, bereits um 1:30 den Sonnenaufgang zu begrüßen, während die Fledermäuse verwirrt ihre Unterkunft aufsuchen.

    6:00 Uhr. *Karlchen* hat Druck auf der Blase. Da der Reißverschluss des Schlafsacks klemmt, wird harmi durch die verzweifelten Befreiungsversuche wach und hilft mit dem Einsatz eines Taschenmesser aus. Der fürstliche Forst scheint gerodet, auch *Obelix* ist wach. Schei***, das wird eng beim duschen. :rolleyes:

    Zum Frühstück gibt es Brötchen. Die Nutella-Fraktion zeigt sich enttäuscht, dass es nur die preisgünstige Variante aus dem angrenzenden Kombispar - Discounter gibt. Unglaublich, *Lisa* futtert ohne mit der Wimper zu zucken drei trockene Brötchen, ohne zwischendurch auch nur einen Schluck zu trinken, weil Kakao aus H-Milch ja nicht schmeckt…

    Die männliche D hat mittlerweile neue weibliche Opfer gefunden. Während *Jupp* pausenlos bemüht ist, seine Rabauken unter Kontrolle zu bringen, ledern harmis Mädels gerade einen Gegner beim Beachhandball ab. Fünf Torwarttore durch *Lisa*, die auch im Tor eine gute Figur macht und sechs Kempas sorgen neben ein paar normalen Treffern für den Turnierrekord an erzielten Punkten.

    Abreise: *Obelix* packt den Kofferraum, während der besorgte Busfahrer eine Zigarette nach der anderen raucht. „Müsst Ihr noch mal Pipi? Dann bitte jetzt, wir halten erst wieder in einer Stunde.“ Klar, dass niemand muss. Nach 55 Minuten Fahrt geraten wir in zähfließenden Verkehr wegen einer Baustelle. Einer der größten Randalierer der männlichen D läuft mittlerweile grün und blau an, weil er den Mädels zeigen wollte, wie schnell er doch 0,7 l Apfelschorle leer machen kann, was sich jetzt negativ auf seine Blase auswirkt. Da muss dann halt die gerade bekommene brandneue Erima-Trinkflasche herhalten. Grenzenloses Gekicher seitens der weiblichen Fraktion. Das Autobahn-WC nach der Baustelle kommt anderen gerade Recht. Es bleibt bei einer missbrauchten Trinkflasche.

    Gruß, harmi

    Zitat

    Original von härter_schneller
    denk dran, bei der deutschen meisterschaft keine nicht-spielberechtigten spielerinnen einzusetzen.

    sind dort Zahnspangen und rasierte Beine erlaubt? Sonst wird bei uns es knapp an Personal... :D

    Zitat

    Original von härter_schneller
    was habt ihr denn eigentlich für probleme? wenn das oben angeführte von euren zwerginnen beherrscht wird, dann gut und weiter.

    wir wollen alle noch besser sein :D

    gruß, harmi