Der Anschiss!
Tatort Auswärtsspiel. Kurz vor Spielbeginn sagt Schiri 1 zu Harmi: „Und denkt dran, immer schön offensiv spielen.“ Harmi freut sich über die Einmischung der spielleitenden Stelle in seine Taktik und will gerade antworten: „Und denkt dran, immer schön progressiv pfeifen!“ Klara fragt ihn allerdings im gleichen Moment, ob er ein neues T-Shirt hat, und bringt ihn damit völlig aus dem Konzept. 
Spielbeginn. Der Gegner wirkt nervös, Harmis Mädels sind anfangs mit Feuereifer auf dem Feld. Gegners Linkshänderin hat anscheinend Gleichgewichtsprobleme und stürzt mehrfach, sobald sie in die Nähe unserer aggressiv spielenden Abwehr kommt. Die Zuschauer machen Hanni, Nanni und Caro dafür verantwortlich, Schiedsrichter 2 nach dem dritten Aufschrei der Zuschauer plötzlich auch. Also werden ein paar Gelbe Karten verteilt, die gegen uns allerdings ausschließlich von Schiri 2.
Gegners Abwehr steht ziemlich defensiv. Was hatte Schiri 1 noch gefordert? Egal, darüber meckern wir doch nicht, werfen wir halt aus dem Rückraum. Huch, was ist das denn? Da wirft doch tatsächlich jemand über den Block? Das hat es hier ja noch nie gegeben. Die müssen wir doch mal eben schubsen. Am besten, wenn sie gerade abgesprungen ist und werfen will. Klappt prima, der Ball geht nicht in Richtung Tor und die Spielerin fällt fast auf den Rücken. Hanni, Nanni, Sabine und Caro werden mehrfach aus der Luft gepflückt, bekommen aber nur einen Freiwurf Harmi beschwert sich mehrmals lautstark. 
Harmi: „Schiri, muss sich hier erst jemand verletzen, bevor ihr was pfeift?“
Endlich kommt Schiri 2 zur Bank.
Schiri 2: „Ich möchte jetzt keinen Ton mehr aus dieser Richtung hören!“
Harmi: „Das wird schlecht, hier sitzen sieben weibliche Personen auf der Bank, die können nicht so lange ruhig sein.“ 
Schiri 2 mit verdutztem Gesicht: „Ääääh, Sie wissen schon, was ich meine…“
Währenddessen hat Schiri 1 wohl gehört, was Harmi bemängelt hat und gibt einer Spielerin unseres Gegners eine Zeitstrafe. Na das ist doch mal konsequent! Nach dem vierten Angriff in der Luft endlich reagiert! Jetzt müssen die Beiden erstmal diskutieren, ob sie pfeifen, was die Zuschauer rufen, oder lieber auf Harmi hören.
Weiter geht’s. Unser Gegner hat sich auf die Rückraumwürfe eingestellt und greift unsere Spielerinnen eher an. Dabei prallt eine Abwehrspielerin mit Nanni zusammen. Dumm gelaufen, Kampf um den Ball, kann passieren. Beide liegen auf dem Boden, Schiri 2 winkt zur ärztlichen Versorgung. Während Nanni schon wieder steht, wird sie von einer Mitspielerin ihrer Kontrahentin böse beschimpft. Schiri 2 steht direkt daneben, hat aber anscheinend das Heimtrikot mit der integrierten Schwerhörigkeit angezogen. Harmi fragt also Schiri 1, ob man sich hier so übel beleidigen lassen muss. Schiri 1 scheint Harmi zu mögen und gibt der frechen Göre prompt eine Zeitstrafe, während Schiri 2 Harmi plötzlich den gelben Karton unter die Nase hält. Sehr konsequent! Jeder hat halt so seinen Stil. Wieder diskutieren die Beiden. Jeder will anscheinend Recht haben. Die Zuschauer wissen gerade nicht, ob sie sich über die Zeitstrafe aufregen, oder über Harmis gelbe Karte freuen sollen. 
Harmis Mädels stehen leider völlig neben sich, vergessen zu kämpfen und überlassen unsere Torhüter ihrem Schicksal, was ihnen ein Donnerwetter ihres Trainers in der Halbzeit beschert. Geholfen hat es leider nicht.
Zweite Halbzeit: Schiri 2 nutzt jetzt den Heimvorteil und pfeift alles, was die Zuschauer rufen, während Schiri 1 keine Chance hat, auf Harmis Rufe zu hören, weil sein Kollege Harmi mittlerweile auch schon eine Zeitstrafe aufgebrummt hat. Wenn der könnte, würde der sogar seinen Schirikollegen des Feldes verweisen. Klara sitzt heute auf der Bank, weil Karlchen im Urlaub ist. Jetzt sitzt sie allerdings nicht mehr, sondern steht. Sie verbannt Harmi mit einem weiblichen Donnerwetter auf die Bank, damit er die Herren in schwarz nicht frühstückt. Harmi sagt jetzt gar nix mehr. Die Zuschauer staunen über so viel Frauenpower und haben Mitleid mit Harmi. Da seine Mädels mal wieder nichts von dem machen, was sie beim Training so toll können, geht dieses Spiel auch ohne die freundliche Hilfe von Schiri 2 verloren. Harmi ist enttäuscht. Klara redet von positiv denken und gibt Harmi unmissverständlich zu verstehen, dass er jetzt den Mädels gegenüber nichts mehr zum Spiel sagen soll. Harmi fügt sich und verlässt die Halle, um sich bei Edda einen Kaffee abzuholen. 
Das Leben geht weiter. Krisensitzung nach dem Training. Harmi entschuldigt sich für die Zeitstrafe und bemängelt den mangelnden Kampfeinsatz seiner Gören. Laberstunde, jeder darf sich rechtfertigen und kritisieren. Dann wird die Truppe noch mal eingeschworen, Einer für Alle, Alle für Einen. Harmi hält noch eine kurze Predigt und überlässt Motivationstalent Klara dann das Abschlussgebet. 
Alle haben sich wieder lieb. Alle? Denkste. Klara bittet Harmi zur Audienz in Kabine 2. Harmi hat noch nicht richtig Platz genommen, da rauscht ein „Klarasches Donnerwetter“ über ihn herein. Ihre Augen speien Feuer, ihr schwillt der Kamm. Sie hat sich zur Anwältin für die Mädels gemacht und scheißt ihren Chef mal so richtig zusammen, weil der beim letzten Spiel in der Halbzeit wohl weder die richtigen Worte, noch den richtigen Ton getroffen hat. Weil Klara zwei Minuten lang ohne zwischenzeitig Luft zu holen auf Harmi einredet, hat der Mühe, das Gehörte alles in der Eile in seinem spärlich bestücktem Kopf unterzubringen. Ohne Harmi überhaupt noch zu Wort kommen zu lassen, rauscht sie aus der Kabine und knallt die Tür zu. Gut, dass es draußen friert, dann kann sie sich ein wenig abkühlen. Hoffentlich macht sie ihre Jacke zu, nicht, dass sie sich noch erkältet. Und früher hat man noch „Tschüß“ gesagt, wenn man ging….
Das zweite Donnerwetter innerhalb von drei Tagen! Endlich! Harmi hatte Klara mehrfach gebeten, ihn mal dezent darauf hinzuweisen, wenn er was falsch machen würde. Der Hinweis kam, ob er nun dezent war, ist halt Geschmackssache. Klara scheint allmählich auf Touren zu kommen. 
Drei Tage später, die Handball WM kollidiert leicht mit unserem Trainingstermin. Das Fieber steigt mit jedem Spiel der deutschen Mannschaft. Deutschland muss gegen Tunesien ran. Klara lädt die Mädels zur Verstärkung des mannschaftsinternen Wir-Gefühls und der sich abzeichnenden Frauenpower zum Weibernachmittag in ihrem Wohnzimmer ein, nachdem sie Harmi vorher ganz freundlich gefragt hat, ob es schlimm wäre, wenn die Mädels etwas später zum Training kommen. Harmi und Karlchen dürfen allerdings nicht dabei sein. Was die wohl wieder aushecken…. Na lass sie doch. Harmi ruft zwischendurch mal bei Klara an, um wenigstens ein wenig von der Stimmung mitzubekommen. Fehlanzeige, die Mädels laben sich gerade an Kuchen, Salzstangen und Plätzchen und haben keine Zeit, die Deutschen anzufeuern. 
„Füttere die nicht so dick, die müssen gleich noch was tun!“
Harmi hatte Jenne aufgetragen, unserer lieben Betreuerin, Seelsorgerin, Anwältin und Spielberichtausfüllerin einen schicken Blumenstrauß aus der Mannschaftskasse zu kaufen. Klara glaubt an Harmis schlechtes Gewissen, will ihn noch ein wenig ärgern und bedankt sich bei ihm für den Strauß und dass Berta den doch sehr schön ausgesucht hätte. Was glaubt die eigentlich! Harmi muss ihr leider mitteilen, dass der Strauß als Dank für ihre Einladung von den Mädels kommt und Jenne ihn ausgesucht hat. Er würde erwachsenen verheirateten Frauen keine Blumen schenken, und schon gar nicht, wenn sie nicht einmal Tschüß sagen, wenn sie aus der Kabine gehen. Treffer! Die leichte Enttäuschung bei unserem Stehaufmännchen ist selbst am Telefon festzustellen. 
Szenenwechsel. Heimspiel gegen den Tabellendritten. Während Harmi vorm Spiel zu Hause ein wenig tapeziert, scheint Klara sich zu langweilen. 11:00 Uhr. Harmi versucht gerade zum dritten Mal die Fensterleibung zu tapezieren, kommt mit dem Jalousiegurt in Konflikt und klebt versehentlich einen Quadratmeter des Fensters zu, als das Telefon klingelt. Als er von der Leiter steigt, tritt er beinahe in den Kleistereimer. Wo ist nur das Telefon? Es scheint mitsamt den drei verunglückten Bahnen im Abfallsack gelandet zu sein. Igitt, ist das klebrig. Das Display zeigt die Nummer unserer Powerfrau.
„Hi Harmi, Klara hier. Was hältst du davon, wenn wir heute nach dem Spiel im Foyer der Halle das Länderspiel Deutschland gegen Frankreich gucken, ein wenig Kaffee und Bier ausschenken, usw.?“
Harmi: „Super Idee, ich denke mal, dass ich mich um nix kümmern muss? Ich könnte höchstens noch eine Bahn Raufaser an die Wand kleistern, wenn denn hier überhaupt noch was übrig bleibt.“
Klara: „Nö, lass mal, ist schon alles organisiert.“
Harmi: „Sicher, wie konnte ich das nur anzweifeln? Ach übrigens, Klara, kannst du Fensterleibungen tapezieren? Wie geht eigentlich Kleister von Fensterscheiben runter?“
Klara: „Du schaffst das schon. Immer positiv denken! Bis gleich, Harmi.“ 
Leider hat unser Gegner Spielverzicht beantragt und erscheint nicht. Also spielen die Mädels gegeneinander, damit die Zuschauer bis zum Länderspiel noch was geboten bekommen. Harmi erinnert sich an Klaras Worte (positiv denken) und glänzt nach seiner eigenen Einschätzung als hervorragender Schiedsrichter, die Mädels sehen das allerdings anders. 
Klara hat währenddessen ihre komplette Familie aufgeboten, um das „Public Viewing“ zu installieren. Heinz kommt mit dem gesamten technischen Equipment aus dem Hause Klara vorgefahren. Der Passat Variant gleicht dem Kundendienstfahrzeug eines Rundfunk- und Fernsehtechnikers. Trittleiter, Werkzeugkiste, DBTV-Empfänger, Kabel, alles dabei. Sascha geht ihm zur Hand, während Klara den Kühlschrank füllt und die Kaffeemaschine zu Höchstleistungen anspornt. Ihr Polo ist randvoll mit allem, was man für einen gemütlichen Nachmittag braucht. Selbst an Teelichter hat sie gedacht. Hat denn niemand en Feuerzeug? Klaras Eltern wollten eigentlich Caro anfeuern, sind aber einer frischen Tasse Kaffee und einem Stück vakuumversiegeltem Topfkuchen nicht abgeneigt.
Klara ist derweil in Hochform: „Na Harmi, was darf’s denn sein? Kaffee, Topfkuchen, Negerkuss, Bastard, Bier?
Harmi: „Ääääh ja, genau in der Reihenfolge.“ Mal sehen, ob sie das auf den Schirm bekommt…. 
Das Public Viewing erweist sich als voller Erfolg, Mannschaft und Eltern freuen sich gemeinsam über einen verdienten Sieg der deutschen Mannschaft und eine Aufbesserung der Mannschaftskasse.
Nicht schlecht, so ne Betreuerin