Hier der Bericht von der Schwäbischen Zeitung, leider mit der schlimmen Nachricht von der Verletzung von David Twardon. Ich wünsche gute Besserung und hoffe, David kehrt wieder zurück!
"HSG Konstanz führt Stuttgarter Kickers vor“
Handball, 3. Liga: HSG Konstanz - Stuttgarter Kickers 34:26 (18:8) – Ex-Pfullendorfer Twardon erneut schwer verletzt
Die Konstanzer Matthias Faisst (li.) und Oliver Junker (re.) bremsen die Avancen ihres ehemaligen Teamkollegen auf Stuttgarter Seite, Sebastian Seitner. (Foto: Pisa)Von Jochen Dedeleit
KONSTANZ Ein Spieler stand vor und nach der Begegnung der HSG Konstanz gegen die Stuttgarter Kickers in der 3. Handball-Liga Süd im Mittelpunkt – nur nicht während der Partie. So machte sich selbst der Ex-Konstanzer Sebastian Seitner einen Spaß daraus, nach dem 26:34-Debakel seiner Stuttgarter von der HSG im sogenannten „Premiumgespräch“ zum „Man of the match“ gewählt worden zu sein.
Der Respekt aufseiten der drittplatzierten Konstanzer vor den abstiegsgefährdeten Kickers war groß, nicht zuletzt, weil mit Seitner ein ehemaliger Akteur der HSG für zahlreiche Treffer des Aufsteigers sorgt. Zudem handelt es sich bei dem 32-Jährigen schließlich nicht um irgendein Ehemaligen, sondern um einen Spieler, der es wie etwa Michael Binder (Lemgo) oder Matthias Rau (HSV) in die Bundesliga geschafft hatte.
Dass die Zeit bei FrischAuf Göppingen doch schon ein paar Jahre zurück liegt (2002/2003), sahen die knapp 800 Zuschauer am Samstagabend in der Schänzle-Halle. Den ersten Schuss auf das von Patrick Glatt bestens gehütete Konstanzer Gehäuse feuerte Seitner nach elf Minuten ab, nach 60 Minuten standen gerade einmal zwei Tore des aber immer noch wurfgewaltigen Rückraumschützen zu Buche.
Denn schließlich steuerte Sebastian Seitner in der Baden-Württemberg-Oberliga 162 Volltreffer zum Aufstieg der Kickers bei, und auch zum Auftakt der Rückrunde netzte der ehemalige Bundesligaakteur bei der 28:31-Niederlage gegen Spitzenreiter Leutershausen in deren Halle elfmal ein.
„Unser Spiel war nicht gerade überragend. Konstanz hatte uns bereits nach einer Viertelstunde den Zahn gezogen und an die Wand gespielt, danach konnten wir nur noch Ergebniskosmetik betreiben,“ lächelte Seitner nach der Schlusssirene gequält. Er komme immer wieder gerne nach Konstanz, „und vielleicht darf ich hier auch mal als Man oft he match“ stehen, wenn es ernsthaft gemeint ist“. Zwei Jahre spiele er noch in Stuttgart, „danach ist Schicht im Schacht“, verriet Seitner der Schwäbischen Zeitung.
In erster Linie der wieder fitte Kreisläufer Simon Flockerzie nahm sich Seitner an, die aggressive Abwehr der Hausherren degradierte die Kickers-Offensive bereits nach wenigen Minuten zu Statisten. 9:4 stand es nach 16 Minuten, über 12:5 ging es zum 15:7. Der Zwischenstand nach 25 Minuten sei deshalb extra erwähnt, weil sich zu diesem Zeitpunkt mit Sebastian Groh bereits der neunte (!) HSG-Spieler in die Torschützenliste eintragen konnte.
Der etatmäßige Torhüter der Stuttgarter, Timo Rapp, hatte vor der Abreise wegen einer Magen-Darm-Grippe absagen müssen, weshalb Nikolai Uhl die gesamte Spielzeit durchhalten musste. Nach dem 18:8 zur Pause sollte es noch weitere 18 Mal in seinem Tor einschlagen, als besonders treffsicher erwies sich an diesem Abend Kapitän Matthias Faißt, der wie der sich stetig steigernde Marc Hafner sieben Tore (drei Siebenmeter) beisteuerte.
„Ich bin eigentlich kein Freund der Manndeckung, aber wir werden sehen,“ grübelte Konstanz‘ Trainer Daniel Eblen vor dem Spiel, wie Seitner am besten in den Griff zu bekommen sei. „Zudem können da noch mehr Handball spielen.“ Eblen dachte da etwa an Dennis Saur, der den Kickers mit 258 Toren zum Aufstieg verholfen hatte. Ob die Manndeckung für Seitner, die Christoph Babik und Yannick Schatz übernahmen, schlussendlich überhaupt von Nöten war, sei einmal dahingestellt. Und auch der zweimalige Torschütze Saur, der gegen Groß-Bieberau vor Wochenfrist mit 13 Treffern aufwartete, ließ sich von dem Konstanzer Bollwerk den Zahn ziehen.
Twardons Meniskus kaputt
„Es ist ein schmaler Grat. Lässt du Seitner zu viel Spielraum, ist es nichts. Attackierst du ihn zu viel, geht der Schuss auch nach hinten los,“ zollte HSG-Präsident Otto Eblen seiner Abwehr hernach ein großes Lob.
Für die einzige schlechte Nachricht sorgte ein Spieler, der gegen Stuttgart gar nicht zum Einsatz kam. Und es ist fraglich, ob er überhaupt noch einmal wird spielen können. „David Twardon muss erneut operiert werden. Der Meniskus ist in Mitleidenschaft gezogen, ob das Kreuzband erneut Schaden genommen hat, muss noch herausgefunden werden,“ so Otto Eblen. Schon nach seinem zweiten Kreuzbandriss meinte der Ex-Pfullendorfer, dass er sich die Strapazen danach nicht mehr antun wolle.
HSG : Glatt, Marcques; Groh 5, Eblen 2, Hafner 7/3, Junker 4, Flockerzie 3, Schock 1, Faißt 7, Schatz 4/2, Babik 1, Gessler, Brudhofer 2.
Kickers : Uhl; Briem 2, Röhrle 5, Prinz 2, Seitner 2, Hackius, Rossmeier 1, Schöbinger 2, Saur 2/1, Ruck 2, Sonnenwald 1, Lenz, Schilling 3, Kohnle 2/1."