Und hier wieder der sehr informative Bericht von der Schwäbischen Zeitung:
"Bruderhofer und Schatz sind die „Gewinner der Saison“
Mit 38:30 (18:15) gewinnt Handball-Drittligist HSG Konstanz gegen Balingen-Weilstetten sein letztes Heimspiel
Von Jochen Dedeleit
KONSTANZ Der Halbzeitstand im letzten Heimspiel der HSG Konstanz in der Saison 2011/2012 der 3. Handball-Liga-Süd verhieß nichts Gutes. 18:15 führte der Gast Handball Balingen-Weilstetten II vor über 800 Zuschauern in der Schänzle-Halle. Lediglich eine Viertelstunde später sah sich dieser allerdings mit einem 21:29-Rückstand konfrontiert. „Das ist ganz einfach: Die Abwehr verlässt sich auf den Torwart, und der hält ein paar Bälle“, erklärte HSG-Kapitän Matthias Faißt hernach lachend das „Erfolgsgeheimnis“.
Tatsächlich ist Handball manchmal eben so einfach. Jedoch traten Faißt & Co. nach dem Seitenwechsel ganz anders auf, das Durchsetzungsvermögen im Angriff war neben der zu Beginn ebenfalls mäßigen Torhüterleistung ein komplett anderes. 3:5 hieß es nach sechs Minuten, das 5:8 erzielte Benedikt Brielmeier, der in den ersten 30 Minuten nicht in den Griff zu bekommen war (insgesamt sechs Tore), zum Erschrecken der Gastgeber auch noch per Kempa-Trick (10.). Einzig Rückraumkanonier Stefan Bruderhofer war es zu verdanken, dass die HSG wenigstens einen Drei- bis Vier-Tore-Rückstand halten konnte.
Die Anspiele waren zu leicht durchschaubar, die Abwehr nicht aggressiv genug und die rechte Seite wurde spätestens nach der zweiten verpassten Großchance von Simon Gessler „elegant“ übersehen. Nur ein kurzes Zwischenhoch, als Balingen-Weilstetten zu leichtfertig mit seinen Möglichkeiten umgegangen war, ermöglichte den Konstanzern ein 14:14 (27.), zur Halbzeit war der Drei-Tore-Rückstand wieder hergestellt.
Nach eingangs beschriebener Viertelstunde durften sich Spieler, Trainer und Zuschauer zurücklehnen, wobei selbst in dieser Phase deutlich wurde, was den Tabellenvierten aus Konstanz in dieser Saison so stark gemacht hat. Yannick Schatz beschrieb dies bei der anschließenden Feier vor der Großbildleinwand, auf der das DFB-Pokalfinale aus Berlin übertragen wurde, wie folgt: „Früher waren OJ (Oliver Junker; Anmerk.) und Matze (Faißt) für die Tore zuständig. Fiel einer aus, haben die anderen nichts gebacken bekommen.“ Am vergangenen Samstag waren es erneut fünf Spieler, die vier und mehr Treffer zum 38:30 beisteuern konnten: neben Bruderhofer (9) und Faißt (8) besagter Junker (4), Sebastian Groh (8) und auch Schatz selbst (5/3).
Wurde hernach nach den Gewinnern der Saison gefragt, nannten Präsident, Trainer und Kapitän immer wieder dieselben Namen: Bruderhofer und Schatz. „Jeder hat doch gesagt, was wollt ihr mit dem? Aber Stefan hat gezeigt, dass man sich auf ihn verlassen kann“, so HSG-Präsident Otto Eblen. „Früher wusste die Liga, wenn Yannick den Ball hat, wird er nach links oder rechts gespielt. Jetzt gibt es noch eine andere, wesentlich effektivere Richtung“, ließ Trainer Daniel Eblen zu den Fortschritten des Ex-Mimmenhauseners wissen. Und auch Matthias Faißt hob die Entwicklung der beiden hervor, „überhaupt bin ich stolz auf diese Mannschaft, wie der eine für den anderen kämpft und sich dementsprechend nach vorne entwickeln konnte“.
Wenn alle gehalten werden und die beiden Neuzugänge Gerrit Bartsch und Simon Oesterle alsbald integriert werden könnten, „ist von uns auch in der kommenden Saison einiges zu erwarten“, wollte sich Faißt mit etwaigen Prognosen freilich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Yannick Schatz sprach es dagegen aus, was viele denken: „Natürlich ist es unser aller Wunsch, um den Aufstieg mitzuspielen. Aber wie sich alles entwickelt, sieht man dann erst im Laufe der Saison.“ Der Rückraumspieler selbst bekommt auf der Mitteposition mit Bartsch weitere Konkurrenz, wobei mit Tobias Eblen ein Konkurrent die HSG Richtung Kreuzlingen verlässt. Verabschiedet wurde vor dem Spiel gegen den Zwölften Balingen-Weilstetten auch Torhüter Marco Marquez, der ehemalige Junioren-Vize-Europameister schließt sich dem Gegner vom Samstag an, der neben Brielmeier mit Philipp Kainat und Christoph Foth zwei weitere Akteure mit Bundesliga-Erfahrung aufbot.
Otto Eblen fasste vor dem letzten Saisonspiel am kommenden Samstag in Herrenberg schon einmal diese Spielzeit zusammen, in dem er auch schon vorausblickte: „Eine gute Basis ist das beste Resümee“, ließ das HSG-Oberhaupt wissen, der seinen Kapitän schon einmal beruhigen konnte. „Mit Ausnahme von Abwehrspezialist Markus Schoch, hinter dem aus beruflichen Gründen noch ein Fragezeichen steht, gehen wir mit allen in die Saison 2012/2013. Dann dürfte uns auch wieder David Twardon zur Verfügung stehen.“ Den Ex-Pfullendorfer zählt Eblen auf Grund seiner Verletzung neben dem ebenfalls verletzten Matthias Stocker zu den einzigen Verlierern der Saison.
HSG Konstanz: Glatt, Marques; Mittendorf 1, Groh 8, Hafner 2, Junker 4, Flockerzie, Schoch, Faißt 8, Schatz 5/3, Babik, Gessler 1, Bruderhofer 9.
Balingen-Weilstetten: Greiner, Beha; Euchner 2, Schlaich 2, Schuldt 4, Kainat 5/3, Wahl 2, Foth 2, Kugel 1, Zipf, Thomann 4/2, Job 2, Link, Brielmeier 6."