Hier noch der sehr gute Bericht von der Schwäbischen Zeitung:
"HSG Konstanz kämpft Groß-Umstadts Hünen nieder
3. Handball-Liga Süd. HSG Konstanz TV Groß Umstadt 32:23 (16:10)
Von Jochen Dedeleit
KONSTANZ Yannick Schatz hatte schon nach der Galavorstellung gegen den TSB Heilbronn-Horkheim (27:21) zum Saisonauftakt vor heimischem Publikum gewarnt: „Keiner darf meinen, dass wir jetzt nur noch Spiele dieser Art abliefern“, ließ der Ex-Mimmenhausener in Diensten der HSG Konstanz wissen. Schon das folgende Auswärtsspiel bei Balingen-Weilstetten ging bekanntlich in die Hose (17:25), am Samstagabend folgte zwar der zweite Sieg im zweiten Heimspiel in der 3. Handball-Liga Süd, die zwei Zähler beim 32:23 (16:10) gegen den TV Groß-Umstadt mussten sich Schatz und Co. allerdings über rund 45 Minuten hart erarbeiten.
Nach einer Dreiviertelstunde hatten sich die eigentlich körperlich überlegenen Gäste aufgegeben. Deren Trainer Tim Beckmann faltete die Seinen nach 49 Minuten beim Stande von 26:16 derart zusammen, dass sich eine Vielzahl der rund 600 Zuschauer in der Schänzle-Halle ein Grinsen nicht verkneifen konnte. Da wurde die Sprudelkiste malträtiert, und Goalgetter Florian See (6 Tore) waren seine 1,98 m und 100 Kilo nicht mehr anzusehen.
Nun war es nicht so, dass die im Vergleich zu Philipp Becker (1,99 m/104 Kilo) wie Schülerjungs aussehenden Marc Hafner, Simon Geßler oder auch Gerrit Bartsch den Gegner schwindelig gespielt hätten, im Gegenteil. Kampf war an diesem Samstagabend Trumpf – aber auch da hieß es Vorteil HSG. Denn mit der erneut konsequent zupackenden Abwehr um Markus Schoch und Simon Flockerzie wurde in den ersten 15 Minuten der Grundstein gelegt (10:4/16.). Neuzugang Bartsch netzte zudem viermal ein und entlastete anschließend auch noch Yannick Schatz, der auf der Mitteposition dieses Mal etliche unglückliche Entscheidungen traf, sich aber als bombensicherer Siebenmeterschütze erwies (4/4).
Vor allem dank dem vierfachen Torschützen Becker hielt sich der ehemalige Zweitligist, der in der Ewigen Zweitliga-Tabelle als 111. 27 Plätze hinter den Konstanzern liegt, im Spiel (11:8/22.), doch schon der Halbzeit hatten die siebtplatzierten Gastgeber wieder ihren Vorsprung herausgearbeitet (16:10). Und als es nach 36 Minuten noch einmal etwas knapper wurde (18:14), trat Goalie Patrick Glatt auf den Plan und auch Gerrit Bartsch steuerte kurz darauf in Unterzahl zwei immens wichtige Tore bei. Erst nach dem 26:16 erzielte Michiel Lochtenbergh drei seiner vier Treffer. Der 71-fache niederländische Nationalspieler drehte beim Tabellen-14. zu spät auf.
„Natürlich ist die Erleichterung über den deutlichen Sieg groß, vor allem nach unserer eklatanten Abschlussschwäche in Balingen. Wir wussten um die stabile, groß gewachsene Mannschaft von Groß-Umstadt, haben uns aber gut auf sie eingestellt“, so Gerrit Bartsch, dessen Autogramme als Neuling von Bundesliga-Aufsteiger GWD Minden wieder stark gefragt waren. Der 22-Jährige bemängelte jedoch, dass „wir uns mit der 5:1-Abwehr Groß-Umstadts schwer getan haben, dieses Mal haben wir das Problem über den Kampf gelöst“.
Bartsch selbst wisse, dass er als hochkarätiger Neuzugang mehr in der Verantwortung stehe als andere, „aber ich bin so was von zufrieden mit ihm“, wirft Trainer Daniel Eblen ein. „Unsere jungen Spieler können auf so einen kreativen Spieler noch nicht in solch hohem Maße eingehen, das ist ein Lernprozess“, stellt Daniel Eblen klar. Wie eben auch ein Yannick Schatz in der Lernphase sei. „Er hat gemerkt, dass dies nicht sein Tag ist, hat das Spiel aber mit Gerrit in die richtige Richtung gelenkt.“ Einfacher ausgedrückt: „Der Ball muss irgendwie durch die bewegte Abwehr durch und die Lok muss erst angeschoben werden, dass alle auf sie drauf springen können.“ Das Wichtigste sei, dass die Abwehr stabil stehe, „dann können wir uns vorne auch Fehler leisten.“
Ähnlich sieht es Präsident Otto Eblen, „Patrick hat dann gehalten, als es wichtig war. Und Gerrit die Tore zum richtigen Zeitpunkt geworfen. Das sind die Szenen, auf die es in solch einem Spiel ankommt“, beruhigt Otto Eblen, der auch einige schöne Spielzüge gesehen haben will – „vor allem, wenn ich an die letzten Jahre denke, wie wir da zeitweise rumgezappelt haben…“ Es ist verständlich, dass die Verantwortlichen bei einem Sieg die Pluspunkte zuallererst herausheben. Kapitän Simon Flockerzie sah aber auch „kein schönes Spiel. Es war Kampf. Aber einen Kampf, den wir gewonnen haben!“ Und das zählt bekanntlich. Bereits am Samstag steht gegen die TSG Groß-Bieberau das nächste Heimspiel an.
HSG: Glatt, Wolf - Mittendorf (1), Oesterle, Groh (1), Bartsch (6/2), Hafner (2), Flockerzie (6), Schoch, Faißt (4), Schatz (5/4), Babik, Geßler (3), Bruderhofer (4).
TV: Sahm, Ketelaer - Blank (1), See (6/2), Acic (2), Ramos-Nuez (3), Kraus (1), Lehmer, Lochtenbergh (4), Geißler, Kramer (1), Kwiatkowski (1), Becker (4)."