Ellob, lies mal diesen Bericht von der Schwäbischen Zeitung, dann musst du dir für nächste Woche keine Sorgen machen. Das ist nur auf dem Papier nach dem Tabellenstand ein Spitzenspiel. Wenn man aber betrachtet, wie ihr und wie die HSG aus den Startlöchern gekommen ist und wenn man sieht, dass die HSG in den letzten 5 Spielen 5:5 Punkte erreicht hat, dann seid ihr als bestes Heimteam klarer Favorit. Da bin ich mal lieber nicht dabei! 
Für die HSG wird viel wichtiger sein, in den dann folgenden 2 Heimspielen gegen Balingen und Herrenberg wieder zu ihrer Form zu finden und das Publikum zu begeistern.
Enttäuschend war für mich gestern auch, dass die HSG auch taktisch unterlegen war (siehe die taktischen Maßnahmen des Gästetrainers). Warum versucht man es nicht viel früher mit Torhüter Wolf, der noch richtig warm vom sensationellen Vorspiel der Zweiten war (man muss auch mal Glatt einen schlechteren Tag zugestehen)?
"„Waren nicht besser als der Letzte!“
3. Liga, Handball, Männer: HSG Konstanz Münster 30:30
Von Jochen Dedeleit
KONSTANZ Versteinerte Mienen, wohin der Betrachter blickte. Auf der einen Seite der Schänzle-Halle Präsident Otto Eblen mit hochrotem Kopf, auf der anderen die Spieler und Trainer der HSG Konstanz. Soeben war das erste Meisterschaftsspiel dieses Jahres in der 3. Handball-Liga Süd zwischen dem Tabellendritten aus Konstanz und dem abgeschlagenen Letzten, der TSG Münster, zu Ende gegangen – und die Gäste entführten vor rund 650 Zuschauern tatsächlich einen Zähler. Hinzu kam, dass die TSG beim 30:30 (14:12) nur auf Grund des Ausgleichs Sekunden vor Schluss Glück hatte, denn niemand hätte sich gar über einen Sieg des krassen Außenseiters beschweren dürfen.
Eine halbe Stunde vor Beginn einer Partie, deren Vorzeichen nicht hätten klarer sein können, war die Stimmung bestens. Die „Zweite“ der Konstanzer hatte vor ihrer Begegnung noch einmal die deutliche Ansage bekommen, die Landesliga Süd nach dieser Saison in Richtung Südbadenliga zu verlassen. So halfen gegen (den bisherigen) Spitzenreiter TSV Alemannia FR-Zähringen mit Kai Mittendorf, Christoph Babik, Finn Meiners, Alex Lauber, Max Wolf und Patrick Muturi sechs Akteure aus dem Kader des Drittligisten mit, die heimische HSG mit einem 25:11-Kantersieg selbst an die Spitze der Landesliga zu hieven.
Mittendorf, Meiners, Wolf und Muturi bekamen denn auch in der „Ersten“ ihre Einsatzzeiten, Babik nur deshalb nicht, weil er sich zuvor am Knöchel verletzt hatte. Vielleicht hätte aber auch einfach die „Zweite“ nach einer kurzen Pause weiterspielen sollen, denn was der Dritte der 3. Liga seinen Fans am Sonntagabend bot, war einer Spitzenmannschaft der dritten deutschen Handball-Spielklasse absolut unwürdig. Zwar musste die erste Sieben auf ihren verletzten und gesperrten Kapitän Simon Flockerzie verzichten, doch auch wenn der Kreisläufer in jedem Spiel im kämpferischen Bereich als Beispiel par exzellence gilt, hätte der besten Defensive der Liga zugetraut werden dürfen, die schwächste Offensive der Liga in den Griff zu bekommen.
Auch noch nach einem 4:8-Zwischenstand nach zwölf Minuten, denn schon des Öfteren in der laufenden Spielzeit brauchte der Hausherr ein paar Minuten, um in sein Spiel zu finden. Doch dieses Mal war es da schon zu spät. Vilius Juozaitis, Jonas Ulshöfer und Mihailo Djurdjevic hatte zu diesem Zeitpunkt schon richtig Gefallen am Tore schießen gefunden – so leicht machte es ihnen schließlich bisher niemand. Das Trio aus Münster traf jeweils siebenmal ins Schwarze, der zweite Saisonsieg im 17. Spiel war damit in greifbarer Nähe.
Dabei drehten die Konstanzer die Partie bis zum Halbzeitpfiff der beiden Schiedsrichter Tobias Lay und Kai Morlock, die sich mit ihren Entscheidungen, je länger die Begegnung andauerte, immer näher dem Niveau des HSG-Spiels annäherten. Doch auch das 14:12 sollte keine Sicherheit bringen, zumal Spielmacher Yannick Schatz Juozaitis bei einer Abwehraktion nach 31 Minuten wohl im Gesicht getroffen hatte und dafür mit Rot bedacht wurde. „Yannick hat ihn nur am Hals erwischt, wir hoffen, dass er nicht wie auch noch Simon am nächsten Wochenende in Horkheim gesperrt ist“, meinte Matthias Faißt, der für Simon Flockerzie wieder das Kapitänsamt übernommen hatte.
Obwohl sich die Konstanzer Abwehr weiter mit der Zuschauerrolle anfreundete und die Treffsicherheit der Rückraumschützen weitestgehend ausblieb, stand es nach 49 Minuten 24:22. Ein Verdienst von Sebastian Groh, der am Kreis Schwerstarbeit verrichtete, siebenmal traf und etliche Siebenmeter herausholte. Diese wurden erst von dem Ex-Mimmenhausener Schatz verwandelt, nach dessen Roter Karte von Gerrit Bartsch, und als dieser nach dreimal zwei Minuten in der 50. Minute auch noch das Feld verlassen musste, von Marc Hafner. Sein 30:29 in der 60. Minute bedeutete fast den zwölften Saisonsieg, doch Sekunden vor Schluss tankte sich Juozaitis auf der rechten Seite durch und besorgte den Ausgleich. Die Rote Karte von Djurdjevic kurz zuvor spielte keine Rolle mehr.
Der Einstand des HSG-Maskottchens, einem Seewolf mit der Nummer 22, hätte zu keinem unglücklicheren Zeitpunkt stattfinden können, „wir waren heute eben nicht besser als der Letzte. Groh hat als einziger eine starke Leistung gezeigt, die zwei Tore von Muturi sind ebenso noch erwähnenswert“, schüttelte Otto Eblen den Kopf. Die Abwehr habe ohne Flockerzie nie zu ihrer gewohnten Sicherheit gefunden, „und vorne konnten wir das Spiel zu keiner Zeit beruhigen. Die Rückrunde wird noch schwer für uns“, prognostiziert der HSG-Präsident, der die Unparteiischen nicht für die Pleite verantwortlich machen wollte, „aber sie haben mit zweierlei Maß gemessen“. Nicht nur Eblen hofft, dass sich die Mannschaft schnell wieder fängt, denn die kommenden Aufgaben heißen auswärts Heilbronn-Horkheim (4.) und zu Hause Balingen/Weilstetten (2.).
HSG: Glatt, Wolf; Mittendorf (1), Oesterle, Hafner (4/1), Groh (7), Bartsch (3/2), Schoch, Schatz (3/3), Faißt (6), Muturi (2), Bruderhofer (3), Meiners, Geßler (1).
Münster: Lieb, Biermann; Will (1/1), Dobhan, von Rekowski, Bardenheier, Dautermann (2), Juozaitis (7), Ulshöfer (7), Frieman (4), Hein (3), Kunz, Djurdjevic (7).
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