Hier der Bericht von handball-world.com:
Münsters Derby-Sieg sorgt für Party-Laune
Die TSG Münster hat ihre wegweisende Heimspielserie in der 3. Liga mit einem Sieg begonnen. Das Team von Trainer Thomas Gölzenleuchter setzte sich verdient mit 29:25 gegen den TV Kirchzell durch. Mit dem Erfolg in der Nachholpartie nahm die TSG nicht nur eindrucksvoll Revanche für das 14:28-Debakel im Hinspiel. Er bestätigt auch eindrucksvoll die positive Entwicklung der Mannschaft.
"Wir sind voll da", freute sich Münsters Thorsten Wolf nach dem Sieg im Derby des Hessischen Handball-Verbandes. Was den Sportlichen Leiter der TSG beeindruckte: Mittlerweile rufen nicht nur einzelne Spieler, sondern eine Vielzahl der aufgebotenen Akteure ihre Leistung ab. Wenn mehrere Spieler die Verantwortung übernehmen, können auch kleinere Rückschläge oder brenzlige Situationen innerhalb eines Spiels überstanden werden. So wie am Samstagabend, als die Gäste aus dem Odenwald zunächst ihrer Favoritenrolle gerecht geworden waren.
Nach drei Siegen aus drei Spielen im Jahr 2013 lagen die Kirchzeller um den früheren Bundesliga-Crack Andreas Kunz auch in Münster im ersten Abschnitt die meiste Zeit knapp in Führung. Wolf brachte das aber nicht nur mit der Klasse des Gegners in Verbindung, sondern mit eigenen undisziplinierten Aktionen. "Wir haben öfters zu früh abgeschlossen", begründete er. Die Effizienz im Münsterer Angriffspiel verbesserte sich jedoch nach dem Seitenwechsel deutlich.
Nach dem Treffer zum 16:15-Führungstreffer durch Mihailo Djurdjevic hatten die Gastgeber meistens die Nase vorn. Kirchzell konnte nur noch gleichziehen. Letztmals nach einem verworfenen Siebenmeter des ansonsten überzeugenden Neuzugangs Goran Djuricin. Bundesliga-Perspektivspieler Kaufmann warf das 20:20 (49.). Danach zog Münster durch Tore von Djurdjevic, Jonas Ulshöfer und Duricin unaufhaltsam davon. In dieser spielentscheidenden Phase avancierte Kapitän Stefan Biermann zwischen den Pfosten zum Rückhalt. Angefeuert von den begeisterten Anhängern in der Eichendorff-Halle brachte die TSG den Vorsprung sicher über die Zeit und sorgte für die passende Party-Laune am Fastnachtssamstag.
"Wir hatten den längeren Atem", jubelte auch Trainer Thomas Gölzenleuchter. Gute Noten verdienten sich beim Sieger neben Duricin und Biermann Torjäger Vilius Juozaitis, Vorzeigekämpfer Sebastian Frieman und der treffsichere Linksaußen Timon Bardenheier. Goran Duricin verfolgte derweil das Ende von der Bank aus mit. Eine leichte Rückenblessur zwang ihn dazu. Der Neuzugang der TSG Münster hatte mit seinen Toren und Anspielen zuvor aber einen wesentlichen Anteil am Sieg seines neuen Teams.
"Die Mannschaft glaubt sofort an sich, wenn ein solcher Spieler mit dabei ist. Das war heute von Anfang an zu sehen", lobte Münsters Trainer Thomas Gölzenleuchter. Der 26-jährige Linkshänder hat bereits in Spanien, Ungarn und Kroatien sein Geld verdient und gehört seit drei Wochen dem Münsterer Kader an. Die erste Duftmarke setzte der gebürtige Serbe mit seinem Tor zum 3:2. Mitte der ersten Halbzeit landete er sogar eine Serie von drei Treffern in Folge. Duricin setzte auf der rechts halben Position und auf Rechtsaußen Akzente, verwandelte Tempogegenstöße und auch einen Strafwurf. "Das Spiel heute hat einen hohen Stellenwert gehabt, weil wir sehen wollten, wie Goran sich einfügt“, sagte Gölzenleuchter. Sein Urteil: „Das hat schon wunderbar geklappt."
"Wir haben immer noch Luft nach oben, es gibt noch viel zu verbessern", wollte Wolf den Heimsieg gegen den Tabellensechsten nicht überbewerten. Eine weitere Steigerung wird am kommenden Samstag nötig sein: Dann gastiert der TSB Heilbronn-Horkheim in Münster. Nach Wolfs Einschätzung hat der Tabellendritte den nominell stärksten Kader der 3.Liga Süd. Auf jeder Position sei der Gegner mit zwei gleichwertig guten Spielern besetzt. "Es muss am Samstag bei uns alles passen", meint Wolf, "dass es zum Sieg reicht."
TSG Münster: Biermann, Lieb; Djuricin (8/1), Juozaitis (6), Bardenheier (4), Dautermann (3), Ulshöfer (3), Frieman (3), Djurdjevic (2), Schreiber, Will, Dobhan, Kunz.
TV Kirchzell: Klimmer, Wolff; Kunz (9/6), Eisenträger (5), Stark (5), Baier (2), Fuchs (2), Kaufmann (1), Hain (1), Polixenidis, Friedrich, Mechler.
Schiedsrichter: Frank Böllhoff/Ludger Lückert (Velbert/Bedburg).
Zeitstrafen: 6:4. - Siebenmeter: 1/3:6/7.