Wenn es mir grundsätzlich gleich ist, welche Nationalität ein Mensch besitzt (ein Mensch ist einfach ein Mensch), sollte es mir auch egal sein, ob und warum er sie dann evtl. wechselt. Neben sozialen, gesellschaftlichen, politischen Gründen gibt es für einen Sportler eben auch sportliche Gründe zu wechseln. Entweder ist seine bisherige Nation so gut aufgestellt, dass für ihn kein Platz ist und er gerne das Angebot für eine andere Nation aufzulaufen annimmt. Oder seine bisherige Nation spielt international keine Rolle, so dass er, um überhaupt international spielen zu können, wechselt.
Einzig die Tatsache, dass Nationen Spieler für einen Wechsel bezahlen, um sich eine Mannschaft zusammenzukaufen, finde ich unrühmlich, nicht so sehr der Modus und der Rahmen, in dem man wechseln kann. Es ist eben nicht das Geld von Vereinen, wo Sponsoren, Zuschauer, Mäzene etc. bewusst Geld reinstecken, sondern das Geld des Staates, dass in den Sport gesteckt wird, welches vielleicht lieber in die Infrastruktur der Sportart gesteckt werden sollte. Ist aber auch Ansichtssache.
Von den Sportlern erhoffe ich eigentlich, dass sie für die Ehre spielen (ob Kreisauswahl oder Nationalmannschaft, ob Profi- oder Amateursportart), für welche Nation auch immer und nicht für Geld wie für einen Verein, eine Firma, einen Mäzen.
Das verschiebt das Ungleichgewicht zwischen reichen und armen Sportnationen noch mehr zuungunsten der armen. Das ist ungerecht. Aber da gibt es noch so vieles Ungerechtes auf der Welt ....
Zu Rutenka: gibt es Aussagen von ihm, warum er so oft gewechselt hat? Das (Vor-)Urteil, er hat nur die $-Zeichen in den Augen, ist schnell getätigt. Aber kann nicht auch sein, dass er einfach ein moderner "Global-Player" ist, oder einfach Spaß am sportlichen Erfolg hat oder eine Art Heimatlosigkeit und Entwurzelung ihn treibt, bzw. trieb? wer weiß das schon?