Wahrscheinlich ist das also keine Frage von Lustlostigkeit, sondern von gemachten Erfahrungen. Und ich bin sehr wohl sensibel genug, was dieses Thema angeht. Es liegt aber vielleicht auch daran, dass Toleranz und Respekt für mich selbstverständlich sind. 
Das will ich dir auch in keiner Weise abgesprochen haben.
Meine Erfahrung ist, dass ich mich häufiger erklären muss, warum ich eher verhalten bin in Sachen "wir sind Papst, Fußballweltmeister und was sich sonst noch so bietet..." und es nicht so mit Nation und Patriotismus habe (wobei Patriotismus und Nationalismus auch noch unterschiedlich zu bewerten sind, das führt jetzt aber heute abend zu weit) - mit der Handballnationalmannschaft kann ich mitgehen (auch wenn ich lieber den Titel woanders gesehen hätte), weil ich mich dafür interessiere, mich dafür begeistere, es für mich beurteilen kann und letztlich finde, dass es gut ist für den Handballsport im Lande, dass es ein wenig mehr an Aufmerksamkeit gibt. "Wir sind Europameister" kann ich auch fast so mitempfinden, denn mit meinem Spartenbeitrag bin ich ja auch Mitglied des DHB, oder? 
Aber, und darin liegt ein weiteres Fünkchen Wahrheit in diesem Artikel (im Übrigen der Typ, so meine These, kann Handball auch einfach nicht leiden oder versteht es nicht), die Medien sind bei Erfolgen immer sehr schnell dabei mit Jubelarien und da werden Helden geboren und alle haben es schon immer gewusst, was da an Potential drin steckt. Ebenso schnell geht es hier aber auch gleich bergab bei nächster Gelegenheit, wo der Erfolg ausbleibt. Keine Ahnung, ob das typisch deutsch ist oder es woanders auch gibt, aber hier fällt es mir eben auf, und das finde ich gruselig oder sehe es zumindest skeptisch.
Der Autor wollte einen Bogen spannen, dass in das Deutschland dieser Tage mit vielen Fragen, Ängsten, Problemen man plötzlich wieder einen entspannenden, vereinenden, bejubelten Erfolg vorzuweisen hat und die Republik einen Moment inne hält in all dem Zwist der Tage und dass Angie dem Dagur eine SMS schickt, wird zur Tagesschaumeldung. Das Handballthema hat Eilenberger nur als Vehikel genutzt, um irgendwem den Spiegel vorzuhalten und zu sagen "seid ihr alle blöd". Ist ihm aber a) nicht gelungen und b) war es ziemlich beleidigend und herablassend und am Kern dessen, was man wirklich im Handball diskutieren und verändern kann und sollte, vorbei, ebenso, was man in Deutschland diskutieren und verändern sollte.