Wenn ich mir die Leistungen von Häfner und Kühn in der Bundesliga anschaue,
das Traumduo Schmid - Pekeler, die Konstanz von Wiencek in Kiel, den Tabellenstand des Trios Fäth Wiede Drux, die Routine von Weinhold, die starken RA auch international erfahren
die TW, die Abwehrleistungen von Lemke etc.
dann gab es keinen Anlass so in der Suppe rumzurühren
und nicht für die Fantasie eines brandgeilen ultrainnovativen Systems das was man kann über Bord werfen und 12. werden, um dann auf die Spieler zu schimpfen.
Man kann es auch andersherum sehen - wie wurde denn groß in der Suppe rumgerührt und welche Spieler konnten denn nicht das spielen, was sie können und was war denn so "brandgeil und ultrainnnovativ", dass es alles zerstört hätte?
Die Torhüter? Die haben einen guten Job gemacht. Dass sie evtl. noch sicherer wären hinter einer Abwehr mit Lemke, ist möglich und sie ihn sich vielleicht gleich herbeigewünscht hatten. Als er dann war, haben sie weiter einen guten Job gemacht. Das war eine späte Einsicht von Prokop, aber für den ersten Versuch muss er doch nicht gleich geteert und vom Hof gejagt werden. Dagur hat 2016 auch die Glücksbringer Kühn und Häfner geholt, war das abzusehen, warum hat er sie nicht gleich mitgenommen?
Die Außen? Welche neue Rolle sollten sie spielen? Doch wohl das, was sie sonst auch spielen. Gensheimer blieb hinter den Erwartungen zurück, sieht das auch selbst so. War nicht unbedingt vorherzusehehen. Aber darf man jetzt nie, nie, nimmer mehr nur mit einem LA fahren? (spätestens bei Olympia wird diese Frage wieder stehen) Dahmke wurde nachnominiert und schmiss sich in den Kampf und überzeugte - interessant, dass gerade sowohl er als auch Lemke schnell funktionierten, obwohl sie nun zurecht hätten muksch sein können.
Und die RA? Sie kamen mit der Leistung von Zachrisson, Björnsen, Lindberg nicht mit, aber selbst Svan und Ekberg haben nicht immer überzeugt - was haben die Fahrkarten von Groetzki und Reichmann (soviele waren es denn auch nicht) mit einem neuen Trainer und dessen Spielsystem zu tun?
Und zum Traumduo für Pekeler fehlt halt ein Schmid bei uns, für Häfner vielleicht ein Olsen, für Drux und Fäth vielleicht ein Nenadic - oder kurz, ein organisierender Mittelmann, den sich niemand schnitzen kann. Hoffen wir auf Pieczkowski, Ernst, Suton oder sonst wen in der Zukunft.
Auch Pekeler nicht mit dem besten Turnier, ich hätte gerne Kohlbacher mehr im Angriff gesehen, aber lag das am nicht funtkionierenden brandgeilen Konzept?
Warum Wiede nicht geholt wurde, wissen wir doch auch nicht, weil ein Rechtshänder gebraucht wurde wegen Drux' Verletzung, weil Wiede nicht fit ist, weil Weinhold ausreichend gut war und Häfner als Backup auch langsam ins Spiel kam?
Weinhold, Wiencek - genau, ihre Routine war gut, sie haben viel gespielt, das, was sie bei Kiel auch spielen und dass Wiencek mal nur die Latte trifft, ist bei Kiel auch so, da kann man Verunsicherung hineininterpretieren, muss man aber nicht. Was sollte Prokop anderes von ihm verlangt haben, als die Dinger so reinzumachen?
Bleiben Kühn, Weber und Fäth, die auch gute Spiele ablieferten, aber nur punktuell.
Er hat Janke mitgenommen,weil ein Zarabec halt bei Slowenien spielt. Hat noch nicht gut funktioniert, aber zB Kavtičnik hat nun so einige Mittelmänner kommen und gehen sehen und spielt trotzdem jedesmal mit und das auch in gleichbleibender Qualität und diesmal hat es sehr gut geklappt. Was war für Kühn und Fäth nun anders?
Wenn international erfahrene Spieler nicht mit neuen Spielansagen klar kommen, müssen sie üben. Wenn unerfahrene Spieler das nicht können, müssen sie üben. Wenn der Trainer merkt, dass Ideen von ihm nicht umgesetzt werden können, muss er üben lassen oder sich neue Sachen ausdenken oder auf alte zurückgreifen, die funktionieren.
Kann man nun in Ruhe angehen.
Mündige, kritische Spieler sind ein großer Wert im Sport, das ist nicht zu unterschätzen. Aber wenn ein Spieler die Stimmung so unpassend fand und keine Möglichkeit sieht, dass es sich bessert und er sich wohler fühlt, dann muss er die Konsequenzen ziehen. (Gab es unter Gudmundsson in Dänemark auch und dann holt er Olympiagold ;-)) Es bleibt ein Ehrenamt (mit der Chance auf Erhöhung des eigenen Marktwertes, wie jemand hier so treffend schrieb)! Wenn ein Großteil der besten Spieler des Landes dies so sehen, dann kann auch am Trainer gezweifelt werden, aber welch anderer Trainer würde sich das dann antun, auf das Daumen hoch oder runter von den Spielern zu warten, weil man mit seiner Art nicht klarkommt?
Prokop kommt nicht so lässig rüber wie Dagur, aber das soll ein Maßstab für die Bewertung eines Nationalmanschaftstrainers sein?
Als Quintessenz der Kritiker, die nun "reinen Tisch" machen wollen, bleibt: Prokop hat Janke und Roschek statt Dahmke und Lemke mitgenommen, was er korrigiert hat. Ob Wiede statt Kohlbacher gezündet hätte, werden wir nie erfahren. Nächstes Turnier werden wieder andere dabei sein (müssen).
Und das Ding mit der Stimmung, Hierarchie, Sich-Anpassen-Müssen. Lockerheit und so wird man hoffentlich professionell angehen beim DHB, damit auchbeim nächsten Mal die besten Spieler dabei sind.