Bei den RNL kamen einige Fakroren zusammen, die verhinderten, dass sie der jeweiligen absoluten Spitze in der Bundesliga, (Kiel, Hamburg, dann Berlin und jetzt wieder Flensburg) paroli bieten konnten. In einzelnen Spielen, konnten sie ja solche Gegner schon bezwingen, aber in der Tabelle standen sie auf Grund der Formschwankungen stets hinter diesen Teams.
Ein Grund ist die Falscheinschätzung des Managements, des Trainers?, (da bin ich mir noch nicht einmal sicher) und etlicher Spieler bezüglich der eigenen Stärke und der,der Mannschaft. Hier wird zu oft lediglich die individuelle Stärke der Spieler als Argument dafür genommen, dass auch das Team stark sein und deswegen um die CL-Plätze mitspielen muss.
Bei den RNL ist aber das Grundniveau, also die Leistungsstärke des Teams, welches immer abgerufen werden kann, für die Spitze in der Buli zu niedrig. Die wahre Stärke einer Mannschaft zeigt sich in den Spielen, in denen sie gegen vermeintlich schwächere Gegner "schlecht" spielt. Wenn diese Spiele trotzdem noch einigermaßen souverän gewonnen werden, ist die Mannschaft gefestigt und hat ein solides Grundniveau. Hier fehlt den RNL aber zu den Spitzenteams einiges. Wenn man nur 3-4 Spieler hat, die dieses Grundniveau immer bringen, (Gensheimer, Grötzki, Myrhol, mit Abstrichen vieleicht noch Sesum und Cupic). dann reicht das über eine ganze Saison gesehen eben nicht.
Ein anderer Grund ist das Management und Umfeld. Wenn ich ein Team weiterentwickeln möchte, muss ich zuerst die momentane Leistungsstärke des Teams und der einzelnen Spieler richtig einschätzen können. Als nächstes muss ich eine Philosophie entwickeln, an der sich Trainer, Spieler und Zuschauer orientieren können. Ich muss also Vorgaben machen, die der Leistungsstärke des Teams entsprechen und auch erreicht werden können. Dann kann ich gezielt nach Verstärkungen suchen. Dabei muss ich berücksichtigen, ob der Spieler in meine Philosophie passt und mit den bereits vorhandenen Spielern harmoniert. Wenn meine einzige Philosophie ist: ich hab Geld, der Spieler ist auf dem Markt, ist entsprechend renomiert, (also teuer), deshalb kauf ich ihn, kann sich keine Mannschaft der Welt entwickeln.
Storm entwickelte das Team nicht weiter, sondern traf seine Entscheidungen meist auf Grund von äußeren Einflüssen: Von mir wird verlangt, dass ich Stars hole, also tue ich das. Sponsoren verlangen die CL als Zielsetzung, also gebe ich das auch aus. Die Halle muss voll werden, also gibt´s Freikarten. ....
Hinzu kommt, dass er, wenn die Mannschaft ein tolles Spiel zeigte, (z. B. ein Sieg gegen Kiel), die Loorberen immer für sich beansprucht, sich in den vordergrund spielt und nach schlechten Spielen von der Mannschaft maßlos enttäuscht ist. Von so einem Manager lässt sich doch kein Profi mit Charakter wirklich beeindrucken.
Auch die Zusammenstellung des Teams ist mehr als fragwürdig: einen Spieler, der nur wegen der Kohle hier ist und bei "heißen Spielen" keinen Bock hat, dorthin zu gehen, wo es weh tut, kann man ja vielleicht kompensieren. Hab ich aber mehrere davon, dann hab ich schlicht falsch eingekauft.
Ob der Trainer der richtige ist, wage ich zu bezweifeln, allerdings kann man ihm nicht vorwerfen, dass er einzelne Spieler nicht motivieren kann oder sie nicht erreichen würde. Die gemeinten Spieler lassen sich nämlich auch nicht von den Spielern motivieren/erreichen, die die richtige Einstellung vorleben. Wenn ich mich von einem Myrhol nicht mitreissen lasse, mein Bestes zu geben, bin ich schlichtweg fehl am Platze.
Wie es nun nächste Runde wird, wenn der Etat deutlich geringer ist, muss man abwarten. Die Struktur der Mannschaft erscheint mir jetzt schon besser als dieses Jahr. Es gibt keine Stars, die damit rechnen müssen, mit einem Platz auf der Bank vorlieb nehmen zu müssen, was ohnehin nur bei absoluten Topclubs funktioniert und die Spieler, die von hinten drängen scheinen mir auch nicht chancenlos. Allerdings muss jetzt erstmal eine wirkliche Philosophie definiert und installiert werden. Diese kann dann dem Umfeld und den Fans sicherlich glaubhaft gemacht werden, sofern sie realistisch und erreichbar ist und nicht wieder aus Verprechungen besteht, die nicht eingehalten werden können, nur damit ich als Topteam wahrgenommen werden soll. Gut Ding braucht eben auch Weile. Und mehr zu erreichen, als vorher angekündigt wurde, ist immer besser zu vermarkten, als geplatzte Wunschträume von realitätsfernen Sponsoren, (wobei realitätsfern auch durch Realtätsverlust ersetzt werden könnte).