Beiträge von TSVROT

    Nur um die Verwirrung komplett zu machen:

    Handelt es sich um eine Qualifikation für eine Spielklasse auf Verbandsebene, braucht der Kreis überhaupt keine Qaulifikationsspiele auszutragen. Grundsätzlich meldet nähmlich der Kreis die Mannschaften an den Verband, die an der Spielrunde auf Verbandsebene als Kreisvertreter teilnehmen. Hierzu benötigt er keine Qualifikationsspiele, sondern kann, rein theoretisch, einfach Mannschaften benennen. 8o

    Wollte ich zuerst auch nicht glauben, habe aber mit einem Vorsitzenden des Verbandssportgerichts darüber diskutiert, weil in unserer Spielklasse auf Verbandsebene, genau das passiert ist. Meist ist es nähmlich so, das in den Durführungsbestimmungen des Verbandes drin steht, das die Kreise die teilnehmenden Mannschaften an den Verband melden. Es steht meist auch drin, dass die Kreise selbst verantwortlich sind, wie sie dies tun. Meldet der Kreis Mannschaften, ohne vorher Qualifikationsspiele durchzuführen, wird es auch keine Durchführungsbestimmungen geben. :hi:

    Gruß,

    TSV ROT

    Meines Wissens geht es bei der jugoslawischen Spielweise darum, sich durch Übergänge keine Abwehrformation aufzwingen zu lassen, die man eigentlich gar nicht spielen möchte. Auch gegen zwei Kreisläufer wird mit 3:2:1 weiter gespielt. Hinten Mitte verliert seine Liberorolle und sprintet wie doof zwischen den beiden Kreisläufern hin und her (immer zur Ballseite). Vorne Mitte verliert seinen direkten Gegenspieler und wird Libero, verhindert auf Ballseite den Durchbruch zur Mitte und versperrt den Passweg zum Diagonalkreisläufer.

    An die Experten: Wie löst Ihr in dieser Spielweise die Sitation "2 Kreisläufer auf einer Seite"? Der Laufweg (vom Kreisläufer zum direkten Gegenspieler) für den einen Halbverteidiger ist zu weit und wenn ich HM die gewohnte Rolle spielen lasse, verzichte ich auf kreisläuferferner Seite auf die Unterstützung des Liberos. HM zwischen den Kreisläufern laufen lassen und VM einbinden (Libero auf kreisläuferfernen Seite und KM decken auf Kreisläuferseite)? Bislang habe ich keine befriedigende Lösung.


    Die Jugoslawische 3-2-1 gegen einen 4-2 Angriff hat genau diese Schwachstelle. Ich lasse die Halbverteidiger ganz offensiv gegen die verbliebenen Angreifer im Rückraum heraustreten. Sie haben keine sicherungsaufgaben am Kreis, sondern sollen die Rückraumangreifer nach Außen abdrängen und wenn möglich soll kein Rückraumspieler mehr einen Ball erhalten, (weil die Räume jetzt sehr groß sind). VM macht wie beschrieben den Libero. HM verschiebt immer auf Ballseite. Sollte jetzt doch ein Pass von 12m bis 13m an den Kreis gespielt werden, bitte schön, das wollen wir ja. Ein Pass von 13 m an den Kreis ist bei uns im Regelfall eine leichte Beute. Sollte doch mal ein Pass ankommen, kann ich damit leben, da wir ja schon 5 Pässe abgefangen und zum Tempogegstoß genutzt haben. Allerdings brauche ich für diese Variante natürlich auf den Halbpositionen Deckungsspieler, die ihre Gegenspieler auch beherrschen, so wie einen HM mit sehr guten Antizipationsfähigkeiten, der zusätzlich schnell auf den Beinen ist. VM schiebt bei 2 Kreis auf der gleiche Seite auch zum Ball und bedroht weiterhin den Passweg. Übrigens wird der Platz am Kreis dann so eng, dass zum Beispiel ein Durchbruch des Halb auf dieser Seite von den eigenen Kreisspielern verhindert wird. Damit kann ich auch leben :)

    Gruß,

    TSVROT

    @ Zickenbändiger:

    kommt ganz darauf an, welche Ziele ich mit meiner Mannschaft verfolge.

    zu 1)

    Auswahlmannschaften stellen für mich nicht "das Kriterium" dar. Es ist immer wieder zu beobachten, dass gerade die Auswahlmannschaften beim Länderpokal eben nicht die vom DHB geforderten Deckungsvarianten spielen. Das DHB Rahmenkonzept soll ja eigentlich die individuelle Ausbildung der Spieler(innen) gewährleisten. Die individuelle Ausbildung findet aber im Verein statt. Die par Trainingseinheiten der Auswahlmannschaften, (ich meine nicht zusätzliche Stützpunkttrainings), sind zu wenig, um eine individuelle Ausbildung zu gewährleiten. Auch die Konzentration der besten Spieler bei ambitionierten Vereinen, die dann faktisch die Landesauswahl stellen, gewährleistet nicht unbedingt eine individuelle Ausbildung. Ist zumindest bei unserem Verband so, obwohl er Seriensieger im männlichen Bereich beim Länderpokal ist.

    zu 2) gerade diesen Wachstumsschüben muss Rechnung getragen werden, da die Spieler das 1-1 Verhalten eigentlich wieder neu lernen müssen. Die Koordination geht durch den Wachstumsschub verloren und muss individuell wieder erarbeitet werden. Ich glaube nicht, dass durch eine 3-2-1 mit Absicherung (HM als Libero) die individuellen Fähigkeiten verbessert werden. Ein Aspekt einer 3-3 ist zum Beispiel, dass der einzelne Spieler sofort ein Feedback bekommt, wenn er einen Fehler macht, nähmlich einen Gegentreffer. Ich sage meinen Spielern immer: "Ich will sehen, was Du in der Abwehr draufhast. Du kannst Dich nicht immer auf einen Mitspieler verlassen, der Deinen Fehler ausbügelt. Du musst Deinen Gegenspieler beherschen." Das verstehen die Jungs und bringt sie dazu, in der Abwehr ihren Gegenspieler zu bekämpfen. Dass das nicht immer klappt ist klar, aber die Spieler erkennen ihre Fehler und versuchen sie von sich aus abzustellen.

    zuz 3) Im Erwachsenenbereich wirkt sich das in der Jugend versäumte aus: Das individuelle Abwehrverhalten ist nicht gut genug, um eine offensive Abwehr zu spielen. Meist wird das durch defensivere Abwehrvarianten kaschiert, bei denen dann 3 gute Abwehrspieler reichen, um eine passable 6-0 zu spielen. Dass die Rückraumschützen in den unteren Klassen nicht so Wurfgewaltig sind, kommt dann dieser Variante natürlich auch noch zu Gute. Viele Spieler merken dann noch nicht einmal, dass sie im 1-1 eigentlich Defizite haben. Wenn ich aber als Jugendtrainer die Spieler individuell stark mache, kann der Trainer bei den Männern dann jede Deckungsvariante spielen die er will. Für die taktische Abstimmung einer bestimmtem Variante braucht man bei gut ausgebildeten Spielern gar nicht so lange, bis das Grundgerüst steht. Egal welche Variante.

    zu 4) Mir ist egal was die anderen Mannschaften decken. Ich trainiere meine Mannschaft. Wer sagt denn, das eine 6-0 besser ist, als andere Varianten? Nur weil alle anderen 6-0 decken, muss ich das noch lange nicht. Meinen Jungs macht die 3-2-1 in der A-Jugend richtig Spaß, weil sie so Erfolg haben und im Tempogegenstoß oder Schnelle Mitte anderen Teams überlegen sind. Auch hatten wir letzte Runde in der Oberliga trotz einer 3-2-1 als Standardvariante die dritttbeste Abwehr (Anzahl Gegentore).

    Fazit: macht Euch erst selber klar, was Eure Ziele sind und richtet Euch nicht so sehr nach anderen Mannschaften, Vorgaben oder Konzepten. Ich lasse offensiv decken, weil ich davon überzeugt bin und nicht weil es das RTK des DHB vorgibt. (Das Konzept von Arno Ehret hat das ja schon lange vor dem "neuen" Konzept vom Heiner vorgesehen und das neue ist ja eigentlich nur eine Erweiterung des Konzepts von Arno Ehret).

    Wenn ich eine gute Abwehr spielen lassen will, brauche ich gute Abwehrspieler. Die Spieler müssen durch Training und Spiele zu guten Abwehrspielern gemacht werden. Wenn sie noch nicht so weit sind, muss ich die individuelle Ausbildung in den Vordergrund stellen und nicht eine taktische Vorgabe einer Deckungsvariante. Wenn die Spieler in der B-Jugend noch nicht so weit sind, weil die individuellen Grundlagen fehlen, gilt das immer noch. Ich vernachlässige doch nicht die Ausbildung, weil andere andere Mannschaften in der B-Jugend bereits eine 3-2-1 oder 6-0 spielen. Ich muss mich da nach der Decke strecken und den Leistungsstand der Spieler berücksichtigen. Fehlt es beim 1-1, muss das in Training und Spiel erarbeitet werden. Hirzu eignen sich offensive Varianten im Spiel wesentlich besser.

    Gruß,

    TSVROT

    Grundsätzlich stellt sich mir hier eine Frage:

    Warum um Gottes Willen bereits inder C-Jugend eine 3-2-1 einführen?


    Die 3-2-1 ist zwar eine "offensive Abwehr" verlangt aber viel Taktikverständnis, Komunikationsfähigkeit und eine gute Ausbildung im 1-1 Verhalten. Damit tun sich die Erwachsenen immer noch schwer. Gerade die Absprachen zwischen HM, den Halbverteidigern und VM sind nicht ohne. Und man braucht einen HM als "Abwehrchef", der Fehler der vorderen rechtzeitig erkennen und durch Anweisungen korrigieren kann. Vielleicht wäre ja eine 3-3 Formation sinvoller. Sollte der HM wie hier bereits vorgeschlagen den Kreis in Manndeckung nehmen, läuft das ja ohnehin auf eine 3-3 Abwehr hinaus. Der Vorschlag die Außen defensiv decken zu lassen, weil "(offensivere Varianten können immer noch geschult werden, wenn sie ihre Aufgabe verstanden haben)" halte ich für kontraproduktiv. Hier soll dann der Grundsatz von der offensiven Abwehr zur defensiven Raumdeckung umgekehrt werden? Außerdem läßt man ja dadurch den Außenangreifern noch mehr Spielraum einzulaufen oder 1-1 mit Ball zu gehen??

    Gruß,

    TSVROT

    Ich glaube Klaus Feldmann wird hier nicht richtig verstanden. Mit der sinkenden Manndeckung hat er nur versucht, Trainer und Spieler Umsetzbare Ansatzpunkte/Grundregeln für den Übergang von der Manndeckung zur Raumdeckung zu geben. Es wird genausowenig eine optimale sinkende Manndeckung geben, wie es vorher eine optimale Pressdeckung oder später dann eine optimale Raumdeckung gibt. Es soll lediglich den Kindern helfen die Umstellung zu vollziehen. Wer vorher bei der Manndeckung überlaufen wurde, wird es auch bei der sinkenden Manndeckung oder Raumdeckung. Knackpunkt ist hier die individuelle Stärke, der individuelle Leistungsstand, der einzelnen Spieler im 1-1 Verhalten mit und ohne Ball. Tore, also Fehler der Abwehr, wird es immer geben. Wer aber im 1-1 schwach ist, wird in jeder Abwehrform Probleme haben.

    Ich bin deshalb auch nicht dafür, die Umstellung bereits in der D-Jugend durchzuführen. Übergeben/Übernehmen, Helfen und Sichern halte ich in diesem Alter noch nicht für das oberste Ausbildungsziel. Die Spieler, die im 1-1 schon ziemlich weit oder ihrem Gegenspieler weit überlegen sind, werden das Übergeben/Übernehmen auch ohne taktische Anweisung des Trainers praktizieren, weil sie es sich selbst erarbeiten haben. Sie erkennen einfach, zum Teil auch aus Faulheit, dass es einfacher/bequemer ist einen Gegenspieler zum nächsten Abwehrspieler zu begleiten und zu übergeben, als ihn über das gesamte Feld zu verfolgen. Dafür muss man sie aber auch selbst nach Lösungen suchen lassen. Hier sollte man die Kinder nicht unterschätzen. Die allgemein gültigen Grundregeln des Abwehrspiels finden die Kinder zumindest in den Grundzügen auch selbst heraus, einfach weil sie gewinnen wollen und deshalb nach den besten Lösungsmöglichkeiten suchen. Hier würden Hilfestellungen des Trainers wahrscheinlich ausreichen. Und nicht zu vergessen ist, dass Lösungen, die die Kinder sich selbst erarbeitet haben, von diesen meist auch viel besser umgesetzt werden.

    Gruß,

    TSVROT