Das Problem für Weber ist letztlich, dass er in der leistungsstärksten Phase des SCM seit über 30 Jahren eben mit denen verglichen wird, die ebenfalls für seine Position in Frage kommen.
Das war mit Mika schon "schwierig" wo Weber mutmaßlich noch den Vorteil bei Wiegert genoss, dass er der vermeintlich ballsicherere Spieler war und deshalb den Vorzug erhielt. Ich gehe davon aus, dass die meisten sich hier einig sind, wer da in dem Vergleich trotzdem der bessere Offensivhandballer ist und letztlich ließ sich das bei vergleichbaren Einsatzzeiten auch statistisch belegen.
Jetzt kam mit Smarason ein unerwarteter Glücksgriff und auch wenn es nur eine eigentlich angekündigte Zwischenlösung war, muss man drüber reden dürfen, dass es mehr als sinnvoll ist, ihn weiter zu behalten, um die Mannschaft qualitativ breiter als geplant aufstellen zu können.
Sollte der lange Vertrag von Weber dazu führen, dass man auf diesen Glücksgriff nicht flexibel reagieren kann oder reagieren will, dann ist das Perlen vor die Säue werfen.
Dass der Verein durchaus dazu gewillt ist, hat ja das Beispiel Bergendahl gezeigt, den ebenfalls eine Verletzung zu uns gebracht hat.
Würde mit Smarason verlängert werden, ist es auch recht objektiv, zu sagen, dass das für Weber eine größere Auswirkung hätte als für Damgaard. Mika war sowieso schon nur die Nummer 2. Smarason bringt aber neben der gewünschten Ballsicherheit, für die Weber eben den Vorrang bekommen hat, auch Torgefahr und Abwehrskills mit.
Letztlich hat auch Damgaard im Gegensatz zu Weber die besseren Fähigkeiten, um in einem 1:1-Kontakt noch Tore zu machen. In dem Arm stecken noch sicherlich 2 Jahre, um bei Gegnerkontakt doch noch ein Tor zu schaffen. Weber ist eben eher noch ein Typ Richtung Shooter, der aber im System Wiegert nicht gefragt ist und dem die Erfüllung seiner taktisch gegeben Aufgaben nicht wirklich entgegen kommt.
Man könnte ja auch die These in den Raum stellen: Weber arbeitet mannschaftsdienlich die an ihn gestellten Aufgaben ab, selbst wenn diese seinen eigenen Möglichkeiten nicht zugute kommen. Die besseren Spiele hat er dann, wenn er sich gefühlt auch mal hier und da ne Freiheit nimmt. Es wird dann fahrig, wenn er zwanghaft bestimmte Sachen probiert oder wiederholt.
Das würde durchaus auch ins Gesamtbild seiner Bevorzugung und der Vertragslaufzeit passen. Wiegert scheint auch ein sehr loyaler Charakter zu sein, der Mannschaftsdienlichkeit etc. entsprechend dankt.
Auf Leistungsebene betrachtet, ist Weber eben aktuell der Rechtshänder im Rückraum, der "statistisch" mit seiner in den letzten Monaten gezeigten Spielweise am wenigsten Einfluss haben würde.
Selbst Mika als Hop-oder-Top-Spieler dürfte am Ende des Tages ein besseres Tore-/Ballverlust-Verhältnis haben als Weber und das spricht eben nicht für Weber.
Der Vertrag bis 2028, den er verständlicherweise sicherlich dankend angenommen hat, macht es eben für seine Reputation unter den Fans nicht einfacher. Nach außen wirkt eben nicht, wie gut er die Vorgaben des Trainers umsetzt, sondern was am Ende seiner Ballbeteiligungen am Ende zählbares bei raus kommt und aus Zuschauersicht ist das ein Bremsen der potentiellen Angriffswucht.
Eigentlich kann man Weber doch mit Steinert vergleichen. Physisch durchaus robuste Spieler, die eher über Fernwürfe agieren als im 1:1. Beide profitieren letztlich nicht von Wiegerts System. Anders als Steinert muss Weber aber einen Weg gefunden haben, bei Wiegert Punkte zu sammeln. Qualitativ unterscheiden sie sich kaum und sind für deutsche Handballer durchaus gehobenes Regal aber keine Spieler, die auf international hohem Niveau konstant einen Unterschied machen könnten. Hätte man Weber analog zu Steinert nicht gehalten, wäre es kaum ins Gewicht gefallen. Selbst Alfred, der sicherlich eher den Spielertypus physischerer Rückraumschütze bevorzugt, gibt ja letzten Endes Weber kaum Vertrauen... und da fallen einem nicht viele Spieler auf RL/RM ein, die bei einem deutschen Topclub ähnliche Spielanteile bekommen.