Solange die Youngsters wirtschaftlich selbstständig auf eigenen Füßen stehen, ist es vollkommen egal, ob es Festhalten aufgrund von Nachwuchs-Romantik ist.
Beim SCM wird auf absehbare Zeit niemand mehr den Sprung mit 18-19 in den Bundesliga-Kader schaffen. Das hat mehrere Gründe:
- Wir kriegen wegen dem gesteigerten Wettbewerb im Nachwuchsbereich nicht mehr die Granaten, die das Zeug dazu hätten.
- Vielleicht ist auch die Ausbildungsqualität selbst nicht mehr ganz so hoch wie früher.
- Wir sind kein Bundesliga-Ausbildungsverein mehr, sondern der Verein hat Ziele nach oben. Andere Vereine im Mittelfeld und weiter unten, können es sich eher erlauben, ihre Top-Nachwuchsspieler in die Bundesliga zu bringen.
Wenn man also fordern würde, dass es hier und da auch mal Nachwuchsspieler geben soll, braucht man die Entwicklungsmöglichkeiten nach der A-Jugend.
Zu den Beispielen:
Ernst spielte mit Dormagen 3. Liga.
Kühn spielte mit Düsseldorf 2. Liga, bevor Essen ihn nach dem Aufstieg in die Bundesliga holte.
Kohlbacher musste nach der Ausbildung in Großwallstadt ein Jahr 2. Liga in Leutershausen spielen, bevor der TVG ihn zurück holte.
Die einzigen, die also wirklich ziemlich direkt den Sprung gemacht haben, waren Drux und Wiede. Das lag aber auch extrem am Wollen von Hanning, dass sie diese Möglichkeiten bekommen haben. Aber letztlich sind auch in Berlin diese Zeiten wieder vorbei, wo du in einer Aufbauphase aus Marketinggründen so viele Talente mit hoch holst und ausprobierst. Es haben sich auch nur die beiden gehalten. Sellin musste gehen, auch Löffler wäre mittlerweile selbst ohne Karriereende wohl eher kein Fuchs mehr und andere Berliner Nachwuchsspieler im Bundesligakader mit nennenswerter Bekanntheit fallen einem doch in den 5 Jahren auch nicht mehr ein.
Letztlich wäre der SCM also gut beraten, eine tiefergehende Kooperation mit Dessau einzugehen, um die besten Nachwuchsleute dorthin zu schicken und mit Dessau die zweite Liga zu halten, damit dieses Modell und diese Kooperation Früchte tragen können. Viele andere Bundesligisten nutzen es doch auch oft aus, dass in ihrer Region Zweitligisten recht stabil unterwegs sind.