Und genau das ist beim SCM halt der Fall. Der rein in Finanzen denkende Manager sieht nur die blanken Zahlen.
Es gibt eine Umsatzsteigerung. Das ist positiv. Bei dieser Umsatzsteigerung gab es auch kaum kritische Punkte.
Kritikfähig ist die Ausgabenseite. Die höheren Mittel führten zu einem in der Breite besseren Kader, aber kaum zu einer Verbesserung der Qualität. Stattdessen wird an Ecken gespart, an denen man nicht sparen müsste oder die die Identifikation zum Verein mehr und mehr kosten.
Inzwischen hat man die Aufgaben klar nach Außen verteilt. Jetzt ist man letztlich davon abhängig, dass die Philosophie des aktuellen Trainers greift. Das ist per sé ja auch richtig, dass der Trainer Spieler kriegen sollte, die seinen Anforderungen entsprechen. Aber mit Wiegert als sportlichen Geschäftsführer ist man vielleicht auch einen Schritt zu weit gegangen. Wer ist die Kontrollinstanz bzw. Ratgeber? Wie hoch wird die Hemmschwelle dadurch, Wiegert bei Misserfolg auszutauschen?
Ich würde nicht sagen, dass Wiegert Misserfolg hätte oder ein unfähiger Trainer wäre. Der Club ist jetzt aber überordentlich abhängig von seiner Lernfähigkeit und seiner Bereitschaft seine eigene Philosophie zu überarbeiten bzw. dazu eine Alternative als Plan B zu schaffen. Es gibt derzeit nur Tempo und Risiko. Die Transfers gehen nicht in die Richtung, dass man die Schwachstelle Positionsangriff verbessert. Lagergren ist vielleicht besser als Zelenovic, vielleicht aber auch nicht...