Beiträge von anonymer-scm-fan

    Um nochmal auf die hypothetische Trainer-Gedankenspiele einzugehen:

    Es wird ja eh nichts passieren und einige Kandidaten, die man nennen könnte, haben sich ja jetzt eher ruhigere Jobs angenommen und sind vielleicht für die Belastung Bundesliga nicht mehr zu haben:

    Vranjes
    Sigurdsson

    Ein paar Trainer in der HBL wären auch noch auf dem imaginären Zettel, aber noch unrealistischer als die beiden genannten - agieren entweder über dem SCM oder sind ihrem "Heimatverein" sicherlich auch zu sehr verbunden.


    Zur Konstellation:

    Dass der Trainer in Ruhe über die Kaderzusammenstellung verfügen bzw. nur seine Wünsche berücksichtigt werden, ist ja auch keine schlechte Idee. Er muss die Ergebnisse damit verantworten und was soll er mit Spielern anfangen, die er eigentlich für sein Konzept nicht gebrauchen kann? Das Konzept entscheidet dann eben über Erfolg oder Nicht-Erfolg. Es gäbe ja auch noch einen, der die finale Entscheidung zur Personalie Sportlicher Leiter / Trainer treffen kann. Der Fehler beim SCM war vielleicht, dass man da nach Außen hin den Stempel "GF Sport" drauf geklatscht hat. Einer Person die Gesamtverantwortung über das Sportliche zu geben, muss nicht falsch sein und gefühlt machen die Transfers beim SCM auch mehr Sinn, seitdem es nicht noch an der Seite einen katalanischen Kaderplaner gibt, der hier irgendwen schön geredet hat.

    Bei anderen Vereinen funktioniert das ja auch.


    Zu den Spielern:

    Wer auf RR kommt oder verlängert wird, ist relativ egal. Ein torgefährlicher Rückraumshooter würde durch Wiegert direkt ins Konzept eingestampft werden. Eine Änderung zur Leistung von Steinert erwarte ich da nicht, was aber auch zu einem großen Teil am Trainer und nicht nur am Spieler liegt. Wie schon angedeutet, müsste das ein Neuzugang sein, der direkt so gut ist, dass Wiegert ihn nicht einnorden könnte, sondern ein Spieler, dessen Qualitäten dazu brächten, sein Konzept anzupassen. Solche Kaliber kommen aber nicht her.

    Interessant wird, was dann personell 2022 passiert. Bezjak, O'Sullivan, Damgaard, Green - einige Verträge langjähriger Spieler und sicherlich mannschaftsinterner "Führungs"-Spieler, die auslaufen und die auch nicht alle verlängert werden sollten. Aus der Gruppe macht es nur mit Damgaard weiter Sinn, Bezjak ist dann auch 36.

    Philipp Weber wäre eigentlich interessant, aber in der aktuellen Konstellation wahrscheinlich nicht bezahlbar und die Frage wäre hier, welche Rolle man ihm geben würde. Das würde auch anderen Spielern Spielanteile nehmen, die damit auch nicht ganz glücklich wären.

    Knorr und Kristjanson als Erben für Bezjak noch eine Saison hinter ihm, könnte interessant sein. Wiegert kann üblicherweise aber auch noch nichts mit dem Alter anfangen. Ob Knorr dann mit 21 auch direkt der große Wurf wäre, wäre auch eine Wette auf die künftige Entwicklung. Er wäre wohl gut beraten, wenn er nochmal 2-3 Jahre in einem Mittelfeld-Team spielt und dort dann zeigt, dass er Mannschaften auch auf höherem Niveau als RM führen kann. Da sind ja auch schon andere talentierte Hoffnungsträger dann verblieben.

    Ich sagte ja auch nicht "kein Trainer" sondern "nicht viele Trainer".

    Es müsste schon jemand sein, der in der Lage ist, eine Mannschaft zusammen zu stellen, die, gemessen an der finanziellen Reihenfolge der Bundesligisten, eben auch erstmal um Platz 4 bis 5 spielen würde, diese Mannschaft dann aber über die finanziellen Unterschiede sportlich über sich hinaus wachsen zu lassen.

    Als Trainer kann man Wiegert zumindest zu Gute halten, dass er das, was Finanziell möglich war, sportlich zumindest auch in Platzierungen umgesetzt hat. Dass die Art und Weise trotz der Platzierungen eher immer kurzzeitiger Erfolg statt nachhaltige Entwicklung in Richtung Zukunft war, steht ja außer Frage. Die Versuche, junge talentierte Leute hier einzubinden und weiter zu entwickeln, scheitern ja eben auch immer wieder. Hat ja auch keine Zukunft, wenn die Zukunftstransfers hier nie ankommen.

    Dieses "eine Top4-Mannschaft hinstellen und diese dann sportlich weiter zu entwickeln und über sich hinaus wachsen zu lassen" ist meiner Meinung nach aber auch etwas, dass auch nicht mal jeder Trainer einfach so kann. Deswegen die Aussage, dass es wahrscheinlich nicht viele gibt, die diesen letzten, jetzt noch fehlenden, Schritt schaffen könnten.

    Wiegert schafft diesen Entwicklungsschritt nicht, weil er die persönliche Weiterentwicklung als Trainer in diese Richtung nicht schafft. Das ist dann in seinem Falls als Person erstmal so. Das stellt ihn hier ja auch zur Disposition, wird aber auch in Zukunft an ihm nichts ändern.

    Für die Erwartungshaltung, die es bei diesen Kritikern aber eben auch gibt, kann man sich auch keine Experimente leisten, sondern da bräuchte es schon auch einen Namen, dem selbst die Kritiker das zutrauen.

    Wenn man da mal das Beispiel Wandschneider nimmt, weil der gefühlt als Name hier am meisten rumgeistert: Wer sagt denn, dass er die ab-und-an-Mal-Erfolge aus Wetzlar, einer Mittelfeldmannschaft in einem sehr ruhigen, eher erwartungsarmen Umfeld, direkt auch bei einer Top-Mannschaft dauerhaft leisten würde?

    Das wäre mMn genauso ein Experiment mit ungenauem Ausgang, wie es Wiegert war, nur dass eben Wandschneider schon etwas Reputation hat, aber eben auch nicht als Trainer in Top-Teams sondern eher als Typ ruhiger Aufbauer talentierter Spieler zum Weiterverkauf. Ob der Vergleich jetzt passt oder nicht: Prokop in Leipzig vs. Prokop als Bundestrainer.

    Wenn man dann schon diesen Umstieg eingehen würde, sollte man das auch richtig machen. Zumal das ja auch nur eine theoretische Diskussion ist, weil es in der Realität erstmal nicht passieren wird.

    Solange er die sportlichen Erfolge bringt, die finanziell realistisch erscheinen, wird der Club bei einem Magdeburger Trainer auch nichts machen. Dafür sind die, die es machen müssten auch zu loyal. Denn selbst Svensson ist ja immer noch da und der bringt ja, zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung, nun weniger als gar nichts.

    Bleibt also mittelfristig eigentlich nur die Hoffnung, dass aus solchen Geschichten wie Kuzmanovski, Steiners, Kalarash, Thulin für die Zukunft gelernt wird, sei es beim Scouting als auch bei der Entwicklung des Spielsystems und des Kaders.

    Ein Schritt wäre bspw. ein Austausch von Steinert mit einem körperlich ähnlichen Spieler, der uns dann tatsächlich weiter bringt und dessen Fähigkeiten und Körper auch als Möglichkeit im Spielsystem begriffen und genutzt werden - und auf RL das gleiche. Aber am Ende haben wir 3 RM, 3 KM und 3 Keeper...

    Das Problem ist, dass Wiegert es seit Anfang an nicht schafft, über seinen Schatten zu springen, das Spielsystem zu öffnen. Im Zweifel zieht er sich immer auf die spielerisch vermeintlich sicherste Mannschaft zurück. Wenn es drauf ankommt, ist da dann aber nur Damgaard wirklich torgefährlich.

    Lagergren war einer, der der wichtige zweite Spieler in diesem System hätte werden können, der auch auf einer anderen Rückraum-Position hätte bringen können. Das fehlt aktuell und Damgaard darf und kann aktuell auch nicht so, wie er sicherlich gern würde.

    Kuzmanovski und Steinert hätten von ihrer Statur her auch einen Plan B ins Spielsystem bringen können, aber auch da konnte Wiegert die dazugeholten Möglichkeiten nicht einbinden weiterentwickeln und nutzen.

    Da kann man auch nicht nur den Spielern den Vorwurf machen, wenn sie ihre Statistiken nicht bestätigen. Ist ja auch normal, dass Leistungsträger bei kleineren Vereinen bei ambitionierteren Teams erstmal nicht direkt die große Rolle spielen und sich ins Gesamt-Konzept einfügen müssen. Vertrauen brauchen sie trotzdem oder sie trauen sich nichts mehr und glänzen dann woanders wieder mit ihren Fähigkeiten - bei Trainern, die verzeihen, entwickeln und vertrauen können.


    Es bräuchte zur neuen Saison dann eben wieder einen RL und einen RR, die über eine Abwehr drüber bzw aus 9-10 Metern treffen können und dazu müsste Wiegert diese Option auch selbst wollen.

    Bei der aktuell beschränkten Torgefahr aus der Distanz wird es auch für die Kreisläufer nicht besser. Mit einer ordentlichen 6:0 hat man das SCM-Spielsystem doch im Griff.

    Alles Dinge, die seit Jahren immer wieder auf der Hand liegen.

    Wiegert müsste wollen. Die Jahre zeigen, dass er zu sehr an seiner Philosophie festhält und dadurch eben auch Fehler nicht erlaubt sind.

    Er ist kein schlechter Trainer, aber aktuell niemand, der mit seiner Mannschaft nicht in die Top3 vorstoßen kann, wenn Kiel, Flensburg und die RNL nicht schwächeln. Da wird er mit seiner Art auch nicht mehr hinkommen, außer man kauft die entsprechenden Charaktere zusammen.

    Solange man halt damit leben kann, um Platz 4 bis 5 zu spielen und auf Ausrutscher zu hoffen, ist er haltbar. Interessant wird es, wenn gewisse Spieler nicht mehr da sind, wer dann die neuen Spieler wären und wie diese die Lücken füllen könnten - oder dann auch nicht und man sich dann an solche Ergebnisse wie in dieser Saison wieder öfter einstellen kann.

    Für das, was er spielen will, hatte Wiegert in den letzten Jahren einen Kern zusammen, der dann auch über die Länge einer Saison die Ergebnisse liefern konnte, aber eben auch regelmäßig an den ganz großen einzelnen Dingern regelmäßig gescheitert ist.

    Es ist halt nicht schlecht, was er macht und da gibt es nicht viele Trainer, die aktuell mit dem SCM wohl weiter kommen würden. Aber es fehlen die letzten Prozente, um mal größere Wettbewerbe zu gewinnen oder mal in die CL zu kommen.


    Zur Torwart-Lage:

    Ob hier irgendein Torwart irgendwelche Statistiken bestätigen kann, wird man abwarten müssen, wen er erstmal mit dem großen Tomas S. zusammen arbeitet. Thulin von der Körpersprache und der Aktivität im Tor eine Enttäuschung. Würde er dann nächste Saison einfach mal in Hannover spielen, wäre er da dann aber vermutlich auch besser als Lesjak hier.

    Bei Lesjak wäre ein bisschen die Hoffnung, dass er mal ein bisschen die Spielweise der Balkan-Keeper hier her bringt und dann wirklich mal eine Alternative zu Green werden kann, der von Bundesliga-Top-Torwart eben auch ein Stück weit entfernt ist.


    Glückwunsch an Musche. Durch die starken Leistungen im Verein hat er sich wieder in den erweiterten Kader der Nationalmannschaft gespielt.


    Erweiterter Kreis hilft uns hier nicht weiter. Der muss in der Nationalmannschaft spielen. Dann muss Wiegert wegen der Belastungssteuerung Mertens bringen und dann läuft das hier auch.

    Da soll Alfred es machen wie Jogi: In der Nationalmannschaft Leute spielen lassen, die sich für ihre Vereine empfehlen müssen. Musche braucht doch auch mal wieder ein Erfolgserlebnis.

    Der Systemfehler geht also wie gewohnt weiter: Mach den Atemlosen (h)armlos und du hast die halbe Miete gegen den SCM.


    Stuttgart hat Damgaard sehr gut verteidigt, vom Rest war, wie gewohnt, nichts zu sehen. Es gibt niemanden, der dann in die Bresche springt.

    Hast du vorne dann noch einen halbwegs ordentlichen athletischen Rückraum, schießt du die Abwehr halt kaputt.

    Und wenn doch mal einer den Ball langsamer werden lässt, steht da immer noch ein Green im Tor. Steht. Mehr nicht. Mindestens drei Kullerbälle gingen ins Tor, die jemand, der auf dem Niveau im Kasten steht, mit einem gewissen Reaktionsvermögen auch noch fischen hätte können. Da braucht man auch nicht den Torwart wechseln sondern sollte man den Torwarttrainer wechseln. Vielleicht laufen auf dem Balkan welche rum. Wenn man sich da manche Keeper anguckt, kann man vielleicht erahnen, was die dann aus durchtrainierten Jungs rausholen würden...

    Es fehlt jemand, der als Plan B mal mit Größe und Athletik aus 9-10 Metern wirklich einfache Tore macht. Damgaard wurde gut genug abgemeldet...

    Der BHC und der TVB haben es vorgemacht. Mal wieder.

    Dazu dann halt einige Spieler, die in solchen Spielverläufen zu viele schlechte Entscheidungen treffen, wie den Torhütern paritätisch die Bälle in die Hände zu legen. Aber auch andere waren wieder kurz vorm Kopf-verlieren...

    Der Abgang wird charakterlich weh tun. Er ist der einzige, der, wenn es mal drauf ankommt, wirklich auch als Krieger nach außen auftritt und auch wirklich bis zum Schluss an allen Ecken und Enden ackert. So jemand kann eine Mannschaft eben auch tragen, ohne der technisch beste Spieler in der Mannschaft sein zu müssen.

    Die charakterliche Lücke müssen dann andere erstmal füllen.

    Für ihn nur das Beste in der letzten Saison hier und auf dem weiteren Weg!

    Damgaards größte Stärken werden durch seinen Körperbau sicherlich auch gut unterstützt. Er ist ja im Vergleich auch sehr explosiv und lebt von seinem Armzug. Mit diesen Voraussetzungen und bei den Teams in denen er war, war er schon allein im Angriff unverzichtbar und es gab sicherlich immer andere Spezialisten, die größer, körperlicher und erfahrener in der Abwehr waren. Er brauchte das vermutlich nie so wirklich. Perunicic war da schon für beide Seiten absolutes Gardemaß, allein daher hinkt auch der Vergleich.

    Damgaard hat in den Jahren ja auch gelernt, eine Mannschaft auf dem Feld mit seiner Torgefahr zu tragen. Wie er hinter den Kulissen innerhalb der Mannschaft wirkt, bleibt nur Vermutung. Perunicic in seiner SCM-Zeit hatte ja auch schon viele Jahre Erfahrung auf höchstem Level.

    Beim Vergleich kommt zum Unterschied kompletter Handballer gegen reiner Angriffspieler auch noch hinzu, dass Perunicic vermutlich auch auf psychischer Ebene noch mehr in so eine Titel-Mannschaft rein bringen konnte.

    Es wäre bei Damgaard auch eine Frage, wie gut er in einer ausgeglichen stark besetzten Mannschaft funktionieren würde. Hier hat er inzwischen wieder viele Freiheiten, weil er der wichtigste - einzige - Schütze ist und man eher kaum in die Schranken weist. Nach seiner Verletzungsphase als er sich diesen Status erst wieder erspielen musste, blitze es auch ab und an mal durch...

    Hätte man statt einem Perunicic einen Damgaard in der 2000-2002-Besetzung gehabt, hätte man die Titel eher nicht gewonnen.

    Das sind eben unterschiedliche Typen zu unterschiedlichen Zeiten in unterschiedlichen Teams. Damgaard brauchen wir heutzutage trotzdem.

    Ich bin bei der SCM-Mannschaft einfach danach gegangen, dass diese 6 Feldspieler die Kern-Mannschaft für die größten Erfolge im genannten Zeitraum waren. Da Fritz solch ein Jahr in der Meisterschafts-Saison und dem EHF-Cup hatte, würde ich ihn da auch an erste Stelle setzen, wenn er auch nur noch diese Saison im "Vergleichszeitraum" hatte.

    Tkaczyk, Jurecki, Damgaard hätten auch die Erwähnung verdient, aber wie gesagt: Meisterschaft und CL-Titel ragen da heraus, auch wenn die Zeiten vielleicht insgesamt noch andere waren und man es heute nicht mehr mit nur 6 starken Feldspielern solche Erfolge schafft.

    Beim SCM aufgrund der gewählten Zeitspanne wohl recht einfach, außer im Tor:

    LA: Kretzschmar
    RL: Perunicic
    RM: Kuleschow
    RR: Stefansson
    RA: Abati
    KM: Kervadec

    Im Tor gab es in den 20 Jahren mehrere Leute, die im SCM-Tor bei so einer Auswahl, auf die SCM-Zeit bezogen, eine ähnliche Stufe haben. Wenn es nach den Titeln in der Zeit ginge: Gaudin vor Bitter.

    Wer bin ich?

    - Ich war in 2 Ländern aktiv.
    - In beiden Ländern wurde ich jeweils ein Mal nationaler Meister.
    - In meinem Heimatland war ich als Erwachsener bei 4 Vereinen unter Vertrag und wurde mit jedem Pokalsieger.
    - Ich spielte in 2 Vereinen mit Francois-Xavier Houlet zusammen.
    - Bevor ich nach Deutschland wechselte, war ich bereits Weltmeister.
    - In Deutschland war ich nur für einen Verein aktiv. Auf Vereinsebene gewann ich nur dort internationale Wettbewerbe - insgesamt drei Titel, einen davon doppelt.

    Beuger, darf ich deinen verwandelten Matchball aufgreifen?

    Wer bin ich?
    - Ich habe bei Olympia eine Medaille gewonnen
    - Ich habe zusammen gespielt mit Igor Vori, Daniel Narcisse, Lasse Svan und Nikolas Katsigiannis
    - Mit den insgesamt 2 Deutschen Vereinen bei denen ich aktiv war, konnte ich einen internationalen Vereinstitel gewinnen
    - Aktuell spiele ich wieder in meinem Heimatland

    Ich hoffe, es ist nicht zu schwer.

    Ásgeir Örn Hallgrímsson

    Wiegert spielt eben im Rückraum ein System, dass drei Spielern liegt.

    Dieses System steht auf sehr wackligen Füßen: Wir gewinnen solange die Spiele, solange das System greift:

    - Solange also der eigentliche Kern-Spieler dieses Systems fit ist
    - Solange dieser Spieler hin und wieder mal eine Entlastung vom RR bekommt
    - Solange die Gegner dieses System zulassen


    Bei einer Euphorie über Platz 3 muss man eben auch mal betrachten:

    - dass viele Spiele eher enger waren als es der dritte Platz vermuten lässt
    - man eben dabei auch Spiele mit komfortablen Vorsprung gehörig verkackt hat oder es unnötig eng werden ließ
    - gegen die gleiche Art von Gegnern immer wieder schlecht aussieht
    - keine Entwicklung auf die Zukunft ersichtlich ist für eine Zeit, in der die jetzt systemrelevanten Spieler nicht mehr da sind


    Sicherlich ist der Erwerb einer HBL-Trainer-Lizenz kein Pappenstiel und sicherlich gibt der wiederholte dritte Platz Wiegert mit der Wahl seines hauptsächlichen Systems erstmal recht. Trotzdem herrscht in der Weiterentwicklung im Großen und Ganzen eben Stillstand. Es geht ja auch nicht darum, ein erstmal erfolgreiches System komplett über den Haufen zu werfen. Es geht darum, dass hinter diesem Plan A noch immer kein Plan B kommt.


    Mit Steinert und Kuzmanovski musste man eigentlich davon ausgehen, dass man mal was sieht, was in diese Richtung geht. Unabhängig davon, wie gut die beiden ihre Stärken hätten nutzen können, gab es ja nicht mal eine erkennbare Erweiterung des System um die Möglichkeiten, die diese beiden Spieler eigentlich mitgebracht haben.

    Der eine spielte jahrelang in der HBL, den anderen hatte man mindestens 2 Jahre in Beobachtung. Da muss man doch wissen, was man sich da für Charaktere holt. Selbst wenn man mal ein Konstrukt spinnt, dass ein 23-jähriger in seiner ersten Auslandsstation mit den erhöhten Anforderungen und einer anderen Umgangsart nicht zurecht kam, ist da noch immer einer auf der anderen Seite, der keinen Auslandsaufenthalt in einer möglicherweise total fremden Umgebung hat und seit Jahren die Anforderungen gewohnt ist.

    Und entweder hemmt der sich selber oder er darf es nicht. In beiden Fällen wäre der Trainer gefragt. Es sieht aber eben auch aus der Zuschauersicht so aus, als dürfe er eben nicht. Dass aus der Vorgabe und Denkweise "Mach bloß keine Fehler" dann auch nochmal ein selber zurücknehmen resultieren kann, ist auch nachvollziehbar.

    Es hat also entweder das Scouting versagt, dass hier Spieler geholt wurden, die den Anforderungen nicht gerecht werden konnten (technisch oder charakterlich) oder die Spieler hätten helfen können, dürfen aber nicht, weil der Trainer nur eine Spielphilosophie kann.


    Der schönste Handball war dann mal 3 Monate letzte Saison als mit Lagergren das fehlende Puzzle-Stück auf RR dazu kam, um den Rückraum mal gut aussehen zu lassen. Das war nach 3 Monaten aber auch vorbei, da die Gegner sich drauf eingestellt hatten - hauptsächlich auch die erste und zweite Welle zu unterbinden. Auch damals, selbst in dieser kurzen Hochphase, sah es schon bescheiden aus, wenn dann der Rückraum wirklich mal in den normalen Spielaufbau musste.

    Es gab jetzt in den ersten beiden Spielen mit Smits auch endlich mal wieder so ein kleines Leuchtfeuer als ein endlich wieder ein RR mitgespielt hat, der keine Hemmungen hatte, auch von seiner Position aus Druck zu machen. Er war also eigentlich erstmal eine Verstärkung.

    Jetzt musste sich wohl auch Smits anpassen und diese Erfrischung von RR fehlt jetzt wieder, sodass jetzt selbst Lagergren wieder spielt.

    Statt einen kleinen, flinken, ballsicheren Rückraum um 1 oder 2 Schützen für einfache Tore zu unterstützen, entwickelte sich das Spielsystem im Angriff in letzter Zeit wieder in die Richtung "6 Leute stehen auf dem Feld, weil die Regeln es so fordern, und Mika muss den Rest machen."


    Es gibt sicherlich nicht viele Trainer, die in der HBL mehr erreichen könnten als Platz 3, aber es gibt sicherlich trotzdem ein paar Kandidaten, die aus unseren Mitteln mehr heraus holen könnten.

    Man kann ja auch mal in den Raum stellen, dass unser Stamm-Rückraum so gut ist, dass diese Gruppe selbst auch dann funktionieren und eine Mannschaft sogar auf Platz 3 der HBL tragen kann, wenn vom Trainer keine großen Impulse zu Spielideen kommen. Das kaschiert dann eben auch ganz gut, wenn der Trainer mal kein "Genie" ist und begründet dann eben auch, dass andere Spieler, die nicht direkt in diese spielstarke, sich selbst tragende Gruppe klicken, von vornherein keine Chance haben. So kann man sich als Trainer auch auf diese Gruppe verlassen und es ist bequem, wenn nicht auffällt, dass man hier und da selber Defizite hat...

    Es ist eben auch nicht zwingend Wiegert als Trainer verantwortlich dafür, dass wir auf Platz 3 stehen.

    Faktum bleibt eben auch, dass Wiegert keinen Rückraumspieler nachhaltig ins Spielsystem integrieren konnte.

    Wenn ein Neuzugang hier in einer Begrüßung liest, dass er Wunschspieler sei, sollte er ne Kuscheldecke und einen Anschlussvertrag mitbringen.

    Es ist vollkommen egal, ob und wen der Club jetzt vielleicht verpflichtet. Der Spieler kann noch so eine Vita haben, er wird hier nicht zünden. Da könnten selbst Hansen oder Duvnjak auf dem Trikot stehen.

    Wenn ich das richtig sehe, wird Patrail ja frei und Kuzmanovski kann in Hannover genau die Lücke schließen, die ein Abgang von Patrail reißen würde. 31, vielleicht ein bisschen groß, Schulter-Vorgeschichte, hat Bart. Passt.

    Allein, dass der Verein den Spieler so schnell und einfach ziehen lässt, zeigt ja auch, dass der Verein kein Interesse mehr an dem Spieler hat... Kuzmanovski spielt also tatsächlich nur mal vorne, weil jetzt alle 3 Tage ein Spiel ist...