Diddi,
ich bezog (und beziehe) meine Aussagen auf die Haupt-/Trikotsponsoren. Dort geht es grob im Wesentlich um die Awareness, Medienpräsenz und Kontakte. Deswegen ist die Telekom bei Bayern, weil sie für viel Geld noch mehr Awareness (Markenbekanntheit) bekommt. Ausgedrückt in sog. Kontakten. Die kann man zigfach gewichten, analysieren, etc. Deswegen sind diese Unternehmen auch im Fussball und nicht im Handball (also die Zentralen, nicht die örtlichen Niederlassungen), weil sie dort viel mehr erreichen und runtergebrochen auf die Einheit TKP (Tausenderkontaktpreis) sogar viel weniger bezahlen müssen. Erst dann kommt sowas wie Symphatie, Fanmunity, etc.
Im Vergleich Fussball zu Handball ist das Verhältnis TKP so grob bei 1:6 (das schwankt von Club zu Club, von Region zu Region und von Jahr zu Jahr, aber tendenziell ist das so). Allerdings ist nicht nur der Preisvorteil zugunsten des Fußballs sondern auch die schiere Größe. Selbst wenn der THW die CL gewinnt, hat er weniger Medienkontakte als ein unterdurchschnittlicher Zweitligist.
Beim VfL deutlich weniger, das Verhältnis war aus VfL-Sicht mal günstiger (man erinnere sich mal an den bundesweiten Medienhype der drohenden Untergänge bei Maxima 97 oder 2000, oder die Weltrekordspiele in der Kölnarena). Aber mittlerweile hat der Markenwert VfL deutlich nachgelassen, jetzt ist es "nur noch" ein Traditionsclub der regelmäßig seine besten Spieler abgeben muss, nicht mehr sehr viel vor Großwallstadt oder Göppingen. Die (Medien-)Öffentlichkeit hat sich eben an den Durchschnitt gewöhnt.
Und der VfL hat soviel, viel zuviel von "Sponsoren" bekommen, deutlich über dem Marktwert. Und dieses hat auch zu diesen Fehleinschätzungen in den letzten Jahren geführt. Man war ja regelrecht geschockt, dass nach den (zuvielen) rund 700K von der Tui Eaton nur die Hälfte bezahlt hat (und auch das war sehr gutmeinend marktgerecht). Der VfL spielt eben nicht mehr um die großen Titel, er spielt auch nicht mehr vor 18000 Zuschauern, sondern vor 1800, und ernimmt auch nicht (fast regelmäßig berechenbar) an den einzig noch medienträchtigen Events im Handball teil (final4, CL).
Und das wird sich auch nicht mit der neuen Halle ändern. Das ist der eigentliche Kardinalfehler, dass man nach dem Gau immer in Köln zu spielen ab 2005 keine Etatanpassung vorgenommen hat, keiner der GF und auch kein AR. Und der neue Etat ist wieder mit 4,2 kalkuliert. Warum das geht? Weil wieder einige viel zuviel bezahlen. Und wenn einer von denen ausfällt, ist der eben nicht zu kompensieren (vergl. bitte Essen mit der Post/dann Weinerplan, Nordhorn mit Rigterink, früher gab es noch andere Beispiele, wie Niederwürzbach, Schwabing, etc. Immer das gleiche fehlerhafte/risikobelastete Prinzip).
Daher muss der VfL etwas finden, was dieses Geld verlässlich einbringt. Denn bei aller angesagten Bescheidenheit: Ein VfL der mit angepassten Etat zwischen Platz 18 und 12 spielt, wollen im Schnitt keine 1000 Zuschauer sehen. Und eine neue Halle allein reisst das auch nicht raus. Von der Infrastruktur wäre der VfL damit immer noch hinter Wetzlar! Nur, das in Wetzlar Begeisterung (und Insolvenzgefahr) ausbricht, wenn es auf Platz 10 zugeht. Und hinter RNL, THW, HSV, den Füchsen, Göppingen, Flensburg, Lemgo, Hannover, Magdeburg, ohnehin.
Man hat dann eigentlich nur den Standard in der BL, nicht mehr, also kein Grund zu Jubelarien.