Schon erstaunlich, dass immer wieder dieselben - neuerdings mit 6-Fragekatalog inkl. patzigen Antworten im Anschluss - immer wieder die gleichen Themen aufrufen, obwohl x-Mal durchgekaut und sowieso meistens inhaltlich nicht verstanden. Googeln und Wikipedia-Recherche sind nun mal nicht das einzig Wahre.
Inwieweit man jetzt schon viele Jahre in Betrieb befindliche Satelliten spotbeammäßig genau anpassen kann, weiß nur der Hersteller und Betreiber. Und das gleiche gilt für künftige Generationen. Die Satellitenhersteller konkurrieren und geben sicherlich keine Interna an Googler preis.
Ein genau 100%iges Abbild eines Landes in solch einem Beam unterzubringen, scheint zumindest kurz- und mittelfristig schwer möglich. Da müsste man länderspezifische Transponder mit allen geographischen Ecken und Kanten in der Ausleuchtzone in dem jeweiligen Beam integrieren und bauen. Und das dann für jedes Land separat. Ob das jetzt technisch machbar ist, wissen ebenfalls nur die Hersteller. In der Zukunft bestimmt, aber nie 100%ig.
Die neuen Satellitengenerationen haben sicherlich genauere Spotbeam-Möglichkeiten an Board, aber ob diese den Wünschen von AL Jazeera entsprechen, darf bezweifelt werden.
Die Frau Wille hat das schon richtig beantwortet; momentan besteht schon aus Prinzipiengründen keine Veranlassung für eine Verschlüsselung und schon gar nicht auf Grund einer Handball-WM. Die ÖR nutzen jetzt logischerweise den medialen Handballhype, der bald verflogen sein wird, um ihre Interessen durchzusetzen. Klug wäre strategisch vorzugehen. Als erstes erweitert man kurzfristig die Free-TV-Liste im RStV. Dies könnte und müsste man bei Einigkeit schnell machen. Danach wartet man im nächsten Schritt ab, wie sich sein Gegenüber bspw. bei der Vergabe für 2017 verhält und wie es in dieser Hinsicht rechtemäßig nach 2017 weitergeht. Diese Zeit kann auch im Hintergrund genutzt werden, um eventuell folgende Verschlüsselungsszenarien durchzuspielen (u.a. auch mit Geräteherstellern) und vorzubereiten.
Die Mehrheit philosophiert auch immer nur über die finanzielle Belastung einer Verschlüsselung - die wäre sicherlich sehr hoch, aber einmalig inkl. immer wiederkehrender Kosten zu stemmen. Zur Not schichtet man um. Die ins Spiel gebrachten 30 EUR pro Anschluss für die Inbetriebnahme sind vielleicht gar nicht so unrealistisch.
Die Logistik und die Wünsche der Nutzer kommen aber vollkommen zu kurz. Es müsste eine längere "Vorlaufzeit" geben. Von heute aus gesehen mindestens drei Jahre; also frühestmöglicher Verschlüsselungs-Beginn 2019. Was passiert mit denjenigen, die sich finanziell nicht schon wieder neue Hardware anschaffen können, weil ihre jetzige nicht kompatibel ist und es schon zwei Umstellungen gab? Bei großen Umstellungen ist man für eine gewisse Zeit immer zweigleisig gefahren (analog/digital/HD & DVB-S/DBV-S2), um keinen auszuschließen. Das wäre jetzt aus mehreren u.a. Kapazitätsgründen nicht ganz einfach. Verschlüsselt man nur ARD/ZDF oder alle ö.-r. Sender? Und so weiter.
Und diesen Aufwand nur, um einer arabischen Heuschrecke, der es primär nicht ums Geld geht, zu helfen, ihre fragwürdigen Interessen durchsetzen. Bestimmt nicht.
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Also mal rein theoretisch gedacht, könnten die ÖR, wenn sie für die Zukunft eh mit einer zwangsweisen Verschlüsselung auch im Fußball durch die Rechteinhaber rechnen, allen deutschen Haushalten, die ihre Sender via Satellit empfangen, kostenlos (bzw. durch die GEZ finanziert) ein entsprechendes Empfangsgerät samt Verschlüsselungskarte aushändigen. [...]
Das ist ja nun, bis auf den Fall der finanziell Eingeschränkten, der allergrößte Mist. Die Leute haben ihre Gerätschaften und wollen nicht noch Zweit- oder Drittgeräte im Stile von Murdoch oder AL Jazeera in ihrem Wohnzimmer oder wo auch immer stehen haben. Mal ganz abgesehen von der schon erwähnten Problematik der vielen Geräte, die heutzutage ein Haushalt meistens hat.
Die Ösis und Schweizer brauch(t)en Jahre, um aus Updategründen ihre Karten zu tauschen.