Die „YoungsterS“ kommen
Spitzenspiel gegen SC Magdeburg II / „Weiße Westen“ stehen auf dem Spiel
Wieder einmal wird die Sporthalle in Coburg aus allen Nähten platzen. Am Sonnabend um 16.00 Uhr gastiert der verlustpunktfreie Spitzenreiter SC Magdeburg II beim Tabellenzweiten HSC 2000 Coburg Neuses zum Schlagerspiel und wird alles daran setzen, seine weiße Weste zu verteidigen. Ein Lob gilt dem Spielplangestalter, dass es gerade zu diesem Zeitpunkt, in der fussballarmen Zeit, zu diesem Highlight kommt, auch wenn die Handball-WM ihm fast noch einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte und das Spiel zunächst verlegt werden sollte.
Doch kurzfristig haben die Magdeburger dann doch ihren Antrag zurückgezogen, so dass die Partie, für die die Sitzplätze seit Beginn des Jahres schon vergriffen und nun auch keine Stehplatzkarten mehr erhältlich sind, doch stattfindet, zur Freude aller Handballfans in Coburg Aber auch wenn es sich um die Partie zwischen den beiden Führenden der Tabelle handelt, darf man nicht vergessen, dass beide Teams sieben Punkte trennen und die Magdeburger ein Spiel weniger ausgetragen haben, der HSC ist derzeit lediglich die Nummer Eins vom Rest der Liga und somit in der Außenseiterrolle. Doch gegen die Bundesligareserve haben die Coburger noch offene Rechnungen zu begleichen, meist sehr gut gespielt, die Partie dann aber in wenigen Minuten abgegeben, sieht man vom schwachen Hinspiel ab. Die Magdeburger sind die einzige Mannschaft, gegen die der HSC in den drei Jahren Regionalliga noch keinen einzigen Punkt erzielen konnte und nun hat man wohl die allerletzte Gelegenheit, diesen „weißen Fleck“ auf der Landkarte im doppelten Sinne zu „besudeln“, denn es wären auch die ersten Verlustpunkte für den SCM in der laufenden Saison. Allerdings haben auch die Coburger eine „Arielreine“ Weste zu verteidigen. Seit der letztjährigen Niederlage gegen den gleichen Gegner Ende März sind sie in eigener Halle ohne Verlustpunkt. „Die Spieler freuen sich auf diese Partie, die Motivation ist hoch und die Stimmung nach dem Potsdam-Spiel natürlich auch. Wir erwarten die beste Mannschaft der Liga, dort spielen die besten Nachwuchstalente Deutschlands, die 2007 vielleicht mit nach dem WM-Titel im eigenen Land greifen wollen. Die machen es einfach klasse und sind in diesem Jahr eine Klasse für sich. Das muss man einfach akzeptieren“, erklärt Schuhmann den besonderen Reiz dieses Spiels, dass seit Wochen im Blickpunkt des Sportinteresses in der Region steht. Für ihn sind die Magdeburger bereits durch, wollen aber wohl auch am Ende der Saison die Null stehen haben. Von der Konstellation her scheint diese „Null“ nun beim HSC am meisten gefährdet, sind die Coburger neben dem SCM II die einzige Mannschaft, die in eigener Halle noch ohne Verlustpunkt ist, führen die Heimtabelle derzeit sogar an.
Und die Magdeburger scheinen, trotz ihrer personellen Übermacht mit einigen Nationalspielern, so etwas wie Respekt vor dem HSC zu haben. Das zeigte schon das Hin und Her um die geplante Verlegung. Nach eigenen Angaben haben sie erst am Montag in der Bördelandhalle ihr erstes Mannschaftstraining in diesem Jahr absolviert. Andreas Rojewski und Markus Richwien kamen dabei von ihren DHB-Einsätzen aus Russland zurück, auch Ronny Liesche trainierte nach einer Erkältung wieder. SCM-Coach Harry Jahns: “Wir gehen aus dem Kaltstart in das Spitzenspiel.“ Doch das dürfte nur Understatement sein. „Das hat bei der Mannschaft überhaupt nichts zusagen, die wissen was sie können“, so Wolfgang Schuhmann, der eine Niederlage nicht als Beinbruch ansieht. „Wenn wir gewinnen wollen, müssen wir das nötige Glück haben und dürfen uns keine Schwächephase leisten.“ Denn auch er weiß, dass es meist nur wenige schwache HSC-Minuten waren, die die Magdeburger eiskalt und abgebrüht ausnutzten, trotz ihrer doch sehr wenigen Handballlenze. Da ist dann das Publikum gefordert, Schuhmann wünscht sich ein Anpeitschen bis zum Abpfiff, unabhängig vom Ergebnis: „Bis wir in Konkurrenz mal wieder gegen Magdeburg spielen wird wohl eine ganz schön lange Zeit vergehen. Schon deswegen sollten alle, Spieler, Betreuer, Zuschauer dieses Spiel einfach auch richtig genießen, egal was am Ende dabei rauskommt.“
HSC 2000 Coburg Neuses (Aufstellung): Howard Martinsen, Stefan Apfel – Felix Lobedank, Michael Häfner, Daniel Pankofer, Stefan Fladt, Martin Schmidt, Andreas Ißle, Jens Pussert, Florian Lendner, Benjamin Riffiod, Daniel Baumgarten.
Quellle: http://www.hsc2000.de