Wie ich schon einmal geschrieben habe, ist die Dicke (neben der Dichte und Verbindungsfestigkeit) der Knorpelschicht entscheidend. Einfach gesagt verhält es sich wie dein Bankkonto, je mehr drauf ist (und strapazierfähig der Knorpel) desto besser ist es. Da man keine Kontrolle hat, weiß man nicht genau wie viel Reserven du angereichert hast. (Später geht es hier noch weiter)
Dass keine zusätzlichen Schäden vorhanden sind und Du ein X-Bein hast, ist dies in deinem Fall als sehr gut zu bezeichnen. Durch das X wird dein Körpergewicht mehr über die Außenseite „auf den Boden“ übertragen und damit deine Reserven auf der Innenseite geschont. Ein spezielles „Achsentraining“ hat meines Erachtens hierauf keinen grossen Einfluss. Ggf. können –wenn nötig/Schmerzen- Schuheinlagen die Achse noch mehr beeinflussen.
Es gilt die Reserven weiter zu schonen, da das Tissueengeniering meines Wissens noch keine stabilitätsoptimierten Knorpel“platten“ entwickelt hat. Das bedeutet, dass Dir eine mehr oder weniger flüssige Masse aus Knorpelzellen unter eine Schutzmembran eingebracht wurde. Diese flüssige Masse muss sich erst einmal wieder zusammen finden. Wie stabil (über die Zeit) die Knorpelzellen untereinander vernetzen und einheilt, ergibt zusammen mit der Dicke des Regenerats deine Reserven. (Später geht es hier noch weiter)
Auch solltest Du den Dehnungszustand der gesamten Beinmuskulatur optimieren, um den Druck von Gelenk zu nehmen. Auch zuviel Körpergewicht sollte vermieden werden. Die Muskulatur sollte vor allem in Richtung Propriozeption und Koordination verbessert werden, damit das Kniesystem schnell und optimal auf veränderte Situationen reagieren kann und somit die Knorpelzellen vor einer Überbelastung schützt.
Die Knorpeltransplantationen sind teuer, da die Zellen nach Entnahme aus Deinem Knie im Labor vermehrt werden müssen und in einer zweiten Operationen reimplantiert werden. Meist sind die Fallzahlen der einzelnen Studien klein, so dass hieraus keine unzweifelhaften Endschlüsse gezogen werden kann. In einer neueren Metaanalysen (wissenschaftliche Zusammenfassung der Arbeiten über ein Thema über mehrere Jahre) resümierten die Autoren an überblickten 460 Patienten mit „autologous and matrix assisted chondrocyte implantation demonstrated both 'good to excellent' histological results and significant improvement in clinical outcomes„ (The present state of treatments for articular cartilage defects in the knee.Perera JR, Gikas PD, Bentley G., Ann R Coll Surg Engl. 2012 Sep;94(6):381-7 Review). Einschränkend muss jedoch gesagt werden, dass in den zugrundeliegenden Arbeiten meist nur ein kurzer Zeitraum von ca. 5 Jahren überblickt wird. Dies liegt daran, dass die Methoden einfach erst vor 5 bis 10 Jahren erst so richtig angewendet werden. Grundsätzlich scheint sich jedoch die Matrix assoziierte Chondrogenese durch zu setzen. Hier werden in den freiliegenden Knochen (=Knorpelschaden Grad IV) kleine Bohrungen/Löcher gemacht und mit einer Kollagenmembran gedeckt. Das Anbohren des Knochens macht man schon seit Jahrzenten (=Bridie-Bohrung oder Mikrofrakturierung). Die Deckung mit einer Mebram ist jedoch neu. Die aus deinem Knochenmark austretenden, eigenen Stammzellen im Blut werden so vor Ort gehalten und bilden vor Ort eine „neue“ Knorpelschicht, den man Regeneratsknorpel nennt. Die Ergebnisse sind wohl so gut wie bei der Transplantation. Es muss jedoch nur einmal operiert werden und die Gesamtkosten sind auch viel tiefer. Wie gesagt, gibt es keine Langzeitergebnisse. Die American Association of Orthopedic Surgeons schlägt sogar vor Läsionen <4cm nur mit Mirkofrakturierung zu behandeln (Evidence-based therapy for cartilage lesions in the knee - regenerative treatment options, .Proffen B, von Keudell A, Vavken P., Z Orthop Unfall. 2012 Jun;150(3):280-9. doi: 10.1055/s-0031-1298387. Epub 2012 Jun 21. Review. German). Dies wohl auch unter dem Hintergrund, dass man sich die Volkswirtschaft/-versicherung die Masse an teuren Behandlungen schlicht weg nicht leisten kann und die anderen Methoden auch gute Ergebnisse erzielen. Nach dieser zusammenfassenden Arbeit gibt es jedoch noch keinen einheitlichen Anhandlungsalgorhythmus für Knorpelschäden.
D.h. Du hast zwei Möglichkeiten: Ich will einfach Handball spielen, egal was dann noch –operativ- kommt. Oder Du schonst Deine Ressourcen und suchst dir kniegeeignete Sportarten. Egal welche Sportart Schmerzen und Schwellungsneigung sollten jedoch unbedingt vermieden werden, da diese eine Überlastung anzeigen.Gruss SLN