Hallo Zusammen,
eigentlich habe ich mein erstes Post in diesem Forum dem ersten HSG-Sieg widmen wollen, aber da hier so langsam der Eindruck entsteht, als bestünde der HSG-Anhang in der Mehrheit aus mutierten Fussball-, Eishockey- und Event-Fans, ziehe ich es ein wenig vor.
Jetzt ist Pfänder also auch offiziell demontiert, inoffziell ist er es schon, seit ihm Kay Rothenpieler als Mentor zur Seite gestellt wurde. Ich bin zu weit von der Manschaft entfernt, um mir ein Urteil über Pfänders Arbeit zu machen. Aber was hier an Pseudo-Argumenten aufgefahren wurde, um zu belegen, dass er der falsche Mann ist, ist schon bemerkenswert.
Ganz oben auf der Liste "Wir können ja 40 Minuten mithalten". Richtig, das gibt die Statistik her. Wann bitte sollen sich denn Eurer Meinung nach Spiele innerhalb einer Klasse entscheiden? Sie tun das überwiegend in dieser Phase. Bei der HSG kommt hinzu, dass sie in allen Spielen, die ich gesehen habe, immer ein größeres Risiko gehen musste, um Tore zu erzielen. Das ist gerade bei aufkommender Müdigkeit und nachlassender Konzentration ein Problem.
Vorwurf Nr 2 ist die Verpflichtung der falschen Leute. Über Rico Göde kann man durchaus streiten. Schmetz und Machulla werden meiner Ansicht nach zu Unrecht derart scharf kritisiert. Schmetz hat in der ersten Welle und die meiste Zeit auch vom Siebenmeterpunkt gut agiert. Machulla braucht von der Spielanlage her eine Abwehr in Bewegung. Holmgeirson ist der Spieler, der eine Abwehr zwingen kann, sich zu bewegen. Er hat auch das Potential, die Mannschaft in wichtigen Phasen im Spiel zu halten. Dafür müsste er allerdings auf dem Spielfeld stehen. Seine Verpflichtung war riskant und so, wie der Spielplan aussieht, wahrscheinlich ein Fehler. Ich bezweifle aber, dass es bessere verfügbare Alternativen gab.
Immerhin ist man so in einem Bereich Ligaspitze: Harmlosigkeit im Positionsangriff. Nicht so erstaunlich also, dass Pfänder auf eine stabile Abwehr und Tempohandball setzte. Das wird auch der Grund sein, warum Pfänder über weite Strecken nicht mit Wiegers und Pomeranz begonnen hat: Sie sind beide keine Verstärkung für die Abwehr. Pomeranz wird häufig, Wiegers immer A/D gewechselt.
Die enttäuschende Bilanz auf Basis dieser Argumente an Pfänder festzumachen, halte ich auf für ziemlich gewagt.
Ebenfalls kaum nachvollziehbar ist die Art, in der Franz Dressel hier kritisiert wird. Er dürfte großen bis größten Anteil daran haben, dass man sich hier überhaupt über Erstliga-Handball auslassen kann. Wenn tatsächlich Ahlener-Sponsoren-Gelder ausbleiben, wird er ein Versprechen brechen müssen: Das gegenüber den spielern, was ihre Gehälter angeht oder das gegenüber den Zuschauern, in Bezug auf die Heimspiele in Hamm. Für meinen Geschmack hat er richtig gewählt. Erst in den letzten Wochen agiert er ziemlich unglücklich. Was da an die Presse gelangt klingt mehr nach Aktionismus als nach klarer Richtung und hat zur Verunsicherung der Manschaft beigetragen. Die Öffentlichkeitsarbeit der Fusionspartner hat etwas von Sabotage.
Im letzten Spiel der letzten Saison herrschte in Hamm eine absolut positive Stimmung. Fast überall war zu hören, dass man sich auf eine Saison in stärksten Liga der Welt freut, egal, ob man die Klasse hält oder nicht. Heute ist die Begeisterung vergessen, die Unzufriedenheit auch in der Halle spürbar und das Verhältnis zwischen Anhang und Mannschaft abgekühlt, obwohl angesichts der Verletzungen kaum mit Punkten zu rechnen war. Das ist für mich enttäuschender als die Leistung der Manschaft.