@Hoelle-Sued:
Betrachte es einfach mal von der anderen Seite. Dass ein Richter das Abhören von Telefonaten genehmigt hat (meines Wissens ist nicht publik gemacht worden wessen Telefonate abgehört wurden) und auch nach der Anhörung der Spieler noch ausreichend Tatverdacht sieht um ein Verfahren einzuleiten und entsprechende Auflagen gegenüber den Spielern und Beteiligten zu verhängen, spricht für eine entsprechende Beweislast gegen die Beschuldigten. Nur weil bislang nur ein geringer Teil der Informationen an die Öffentlichkeit gelant ist bedeutet nicht, dass es nicht weitere Beweise und Indizien gibt. Auch die 1500€ von Nikola Karabatics Konto sind nur die bislang bekannte und zugegebene Summe.
Naja, mit solchen Annahmen bin ich extrem vorsichtig, dass wegen des Vorgehens auch genügend Beweislast vorhanden sein muss, dass weil's Staatsanwälte und Richter machen, die Sache halbwegs korrekt sein muss, dazu hab ich inzwischen viel zu viel erlebt. Und hier deutet so manches zwischen den Zeilen eben eher in die gegensätzliche Richtung, wie eben die PK des Staatsanwalts. Normal sagt man doch viel weniger weil es eben um ein laufendes Verfahren geht. Amateuerhaft war doch schon die Art und Weise vom Sonntag, dass die Spieler zwar erst nach dem Spiel "abgeholt" wurden, aber VOR dem Spiel schon Spielerfreundinen abgeholt werden, womit das entsprechende Spiel natürlich noch als "normal" bezeichnet werden kann.
Welche Telefonate abgehört wurden ist übrigens auch meines Wissens nicht bekannt.
Und ja, bzgl. der 1.500 Euro, bzw ähnlicher Umstände (Summen) beim Bruder Luka, so bleibt meine Kritik ja immer unter dem Vorbehalt der bisher genannten/bekannten Fakten, sieht die Wahrheit am Ende ganz anders aus und Nikola Karabatic könnten 25.000 Euro oder 50.000 Euro Wetteinsatz nachgewiesen werden, dann sähe alles natürlich ganz anders aus.
Zitat
P.S.: Da in Frankreich auf Wettbetrug wohl eine Freiheitsstrafe von 3 bis 5 Jahren steht, ist auch bei kleineren Wettsummen ein konsequentes Vorgehen der ermittelnden Behörden gerechtfertigt - egal ob der einzelne Spieler nun Initiator oder Mittäter ist.
Wenn ich das richtig verstanden habe geht es nicht um Wettbetrug, sondern um "Sportbetrug". Natürlich soll man auch bei Verdachtsmomenten ermitteln, aber eben im rechtlich einwandfreien Rahmen und ohne Leute zu schaden, bevor eine Schuldfrage auch geklärt ist.
Wenn es dann um Wettsummen geht, dann sind diese schon relevant, sogar extrem relevant, da es ja bei der Thematik "Sportbetrug" wohl fast nur um Indizien gehen kann und hier kommen eben die Wettsummen ins Spiel. Hätte Karabatic 10 oder 50 Euro auf Rennes gesetzt, würde hier irgendjemand was sagen, außer vielleicht unverständliches Kopfschütteln, dass er gegen eigene Spielkameraden wettet, wenn er verletzt fehlt? Das aber die 1.500 Euro für Karabtic wohl so viel ist, wie für viele von uns eben 50 oder 100 Euro, das wird schnell vergessen.
Und bzgl. eines Betrugs, egal ob sportlich oder auch sonst, es ist für mich ein großer Unterschied ob jemand Initiator oder Mittäter ist, bzw. evtl. sogar "Opfer" an anderer Stelle. Beim Fußball wurde das gerade bzgl. Wetten ja schon so genannt, dass junge Spieler bedroht wurden, bzw. noch "besser", Verandten oder bekannten gedroht wurden. Und gerade in diesem Fall, wo ein Großteil der kurzfristig festgenommenen Spieler nichtmal bei dem unter Betrugsverdacht stehenden Spiels gespielt haben, haben wir allein wegen diesem Umstand schon ein großes Fragezeichen! Dei verletzten Spieler können auf jeden Fall nicht mehr AKTIV/DIREKT betrogen haben, sondern max. indirekt beeinflusst haben oder eben "nur" Mitwisser gewesen sein. Sind dann von diesen Spielern wirklich nur solch kleine Summen gesetzt worden, dann wird's doch noch komischer.
Und die Summe von 1.500 Euro spricht doch nun wirklich weder für Initiator oder Mittäter, sondern eher für Mitwisser, also zumindest wenn Karabatic nicht zu viele Handbälle an den Kopf oder in die Glocken bekommen hat.
Warum haben die dann nicht mehr gesetzt, damit es sich wenigstens lohnt?
Warum lassen sie einen Barmanager richtig mitverdienen und holen sich auch noch nen weiteren Mitwisser mit an Bord?
Warum haben sie das denn nicht besser in Spielen gemacht, wo sie durch Mitspielen noch viel mehr Einfluss (Sicherheit) nehmen könnten?
Also so viel Dummheit auf der einen Seite, auf der anderen aber doch so weit denkend nicht selbst zu wetten, sondern die Wetten über Freundinnen und Co platzieren zu lassen? Und clever aufgeteilt in 100Euro-Tranchen sind die Wetten, bzw. zumindest Teile davon, auch noch?
Was mich bei dem Spiel auch noch interessieren würde, wie hoch waren denn hier die Wetteinsätze in anderen Ländern, vor allem Asien?