Im NDR kam die Meldung heute mit der Angabe, dass Bernd-Uwe Hildebrand das dem NDR bestätigt habe.
Beiträge von wintermute
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Original von Teddy
Und wie das mit Fredenbecks Inso-Antrag laufen soll, das wüsste ich ja schon noch gerne ... wenn das alles so okay ist, dann muss sich ja auch der HSV keine Sorgen darüber machen, wann der Inso-Richter das Verfahren eröffnet.
Aus meiner Sicht hat die HSV-Geschichte mit der Lizenz für diese Saison zu tun. Wird der Inso-Antrag eröffnet, wird die Lizenz für diese Saison entzogen und der HSV steht als Absteiger fest.
Die anderen bekommen keine Lizenz für nächste Saison und müssen deshalb in die Regionalliga.
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So, nun kann man natürlich trefflich spekulieren, was mit den Spielern der Mannschaften passieren könnte, die keine Lizenz bekommen.
Hier schonmal die ersten Namen:
Essen: Oleg Velyky, Viktor Szylagy, Crischa Hannawalg, Pino Torgovanov, Christian Rose, Michael Haaß
Wallau: Zoran Djordzic, Dominik Klein
Schwerin: Stephan Just, Marco Stange
Bitte ergänzen!
Und wer könnte sich als Abnehmer finden?
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Flens und Kiel suchen doch noch Verstärkung im Rückraum.
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Original von Micha
Meine Güte, und gerade Fredenbeck soll davon provitieren? Morgen sind wir klüger...
Auf jeden Fall wird auf der Fredenbecker Homepage schon der Klassenerhalt mit Feuerwerk gefeiert.
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Für Martin Schwalb würde die räumliche Nähe zu Wallau sprechen.
Ich glaube aber eher, dass Schwalb nach Gummersbach geht..
Bob nach Wetzlar wäre dann auch denkbar, wobei ich nicht weiß, ob ihm das jetzt großstädtisch genug ist.

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Das Abendblatt zum Thema Hanning. Das sieht mir doch ganz so aus, dass er nach Essen geht, wenn die die Lizenz bekommen und sich ansonsten unter den restlichen Angeboten (jetzt wohl auch sicher Gummersbach und Wetzlar) entscheidet:
ZitatStehender Applaus für Hanning
Hamburg - Bob Hanning mußte mehrmals schlucken, den Kampf gegen die Tränen gewann er schließlich. Der bewegende Abschied vor dem Magdeburg-Spiel versöhnte den ehemaligen HSV-Trainer mit seiner überraschenden Entlassung vor 20 Tagen. 12 000 Zuschauer in der Color-Line-Arena dankten dem 37jährigen mit minutenlangem stehenden Applaus und Sprechchören für seine Verdienste in den vergangenen zweieinhalb Jahren. "Mir lief es eiskalt den Rücken runter", gestand Hanning. Von HSV-Vizepräsident Dieter O. Jost erhielt er wie später die fünf scheidenden Spieler eine Armbanduhr mit HSV-Wappen und einen Bildband über Hamburg.
"Die Arbeit hier hat sich gelohnt", sagte Hanning ins Hallenmikrofon, "ich wünsche dem Verein in einer ruhigeren Zukunft viel Erfolg und viele Titel. Glück auf!" Es waren ehrliche Worte, denn bei allem verständlichen Groll über die Art der Trennung fließt bei Hanning weiter viel Herzblut für den Klub ("Mein Baby"), den er im vergangenen Jahr fast im Alleingang vor der Insolvenz und dem Zwangsabstieg rettete. Er scheiterte, weil ihm die Mannschaft nicht mehr zutraute, sie sportlich weiterzuentwickeln.
"Ich habe den Beifall genossen, er hat mich für vieles entschädigt", sagte Hanning beim Verlassen der Halle, "jetzt werde ich mit dem Thema hoffentlich emotional fertig." Das Spiel hatte er in der ersten Halbzeit neben dem HSV-Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Grollmann auf der Tribüne verfolgt, zur zweiten Hälfte hatte ihn Arena-Chef Uwe Frommhold in seine Loge eingeladen.
Bisher hat Hanning nicht entschieden, was er in der nächsten Saison machen wird. Er ist als Berater des Berliner Handball-Projekts (Reinickendorfer Füchse) im Gespräch, zudem hat er Angebote der Bundesligaklubs Gummersbach, Essen und Wetzlar. "Ich warte erst einmal die Lizenzvergabe ab", sagte Hanning. Neben Wallau-Massenheim bangt auch Essen um die Spielgenehmigung für die nächste Serie.
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Der HSV war heute bis zur 40. Minute absolut dominierend - eine der besten Saisonleistungen zu hause. Dann verlor man etwas den Faden und Magdeburg nutze das mit einer sehr kleinen und beweglichen Aufstellung (Grafenhorst, Atlason, Kretzschmar, Sprenger, Schöne, Theuerkauf) gut aus. Am Schluss hat man dann noch mal gut gekämpft und einen verdienten Sieg eingefahren. Svensson und Belaustegui haben bei ihren letzten Einsätzen in der Colorline überzeugt. Siniak und Rauh eher durchschnittlich.
Vor dem Spiel wurde Bob Hanning mit minutenlangen Standing Ovations vom Publikum verabschiedet.
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Wennn man sich die Ergebnisse genauer anschaut, muss man aber auch sagen, dass Vereine wie Flensburg, Hamburg, Magdeburg, und Kiel einfach sehr stark polarisieren. Sie sind in beiden Kategorien "Sympathie" und "Antipathie" ziemlich weit vorne.
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Original von härter_schneller
sagt wer? vielleicht ist das hier ja seine neue mannschaft....der napoleon kehrt triumphal zurück - wiederauferstehung des hamburger spitzen-handballs
Nein, diese Mannschaft braucht Bob nicht. Man hat mit dem neuen Trainer Ingo endlich den Aufstieg in die 3. Liga geschafft, wieso also schon wieder einen neuen engagieren.
Hier ein kleiner Ausschnitt aus einem Offenen Abschiedsbrief von Bob, der heute in der Mopo steht:
ZitatAus der Presse haben Sie entnommen, dass mich meine Demission zutiefst betroffen gemacht und ich schweren Herzens die lieb gewonnene Stadt Hamburg verlassen werde.
Außerdem sagte er gestern in der Bild, dass Essen und und die Füchse großes Interesse an seiner Verpflichtung haben. Darüberhinaus gibt es wohl noch drei weitere Angebote.
Bis jetzt hatte er ja immer gesat, dass er vorerst in Hamburg bleiben möchte.
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Laut Sport1 scheint es zwei Debutanten im Nationaldress zu geben. die beiden haben es sich in der letzten Saisonphase wohl auch verdient.
ZitatHermann und Klein vor Debüt
Das DHB-Team wird zum Ende dieser Spielzeit erstmals gegen eine Bundesliga-Auswahl antreten. Das DSF überträgt das Allstar-Game (31. Mai, 20 Uhr) live.
Bundestrainer Heiner Brand setzt dabei seinen Verjüngungskurs fort. Mit Rolf Hermann (Lübbecke) und Dominik Klein (Wallau-Massenheim) nominierte der 52-Jährige zwei Neulinge.
Nach dem Spiel steht für die deutsche Auswahl ein Lehrgang an, anschließend geht es zu einem Freundschaftsspiel nach Israel (5. Juni).
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Mal wieder was zum Thema aus der Mopo:
ZitatAlles anzeigen»Napoleons« Rückblick
DIRK HOFFMANNBob Hanning: Über zweieinhalb Jahre Handball in der Hansestadt
Am Sonntag wird Hamburg ein besonderes Handballfest erleben. Wenn der HSV im letzten Heimspiel gegen Magdeburg antritt (15 Uhr), werden in der voll besetzten Color Line Arena fünf Spieler und der ehemalige Trainer Bob Hanning verabschiedet. In der MOPO blickt der 37-Jährige, der den Klub mehrfach gerettet hat, auf seine zweieinhalb Jahre zurück.
Hannings kuriosestes Erlebnis: "Am Anfang war einiges unprofessionell. Als ich nach dem Krafttraining die Jungs laufen lassen wollte, hat sich ein Profi (spielt nicht mehr beim HSV, d. Red.) aufs Fahrrad gesetzt. Warum? fragte ich unseren Physio. Antwort: Der ist zu schwer ¼"
Hannings erste Begegnung mit Hamburgs Politik: "Ich traf eines Tages Senator Lange, der begrüßte mich mit den Worten: ¸Was kann ich für Sie tun, Napoleon?' Er besorgte uns dann die Hallenzeiten, die wir fürs Training brauchten."
Hannings aufregendster Moment: "Das erste Spiel gegen Magdeburg, die Arena ausverkauft. Da habe ich zu meinem Co-Trainer und Physio gesagt, los wir gehen da jetzt zusammen rein, allein traue ich mich nicht ¼ Nach dem hauchdünnen Sieg habe ich mich auf einen Zuschauersitz gesetzt und gedacht: Was für ein Potenzial hat diese Stadt und dieser Verein?"
Hannings kämpferischster Moment: "Zwei Jahre später, als der Klub vor dem finanziellen Aus stand, bin ich eines Abends in die menschenleere Arena gefahren, habe nachgedacht, wie es weitergeht. Und mich dann entschieden, gegen den Widerstand von außen weiterzukämpfen, bis dass der Tod mich vom Klub scheidet ¼"
Hannings unglaublichstes Erlebnis: "Vor einem Spiel hat Arena-Chef Uwe Frommhold die Mannschaftssitzung abgehalten. Damals hatten wir alle wieder monatelang kein Geld bekommen, keiner wusste, wie lange der Klub noch lebt. Frommhold appellierte, die Spieler sollten trotzdem auflaufen und alles geben, schließlich hätten die Fans Eintritt bezahlt. Und wenn es möglicherweise das letzte Spiel wäre, sollte man noch mal ein Handballfest zelebrieren. Wir gewannen dann übrigens gegen Flensburg ¼"
Hannings spannendstes Erlebnis: "Im letzten Final-Four-Halbfinale führen wir gegen Magdeburg mit einem Tor, die kriegen in der letzten Sekunden einen Siebenmeter. Ich konnte nicht richtig hingucken, aber auch nicht weggucken. Also habe ich auf den Videowürfel geschaut. Und dann hielt Goran. Ich wusste das aber vorher ¼"
Hanning über seine Spieler: "Der professionellste ist eindeutig Tomas Svensson, gibt immer 100 Prozent. Der emotionalste ist Goran Stojanovic. Wenn ich Energie gebraucht habe, habe ich ihm nur in die Augen geschaut. Dann war mein Akku wieder voll. Der talentierteste ist Matthias Flohr. Der schwierigste ist Andrej Siniak, bringt jeden Trainer zur Verzweiflung, oft zwischen Weltklasse und eben nicht so gut. Der beste war Bertrand Gille."
Der mit dem Fahrrad war wohl Peter Möller.

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Laut HW ist der Endstand 32:38.
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Eigentlich hat man doch auch noch Christian Gjessing unter Vertrag. Mag der nicht aus Spanien kommen?
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Bericht aus dem Abendblatt:
ZitatDebüt für Fitzek
Hamburg - Im ersten Spiel unter Leitung von Christian Fitzek treten die HSV-Handballer am Sonntag (16.30 Uhr) beim Wilhelmshavener HV an. Präsident Andreas Rudolph erwartet nach der Trennung von Trainer Bob Hanning eine positive Reaktion der Mannschaft: "Sie weiß, daß sie in der Pflicht steht." Ende des Monats will der Klubchef mit Fitzek über einen neuen Vertrag sowie mögliche Verstärkungen des Kaders für die kommende Bundesligasaison verhandeln. HA
Was soll das denn? Hat man noch nicht genügend Spieler für die nächste Saison verpflichtet?
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Das erste Statement eines Spielers, in der morgigen Mopo:
Zitat»Bob hat sich selbst gefeuert«
NILS WEBERToto Jansen verteidigt die Haltung der Spieler beim Hanning-Aus
Am Donnerstag stand HSV-Handballer Toto Jansen plötzlich wieder mit Bob Hanning, der am Montag seinen Trainerstuhl hatte räumen müssen, in einer Mannschaft. Beim WSD-Basketbowl spielten beide in einer Promi-Auswahl. "Das war komisch", gesteht Toto, "aber ich bin ihm erhobenen Hauptes entgegengetreten, denn ich habe mir nichts vorzuwerfen." Vor dem morgigen Spiel des HSV in Wilhelmshaven redet Jansen Klartext. "Es ist das erste von noch vier Spielen, in denen wir uns und allen anderen beweisen wollen, dass unsere Entscheidung die richtige war."
Der Nationalspieler ist einer der Führungsspieler, die mit ihrem Gang zu HSV-Präsident Andreas Rudolph und der dort geäußerten Kritik an Hanning dessen Abgang eingeleitet hatten. "Dazu stehe ich", sagt Toto. "Wir haben die Meinung der ganzen Mannschaft vertreten. Wir fühlen uns im Recht und lassen uns nicht zu Sündenböcken machen." Es sei ein Fehler gewesen, dass sich die Spieler am Tag von Hannings Demission einen Maulkorb verpasst hatten. "Wir hätten reden und erklären sollen. Jetzt stehen wir wie die Schuldigen da." Damit wolle er aufräumen. "Nicht die Mannschaft ist schuld daran, dass Bob nicht mehr Trainer ist, sondern er. Im Endeffekt hat er sich selbst gefeuert, denn er hat uns durch sein Verhalten keine Wahl gelassen."
Er und andere Leistungsträger hätten Hanning mehrfach auf die Probleme (u.a. das ihrer Meinung nach ungenügende Training und überharte Kritik) angesprochen. "Das war meist nach dem Motto ,in ein Ohr rein, aus dem anderen raus'." Ein Dialog sei unmöglich gewesen. "Die Grenze war erreicht."
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So langsam bekommt das Bild mehr Facetten. Das Abendblatt schreibt heute:
ZitatFitzek setzt neue Akzente
Hamburg - Bei einem Alsterspaziergang versuchte Bob Hanning Abstand zu gewinnen von den Vorgängen des Vortags. Das jähe Ende seiner Karriere als Trainer der HSV-Handballer hatte er nicht verwunden: "Offenbar zählt nicht das Erreichte, sondern das Erzählte." Den angebotenen Job eines Sportdirektors hatte Hanning abgelehnt.
Am Mittag verabschiedete er sich beim Essen von den Mitarbeitern der Geschäftsstelle. Sein bisheriger Assistent Christian Fitzek versuchte derweil bei seinem ersten Training als Chefcoach neue Akzente zu setzen. "Ich will im konzeptionellen Bereich mehr tun", verspricht der neue Trainer, der im Hinblick auf nächste Saison ein neues Deckungssystem einüben läßt. Führende Spieler hatten sich vor der Heimniederlage gegen Göppingen vor 14 Tagen ans Präsidium gewandt. Kritikpunkte: Das Training sei einfallslos, Hanning befasse sich zuwenig mit der Mannschaft, sei nicht dialogfähig, sein Fachwissen sei begrenzt, zudem fehle es ihm an Profierfahrung.
Präsident Andreas Rudolph hatte sich schon zuvor mit Wallaus Trainer Martin Schwalb getroffen. Eine Verpflichtung sei aber derzeit kein Thema: "Christian Fitzek hat unser Vertrauen." leo
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Christian Fitzek im Gespräch mit NDR online:
ZitatAlles anzeigenFitzek: "Es gibt immer einen neuen Anfang"
Christian Fitzek ist seit Montag der neue Mann am Ruder des HSV Hamburg. Der 44-Jährige tritt beim Handball-Bundesligisten zunächst für die letzten vier Saisonspiele die Nachfolge von Bob Hanning an, der den 112-fachen Nationalspieler nach dessen Aus als Chefcoach von FrischAuf Göppingen als Co-Trainer geholt hatte. NDR Online sprach mit dem dreifachen Familienvater über seine neue Rolle, die Situation des Clubs und Perspektiven.
NDR: Herr Fitzek, Sie haben nach dem überraschenden Aus von Bob Hanning den Cheftrainer-Posten beim HSV Hamburg übernommen. Wie sieht Ihre Gefühlslage aus?
Fitzek: Wenn ich jetzt sagen würde, es ist ein gutes Gefühl, wieder Cheftrainer zu sein, impliziert das auch, dass ich darauf gehofft habe. Ich bin nie unter diesen Voraussetzungen nach Hamburg gegangen, ganz im Gegenteil. Von daher ist das momentan sicherlich ein bisschen zwiespältig. Ich habe jetzt eine Aufgabe hier ziemlich kurzfristig übernommen, muss sehen, dass ich die Mannschaft wieder auf die Beine stelle, die ja auch bei solchen Themen nicht am nächsten Tag wieder einfach zur Tagesordnung übergehen kann. Ich muss sie am Sonntag nach Wilhelmshaven bringen, muss dort wenn es geht gewinnen. Ich hoffe, dass die Arbeit mich ein wenig einholt und dass man nicht zuviel darüber nachdenken muss.
NDR: Wir überraschend kam die Entscheidung für Sie und wann haben Sie davon erfahren?
Fitzek: Ich habe nicht aus heiterem Himmel erfahren, was dort passiert. Die Situation hat sich über die letzten Tage angebahnt. Dadurch bin ich einigermaßen gefasst. Ich denke, dass es Bob natürlich etwas anders geht als mir. In ersten Gesprächen mit unserem Präsidenten letzte Woche kam das Thema auf, dass es Probleme gibt. Ich habe versucht zu helfen, dass sich das wieder gibt. Aber das war nachher eine Entscheidung zwischen Bob, unserem Präsidenten und dem Aufsichtsrat. Ich denke auch, dass das letztendlich die Beteiligten lösen müssen. Das ist an sich eine klare Geschichte nachher gewesen.
NDR: Die Leistungen der Mannschaft stimmten zuletzt nicht immer. In welcher Verfassung befindet sich das Team Ihrer Meinung nach in physischer und psychischer Hinsicht?
Fitzek: Die Physis, denke ich, die stimmt. Da war ich ja auch vorher schon ein Stück für verantwortlich. Die Psyche wird sicherlich momentan etwas verwirrt sein, weil sich die Situation mit einem Mal neu darstellt. Ich glaube, keiner hat damit gerechnet, dass es auf einmal doch so schnell geht. Deswegen muss ich sehen, dass sich die Mannschaft konzentrieren kann auf die Aufgabe in Wilhelmshaven. Sie steht ja auch in der Verantwortung. Man hat irgendwo immer gelesen, dass an der Sache angeblich auch Spieler beteiligt sein sollen - was ich nicht weiß. Es ist meine Aufgabe, das aus den Köpfen rauszukriegen.
NDR: Bob Hanning war durch seine präsente Art untrennbar mit dem HSV Hamburg verbunden. Gibt es Ähnlichkeiten zwischen Ihnen?
Fitzek: Ich denke, dass wir uns sehr deutlich unterscheiden. Das war so gewollt. Wir haben vor der Saison gesagt, wenn wir gleich wären, bräuchten wir uns nicht zusammen in einem Verein. Ich sehe mich schon stärker in der Tätigkeit des Trainers, in der Tätigkeit der Teambildung. Bob hat seine absoluten Stärken auch im intensiven Umgang mit Sponsoren und dem gesamten Umfeld hier gezeigt. Das sind Dinge, die ich natürlich auch beherrsche, aber nicht meine absoluten Stärken nennen würde. Aber dafür gibt es auch gerade hier in Hamburg viele Leute. Wir haben Geschäftsführer, den Präsidenten, wir haben den Aufsichtsrat, einen Pressesprecher. Die Aufgabenteilung muss jetzt klar sein.
NDR: Was hat der Club Bob Hanning zu verdanken?
Fitzek: Bob hat hier Unglaubliches geleistet. Ohne Bob wäre der Handball in Hamburg nicht mehr da. Aber wir wissen auch alle, dass es immer einen neuen Anfang gibt, auch nach großen Trainern kommen andere Trainer, die auch wieder groß sind. Ich glaube, dass es hier genauso weitergeht und wir in nächster Zeit auch große Arbeit abliefern werden.
NDR: Sie trainieren die Mannschaft zunächst in den letzten vier Saisonspielen. Wird es danach mit Ihnen als Chefcoach weitergehen? Auch Wallaus Trainer Martin Schwalb wird mit dem HSV in Verbindung gebracht...
Fitzek: Es werden noch andere Namen ins Gespräch kommen, das ist einfach in der Liga so üblich. Ich gehe momentan einmal davon aus, dass ich im nächsten Jahr auch Trainer beim HSV Handball bin. Alles andere würde mich doch überraschen. Ich denke, dass ich von meiner Fach- und Sozialkompetenz auch ein absoluter Top-Trainer bin und hier den Verein kenne. Ich habe mit dem Präsidenten ein gutes Verhältnis, ebenso mit der Mannschaft, die sich ja auch für die Tätigkeit von mir ausgesprochen hat. Von daher: Warum soll ich an mir zweifeln, das können andere machen.
NDR: Welche Ziele haben Sie mit dem HSV?
Fitzek: Die Ziele werde ich mit dem Verein zusammen aufstellen. Ich denke, dass man sie momentan noch nicht formulieren muss. Aber in Hamburg ist Mittelmaß nicht gewünscht, das ist ganz klar. Ich glaube, dass wir nächstes Jahr eine Mannschaft haben, die in die Spitzengruppe eindringen kann. Wie weit das gelingt, hat dann viel mit Glück und Geduld zu tun. Wir werden mit Sicherheit nicht eine Mannschaft haben, die mit null Punkten deutscher Meister wird. Aber wir werden vielleicht doch eine Mannschaft haben, die sich in dieses Triumvirat oben mit einbringen kann und vielleicht ein bisschen länger in der Spitzengruppe bleiben kann als in diesem Jahr.
NDR: Sie sind halbtags als Landestrainer in Hamburg tätig. Wie werden Sie mit dieser Aufgabe zukünftig verfahren?
Fitzek: Da muss es eine Trennung geben. Ich habe schon mit dem Ersten Vorsitzenden des Hamburger Handball-Verbandes gesprochen, der dafür auch Verständnis zeigt. Das ist sehr schade, weil ich schon einige Strukturen neu aufgebaut habe und einiges aufgebrochen habe, was sehr verkrustet ist. Allerdings habe ich mir auch in vielen Bereichen blaue Augen eingefangen, weil bei den Verbänden doch vieles in der Vergangenheit verhaftet ist. Das ist nicht so ganz mein Ding.
Bettina Lenner, NDR Online
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Die Mopo morgen zu Bobs Nachfolge:
ZitatAlles anzeigenBOSS RUDOLPH
Ja, ich habe mit Schwalb verhandelt
NILS WEBER, DIRK HOFFMANNWallau-Coach Kandidat für Hanning-Nachfolge / Fitzek weiter im Rennen
Wer wird Nachfolger von Bob Hanning, der beim HSV Handball hingeschmissen hat? Gestern berichtete die MOPO exklusiv, dass neben dem bisherigen Co-Trainer Christian Fitzek Martin Schwalb ein Kandidat ist. Präsident Andreas Rudolph bestätigt nun: "Ja, es stimmt. Ich habe mit Schwalb gesprochen."
Der Boss ist vom jetzigen Coach der SG Wallau-Massenheim sehr angetan: "Er hat einen sehr, sehr guten Eindruck auf mich gemacht." Schwalb hat auch Interesse: "Herr Rudolph macht sehr gute Arbeit in Hamburg. Er ist ruhig und konsequent. Und die Mannschaft war schon immer toll." Der ehemalige Nationalspieler sei auch deshalb kontaktiert worden, weil Christian Fitzek noch andere Bundesliga-Angebote hätte, so Rudolph.
Fitzek hat nun in den restlichen vier Saison-Spielen Zeit, das Präsidium zu überzeugen. Rudolph: "Es ist immer ein Problem, wenn man vom Co-Trainer zum Headcoach aufsteigt. Wie wird er akzeptiert? Das wollen wir beobachten." Fitzek sieht es locker: "Ich spüre keinen Druck. Dass der Verein sich nach Alternativen umguckt, ist okay. Ich halte mich aber für stark genug, den Job zu schaffen."
Wenn es nach den Spielern geht, dürfte klar sein, wer die Nachfolge von Bob Hanning antritt. Kapitän Thomas Knorr: "Ich wüsste nicht, warum Christian nicht Trainer werden sollte. Er hat die Kompetenz und einen guten Draht zur Mannschaft."
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So, hier der Artikel aus dem heutigen Abendblatt:
ZitatAlles anzeigenHSV trennt sich von Hanning
Handball: Vertrag mit dem Trainer mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Präsidium und Mannschaft sahen keine Perspektive.Von Rainer Grünberg, Achim Leoni
Hamburg - Andreas Rudolph ist ein erfolgreicher Unternehmer. Und er weiß, was zu tun ist, wenn die Ziele seines Unternehmens in Gefahr sind. Rudolph ist seit vier Monaten auch Präsident des Handball-Bundesligaklubs HSV Hamburg. Jetzt sah er die Ziele des Vereins gefährdet. Die Konsequenz aus dieser Erkenntnis überraschte: Der HSV und Trainer Bob Hanning (37) trennen sich mit sofortiger Wirkung, "einvernehmlich und auf Wunsch Hannings", wie es offiziell hieß. Doch das ist, wenn überhaupt, nur die halbe Wahrheit. Hanning sprach von dem "bittersten Moment meiner Laufbahn. Der HSV war mein Leben, meine Familie und Hamburg meine Stadt. Es ist eine unglaubliche Leere in mir, es tut sehr weh."
Gestern unterzeichnete der Coach den von HSV-Anwalt Claus Runge formulierten Aufhebungsvertrag. Hanning steht demnach eine Abfindung im mittleren sechsstelligen Bereich zu. Erst am 20. Februar hatten Rudolph und Hanning einen neuen Vertrag vom 15. Juli 2005 bis zum 30. Juni 2008 geschlossen.
Beim letzten Heimspiel der Saison am 22. Mai gegen Magdeburg wird Hanning offiziell verabschiedet. Damit schließt sich ein Kreis. Magdeburg hieß auch der erste Gegner, als Hanning den Verein im Dezember 2002, auf dem letzten Tabellenplatz stehend, übernahm. Pläne für seine weitere Karriere hat er nicht.
"Ich bedauere die Trennung zutiefst", sagte Rudolph. Den für diesen Fall einst angekündigten Rücktritt schloß der Präsident allerdings aus. Der Aufsichtsrat hätte ein solches Anliegen zurückgewiesen, "da der Schritt von Bob ausgegangen ist".
Co-Trainer Christian Fitzek (44) übernimmt jetzt - und für die nächste Saison - die Verantwortung. Er leitete schon gestern das Training. Die Mannschaft wurde anschließend von Rudolph und Hanning über die Entwicklung informiert. Sie nahm die Nachricht überrascht, aber gefaßt auf. "Noch während des Trainings hat keiner etwas geahnt", sagte Spielmacher Andrej Siniak.
Dabei spielten die zunehmenden Differenzen zwischen Team und Trainer eine entscheidende Rolle für die Trennung. Ein Großteil der Mannschaft traute Hanning nicht mehr zu, Ziele wie den Gewinn der deutschen Meisterschaft mittelfristig mit ihm erreichen zu können. Vor vier Wochen setzte sich Rudolph erstmals mit Hanning über diese Problematik auseinander, erst vorsichtig, dann intensiver. Seitdem spürte der Trainer, "daß nicht alle Teile des Präsidiums, des Aufsichtsrates und der Mannschaft den Weg gehen wollten, den ich eingeschlagen habe".
Die Spieler bemängelten vor allem Hannings häufige Abwesenheit vom Training, weil er Sponsoren- und Fernsehtermine wahrnahm - und übersahen dabei, daß der Trainer dank seiner Kontakte, seines Charismas den bankrotten Verein fast im Alleingang rettete. Hanning, auch ein Meister der Selbstinszenierung, besorgte Sponsorengelder für mehr als 1,5 Millionen Euro, Hanning redete mit den Vertretern der Stadt über Hilfsmaßnahmen, und er überzeugte im Dezember Rudolph, als Präsident einzusteigen. Das war sein größter Coup - und der Anfang seines Endes. Rudolph sicherte dem HSV die Lizenz, zahlte die ausstehenden Gehälter. Aber er traf auch Entscheidungen, die nicht die Zustimmung des Trainers fanden. "Ich habe wohl einigen zuviel Licht genommen", sagte Hanning nicht ohne Bitterkeit. Doch auch ihm war das Gefühl von Macht nie unangenehm.
Geldgeber und Förderer zeigten sich in ersten Reaktionen enttäuscht über die Vorgänge. "Ohne Hannings Engagement wäre ich als Kleinsponsor längst abgesprungen. Er war für viele von uns das Synonym für den HSV-Handball", sagte Werner Schulz, Geschäftsführer der Reinigungsfirma WSD. Bis zuletzt hatte sich der Trainer um die Unterstützung aus der Wirtschaft bemüht. Die Unternehmen, versicherte Rudolph, werden aber weiter zu den Vereinbarungen stehen.
Der HSV setzte gestern den Dreijahresvertrag mit dem polnischen Linkshänder Krzysztof Lijewski (21) in Kraft. Dagegen wird Jon Belaustegui (26) den Verein verlassen. Sein neuer Klub Ciudad Real forderte ihn am Sonntag an und nahm das Leihangebot an den HSV zurück.
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ZitatAlles anzeigenFitzek: Rückkehr ins Rampenlicht
Hamburg - "Bob Hanning kommt später, der Präsident auch", ließ Christian Fitzek die HSV-Handballer vor dem gestrigen Training wissen. Zu dem Zeitpunkt ahnten die Spieler nicht, daß sie gerade der ersten Ansprache ihres neuen Chefcoachs beiwohnten. Seit Anfang der Saison war Fitzek als Co-Trainer nach eigenem Bekunden "so etwas wie ein Puffer zwischen Mannschaft und Trainer". Nun tritt der 44jährige aus dem großen Schatten des kleinen Bob Hanning selbst ins Rampenlicht.
Dorthin gedrängt hat es ihn nicht, auch wenn er es als Cheftrainer von Frisch Auf Göppingen schon einmal auskosten durfte. "Ich hatte bisher kaum Zeit, mich mit der neuen Aufgabe zu beschäftigen, da ich erst seit zwei Tagen mit dieser Entwicklung konfrontiert bin", sagt Fitzek. Seine wichtigste Aufgabe sei nun, bis zur Partie in Wilhelmshaven am Sonntag "das Ganze aus den Köpfen der Spieler zu bekommen".
Mit seinem Vorgänger verbindet ihn eine langes Vertrauensverhältnis. Hanning selbst war es, der Fitzek nach dessen Entlassung in Göppingen als Assistenten an seine Seite holte. Doch während Hannings "Familie" immer der Verein war, weiß Fitzek Frau und drei Kinder an seiner Seite - und kann auf eine erfolgreiche Karriere als Aktiver verweisen. 112 Länderspiele, dazu der Gewinn der deutschen Meisterschaft und des Europapokals mit dem VfL Gummersbach: Um seine Autorität im Team hat Fitzek nie kämpfen müssen.
Vor allem die Torhüter profitierten von der Arbeit mit dem gelernten Vermessungstechniker. Um sie soll sich in der nächsten Saison ein neuer Co-Trainer kümmern. Die Halbtagsstelle als Landestrainer wird Fitzek aufgeben: "Das läßt sich nicht mit dem Arbeitsaufwand als HSV-Chefcoach vereinbaren." Der bis 2006 laufende Vertrag mit dem Hamburger Verband wäre wohl ohnehin nicht verlängert worden. Mittelfristig soll die Landestrainerstelle in den Olympiastützpunkt integriert werden.