Schließt sich für Kretzschmar der Kreis?
Magdeburg/München - Die Füchse Berlin wollen hoch hinaus. Der neue Geschäftsführer Bob Hanning peilt mit dem Hauptstadt-Klub kurzfristig den Aufstieg in die Bundesliga an.
Ein Mann könnte wahre Wunder bewirken, um in Berlin eine Handball-Euphorie zu entfachen: Stefan Kretzschmar.
"Kretzsche muss immer in Berlin ein Thema sein", sagt Bob Hanning.
Was meint der frühere Nationalspieler dazu?
"Man soll nie nie sagen"
Auf die Frage von Sport1.de, ob er sich vorstellen könne, in Berlin noch einmal Handball zu spielen, sagt Kretzschmar:
"Man soll nie nie sagen. Das habe ich mir abgewöhnt. Es kommt immer auf die Situation an. Sicher ist meine Nähe zu Berlin noch immer relativ groß."
Mit Spandau in der Bundesliga
Kretzschmars Handball-Karriere begann in der Hauptstadt. Hier spielte er in der Jugend und bei Blau-Weiß Spandau zu Beginn der 90er Jahre seine erste Bundesliga-Saison.
Noch immer leben Kretzschmars Eltern in der Metropole, der Sohn ist oft zu Besuch.
Kretzschmar lobt Hanning-Verpflichtung
Doch Erstliga-Handball gibt es schon seit vielen Jahren nicht mehr. Das will Bob Hanning, der zuletzt Bundesligist HSV trainierte, ändern.
Kretzschmar ist davon äußerst angetan. "Hannings Verpflichtung war der erste gute Schachzug in Berlin in den letzten acht, neun Jahren. Vieles lag jahrelang brach, es gibt viel verbrannte Erde. Bob kann was bewegen. Er wagt sich an unmögliche Dinge heran. Und wenn das einer kann, dann Hanning."
Kein Karriereende 2007?
Hanning ist sich nicht zu schade dazu, um Kretzschmar zu buhlen.
Der 32-jährige Ex-Nationalspieler ist offen für das Interesse. Noch hat er einen Vertrag in Magdeburg bis 2007. Danach, so war es vorgesehen, wollte der Silbermedaillen-Gewinner von Athen seine Karriere beenden und eine Aufgabe im Marketingbereich des SCM übernehmen.
Kretzschmar hält sich nun alle Optionen offen. Er kann sich im Gespräch mit Sport1.de sogar vorstellen, seine Karriere über 2007 hinaus fortzusetzen:
"Ich habe noch einen Vertrag in Magdeburg und wenn nichts Gravierendes passiert, werde ich den auch erfüllen. Wenn ich mir dann noch zutraue, auf hohem Niveau zu spielen, kann ich mir vorstellen, noch ein Jahr dranzuhängen. Das will ich nicht mehr kategorisch ausschließen."
"Es geht um das Projekt"
Vielleicht in Berlin? "Warum nicht? Es muss nicht mal Erste Bundesliga sein", sagt Kretzsche. "Das ist nicht abhängig von der Liga, sondern vom Projekt. Ich bin mir für die Zweite Liga nicht zu schade. Dafür bin ich zu sehr Idealist."
Festlegen will er sich aber nicht.
Anfrage aus Amerika
Attraktive Angebote aber gab es immer wieder.
So zum Beispiel kurz nach Olympia. "Da hatte ich das Angebot, in den USA was aufzubauen. Die Amis waren nach Athen interessiert am Handball. Aber da passte die Zeit nicht", erzählt Kretzschmar.
Ein Anruf aus Berlin könnte nun passender kommen.
"Man kann nicht sagen, was wird"
"Es passiert so viel in so kurzer Zeit. Auch in Magdeburg laufen Verträge aus, der Trainer geht. Der Übergang wird schwer. Man kann nicht sagen, was wird. Und was bei mir nach 2007 wird, weiß ich nicht", sagt Kretzschmar.
Aber noch habe sich ja auch niemand aus Berlin gemeldet. Wenn aber ein Anruf von Hanning kommt, "bin ich der Letzte, der nicht abnimmt", so Kretzsche.
Michael Schwartz