Christian Fitzek im Abendblatt über die Vorbereitung und die Aussichten des HSV:
ZitatAlles anzeigenHSV-Handball: Trainer Fitzek über die neue Saison
HAMBURG -
Vier Tage vor dem Bundesligastart der HSV-Handballer am Sonnabend bei Frisch Auf Göppingen spricht Trainer Christian Fitzek (44) über den Zustand seiner Mannschaft.ABENDBLATT: Welche Rückschlüsse dürfen aus der guten Vorbereitung gezogen werden?
FITZEK: Wir hatten mit Abstand die längste Vorbereitung aller Bundesligateams. Wir haben mehr getan als andere, weil wir am Ende auch mehr erreichen wollen. Die Ergebnisse bewerte ich nicht über. In der Vorbereitung darf jeder naiv spielen, das hat keine Konsequenzen. In der Bundesliga werden Fehler hart bestraft. Das ist jedem klar.
ABENDBLATT: Ist Ihre Mannschaft auch psychisch auf den anstehenden Ligastress eingestellt?
FITZEK: Das Team hat gerade im letzten Turnier gezeigt, daß es sich quälen kann. Wir waren mental müde, dennoch haben wir nach einer klaren Auftaktniederlage gegen vom System her drei sehr unterschiedliche Gegner gewonnen. Das war nicht immer schön anzusehen, aber erfolgreich. Das gibt Selbstvertrauen.
ABENDBLATT: Es galt sieben Neuzugänge zu integrieren. Ist das bereits gelungen?
FITZEK: Dieser Prozeß wird erst im Laufe der Saison abgeschlossen sein, möglicherweise später. Vieles klappt hervorragend, aber selbst Spitzenteams wie Kiel, Flensburg oder Lemgo haben teilweise Jahre gebraucht, bis ein blindes Verständnis untereinander herrschte, bis alle Abläufe automatisiert waren.
ABENDBLATT: Das sind die Kleinigkeiten, die Spiele entscheiden?
FITZEK: In der Bundesliga gibt oft ein Tor den Ausschlag über Sieg oder Niederlage. Je besser sich ein Team in kritischen Situationen auf seine Taktik verlassen kann, desto weniger werden Faktoren wie Glück oder Schiedsrichterentscheidungen Einfluß nehmen.
ABENDBLATT: Sie haben manchmal geklagt, die Mannschaft hätte die taktische Linie verlassen. Fehlte es da an der nötigen Disziplin?
FITZEK: Wenn wir klar in Führung lagen, sind wir gelegentlich von unseren Vorgaben abgewichen. Das waren wichtige Erfahrungen und Erlebnisse, die ein Team braucht, um sein Spiel zu finden.
ABENDBLATT: Welcher Neuzugang hat bei Ihnen den bisher nachhaltigsten Eindruck hinterlassen?
FITZEK: Von der Konstanz her unser Rechtsaußen Stefan Schröder. Er kann sich in Abwehr und Angriff durchsetzen und ist ein sehr guter Gegenstoßläufer.
ABENDBLATT: Wer hat enttäuscht?
FITZEK: Niemand.
ABENDBLATT: Was erwarten Sie in dieser Saison vom Nachwuchs?
FITZEK: Tobias Mahncke, Sebastian Opderbeck und Jan Schult sollen sich über ihr Zweitspielrecht erst einmal beim AMTV in der Regionalliga durchsetzen. Das ist das Ziel für diese Saison.
rg
erschienen am 30. August 2005