Grimm rechnet mit seinem Ex-Klub ab
Hamburgs Neueinkauf trifft Sonnabend auf den TV Großwallstadt / "Sieg wäre Genugtuung"
DIRK HOFFMANN
Vor zwei Wochen wechselte Heiko Grimm (30) vom TV Großwallstadt zum HSV. Und Sonnabend spielt er gleich mit seinem neuen bei seinem alten Verein. In der MOPO nimmt der sympathische Ex-Nationalspieler (48 Länderspiele) kein Blatt vor den Mund. Grimm über ...
... das Duell mit seinem Ex-Klub: Ich habe mir schon zehn Tage vorher Gedanken gemacht. Das ist ungewöhnlich. Es ist ein besonderes Spiel, weil viel vorgefallen ist. Ein Sieg wäre eine Genugtuung.
... seinen Abschied in Großwallstadt: Die Entscheidung, meinen ursprünglich bis Sommer 2008 laufenden Vertrag nicht zu verlängern, ist für mich absolut unverständlich. Das nagt an mir. Ich habe wahnsinnig viel investiert in den Verein, mir viele Gedanken ums Team und Taktik gemacht, mich in der Jugendarbeit engagiert und wollte mir ein zweites berufliches Standbein aufbauen. Ganz Handball-Deutschland hat es nicht verstanden, dass mein Vertrag nicht verlängert wurde.
... über den dann plötzlichen Wechsel zum HSV: Wenn ich auch über den Sommer hinaus hier bleiben kann, habe ich mal wieder Glück gehabt. Hier ist auf allen Ebenen ein ganz anderes Niveau. Der Respekt unter den Spielern ist sehr groß.
... über die Stadt Hamburg: Ich wohne als Single in Winterhude. Viel gesehen habe ich noch nicht. Ich bin noch keinen Meter ohne Navi gefahren.
... seine Fähigkeiten als Spieler: Ich bin der perfekte Profi für einen Spitzenverein und insbesondere den HSV. Weil ich ein Teamplayer und Allrounder bin und die offensive Deckung spielen kann. Das können beim HSV nur drei andere.
... seine Rolle beim HSV: Ich will dem Team helfen und für Entlastung sorgen. Beim TVG musste ich oft durchspielen, mit den Kräften haushalten. Wenn ich jetzt vielleicht so im Schnitt 20 Minuten spiele, werde ich alles geben und brennen. Ich habe die große Hoffnung, dass ich mich mit Guillaume Gille hervorragend ergänzen werde. Ich sehe mich nicht als seinen Konkurrenten, sondern als seine Hilfe.
... die Titelchancen des HSV: In der Meisterschaft wird es sehr schwer, wir dürfen maximal noch ein Spiel verlieren. In der Champions League haben Flensburg, Portland und wir alle dieselben Chancen aufs Weiterkommen. Im Pokal haben wir die größte Chance auf den Titel, weil wir in unserer Halle spielen und "nur" zwei Spiele gewinnen müssen.
(MOPO vom 31.01.2008 / SEITE 38)