Leipziger Volkszeitung
Handball-Fans schreiben Protestbriefe
Leipzig. Vom 1. bis 14. Dezember steigt in Kroatien die Handball-WM der Frauen, doch die deutschen Fans sehen schwarz. Und zwar wörtlich, denn Bilder vom Kampf des DHB-Teams um die Olympiatickets (mindestens Platz fünf) laufen auf keinem der hiesigen TV-Kanäle. Die öffentlich-rechtlichen Anstalten übertragen die Höhepunkte im Frauenhandball schon lange nicht mehr, zuletzt liefen die Spiele der Deutschen regelmäßig im DSF. Doch der Spartensender stieg aus. Die Folge: Es gibt keine bewegten Bilder aus Kroatien in Deutschland.
Das sorgt bei den Fans für Entrüstung. Unter Federführung des Kölners Wolfgang Stecher (26) wollen sie ihrem Unmut Luft machen. In einer konzertierten Aktion sollen deshalb morgen Protestbriefe an das DSF gesendet werden. "Eigentlich glauben wir nicht daran, dass sich der Sender tatsächlich noch umstimmen lässt und sich kurzfristig doch für eine Übertragung entscheidet", meint Wolfgang Stecher. "Aber dasHauptziel der Aktion ist, dem DSFzu zeigen, dass es viel mehr Fans des Frauenhandballs inDeutschland gibt, als man glaubt." Die Resonanz bei den angesprochenen Anhängern sei sehr positiv gewesen.Wenn 1000 Briefe auf die Reise gingen, wäre er sehr zufrieden. Da passt es, dass heute ein Test-Länderspiel des DHB-Teams gegen Tschechien in Bayreuth (19 Uhr)stattfindet.Dort sollen noch reichlich Absender geworben werden.
Vermutlich tatsächlich umsonst, denn DSF-Sprecher Jörg Krause stellt klar:"Wir haben gar nicht die Rechte an der WM." Den Vorwurf der Fans, die TV-Anstalt würde auf die Ausstrahlung nicht wegen der Übertragungsrechte, sondern aus mangelndem Interesse verzichten, kontert Krause mit dem Hinweis:"Mit der Übertragung der Frauen- und Männer-EM haben wir unser Interesse an solchen Großveranstaltungen dokumentiert."
ukö
Wer dennoch protestieren will: Unter der Internet-Adresse http://www.handballimfernsehen.de/wm2003.html gibt's einen Musterbrief.