Beiträge von zmagoválec

    das mit der schnellen Mite sehe ich genauso. Fritz und meine Wenigkeit gehören aber sicher der alten Schule an - es geht doch nichts über ein gepflegtes 18:17 :)

    "Wir brauchen einen großen TV-Sender"

    Handball: Interview mit Henning Fritz (THW Kiel) vor dem Haspa Final Four. Der Nationaltorwart über einen Wechsel zum HSV, eine bessere Vermarktung der Bundesliga und die Lust, sich Bälle an Kopf und Körper werfen zu lassen.

    Von ACHIM LEONI, rg

    ABENDBLATT: Herr Fritz, am Wochenende wird in der Color-Line-Arena das Haspa Final Four ausgespielt. Wäre der DHB-Pokal für Sie nach dem Aus aus der Champions League ein Trostpreis?

    HENNING FRITZ: Für mich zählt jeder Titel. Natürlich ist es schöner, einen zu gewinnen, den man noch nicht hat. In meinem Fall wäre das die Champions League gewesen. Aber das Turnier ist super besetzt, und in der Halle ist das ein gigantisches Ereignis.

    ABENDBLATT: Der THW gilt als FC Bayern des Handballs. Als Zyniker könnte man hinzufügen: national erfolgreich, in der Champions League nicht . . .

    FRITZ: Im Europapokal entscheiden häufig Kleinigkeiten. Im Viertelfinale gegen Flensburg-Handewitt hatten wir die Chance, trotz der Heimniederlage im Hinspiel das Halbfinale zu erreichen. Ein, zwei Fehler zuviel haben letztlich gegen uns entschieden.

    ABENDBLATT: Beim THW wie den meisten anderen deutschen Spitzenklubs sind viele Schlüsselpositionen von Ausländern besetzt. Haben Sie Sorge um die Zukunft der Nationalmannschaft?

    FRITZ: Von unserem fünften Platz bei der EM 2006 war ich positiv überrascht. Bei einigen Spielern, die in die Bresche gesprungen sind, wußte man zwar um ihr Potential, man hätte die Umsetzung aber nicht unbedingt bei einem so großen Turnier erwartet.

    ABENDBLATT: Weil den deutschen Spielern von den Bundesligavereinen zuwenig zugetraut wird?

    FRITZ: Viele Klubs arbeiten mit Agenten zusammen. Sie verlangen nach jungen Spielern, die Niveau haben, aber preiswerter sind als Deutsche. Und sie wollen jetzt Erfolg, nicht erst in sieben Jahren. Soviel Geduld haben auch Sponsoren nicht. Wichtig wäre ein gutes Nachwuchssystem. Schweden und Dänemark bringen jedes Jahr neue Talente hervor. In der Masse sind die jungen Spieler aus Skandinavien, Frankreich und Spanien unseren athletisch voraus.

    ABENDBLATT: Wäre eine Inländer-Quote eine Lösung?

    FRITZ: Vielleicht. Oft bekommen deutsche Spieler nur aus der Not heraus eine Chance, wie bei Wallau-Massenheim Ende der 90er Jahre beim jetzigen HSV-Trainer Martin Schwalb. In Hamburg scheint es diese Nöte ja nicht mehr zu geben . . .

    ABENDBLATT: Sie sind in der DDR in den Genuß eines perfekten Fördersystems gekommen. Wie weit ist das heutige davon entfernt?

    FRITZ: Es gibt ja kein System mehr. Was ich kritisiere: daß erst mal alles kaputtgemacht wurde, weil der DDR-Sport mit Doping gleichgesetzt wurde. Heute merkt man, daß nicht alles so verkehrt war und die Sportler damals die bestmöglichen Bedingungen und Methoden zur Verfügung hatten. Jetzt wird häufig beklagt, daß die Jugend keine Ziele mehr habe. Aber wenn du Sport treibst, hast du Ziele. Und wenn du neben der Schule den ganzen Tag betreut wirst, kommst du nicht auf dumme Gedanken und hängst auf der Straße herum.

    ABENDBLATT: Woher soll das Geld für solche Programme kommen?

    FRITZ: Das sollte da sein. Die Frage ist, wofür man es ausgibt - Prävention oder Nachsorge. Nehmen Sie das Rauchen: Ist es billiger, es Jugendlichen abzugewöhnen, oder die Spätfolgen zu bezahlen? In Deutschland, vor allem im Osten gibt es Regionen, in denen die Kinder benachteiligt sind, weil ihre Eltern nicht die finanziellen Möglichkeiten haben. Da ist die Gesellschaft gefordert.

    ABENDBLATT: Zurück zum Spitzen-Handball. Was fehlt der Bundesliga, der wohl stärksten Liga der Welt, um hierzulande noch besser wahrgenommen zu werden?

    FRITZ: Wichtig für die Zukunft wird sein, daß der Handball in Deutschland einen großen überregionalen TV-Sender findet, um Typen wie Pascal Hens (HSV) oder Florian Kehrmann (Lemgo) richtig zu vermarkten. Der einzige, dem das bisher richtig gelungen ist, ist Magdeburgs Stefan Kretzschmar.

    ABENDBLATT: Hilft die neue Art Tempo-Handball zu spielen der Vermarktung? Die Torhüter werden dabei doch zu Deppen. Ihr Magdeburger Kollege Johannes Bitter kassierte beim Bundesligaspiel in Kiel gleich 54 Treffer.

    FRITZ: Häufig geht es beim Tempo-Handball nur darum, wer den Ball am schnellsten aus dem Tor holt und ihn zur Mitte zum nächsten Anwurf paßt . . .

    ABENDBLATT: Mögen Sie den Handball, den Ihr Klub spielt?

    FRITZ: Ich mag es, erfolgreich zu spielen. Das muß nicht unbedingt schön sein. Wir leben davon, wenn wir ein Tor kassiert haben, den Gegner durch die "schnelle Mitte" sofort wieder unter Druck zu setzen. Ich bin natürlich nicht immer zufrieden, weil ich auch glänzen und viel zum Erfolg beitragen will. Aber wenn mein Beitrag zu einem Sieg nach einem Gegentor der schnelle Paß zur Mitte ist, soll mir das recht sein.

    ABENDBLATT: Hat sich durch das Tempospiel das Anforderungsprofil an den Torwart geändert?

    FRITZ: Mit Sicherheit. Ich war es gewohnt, eine 6-0-Deckung vor mir zu haben und mit den Abwehrspielern zusammenzuarbeiten. Heute mußt du dich auf mehr Dinge konzentrieren als vor zehn Jahren. Daß sich Handball weiterentwickelt, ist normal. Ob die "schnelle Mitte" förderlich ist, um die Sportart Zuschauern und Fernsehen besser verkaufen zu können, halte ich für fraglich. Ich bezweifle, daß die vielen einfachen Tore attraktiv sind. Und der EM-Sieg der Franzosen hat gezeigt, daß man auch mit konservativem Spiel erfolgreich sein kann.

    ABENDBLATT: Sind Handballtorhüter eine besondere Spezies?

    FRITZ: Kann man sagen. Als Feldspieler mag es Situationen geben, in denen du mal einen Moment lang lockerer sein kannst. Wenn du als Torhüter unkonzentriert bist, siehst du keinen Ball. Was nicht heißt, daß ich mich als Einzelgänger sehe. Harmonie und Teamgeist sind mir wichtig.

    ABENDBLATT: Muß man ein bißchen verrückt sein, sich mit 120 km/h schnellen Bällen bewerfen zu lassen?

    FRITZ: Was anderen Angst macht oder wehtut, ist ja gerade meine Motivation. Ich will den Ball auf den Arm oder Körper bekommen.

    ABENDBLATT: Wie reagieren Sie auf einen Wurf?

    FRITZ: Meistens besteht die Zeit dazu gar nicht. Aber ich schaue schon, wie sich die Hand bewegt. Meist kennt man ja das Wurfbild des Spielers, oder ich biete ihm eine Ecke an. Die Kunst besteht darin, den Tick länger zu warten als der Schütze, der ja nur auf meine Reaktion wartet.

    ABENDBLATT: Wieviel Psychologie ist beim Siebenmeter im Spiel?

    FRITZ: Sehr viel. Wenn ein Topmann im Tor steht, zittert vielen schon der Arm. Auch beim Torhüter spielt sich viel im Unbewußten ab. Das versuche ich neuerdings durch Yoga- und Entspannungsübungen zu stärken.

    ABENDBLATT: Ihr Vertrag in Kiel läuft im Juni 2007 aus. Sie haben eine einseitige Option bis 2009. Denken Sie an einen Wechsel

    FRITZ: Man sollte niemals nie sagen. Ich fühle mich in Kiel wohl, wir haben ein sehr gutes, junges Team. Aber grundsätzlich würde ich das nicht verneinen.

    ABENDBLATT: Reizt Sie der HSV?

    FRITZ: Es gab einen Anruf, aber die Frage stellt sich frühestens Ende des Jahres. Mir ist wichtig, erfolgreich zu sein. Die Chance dazu sehe ich momentan am ehesten in Kiel. Letztlich wird es auch davon abhängen, wie zufrieden der THW mit meiner Leistung ist. Die war in letzter Zeit sicher etwas durchwachsen.

    ABENDBLATT: Gibt es sportlich eine Steigerung zum THW Kiel?

    FRITZ: Dann käme nur ein Wechsel nach Spanien in Betracht. Was die Sprache angeht, würde mich das schon reizen. Sportlich ist die Attraktivität hier größer. In Spanien gibt es vier, fünf Topklubs, die vielleicht höher einzuschätzen sind als die deutsche Spitze. Dafür ist die Bundesliga ausgeglichener. Für mich bleibt es eine Herausforderung, mich in Kiel immer wieder neu zu beweisen.

    erschienen am 7. April 2006

    Ich hab ja auch nicht gesagt, dass ich die Karte bezahlt habe - war halt nur erschrocken, dass es überhaupt so hohe Preise gibt. Aber wahrscheinlich zahlt von denen dort eh keiner direkt die Karte - ist wohl eher für Sponsoren und andere wichtige Leute :)

    war erwartungsgemäß ein mäßiges Spiel. Am Rande bemerkt: Der Platz, auf dem ich saß, kostet normal 43 Euro. Das finde ich schon ziemlich frech. Gibts in anderen Hallen auch solche hohen Preise (?) - man beachte: Es war ja gestern ohne Topzuschlag.