Start der Bundesliga-Frauen in das neue Jahr
Torhüterin mit Tatendrang
Buxtehudes holländische Nationalspielerin Debbie Klijn konzentriert sich auf den Abstiegskampf.
Buxtehude -
Debbie Klijn ist wieder voller Tatendrang. "Die zwei Wochen Urlaub waren schön", sagte die Bundesliga-Torhüterin des Buxtehuder SV, "es tat gut, zu Hause zu sein, bei Freunden, der Familie und einmal etwas anderes im Kopf zu haben als Handball." Die Enttäuschung der holländischen Nationaltorhüterin nach dem frühzeitigen Aus bei der Europameisterschaft in Schweden war groß. "Es hat einfach nicht gereicht für uns", sucht Debbie Klijn nach Gründen. Auch persönlich kann die ehrgeizige Torfrau nicht zufrieden sein. Vor allem über ihre Einsatzzeiten zeigt sie sich enttäuscht und überrascht. "Ich habe wenig Zeit bekommen, mich zu zeigen, damit bin ich unzufrieden", sagte sie.
Jetzt kehrt Debbie Klijn erholt und mit positiven Auswirkungen von zu Hause aus den Niederlanden zurück. "Ich habe wieder so richtig Lust auf Handball, bin fit, um für den BSV alles zu geben", sagte sie. Und das ist notwendig, denn vor dem Buxtehuder SV liegen wichtige Spiele im Kampf um den Klassenerhalt. Am Sonntag geht es nach Ketsch (16 Uhr), dann Göppingen und Dortmund, Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel. Mit drei Siegen können sich die Damen von Trainerin Heike Axmann im Mittelfeld festsetzen und beruhigter die neue Saison planen.
Erste Gespräche zwischen Manager Peter Prior und Debbie Klijn hat es gegeben. Einige Dinge seien noch zu besprechen, "aber warum sollte ich nicht in Buxtehude bleiben? Ich fühle mich wohl hier, wenn die Ziele stimmen, warum nicht?" Zu den Zielen gehört der Klassenerhalt. Debbie Klijn hat keine Zweifel, dass der BSV auch im nächsten Jahr in der deutschen Eliteklasse spielt. "Wir haben uns gesteigert, ich habe kein negatives Gefühl und bin überzeugt, dass wir drin bleiben", so die Torhüterin. Aber auch die berufliche Perspektive spielt eine Rolle. "Ich möchte gerne wieder arbeiten", sagte sie. Nur Handball sei auf Dauer nicht ausreichend für die Holländerin, die Marketing und Public Relations studiert hat. Die Gedanken gehen in die Zukunft: "Natürlich bin ich damit beschäftigt, was ich nach dem Karriereende mache. Ich versuche jetzt, Kontakte zu knüpfen, auch in Holland." Dennoch, an das Karriereende denkt die 31-Jährige noch lange nicht. "Solange es Spaß macht, spiele ich." Doch nach zehn Jahren als Handball-Profi könne sie sich vorstellen, "in zwei, drei Jahren etwas anderes zu machen". Noch gilt der ganze Einsatz dem aktiven Sport.
"Ich genieße die Zeit zu Hause in meiner Buxtehuder Wohnung", freut sich Debbie Klijn auf ein paar Wochen, ohne aus dem Koffer leben zu müssen. Das hatte sie in den letzten Monaten mehr als genug. Drei Umzüge, dazu viele Lehrgänge und Reisen mit dem Nationalteam. "Das war sehr anstrengend", sagte sie. Gerade die Umzüge mit Kisten ein- und auspacken, Möbel schleppen, und alles unter Zeitdruck, das bedeutete Stress pur. "Aber man erlebt immer was", sagte sie, "und meine Möbel sehen von Mal zu Mal schlechter aus."
Auf die Frage, ob sie als Torfrau bestimmte "Macken" habe, lacht Debbie Klijn. "Nicht mehr oder weniger als andere. Allerdings sei sie schon so lange dabei, da verändern sich manche Dinge und man lerne, was wirklich wichtig für einen ist. "Früher war ich oft überkonzentriert, habe mich den ganzen Tag nur mit dem Spiel beschäftigt. Das war auch nicht gut." Heute ist sie nicht mehr nervös, Wurfbilder studieren, ablenken und mit der richtigen Musik die notwendige Aggressivität aufbauen, das gehört zum Ablauf. Eines fällt jedoch auf: Als eine der wenigen Torfrauen steht Debbie mit kurzen Ärmeln im Tor. "Das mache ich von Anfang an so, seitdem ich sechs Jahre alt bin. Ich möchte das Gefühl vom Ball auf dem Arm haben." Angst vor harten Bällen oder blauen Flecken hat sie nicht. Das kurze Shirt sei bequemer und nicht so warm und fügt lachend hinzu: "Schön aussehen muss es ja auch."
erschienen am 12. Januar 2007
schade eigentlich, dass im Netz (http://www.bsv-live.de) nicht der Name des Autors auftaucht 