Ich kann vielem zustimmen, was Highness schreibt (auch wenn es schmerzt), aber bei ein paar Punkten muss ich doch noch was dazu sagen.
Ich erinnere an die Aussagen zu Saisonbeginn, als die Rhein-Neckar-Löwen die Qualifikation für die Champions League in den Sand gesetzt haben und dann meinten, sie könnten im Vorbeigehen dann eben den EHF-Cup gewinnen.
Wenn ich mich recht entsinne, hat niemand bein Löwen was gesagt von wegen "im Vorbeigehen". Klar gab es nach der verpassten CL-Quali Äußerungen in der Art "Dann holen wir halt den EHF-Pokal!", aber das kann man mit etwas gutem Willen als Trotzreaktion sehen, und nicht als Arroganz. Dass der Titel im EHF-Pokal einfacher zu erreichen ist als die Meisterschaft oder der DHB-Pokal dürfte allerdings außer Frage stehen, oder? Mit "leicht und locker" muss das dann noch nichts zu tun haben.
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Und wenn es noch einen Grund für das Verdamnis zur Titellosigkeit bedarf, dann sind es die Herren Roggisch, Müller und Gensheimer.
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Der Gipfel der Charakterlosigkeit war aber der anschließende Auftrit des Uwe Gensheimer, der Dodo Schauspielerei vorwarf und wüst auf ihn einschimpfte. Selbst als Dodo mit einer ausgesprungenen Kniescheibe aus der Halle getragen wurde, gab es von Gensheimer noch böse Kommentare hinterher. Dieses Verhalten (dazu zählt im Übrigen auch das ständige Lamentieren und Diskutieren jeglicher Schiedsrichterentscheidung) ist eines deutschen Nationalspielers unwürdig. Die Quittung haben alle drei Herrschaften gestern abend bekommen.
Bei Oliver Roggisch (der zu Beginn der Saison übrigens deutlich anders agierte als zuletzt wieder) und Michael Müller stimme ich dir zu, bei Uwe Gensheimer sehe ich die Sache etwas anders. Ich bin ganz bei dir wenn es darum geht, ein solches Verhalten als nicht in Ordnung zu bezeichnen. Evtl. entsprang das Verhalten einem gewissen Frust über die eigene Leistung. Das soll nichts rechtfertigen, aber aus dieser Situation jemandem Charakterlosigkeit vorzuwerfen finde ich etwas überzogen. Ohne die sportlichen (!) Qualitäten eines Uwe Gensheimers wären die Löwen aber erst gar nicht in Halbfinale gekommen. Von daher Uwe Gensheimer als Grund für die Titellosigkeit zu nennen finde ich unpassend.
Noch etwas zu deiner Aussage bzgl. der Fans:
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Und noch ein letztes Wort zu den Fans: von den Mannheimer Handballfans bin ich ziemlich enttäuscht. Da hat der Verein die Möglichkeit, in ein Europapokalendspiel einzuziehen und dann kommt von seiten der RNL-Fans: nichts! Weder im eigenen Heimspiel, das von den rund 600 mitgereisten FA-Fans lautstark bestimmt wurde, noch im gestrigen Auswärtsspiel. 400 Karten wurden an die Löwen geschickt, 150 kamen wieder zurück. Und das obwohl die Busfahrt kostenlos war. Und die 250 Gelbhemden, die in der Halle waren, sah man wohl - gehört hat man sie aber nicht. Weder vor noch während dem Spiel. Vielleicht sollte man sich in Mannheim mal Gedanken machen, ob das Marketingkonstrukt wirklich tragfähig ist, wenn es von so wenigen Menschen angenommen wird. Im Gegensatz dazu hat man gestern gesehen, wie leidenschaftlich und enthusiastisch ein Publikum sein kann, das über Jahre gewachsen und dem Verein seit Jahrzehnten verbunden ist. Da wird der sportliche Erfolg nicht als naturgegebene Pflicht vorausgesetzt, sondern als ein außergewöhnliches Geschenk, für das das es sich zu kämpfen lohnt. Und gekämpft wurde gestern auch auf den Rängen unter vollem Einsatz der Stimme und Hände. Der gestrige Einzug ins EHF-Cup-Finale war auch ein Erfolg der Göppinger Fans!
Auch wenn ich vielem in diesem Absatz uneingeschränkt zustimme, der fett markierte Teil ist der, weshalb ich zu deinem Absatz etwas schreiben möchte. In Mannheim braucht es Zeit, bis sich so etwas wie in Göppingen entwickelt. Das kann eben nur über eine längere Zeit passieren. Glaub' mir: ich selber bin als öfter frustriert wegen des Event-Publikums, das sich bespaßen lassen möchte und nicht von selbst in die Hufe kommt, sondern das nur nach Aufforderung durch den Hallensprecher, bei Musikeinblendungen und wenn die Baden Lions trommeln mal die Klatschpappen schwingt (die ich seit längerem nicht oder nur wenig einsetze). Wenn ich aber sehe, dass meine Kinder und viele andere junge Zuschauer durchaus enthusiastisch dabei sind, dann gebe ich dem Publikum der Löwen Zeit, sich zu entwickeln. Ob ich das mit meinen 47 Jahren noch erleben werde, das steht auf einem anderen Blatt. Aber: war Frisch Auf 10 Jahre nach der Gründung bereits ein Traditionsverein, und war damals schon das Publikum dem Verein über Jahrzehnte verbunden? 
Persönlich fehlt mir in Heidelberg / Mannheim / Kronau / Östrngen eine Halle mit einem Fassungsvermögen von 5000 - 7000 Zuschauern. Bei einer Kapazität von 7000 Zuschauern wäre eine Kulisse von 6000 Zuschauern etwas ganz anderes als in der SAP-Arena. Nur: eine solche wirst du nicht so schnell bekommen, sodass die Löwen zwei Möglichkeiten haben: entweder Rückzug aus der Bundesliga und runter in die zweite oder gar dritte Liga - ja, ich weiß, dass das manchen hier am liebsten wäre
- oder eben weiter in der SAP-Arena spielen und versuchen, das Publikum heranzuziehen. Dass dazu neben der Mannschaft auch ein Umfeld gehört, das diesen Kurs LEBT und voll und ganz hinter ihm steht, ist klar. Noch bin ich mir nicht sicher, dass das bei den Löwen funktionieren kann, aber der Ausstieg von Jesper Nielsen und der neu gebildete Aufsichtsrat lässt mich zumindest hoffen, dass es besser werden könnte.
Abschließend noch mein Glückwunsch an Göppingen. Ihr steht hochverdient in den Endspielen, denn die Mannschaft zeigte mehr Leidenschaft, Wille und Herz als die Löwen, und das Publikum alleine hat sich einen weiteren Titel verdient. Ich drücke euch - und das als bekennnender Badener! - jedenfalls alle zur Verfügung stehenden Daumen, damit es mit dem nächsten Titel klappt.