Beiträge von Bayerwisser

    Es heißt Abschied nehmen. Nach fast 30 Jahren verschwindet Dormagen von der Bundesligalandkarte.

    Zeit, zurückzublicken, sich an schöes zu erinnern.

    Ich möchte das für alle Dormagener Fans tun, die früher und heute zu "unserem" TSV gehalten haben.

    In einer losen Reihe lasse ich (meine) Highlights Revue passieren. Fühlt Euch alle eingeladen, diesen Rückblick zu Kommentieren.


    Los geht es:


    Mein persönlicher Rückblick auf 29 Jahre Dormagener Handball:

    A) Die wilden Achziger, Teil 1 – Zwei Aufstiege in 4 Jahren


    1982/83
    Regionalliga West, Gruppe Süd 2. Platz und Westdeutscher Vize-Meister Aufstieg in die 2. Bundesliga

    Schnell hatte es sich herumgesprochen: die erste Mannschaft des TSV Bayer Dormagen klopft an das Tür zur zweiten Bundesliga.

    Nachdem die Entscheidungsspiele gegen Emsdetten 14:15 (mein erstes Handballspiel überhaupt; ich war 13 Jahre) und 16:15 (Das „Wunder von Emsdetten“) endeten stand der TSV in zwei Endspielen um den Aufstieg gegen den VTB Altjührden. Nach dem sensationellen 7-Tore Sieg aus dem Hinspiel galt es, den Aufstieg vor heimischen Publikum perfekt zu machen. Der TSV verlor mit einem Tor, stieg auf und feierte, was das Zeug hielt. Klaus Dyllong, Henner Kring, Heinz Badus, Uwe Klenzendorf und andere wurden zu Dormagener Legenden. Von da an war ich infiziert und habe seit dem kaum mehr ein Heimspiel verpasst.

    1983/84
    2. Bundesliga, Gruppe Nord 8. Platz

    Das erste Jahr „Profi“Handball in Dormagen – mit einer Mannschaft, die überwiegend aus Dormagen kam. Der Start in dioe Saison mißglückte mit 1:7 Punkten, bevor ausgerechnet gegen die Werksmutter Bayer Leverkusen die ersten zwei Pluspunkte Dormagens im Profihandball eingefahren wurden.

    Meine persönliche Historie beginnt mit dem ersten Hallenheft – ausgerechnet zum Spiel gegen TuRu Düsseldorf. Am 29.10.1983 kam der TSV mächtig unter die Räder: 13:25 hieß es am Ende für die Spitzenmannschaft von der Schäl Sick. Neuzugang Rüdiger Rüber konnte der Deckung noch nicht die nötige Stabilität geben. Auf Düsseldorfer Seite waren mit Dieter Bartke und Karl-Heinz „Kalle“ Töpfer zwei spätere Dormagener Publikumslieblinge am Ball.

    Das zweite Highlight war das Spiel gegen den OSC Thier Dortmund vom 01. Februar 1984. Nach einem 6:6 zur Pause steigerte sich die zweite Hälfte zu einem wahren Krimi: über 7:10 kam der TSV auf 11:12 ran, als mit dem 11:13 der TSV in doppelte Unterzahl geschickt wurde, kurz vor Schluss. Doch eines konnten Dormagener Mannschaften schon immer: Kämpfen bis zum Umfallen. Trotz des Handicaps glich der TSV noch aus, das Spiel endete 13:13 vom Ergebnis und mit einer handfesten Schlägerei auf dem Spielfeld, mit dem Ergebnis, dass Dormagens Torwart Jost-Michael Vogel zum nächsten Spiel mit einem dicken Veilchen antrat.

    Die Saison endete mit dem Heimspiel gegen den VfL Lichtenrade, bei dem nicht nur der Klassenerhalt in der 14-er Liga gefeiert wurde, sondern auch mit 24:16 der höchste Saisonsieg.

    Doch halt. Ein Ereignis gab es noch, dass im Kollektivgedächtnis aller Dormagner Handballanhänger für immer einen Spitzenplatz einnehmen wird:

    Am 10.März 1984 kam in der ersten DHB-Pokal-Hauptrunde der Erstligist THW Kiel zum Aufsteiger nach Dormagen. Die Dreifachhalle platzte mit ca. 2000 Zuschauern aus allen Nähten und der Underdog spielte in seinem ersten Pflichtspiel gegen einen Bundesligisten ein unglaubliches Spiel und rang dem schon 13:17 führenden Favoriten nach 60 Minuten ein 18:18 ab. Auch nach den ersten 5 Minuten Verlängerung stand es unentschieden, 20:20 und die Halle Kopf. Am Ende verlor Dormagen 20:23 aber die Handballeuphorie in Dormagen war geboren. Noch heute gibt es bei denen, die damals dabei waren dieses Glitzern in den Augen, wenn über dieses Spiel gesprochen wird.

    1984/85
    2. Bundesliga, Gruppe Nord 9. Platz

    Die zweite Saison trat der TSV mit fast derselben Mannschaft an, die sich in ihrem ersten Zweitligajahr so wacker geschlagen hatte. mIt einem 20:19 gegen den Lokalrivalen Olympia Longerich hatte man schon nach dem ersten Spieltag die ersten Pluspunkte auf dem Konto. Im letzten Heimspiel des Jahres 1984 ging es gegen den Aufstiegsrivalen von vor zwei Jahren, den VTB Altjührden und erstmals gibt es etwas über die Schiedsrichter zu berichten. Nachdem Altjührden in einem spannenden Spiel das 20:21 markierte, verzögerte man geschickt das Spiel und die Schiedsrichter ließen die Uhr runterticken, so dass Dormagen nicht mehr zum Ausgleich kommen konnte.

    Auf Grund der deftigen „Kritik“ an den Schiedsrichtern in diesem und dem darauffolgenden Spiel (In Longerich, 19:19), sah sich der Verein genötigt, die Zuschauer im Hallenheft zum Spiel gegen Fredenbeck am 26.01.1985 zu sportlicher Fairness zu ermahnen!

    Mit den Spielen in Longerich und Leverkusen hatte der TSV übrigens zwei Heimspiele mehr, denn der überwiegende Teil der Zuschauer kam aus Dormagen zu den Spielen, ein Trend, der sich in den kommenden Jahrzehnten fortsetzte.

    1985/86
    2. Bundesliga, Gruppe Nord 2. Platz und Relegationsspiele (26:25 und 21:22 gegen TuS Schutterwald)

    Alles Neu in der dritten Saison: Günther Klein auf der Trainerbank wurde abgelöst von Hannes Krieg und erstmals wurden Spieler „zugekauft“. Neben Bert Fuchs, Armin Holst vom Tus Derschlag (Sohn Max, ein TSV-Eigengewächs bestritt vor wenigen Tagen sein erstes Länderspiel) ist hier vor allem DIE Legende Dormagens schlechthin zu nennen: Vladimir „Gerry“ Vukoje heuerte beim TSV an. Gleich im ersten Saisonspiel in Herzhorn trag Gerry 6 mal – der Anfang der „großen Zeit“ des TSV.

    Am 05.10.1985 feierte der TSV Bayer Dormagen erneut einen Rekord: den höchsten Zweitligasieg bis dahin. Erneut war der Gegner Lichtenrade, diesemal endete das Spiel 28:13.

    Redaktionell legte das Hallenheft der „Bayer-Baller“ ebenfalls in Sachen Professionalität nach. Neben Vor- und Presseschau gab es unter anderem ein „Sportquiz für die Halbzeitpause“, die Regelecke und ein Fotorätsel für „Insider“.

    Am 10.11.1985 stürzte der TSV den Spitzenreiter TuRa Bergkamen von der Tabellenspitze. Uwe Klenzendorf machte 3 Sekunden vor Schluss vor den euphorisierten Dormagener Fans in der Bergkamener Halle den 22:23 Sieg perfekt. Bester Werfer der TuRa war mit 6 Treffern übrigens ein gewisser Richard Radtka.

    Am Ende der Hinrunde war der TSV sogar Halbzeitmeister, vor dem VfL Hameln. Garant dafür war die Mannschaftliche Geschlossenheit, aus der Gerry Vukoje mit seinen Toren herausragte.

    Die Führung verteidigte der TSV bis zum letzten Heimspiel, als der Tabellenelfte, Lokalrivale und Abstiegskandidat Olympia Longerich in das Sportcenter kam.

    Im Spiel zuvor verloren die Dormagener in Wanne-Eickel die Nerven, verloren nicht nur das Spiel, sondern auch Vukoje, der 40 Sekunden vor Schluss die Schiedsrichter beleidigte und mit einer 4 wöchigen Sperre versehen wurde. Der TSV fühlte sich verschaukelt (Zeitspiel nach 8 Sekunden), die Fans machten ihrem Unmut (wieder einmal) deutlich Luft und Hameln og mit dem TSV nach Punkten gleich. 12 Tore war der TSV vor dem Schlussakt besser.

    Doch den Ausfall Vukojes konnte der TSV nicht kompensieren: In eigener Halle reichte es gegen Longerich nur zu einem Unentschieden. Während Longerich den Nicht-Abstieg feierte, kauerten die Fans auf der Tribüne und am Spielfeldrand und warteten auf den Hallensprecher Claus Radtke, der das Endergebnis aus Hameln verkünden sollte. Hameln gewann, deutlich, der Traum des Aufstiegs war ausgeträumt.

    In den anschließenden Relegationsspielen des späteren Relegations-Rekordhalters gegen den TuS Schutterwald reichte es ebenfalls nicht zum Aufstieg. Eine tolle Saison endete tragisch.

    1986/87
    2. Bundesliga, Gruppe Nord 1. Platz und Aufstieg in die 1. Bundesliga

    Auf ein Neues hieß es am 13.09.1986. Das Team des TSV wurde erneut verstärkt mit dem Torwartriesen Dieter Bartke, Jörn-Uwe Lommel, Spielmacher Michael Klemm und den Eigengewächsen Dieter Springel und Norbert Nowak. Die größte Verstärkung allerdings saß auf der Trainerbank: Petre Ivanescu gab sich die Ehre und wurde Dormagens Idoltrainer.

    Erst am 5. Spieltag gab der TSV im Heimspiel gegen Minden (11.10.1986) seinen ersten Punkt ab. Nicht nur der einzige Punkt, den der TSV in der Hinserie abgab, sondern auch bis zum Unentschieden am letzten Spieltag (!) in Fredenbeck der Einzige! Der TSV Bayer Dormagen stieg mit einer bis dahin einmaligen Bilanz in die erste Handball-Bundesliga auf.

    Der Spielplan wollte es, dass ausgerechnet beim Nachbarn Longerich, die in der Vorsaison noch der große Spielverderber waren am 07.03.1987 mit einem 24:20 der Aufstieg gefeiert werden konnte. Die Halle in Chorweiler platzte dabei aus allen blau-weißen Nähten Was für eine tolle Feier!

    Wieder wurden Legenden geboren, das Aufstiegsteam ist bis heute das populärste in Dormagen!

    Zwischendurch gab es noch ein weiteres Highlight in der Super-Saison: am 28.03.1987 nahm der Underdog aus Dormagen erfolgreich Revanche am THW Kiel in der Dreifachhalle. Mit 26:19 fegte man die Nordlichter aus der Halle.

    Dormagen war in der Belle Etage angekommen.

    Ganz ehrlich: ich kann nur hoffen, dass der Insolvenzverwalter den Laden möglichst bald dicht macht.
    Ich habe jetzt zwei Saisons die Dauerkarte voll bezahlt, aber zusammen nur eine sportlich wertvolle Saison bekommen.
    Die Hälfte der Mannschaft ist verletzt, der Trainer hat (verständlich) keine Lust mehr - was soll der Käse denn noch, das ist ein albernes Affentheater, ohne sportlichen Wert, ohne wirtschaftlichen Wert und ohne emotionalen Wert.
    Dann hätte der Grinsebär wenigstens Grund zum Grinsen - aber ich müsste es nicht mehr sehen...

    Vielleicht die Königsfrage:
    War der TSV e.V. am 01. März 2012 als Gesellschafter des wirtschaftlichen Trägers, mit dem am 01. Dezember 1011 in das Lizenzierungsverfahren gegangen wurde, im Handelsregister eingetragen?

    1011 wurde die Schlacht bei Odernheim geschlagen: Pfalzgraf Ezzo und 2 Luxemburger Grafen schlagen Dietrich v.Oberlothringen, nicht aber die Schlacht des DHC Rheinland bei der Zeitungen und Internetaktivisten HL schlugen :-)) Tschuldige, Lothar.

    Ansonsten hoffe ich nicht, dass nach dem Abstieg durch falsch gestellten Insolvenzantrag nun der Abstieg wg. falsch gestelltem Lizenzantrag folgt. DAS wäre dann wirklich hochnotpeinlich...

    Zur 3.Liga (ich denke, die meint er mit "Regionalliga") hat sich Herr Ellrich recht eindeutig im Dormagener Lokalteil der NGZ geäußert:

    Zitat

    Karl-Josef Ellrich, Vorsitzender des TSV Bayer: "[...] Ob es einen TSV Bayer in der Regionalliga geben wird, kann ich heute nicht sagen. Wir werden mit Sicherheit keine Abenteuer eingehen, schließlich haben wir aus der Vergangenheit noch Verpflichtungen gegenüber dem Konzern in Höhe von zwei Millionen Euro. Jetzt fehlen auch die Mieteinnahmen für die Halle. Auf Dauer wollen wir schon in die Regionalliga."

    Das hört sich nicht nach Aufbruchstimmung a la ART Düsseldorf an, außerdem ist beim TSV auch die Frage noch nicht geklärt, wie es mit der Römertherme weitergeht, die der TSV betreibt und wie diese künftig finanziert wird. Ggf. muss auch hier der TSV einen größeren Eigenanteil leisten...

    So oder so: ich kann mir schlecht vorstellen, dass nun alle Zuschauer wieder in die Arme des TSV laufen.

    Interessant übrigens am Rande vom gestrigen Spiel: der NGZ-Hofreporter von HL war gestern gar nicht in der Halle, der Journalist, wegen dem HL hauptsächlich den Zweitligisten zurückgezogen hat ( :D ) saß nicht auf der Pressetribüne sondern bei Maciej, Kai und Knut - Remember the good old days...

    Nun, ein "niedriger sechsstelliger Betrag" kann auch die Größenordnung sein, die Potsdam an den Rand der Insolvenz brachte.
    Letztlich aber ist die Summe auch egal: die zu stellende Frage ist hierbei eher: hat die Geschäftsführung Wort gehalten bei der Etaterstellung für diese Saison? :verbot:

    Interessant auch, dass offenbar die Insolvenzen in DD und Dormagen zwischen zwei Berichten sich aufgetan haben müssen - sonst hätte doch die HBL reagiert... :rolleyes:

    Wie sich jetzt heraus stellt, hing der Club nach seiner Insolvenz im Vorjahr scheinbar am Portemonnaie eines einzigen Privatmannes. Unter dieser Voraussetzung hätte er die Lizenz für die laufende Saison schon weder beantragen noch bekommen dürfen.


    Quatsch. Dann plädiere ich auch dafür, dass der SG Wallau-Massenheim nachträglich die Titel 1992-1994 aberkannt werden, denn auch hier hing der Verein "am Portemonnaie eines einzigen Privatmannes".

    Zur Lizensierungsfrage allerdings meine volle Zustimmung.
    Sollte nicht seitens der HBL auch mal vierteljährlich Soll/Ist geprüft werden?

    michaelb
    Es gibt doch nur Verlierer am heutigen Tag:
    - HL hat seinen Kampf um seinen Traum verloren und sein Ansehen ist -je nach Sicht mehr oder weniger- beschädigt.
    - Die Spieler, insbesondere die Gebliebenen und Nachverpflichteten, die nun schon wieder vor dem Nichts stehen
    - Die letztjährigen "Retter und unterstützter", die Geld, Herzblut und Zeit umsonst investiert haben.
    - Die aktuellen Dauerkarteninhaber, die wieder vor Saisonbeginn dem DHC ein zinsloses Darlehn zahlten und zum zweiten Mal voll zahlen für eine halbe Saison
    - Die Internetaktivisten und kritischen Pressestimmen, die aufrütteln und wach machen wollten - und letztlich scheiterten.
    - Der TSV Bayer Dormagen, der nun im Umkreis keinen Kooperationspartner mehr hat und dessen Leistungszentrum auf einen Schlag weniger attraktiv ist.
    - Nochmal der TSV, der Kredite zurückzuzahlen hat, die wesentlich über die Hallenmiete gegenfinanziert werden sollten.
    - Flatten, der nun vor einem kompletten Scherbenhaufen steht.

    Kein Tag zum freuen...

    Zitat

    Das Fass ist übergelaufen - Insolvenz - Profihandball steht vor dem Aus
    06.03.2012/13:04:21 / Redaktion

    Dormagen. Vor einer Woche noch informierte Heinz Lieven die Mitglieder des Dormagener Sportausschusses über seine Absichten, den Dormagener Profihandball wieder in die Erstklassigkeit zu führen. Heute aber fuhr der Geschäftsführer des Dormagener Handball-Clubs Rheinland zum Amtsgericht und meldete Insolvenz an - zum zweiten Mal nach Februar 2011. Gab es vor einem Jahr eine breite Welle der Solidarität und letztlich die Möglichkeit zur Fortführung des Spielbetriebs in der 2. Bundesliga, so kann man nunmehr davon ausgehen, dass der Bundesligastandort Dormagen von der Handball-Landkarte verschwindet.

    Der Lizenzantrag für die nächste Saison wird zurückgezogen. Das Spiel an diesem Mittwoch gegen den TV Emsdetten soll wie geplant um 19.45 Uhr im Sportcenter stattfinden. Ein Insolvenzverwalter wird in Kürze die weiteren Entscheidungen treffen. "Profitieren" wird der aktuell in der Oberliga spielende TSV Bayer Dormagen von der Entscheidung: Als Inhaber der Bundesligalizenz darf er aufgrund des mit der Insolvenz feststehenden Zwangsabstiegs des DHC in der nächsten Saison in der 3. Liga spielen. Allerdings aufgrund der derzeitigen Bayer-Vorgaben ohne Perspektive: Der Konzern hat sich nachdrücklich gegen eine Beteiligung in der 1. oder 2. Bundesliga ausgesprochen.

    Warum es zu diesem Schritt kommt, lässt sich mit dem berühmten Fass erklären, das überläuft. Von ständigen Nadelstichen auch aus dem Lager des TSV Bayer Dormagen und persönlich verletzenden Artikeln in Dormagener Anzeigenblättern war Heinz Lieven und mit ihm seine Frau Hella so verärgert, dass keine Bereitschaft mehr bestand, das zunächst beabsichtigte Nachschießen von notwendigen Geldern (offenbar im niedrigen sechsstelligen Bereich) für den laufenden Spielbetrieb zu realisieren. "Als Mitgesellschafter kann und will ich diese finanzielle Situation nicht weiter auffangen. Für mich persönlich war es eine schwierige Entscheidung, zumal für den Lizenzantrag und für die neue Saison hervorragende, wirtschaftliche Voraussetzungen geschaffen waren", erklärt Lieven auf Anfrage von Dormago. Erst jüngst war das international tätige japanische Unternehmen Kyocera als Sponsor und Namensgeber des Sportcenters gewonnen worden.

    Die unsichere sportliche Ausgangsposition trug letztlich auch zur Kehrtwende bei. "Wenn die Mannschaft in Erlangen gewonnen hätte, wäre ich vielleicht noch mal ins Überlegen gekommen", sagt Lieven. Trotzdem macht er dem Team keine Vorwürfe, stellt sich mit seinem Schritt "schützend vor die Mannschaft und den Trainer sowie alle, die den DHC in der Öffentlichkeit repräsentieren."

    Zur Information für "Außenstehende": der Redakteur ist auf Honorarbasis auch Pressesprecher des DHC Rheinland und deswegen "nahe dran".

    Respektieren kann ich die Entscheidung, insbesondere vor dem unbestritten honorigen Hintergrund, dass Herr Lieven mit privaten Geldern Löcher gestopft hat, verstehjen kann ich diese insbesondere vor den Aussagen, dass es nach der letzten Insolvenz nicht noch einmal so weit kommt und ein seriöser Etat aufgeste3llt wird, nicht.
    Da frage ich mich, ob es mangelnder Unternehmerischer Sachverstand ist (was ich bei dem erfolgreichen Geschäftsmann eigentlich nicht glauben kann), oder ob der Wunsch, Retter des Dormagener ahndballs zu sein und zu werden, den Blick für einen kritischen Etat mit angemessenen Zuschauer- und Sponsoreneinnahmen vernebelt hat. Die gleichen Fehler gemacht wie beim letzten Mal???
    Gänzlich daneben finde ich allerdings die Begründung für den Schritt "Aufgrund der in Folge negativer Berichterstattung erfolgten Irritationen..." Dieses üble Nachtreten gegen eine -wie laut Eigendarstellung immer betont wurde- kleine(!) Gruppe hat schon etwas Blamables. Offenbar war die Gruppe doch größer als gedacht, wie auch immer wieder Umfragen beim Rheinischen Anzeiger udn Gespräche mit Fans und Zuschauern zeigten.
    So hat es nun was von "Beleidigte Leberwurst". Schade, dass er es nicht geschafft hat, auch mal einen Schritt auf die "Kritiker" zuzugehen. Statt dessen wieder eine Entscheidung im stillen Kämmerlein getroffen. Diesesmal die Letzte.
    Seit Verbreitung der Meldung habe ich mit 4 Personen gesprochen: alle waren sich einig, dass es Zeit wurde, das Theater "Dormagener Handball" der letzten drei bis vier Jahre zu beenden. Und alle waren 25 Jahre und länger dabei...

    Acht mal in Folge nicht gewonnen, dabei 1:15 Punkte. Wieder einen Spieler länger verloren, dazu der ungeliebte Mittwochsspieltermin - ich bin mal gespannt, ob die Zuschauerzahl überhaupt noch vierstellig wird. Und wie lange der Ex-Düsseldorfer von Gruchalla noch 7m werfen darf.

    Die Abwärtsspirale dreht sich weiter auch weil es überhaupt kein Statement des Vereins zum Stand der Spielgemeinschaft (z.B. ein "alle erforderlichen Unterlagen wurden eingereicht" oder "wir sind im Plan", etc.) gibt.
    Weiterhin ist das einzige Kommunikationskonzept des DHC das, dass es keines gibt. Sieht man von den Spielberichten auf der HP ab - und natürlich den Parolen im scheinbar vereinseigenen Sportteil der NGZ.

    Wenn man sich die Zuschauerentwicklung ansieht und parallel dazu auch, wie wenig auf den Team 1000 Tafeln los ist, dann frage ich mich natürlich auch, wie es um die Finanzen bestellt ist beim DHC. Hatte man nicht mit 1600 kalkuliert?

    Und -ja, auch diese Leiche zerre ich wieder hervor: die Tafel der Unterstützer, die sich für den Dormagener Handball in der Rettungsaktion engagiert haben, ist auch noch nicht am Sportcenter angebracht :)

    Ich zitiere da mal passend Pink Floyd:
    "All in all its just another brick in the wall".
    Und dann wundern sich die Vereinsoberen über mangelnde Unterstützung...

    Und dann gibt es da noch das Interview mit DHC-Kapitän Tobi Plaz unter http://www.ngz-online.de/dormagen/dhc-r…nicht-1.2736358.
    Man kennt ja seine Pappenheimer über die Jahre. Ich hatte schon damit gerechnet, dass die große Verteidigungsarie nun von einem Spieler kommen würde, der in der offiziellen Lesart ja erst Recht einen Tunnelblick haben muss, um sich nicht gleich nach dem Erscheinen eine Abmahnung abholen zu müssen. Angesichts der gesamten Vorgeschichte in Dormagen kamen für die Aktion nur Michiel Lochtenbergh und der Kapitän in Frage. Es glaubt doch niemand im Ernst daran, dass der gute Tobi in einem solchen Interview bei den Gretchenfragen auch nur annähernd das sagt, was er dazu wirklich denkt. Sonst könnte er sich ja gleich krank melden, bevor er für den Rest der Saison den ganz überwiegenden Teil der Spiele auf der Auswechselbank verbringen muss...


    Komisch. exakt (!) das Gleiche habe ich heute morgen bei der Lektüre auch gedacht.
    Insofern fragte ich mich dann noch weiter, was genau denn der sittliche Nährwert mindestens der Hälfte dieses -nennen wir es mal "Interviews"- sein soll? Keine Kritik an Tobi - der macht das, was er machen muss/kann/soll. Der "Rest" wirkt nur noch befremdlich...

    Aus dem Schaufenster:

    ZU beneiden ist im Dormagener Handball zur Zeit niemand. Die Spieler nicht, weil sie einen Nackenschlag nach dem anderen einstecken müssen, der Trainer, weil er es nicht schafft, aus einer zusammengewürfelten Truppe ein Team zu formen, Heinz Lieven und Frank Flatten nicht, weil ihr gemeinsames Großprojekt immer mehr zu einem Fiasko wird und auch die Fans nicht, weil sie sich mit einem Team identifizieren sollen, das keines ist und sich für ihre Skepsis auch noch Kritik von einem weinerlichen Trainer anhören müssen.
    Was ist aus der Gemeinschaft von Spielern, Trainer, Funktionären und Fans geworden, die den Karren im letzten Jahr zusammen aus dem Dreck zogen? Die Gründe für die akute Selbstzerstörung des Profihandballs in der Region sind vielfältig. Seit dem Wochenende trägt der DHC die Rote Laterne. Der Abstiegskampf hat seinen Dauergast wieder. Einen Schuldigen für das Dilemma auszumachen ist müßig. Nur gemeinsam kann die Krise überwunden
    werden. Die Fans für die Mannschaft, die Mannschaft für die Fans. Wie Ratka versucht, die Verantwortung auf Öffentlichkeit und Fans abzuwälzen, ist schlichtweg peinlich. „Zu wenig Input“ käme von Außen. Zu wenig Input
    kommt auch von der Seitenlinie. Wo ein Gästetrainer jede Auszeit nutzt und sogar überzieht, lässt Ratka seine Mannen kopf- und planlos ins Verderben rennen. Die aufkommende Trainerfrage hat Ratka am Wochenende selbst beantwortet. Lukas Will

    Bravo, Lukas!

    Das war ja gestern noch ein richtig amüsanter Abend.

    Hat jemand Rheinsport auf center.tv gesehen?

    Habt Ihr auch alle RR gehört, wie er meinte, dass man die nächsten Spiele ganz beruhigt angehen könnte, da der DHC ja mal nicht Favorit ist? 8o

    Habt Ihr mich auch herzhaft lachen gehört? :D

    Kann sich noch jemand daran erinnern, wann der DHC das letzte Mal (muss ich D'dorf ausnehmen?) als Favorit in ein Spiel gegangen ist?

    Pssssst!
    Nicht solche Sachen im Internet schreiben, sonst erschrecken sich wieder Spieler und Trainer und können keine Leistung bringen!
    Nicht solche Sachen im Internet schreiben, sonst erschreckt sich wieder das Team rund ums Team und das ganze Projekt DDHC ist gefährdet!
    Du möchtest doch nicht zu der "Handvoll Obenerwähnter" gehören, oder?