BIENENFANS: JA, ES WAR NE GEILE ZEIT
Das Lied „Geile Zeit“ von Juli ist wohl die Hymne aller Fans der Rhein-Main Bienen in dieser Woche. Ja, es ist vorbei. Vorbei mit Frauenhandball-Bundesliga der Spitzenklasse am Bayerischen Untermain, es ist vorbei, dass bis zu 3000 Fans mit den „Bienen“ nach dem Schlusspfiff einen Sieg im Oberhaus des Deutschen Frauenhandballs feiern können. Es ist vorbei mit Handballfesten in Elsenfeld und Aschaffenburg, es ist vorbei mit den Rhein-Main Bienen. Aber auch wenn es nun vorbei ist kann man sicher sagen: „Ja, es war ne geile Zeit“.
Auch die folgende Liedpassage „uns war kein Weg zu weit“ passt rückblickend auf die leidgeprüften Fans der Rhein-Main Bienen. Leidgeprüft, weil die Auswärtsfahrten in den letzten zwei Jahren alles andere als sportlich erfolgreich waren! „Uns war kein Weg zu weit“, weil es ganz egal war, ob die „Bienen“ in Buxtehude, Frankfurt/Oder, Oldenburg, Zwickau, Markranstädt oder Allensbach spielten. An lautstarker Unterstützung hat es nie gefehlt. Unvergessen das Spiel in Ketsch, als 150 Bienenfans ihre Mannschaft zum Klassenerhalt peitschten und die „Bären“ eine Liga tiefer schickten. Unvergessen als der TuS Weibern im Hinspiel um den Aufstieg in die 1. Bundesliga in eigener Halle eigentlich kein Heimspiel hatte, auch wenn es im Rückspiel nochmal enorm knapp wurde. Auch der Punkt bei „Nachfolger“ Borussia Dortmund wurde im Januar dieses Jahres von mehr als 70 Fans lautstark gefeiert. Unvergessen natürlich auch ganz frische und lustige Gedanken. An erster Stelle „Deutscher Meister wird nur der FCN“ in Richtung von RMB-Publikumsliebling Renate Wolf, obwohl es die Nürnberger Leidgenossen gar nicht mehr schaffen konnten. Die Fans der Rhein-Main Bienen sind die großen leidtragenden des Neuanfangs in der Oberliga und dennoch werden sie rückblickend sagen: „Ja, es war ne geile Zeit.“
In vier sehr erfolgreichen Jahren sind Fanfreundschaften entstanden, allen voran mit dem Trierer Fanclub „Römermiezen“ und dem Fanclub „Has und Igel“ aus Buxtehude. Es gilt als sicher, dass der Textfaden „Es ist vorbei“ diesbezüglich keine Gültigkeit hat und diese Freundschaften auch in Zukunft gepflegt und ausgebaut werden. Der Fanclub bläst bereits einen Tag nach dem feststehenden Neuanfang in der Oberliga schon wieder zur Attacke und das sogar zweigleisig: „Danke für die tolle Zeit, wir sehen uns in der Main-Spessart-Halle“, schreibt Ziembo im Hinblick auf die kommende Oberligasaison. Doch die Fans der „Bienen“ wollen wohl auch weiter erstklassig bleiben und künftig gelegentlich eine Halle in der 1. Bundesliga unsicher machen, wie aus dem Gästebuch der Fans zu erfahren ist. Erstmals am 10. Oktober beim Spiel des Thüringer HC gegen den Buxtehuder SV, getreu dem neuen Motto: „Wir sind diejenigen, die immer NOCH feiern.“ – „Ja, es war ne geile Zeit!“
Das ist doch wohl das Hinterletze, dass man sich auf der eigenen Homepage auch noch abfeiert. Die HBF hat den Laden wegen Misswirtschaft dicht gemacht, Spielerinnen haben ihr Geld noch nicht bekommen, der Trainer steht auf der Straße, Existenzen weinender Spielerinnen sind gefährdet, eine junge Top-Spielerin wird trotz bekannter Illiquidität verpflichtet und belogen - und in Sulzabch feiert man naiv, wie schön doch alles war. Hier sollen die Leute noch für oberdumm verkauft werden. Warum zieht man die Verantwortlichen dort eigentlich nicht persönlich zur Rechenschaft?[/I][/SIZE]