Beiträge von rrbth

    Wenn's wirklich nicht anders gehen sollte, bleibt nur der Spielabbruch.

    Ansonsten:
    Im Spielprotokoll eintragen lassen, was alles passiert ist, und das dem SR auch rechtzeitig (Halbzeit) mitteilen.

    Zitat

    Original von Fichtl
    Hatte das beim letzten Spiel, dass der SR mit der Mitteilung an die Bank kam, dass bitte nur einer stehen dürfe.

    Meines Wissens sinds 2. Einer macht ja auch keinen Sinn:
    Trainer darf stehen, und ein Spieler steht zum Wechsel bereit ...

    Es wird bestimmt nicht so gewesen sein, daß der stehende Spieler nur zum Auswechseln bereit stand.

    Wenn doch, so hat es sich sicherlich um einen unerfahrenen SR gehandelt. Die Regel soll ja Gestikulieren und Meckern von der Auswechselbank her unterbinden. Ein Trainer reicht da völlig, und bei manchen hat man den Eindruck, sie würden nach gelaufener Strecke und Anzahl der Gesten bezahlt.

    Ähnlich ist es bei knappem Spielstand oder kurz bevorstehendem Sieg (Meisterschaft, Aufstieg etc.): Solange keine Unruhe von der Bank ausgeht, wird es jeder SR — vor allem gegen Spielende — tolerieren, wenn mehr als einer steht.

    Und dann muß man noch zwischen Spielern und Offiziellen unterscheiden.

    Spieler sollen zwar sitzen, manchmal geht das aber nicht (Wechseln oder Warmmachen hinter der Bank) oder es ist nicht zumutbar (Torjubel) — alles aber im üblichen Rahmen.

    Eigentlich jedoch bezieht sich diese Anweisung auf Offizielle, und da heißt es sinngemäß:

    Es darf grundsätzlich nur ein Offizieller stehen oder sich (innerhalb der Coachingzone oder zum Zeitnehmertisch, um die Grüne Karte abzugeben) bewegen.

    Edit:
    Ah, thomask hat die entsprechene Stelle zitiert.

      ... wenn ein Spieler den Anwurf verhindert, um eine Niederlage zu vermeiden, automatisch den Sieg der anderen Mannschaft zusprechen

    Von einem Automatismus war nicht die Rede, und das wäre auch Quatsch, aber es muß der fehlbaren Mannschaft klar sein, daß es nicht nur Strafen geben kann, also Spielsperren und Geldstrafen (wie bis jetzt), sondern daß die Punkte (und damit die Meisterschaft, der Nichtabstieg etc.) auch weg sein können.

    Was dann konkret in der evtl. noch zu spielenden Restspielzeit passiert ist, würdigt die Einspruchsinstanz; was hätte passieren können, spielt keine Rolle.

    Neben allen anderen Maßnahmen und Strafen halte ich das für entscheidend:

    Zitat

    •The point gained by the club Hypo NÖ at the 2009/2010 Women’s Champions League group match against Metz Handball shall be deducted from the club.


    Nur wenn solche Aktionen wie die von P. nicht zum gewünschten Ziel führen, kann man sie wirksam bekämpfen.

    Es war das gewünschte Ziel, eine Niederlage zu verhindern. Das hatte P. auch erstmal erreicht. Wenn nachträglich aus dem Unentschieden eine Niederlage gemacht wird, dann (und nur dann) ist die Aktion von P. fehlgeschlagen.

    Und wenn solche Urteile die Regel werden, dann wird P. auch keine erfolgreichen Nachahmer finden.

    Zitat

    Original von SteamboatWillie
    Bewertung der SR durch die Vereine liegen. Diese hat einen nicht geringen Anteil an der Gesamtbewertung der SR

    Das ist ja interessant. Wer genau bewertet da wie?

    Wenn man so manchen Cokommentator bei DSF hört, dann pfeifen die Schiedsrichter immer noch viel zu viel.

    Zitat

    Original von Blueboy
    Meines Wissens nach kann die Entscheidung nur in Richtung Wiederholung des Spieles gehen.

    Spielwiederholungen sind immer problematisch, bei einem Turnier erst recht, denn das sprengt u.U. den Zeitrahmen und benachteiligt evtl. eine Mannschaft (, die wie hier, dann ein Spiel mehr vor dem Endspiel hat).

    Hier ist blöd, daß der fehlerhafte Spieler A7 das entscheidende Tor bei einem 7-m-Werfen erzielt hat. Streicht die Jury dieses Tor, steht es unentschieden. Ein Sieger muß aber ermittelt werden.

    Weil A7 nicht teilnahmeberechtigt war, wurde auf Sieg für B entschieden.

    Wäre ein weiteres 7-m-Werfen nicht auch möglich gewesen, denn ohne die Teilnahme von A7 stünde es unentschieden?

    Zitat

    Original von witnix
    Einmal gab es die Situation (ich glaube A-Jugend Ober- oder Regionalliga) ca. 1,5s vor der Halbzeit, ich weise sie darauf hin. Beide sagen dass es OK ist, der Werfer schaut mich an (nicht zum Tor), ich pfeife an um die Zeit runterlaufen zu lassen. Direkt mit dme Anpfiff lässt er den Ball aus dem Handgelenk am TW vorbei fallen, der Ball ist früh genug im Tor.
    Entscheidung von mir und meinem Partner: Tor und 2 Minuten für den Werfer wegen unsportlichem Verhalten (haben alle Verantwortlichen sofort nach einer Erklärung akzeptiert)

    (Hervorhebungen von mir)

    Hm, unsportliches Verhalten, das bestraft wird und trotzdem zu einem Tor führt?
    Kann das sein?

    Zitat

    Original von pilskie
    Eigentor beim Werfer (aufs eigene Tor) einträgt und den Strich in Klammern setzt. Damit mach man deutlich das es ein Eigentor ist.

    Ja, finde ich gut, zumindest wenn es ein richtiger Wurf (wie in Regelfrage 106) war.

    Gestern gab's in einem Pokalspiel ein Eigentor, das nicht dem „Schützen“ sondern dem „Paßgeber“, in diesem Falle dem Linksaußen, gutgeschrieben wurde. Schiedsrichter waren übrigens Thomas Hörath und Timo Hofmann, die — im Gegensatz zu so manchem Spieler — über die gesamte Spielzeit eine hervorragende Leistung gezeigt haben.

    Bei YouTube ist das Tor gleich in der ersten Spielszene zu sehen.

    Nach Absprache mit dem (den) Mannschaftsverantwortlichen Torstriche entsprechend korrigieren. Vor allem bei 7-m-Würfen wird da häufiger geschlampert.

    In höheren (Profi-)Ligen wird man, falls sowas passieren sollte, wohl genau zurückverfolgen, wo der Fehler liegt und entsprechend korrigieren; im meinem Bereich langt es, wenn die Summen stimmen.

    Abpraller sind klar, aber wer bekommt ein „echtes“ Eigentor zugeschrieben (vgl. Regelfrage 106)?

      106. A6 wirft einen Einwurf in Richtung seines Torwarts. Dieser bemerkt das zu spät, der
      Ball gelangt ins Tor. Richtige Entscheidung?
      b) Tor


    Ich würde das auf dem Spielprotokoll irgendwie vermerken:

    „A6 Eigentor, zählt für B“

    Schön stelle ich mir dann den Zeitungsbericht vor:
    „Tore:
    ... A6 1 (Eigentor), ...“

    Zitat

    Original von Hodges
    rrbth= "Wahrscheinlichkeit gegen Null"

    (1 % lasse ich nicht gelten, da wir ansonsten gerne auch dann auf 0,1%, 0,001%, 0,0001% beliebig verschieben können, was in der Halle aber nie Nachvollziehen können etc.)


    Genau, sag ich doch!

    Zitat

    Original von Hodges
    Wie gesagt, wir kennen gar nicht die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Verteilung.

    Doch, und zwar geht die Wahrscheinlichkeit, daß noch genau 3 Sekunden zu spielen sind, gegen Null.

    Zitat

    Original von Dany
    Wäre für alle besser wenn dann noch dabei steht die letzte Spielminute des Spiels, da letzte Spielminute auch in der ersten Halbzeit gelten kann, je nach Auslegung. Aber ich habs nun verstanden.


    Hm, wieviel letzte Spielminuten kann ein Spiel haben?

    Und ganz wichtig:
    Bei der Beurteilung ist entscheidend, ob durch die Aktion ein wichtiges Tor (Sieg, Unentschieden oder Tordifferenz) verhindert wird.

    Zitat

    Original von Henning
    RE: Wurf = Abschlusss des Angriffs

    Ein Torwurf von Mannschaft A führt immer zum zumindest kurzzeitigen Ballbesitz und somit Angriff von B.
    Der Angriff von A ist abgeschlossen und kann nicht durch einen wie schnell auch immer erfolgenden Rückgewinn des Balles wieder aufleben.


    Wenn ich dich richtig verstehe, soll z.B. auch durch einen geblockten Wurf das Passive Spiel aufgehoben werden?

    Nein.
    Das Anzeigen von Passivem Spiel soll auch gutes, erfolgreiches Abwehrverhalten belohnen. Deshalb führt nur ein vollendeter Torwurf (Ball erreicht Tor oder Torwart) zum Angriffende und damit zur Aufhebung des Passivzeichens.

    Und:
    Natürlich „gibt es einen Unterschied zwischen Abwehrblock und Torwartabwehr“.

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    Im übrigen bin ich nach wie vor der Meinung, daß bei einem unmittelbaren und damit ursächlich zusammenhängenden Regelverstoß von B sogar ein regelgerechtes Herausfangen eines Balles das Passivzeichen gegen A nicht aufhebt.

    Die vorherrschende Meinung hier, wenn B einen Paß von A abfängt, war/ist:

    • Springt B korrekt ab, fängt den Ball und landet im Kreis => FW für A, und neuer Angriff, kein Passiv mehr.
    • Springt B im Kreis ab und fängt den Ball => FW für A und kein neuer Angriff, Passiv bleibt.

    Ich denke Punkt 2 ist klar, da der Regelverstoß vor dem Ballkontakt — ich vermeide jetzt bewußt die Begriffe Ballbesitz und Ballkontrolle — war.

    Bei Punkt 1 allerdings würde die verteidigende Mannschaft m.M.n. unverhältnismäßig benachteiligt werden, da dieses Herausfangen B nur möglich ist, durch den anschließenden und ursächlich damit zusammenhängenden Regelverstoß. Der Angriff von A wird dadurch also nicht beendet sondern nur unterbrochen. A erhält FW, Passiv aber bleibt bestehen.

    Aus den Erläuterungen zu den Handballregeln:

    «Erläuterung 4: Passives Spiel
    [...]

    Handhabung des Warnzeichens
    [...]
    Das Handzeichen ist anzuzeigen bis:[list=1]
    [*]der Angriff beendet ist oder
    [*]das Handzeichen nicht mehr gültig ist (siehe nachfolgende Hinweise). [/list=1]Unternimmt die ballbesitzende Mannschaft keinen erkennbaren Versuch, zum Torwurf zu gelangen, entscheidet einer der beiden Schiedsrichter auf passives Spiel.

    Ein Angriff beginnt mit dem Ballbesitz und endet mit einem Torerfolg oder Ballverlust.

    Das Vorwarnzeichen wird normalerweise bis zum Ende eines Angriffs angezeigt. Während eines Angriffs gibt es jedoch zwei Situationen, in denen die Beurteilung „Passives Spiel“ nicht länger gültig ist und die Wirkung des Handzeichens aufgehoben wird.[list=1]
    [*]Die ballbesitzende Mannschaft führt einen Torwurf aus und der Ball prallt vom Tor oder Torwart zu ihr zurück oder gelangt über die Seitenauslinie.
    [*]Ein Spieler oder Offizieller der abwehrenden Mannschaft erhält eine progressive Bestrafung wegen regelwidrigen oder unsportlichen Verhaltens gemäß Regel 16.[/list=1]In diesen beiden Situationen wird der ballbesitzenden Mannschaft eine neue Aufbauphase gestattet.»

    Zitat

    Original von Dickmann
    Habe folgende Videoszene (bis 8:10 vorspulen und dann laufen lassen) gefunden. Wie würdet ihr in dieser Situation hier entscheiden?

    http://www.watch-sport.de/drupal5/node/186/play

    So, das hab ich erst gestern gesehen und mir heute angeschaut.

    Mein erster Eindruck war FW + DQ für TW. Nachdem ich mir aber die Diskussion hier durchgelesen und mir die Szene ein paarmal angeschaut habe, komme ich auch zu dem Ergebnis, daß im konkreten Fall

    • die Gesundheit des Angreifers nicht gefährdet war,
    • der TW im Moment des Kontaktes beider Spieler steht,
    • der Angreifer auf den TW aufläuft,
    • der Spieler (Regionalliga) bei einem so weiten Paß damit rechnen muß, daß da der TW aus seiinem Kreis kommt.

    Über die Bewertung bin ich mir aber nicht so sicher, wie das einige hier sind.

    Ich denke, die Regelerläuterung wurde aufgenommen, um den Angreifer zu schützen. Wenn der TW bei einem Gegenstoß den weiten Paß abfangen will und dazu seinen Torraum verläßt, wird (hauptsächlich) ihm die Verantwortung für die Gesundheit des Angreifers übertragen. Wird dieser dabei gefährdet, greift 8:5.

    Und genau aus diesem Grund halte ich den Zusatz des Badischen HV (Umklammerung) für falsch, solange der Gegenspieler durch die TW-Aktion nicht gefährdet wird.