Zitat
Original von Arcosh
Somit wäre die Entscheidung auf Siebenmeter ein spielentscheidender Regelverstoß der Schiedsrichter gewesen, oder?
Meiner Meinung nach, ja.
Wie du ja ausgeführst hast, wird durch das Eingreifen des Zuschauers die Torchance erst ermöglicht.
Nachdem es ein Zuschauer aus dem eigenen Lager war, könnte man die Vorteilsregel anwenden, weil der eigene TW behindert wird. Diese Überlegung lag wahrscheinlich auch der 7-m-Entscheidung zu Grunde.
Aber: Kein Zuschauer hat etwas auf dem Spielfeld zu suchen und schon gar nicht ins Spiel einzugreifen. Deshalb ist das Spiel zu unterbrechen, und es greift m.M.n. Regel 13:4 (Spielfortsetzung FW).
Andererseits:
Die angreifende Mannschaft wird um ihren Vorteil gebracht, deshalb ist ein FW unbefriedigend (aber regelgerecht, denke ich).
Aber das ist ein schwieriger Fall. Einspruch wurde keiner eingelegt?
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Ich hab mal bei den beteiligten Vereinen nachgeschaut. Bei der Mannschaft, die den (nicht regelgerechten) 7-m zugesprochen bekam, liest es sich so:
Zitat
Es entwickelte sich nun ein wahrer Schlagabtausch. Bei 59:45 Min. ( 34:34 ) scheiterte unser Gegner wiederholt an Toby und er konnte den Ball selber im gegnerisch verwaisten Gehäuse zum 35:34 ( 59:53) unterbringen. Die Halle stand Kopf und im Gefühl des sicheren Sieges lief einer unserer Anhänger im Freudentaumel auf das Spielfeld auf unseren Torhüter zu. Dieser dachte daraufhin, das Spiel sei vorbei und verließ sein Gehäuse. Ein Oberwiehler Spieler konnte dann den Ball aus 25 Metern mit der Schlusssirene in unserem Gehäuse unterbringen. Das Schiedsrichtergespann musste jetzt handeln und gab einen Strafwurf für diese Situation. Nach Regelauslegung hätte es aber nur zu einem Freiwurf kommen dürfen. Sei`s drum. Der verhängte Strafwurf wurde verwandelt und Oberwiehl konnte im Endeffekt glücklich zum 35:35 in letzter Sekunde ausgleichen.
TV Siegburg
Also nach dieser Schilderung wäre die korrete(re?) Entscheidung Tor gewesen. Der TW wurde nicht behindert, sondern er hat sein Tor verlassen, weil er glaubte, das Spiel sei aus. Da ist er selber (mit) schuld.
Und ich denke, die abgeklärte Schilderung (sei's drum) im Spielbericht zeigt, daß die Siegburger das auch so sehen. Der Regelverstoß durch den zu unrecht gegebenen 7-m hat, weil er zu einem Tor führte, nur den Zustand hergestellt, der ohne den Regelverstoß geherrscht hätte: Tor für Oberwiehl in der letzten Sekunde.
Hätten die Oberwiehler verworfen, hätte dann ein Einspruch von ihnen Erfolgsaussichten haben können? Ich meine, ja.