Diese ganze Debatte um Ausländer in der Mannschaft Katars finde ich recht scheinheilig:
Als Bogdan Wenta oder Oleg Velyky eingebürgert wurden und danach jeweils zu pr#genden Spielern in der deutschen Nationalmannschaft wurden, sind sie von den allermeisten Handballfans in der Bunderepublik als Heilsbringer gefeiert worden und wenn Petar Djordjic sich nicht das Kreuzband gerissen hätte, wäre er sicherlich auch ins deutsche Team berufen worden.
Die Kataris haben bestehende Regelungen ausgenutzt, das ist erst mal überhaupt nicht verwerflich. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass das IOC einheitliche Regelungen für alle Verbände trifft, wobei ich die des Fußballs als optimalste finde.
Mag sein, dass die allermeisten sie als Heilsbringer gefeiert haben. Sie waren zu ihrer Zeit in der Nationalmannschaft aber Einzelfälle und lebten schon geraume Zeit in Deutschland. Ich fand den Zusammenhang der Einbürgerung mit der Handballnationalmannschaft damals schon komisch. Aber der Bezug zu Deutschland war wenigstens deutlicher erkennbar, als bei den eingebürgerten Spielern der Kataris der Bezug zu Katar ist. Außerdem haben die beiden dafür keine finanzielle Gegenleistung erhalten. In sofern gibt es schon deutliche Unterschiede, auch wenn beides regelkonform ist. Und man kann ja auch feststellen, dass eine Regel, von der man selber profitiert hat, nicht gut ist, weil sie solche Auswüchse zulässt.
Ich behaupte mal, dass die Regel für Spieler gedacht ist, die sich in einem anderen Land niedergelassen haben und sich heimisch fühlen. Das würde ich bei Wenta und Velyky unterstellen. Die 3-Jahres-Frist dient ja dazu, zu verhindern, das munter hin- und hergewechselt wird. Im üblichen Rahmen funktioniert das ja auch.
Und eine Einbürgerung von Djordjic, der seit er 7 Jahre ist, in Deutschland lebt, hielte ich für ziemlich normal, auch wenn die Nationalmannschaft jetzt der Auslöser ist. Auslöser könnte ja auch der Militärdienst sein. Und wenn er sich für ein Land entscheidet, in dem er 17 Jahre lebt, ist das in unserer globalen Welt nichts ungewöhnliches.