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    Aus der heutigen Rhein-Neckar-Zeitung

    Storm zu Harbok und Gerüchten (?) um Beutler


    ....Zuletzt zündete endlich auch die weiß-russische Rückraum-Rakete namens Siarhei Harbok. Am Dienstag erzielte er acht Tore, blühte förmlich auf. „Für ihn freut mich das sehr“, erklärt Storm, „kürzlich wollte er uns ja sogar noch verlassen, aber wir haben ihm klar gesagt, dass wir ihn auf keinen Fall ziehen lassen werden.“
    Wobei das nur bedingt in Storms Händen liegt: Harboks Kontrakt läuft nach dieser Saison aus. Und es ist kein Geheimnis, dass der bekennende Familienmensch mit einer Rückkehr in die Heimat liebäugelt. Laut Storm seien die kürzlich gelaufenen Gespräche aber positiv verlaufen: „Für ihn ist die Situation nicht einfach. Bislang war Siarhei in seiner Karriere stets die Nummer eins: Bei uns muss er sich im Konkurrenzkampf beweisen.“
    Falls Storm den wurfgewaltigen Rechtshänder zum Bleiben überreden kann, wird Harbok wohl auch den Schweden Dan Beutler (32) besser kennen lernen. Denn wie die RNZ aus gut unterrichter Quelle, die auch in der Vorsaison im Fall von Jackson Richardson richtig lag, erfuhr, soll sich der Torhüter der SG Flensburg-Handewitt mit den Löwen so gut wie handelseinig sein. Storm wollte sich dazu nicht näher äußern. Nur soviel: „Derzeit haben wir zwei starke Torhüter.“
    Beutler wird demnach nie bei den Löwen auflaufen? Storm schmunzelt: „Das ist eine komische Frage. Bei Henning Fritz hätte vor drei oder vier Jahren auch noch niemand damit gerechnet, dass er mal bei den Löwen spielt.“ Apropos Fritz: Mit ihm, dessen Vertrag läuft im nächsten Sommer aus, sollen im November Gespräche geführt werden: „Henning ist unser erster Ansprechpartner“, beteuert Storm. Nähere Informationen über Beutler hat der starke Mann bei den Löwen aber ebenfalls parat: „Der Junge ist in Flensburg wohl ein wenig unzufrieden.“ Klar ist: Falls sich die Wege von Fritz und den Löwen trennen sollten, wird es nicht leicht, einen Ersatz zu finden. Storm betont: „Ein Wechsel macht nur dann Sinn, wenn man sich auch wirklich verbessert.“ Beutler ist sicher nicht die schlechteste Alternative...

    Vielleicht ist Alvanos ja sogar eine Option für die Kreisläuferposition :P

    Aus der heutigen RNZ bzw. Löwen-Homepage:

    Mannheim. (dh) Kent-Harry Andersson, der Sportliche Leiter der Rhein-Neckar Löwen, sah glücklich aus. Augenzwinkernd schüttelte er Hände und umarmte jeden, der seinen Weg kreuzte. Erleichterung, Stolz, Siegeseuphorie – es war wohl eine Mischung aus vielen Komponenten, die seine Augen nach dem 32:25-Derbysieg gegen den TV Großwallstadt zum Funkeln brachten.

    Um die nahe Zukunft der Gelbhemden ist dem ehemaligen Flensburger Meistertrainer jedenfalls nicht bange. Rosige Zeiten leuchten am Horizont auf: „Unsere beiden neuen Spielmacher finden sich immer besser zurecht“, erklärt der 60 Jahre alte Schwede. Vor allem Nikola Manojlovic, der Balkan-Dribbler, deutete gegen den TVG sein Potenzial in der Mitte an. Zwischenzeitlich lief der Ball richtig gut, flutschte förmlich durch die eigenen Reihen.

    Doch der Serbe wurde nicht nur wegen seiner Denker- und Lenkerfähigkeiten in die badische Manege gelotst. „Unser Trainer Ola Lindgren wollte einen, der auch hinten drin Sicherheit ausstrahlt; einen, der neben Oliver Roggisch im Mittelblock zupacken kann“, erklärte Manager Thorsten Storm.

    Der Löwen_Chef verfolgte das bunte Treiben in der SAP Arena wieder aus diversen Blickwinkeln. Mal tauchte er vor dem Kabinengang auf, mal im Tribünenbereich. Zittern musste der 44-Jährige diesmal aber nur vor der Pause: „In der zweiten Halbzeit hat mir unser Spiel richtig gut gefallen. Da fand Handball-Kultur statt.“ Sorgenkinder gibt es dennoch. Patrick Groetzki und Michael Müller stehen aktuell neben sich und treffen das Tor nicht mehr. Storm wünscht sich für beide ein „Durchbruchsspiel“ und stellt klar: „Beide haben nach wie vor unser vollstes Vertrauen.“

    Wer weiß, vielleicht platzt ja schon am Sonntag der Knoten? Es ist Champions League_Zeit. In der Karlsruher Europahalle steigt um 16.30 Uhr das erste Hauptrunden-Duell. Der ungarische Meister KC Veszprem, gegen den das „Löwen-Rudel“ in den Finalspielen des Europacups der Pokalsieger 2008 den Kürzeren gezogen hatte, kreuzt in der Fächerstadt auf. Ein echter Prüfstein also. „Das ist neben uns der Topfavorit in der Gruppe“, grübelt Storm, „ich sehe unsere Siegchancen wegen des Heimvorteils bei 60:40 Prozent.“


    Ob Spanien-Import Carlos Prieto (29), der „Chancentod“ vom kürzlichen Gastspiel in Balingen, wieder den Kreis-Torero mimen darf, bleibt abzuwarten. Gegen Großwallstadt schmorte er 60 Minuten lang auf der Bank. „Nach seinem rabenschwarzen Tag in Balingen war es normal, dass Carlos einmal aussetzt“, verteidigte Storm die Nichtnominierung. Prieto selbst – in seiner Heimat zählt der dreimalige Champions-League-Sieger zu den besten Kreisläufern – hat sich seinen Abstecher in die vermeintlich stärkste Liga der Welt sicher anders vorgestellt. Doch was noch nicht ist, kann noch werden – oder etwa doch nicht? Storm hört sich jedenfalls nicht sonderlich optimistisch an: „Bislang konnte sich kaum ein Spanier in Deutschland durchsetzen. Die Spielsysteme sind völlig verschieden.“

    Die Intensität auch. Während sich in der „Liga ASOBAL“ lediglich drei, vier Spitzenteams tummeln, ist in der Bundesliga Vollgas angesagt. Woche für Woche, Tag für Tag. Der Terminplan ist rappelvoll, lässt kaum Raum zum Regenerieren. Was bleibt, ist die Frage: War es ein Fehler den spanischen Kreis-Hünen zu verpflichten? Die nächsten Wochen werden die Antwort liefern...

    @ xperience

    Ich denke eher, dass dies vielleicht eine neue "taktische" Ausrichtung von TS im Cupic-Poker ist. Er versucht so vielleicht den Preis nach unten zu drücken. Denn für die kommende Saison scheint ja alles klar zu sein mit Cupic. Aber ihn vorzeitig raus zukaufen, also schon diese Saison, ist wohl zu (noch) zu teuer.

    Andererseits hätte Alvanos auf Halbrechts beii den Löwen definitiv eine Chance verdient. Denn Müller und Stefansson sind zurzeit definitiv nicht unantastbar. Aber da spielt die Leistung wohl eher eine untergeordnete Rolle...

    Aus der heutigen RNZ

    Der Durchbruch des Auslaufmodells?

    Balingen. Kurz vor der Pause stand er auf, streifte seinen schwarzen Pullover ab. Ein vorsichtiges Grinsen huschte über sein Gesicht. Es schien fast so, als könne er es selbst kaum glauben. Doch die schier unendliche Leidensgeschichte des Alexis Alvanos war tatsächlich vorbei. Der Grieche unter den Löwen, das eigentliche Auslaufmodell, durfte in Balingen erstmals dribbeln und werfen, angreifen und verteidigen: „Platte“ statt Tribüne, Lust statt Frust. Rund 35 Spielminuten und drei eigene Tore später hätte der sympathische Südländer am liebsten die ganze Welt umarmt: „Ich habe immer auf meine Chance gewartet, gekämpft und nie aufgegeben“, lachte der Linkshänder.

    Um ihn herum war das Gedränge derweil riesig. Aus allen Ecken kamen sie, die Gratulanten. Manche wollten Autogramme, andere klopften ihm nur auf die Schulter. Stress? Nicht für Alvanos. Er genoss das Gefühl im Mittelpunkt zu stehen in vollen Zügen, saugte es förmlich auf. Von höchster Stelle gab’s ebenfalls ein Sonderlob: „Alexis hat seine Sache sehr gut gemacht“, verneigte sich Trainer Ola Lindgren verbal, „er ist ein toller Kerl, loyal und immer gut gelaunt. Ich gönne ihm das von Herzen.“

    Zum Einsatz kam „Alex“ auf der rechten Außenbahn, dort wo ansonsten Patrick Groetzki den Alleinunterhalter mimt. Doch diesmal kämpfte das jugendliche Juwel mit Ladehemmungen, verballerte ein, zwei freie Würfe. Alvanos machte es besser. Der gelernte Rückraumschütze schlug drei Mal eiskalt zu. Vor allem sein erster Streich zum 14:11 (33.) war ein ganz dickes Ausrufezeichen. Kurze Drehung, kurzer Blick, kurze Ausholbewegung: Drin das Ding. Wohlgemerkt aus ganz spitzem Winkel, aus einer vermeintlich aussichtslosen Situation. Zu seiner persönlichen Wohlfühlzone wird die rechte Flanke aber wohl nie: „Ich bin das einfach nicht gewöhnt, das ist alles neu“, schmunzelt er verlegen, „aber ich versuche mein Bestes, um meinem Verein zu helfen.“

    Aufgeben ist für den stolzen Hellenen sowieso ein Fremdwort. Alvanos will sich durchbeißen, will im Löwen-Gehege weiterhin die Zähne zeigen. Er sagt: „Ich habe hier einen Vertrag zu erfüllen und werde weiter kämpfen.“ Oder sucht er insgeheim vielleicht doch nach einem neuen Arbeitgeber? Die Gerüchteküche brodelt jedenfalls. Löwen-Manager Thorsten Storm erklärt ihn nun aber gar für unverkäuflich. „Es haben mehrere Vereine bei uns angefragt“, berichtet er, „doch wir geben ihn sicher nicht ab: Er ist unser Update für Halbrechts und Rechtsaußen.“

    Bjarte Myrhol ist ebenfalls begehrt bei der Konkurrenz. Am Kreis läuft der Norweger heiß, geht immer genau dorthin, wo es weh tut. In Balingen wurde ihm seine erhöhte Risikobereitschaft zum Verhängnis: Bereits in der 5. Minute musste Myrhol nach einem Zusammenprall mit einer Kopfverletzung das Parkett räumen. „Die Platzwunde wurde umgehend genäht“, erklärt Storm, „zudem hat sich Bjarte noch eine leichte Gehirnerschütterung zugezogen.“

    Pech für ihn – Pech für die Löwen. Denn derzeit ist der gebürtige Osloer nicht zu ersetzen. Spanien-Import Carlos Prieto ist vor allem vorne kaum zu gebrauchen, schoss im Landesderby eine „Fahrkarte“ nach der anderen. Lindgren war sprachlos, aber nicht ratlos: Der Schwede schickte Oliver Roggisch, seinen Abwehrspezialisten, ins Offensiv-Getümmel. Und der bedankte sich mit zwei Toren. „Trotzdem ist das natürlich nicht der Idealfall“, gibt Storm zu bedenken, „wir müssen Carlos möglichst schnell integrieren.“

    Vielleicht platzt ja schon am Mittwochabend der spanische Knoten: Um 19.15 Uhr gastiert der TV Großwallstadt in der SAP Arena.

    Aus der heutigen Rhein-Neckar-Zeitung bzw. von der Löwen-Homepage


    Es sollte ein lockerer Abstecher in die Handball-Provinz werden, ein munteres Scheibenschießen gegen einen Zweitligisten. Doch es kam anders – ganz anders. Für den Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen endete die zweite Runde im DHB-Pokal beinahe in einer Katastrophe. Beim TV Bittenfeld, der in der Süd-Gruppe des Unterhauses momentan den neunten Platz belegt, schrammte der Champions-League-Teilnehmer nur um Sekundenbruchteile an einer Blamage vorbei. Olafur Stefansson traf erst mit der Schluss-Sirene per Siebenmeter zum 27:27-Ausgleich. In der Verlängerung erarbeitete sich das Star-Ensemble noch einen 33:32-Sieg.

    „Vor allem in der ersten Halbzeit haben wir den Kampf nicht angenommen“, ärgerte sich Löwen-Manager Thorsten Storm: „Einige unserer Spieler haben diesen Gegner offenbar unterschätzt.“ Fehlwürfe, ungenaue Anspiele, Defensivschwächen. Erst nach der Pause drehten die Gelbhemden auf, machten den zwischenzeitlichen Neun-Tore-Rückstand wett. „Das zeigt, dass der Teamgeist stimmt“, erklärte Storm, „andernfalls hätten wir dieses Ding nicht mehr gedreht.“ Über die Aufholjagd kann der Manager aber nur vom Hörensagen berichten: Der 44-Jährige verließ in der Halbzeitpause die Tribüne und flüchtete auf den Parkplatz: „Meine Seelenlage war bedenklich. Ich dachte, ich sei im falschen Film und bin vorsichtshalber ein wenig spazieren gegangen.“ Kurz vor Ende der regulären Spielzeit mischte Storm sich dann wieder unters Handball-Volk. Besonders nachdenklich stimmten ihn in Bittenfeld die Leistungen der Torhüter und der Kreisläufer: „Da muss mehr kommen. Unsere Mittelachse ist quasi komplett ausgefallen.“ Schon am Samstag soll sich das nun ändern. Die Badener treten in der Bundesliga um 20.15 Uhr bei der HBW Balingen/Weilstetten an. Das ist ein Gegner, der mit 0:6 Punkten auf dem drittletzten Platz rangiert. Doch spätestens seit Bittenfeld weiß man: Für die Löwen gibt es derzeit keine Selbstläufer. Jeder Sieg muss hart erarbeitet werden. Thorsten Storm wundert das kaum: „Wir müssen sechs neue Spieler integrieren, das dauert seine Zeit.“

    Eigentlich sind es ja sogar sieben. Aber Alexis Alvanos, der gelernte Halbrechte, ist längst aufs Abstellgleis geraten. Als Notlösung hinter Patrick Groetzki ist er auf der rechten Außenbahn nicht zu gebrauchen. In Bittenfeld schaute der 29-Jährige abermals nur zu. Folglich steht mit Groetzki nur ein richtiger Rechtsaußen zur Verfügung. Thorsten Storm hat damit kein Problem: „Es gibt auch andere Vereine, die mit nur einem Rechtsaußen auskommen.“ Stimmt. Aber was ist, wenn sich Groetzki verletzen sollte? „Dann würden wir umgehend auf dem Transfermarkt tätig werden“, betonte Storm. Oder anders ausgedrückt: Ivan Cupic (RK Velenje), der kroatische Nationalspieler, der für die kommende Saison – so ist es aus seiner Heimat zu vernehmen – ohnehin schon bei den Löwen angeheuert hat, würde vorzeitig aus seinem Vertrag in Slowenien herausgekauft werden. Aus der Reserve lässt sich Thorsten Storm diesbezüglich nach wie vor nicht locken. Nur soviel: „Momentan können wir uns keine finanziellen Drahtseilakte leisten“, sagte er. Womit wir wieder bei Alvanos wären. Falls er einen neuen Verein fände, würden die Euros wieder etwas lockerer sitzen. Thorsten Storm: „So könnte man es sehen.“

    @ mirinda

    Okay beenden wir das Thema. Aber beenden wir es doch mit den Worten von TS, dem Philosophen unter den Handball-Managern: "Mit ihm (bezogen auf Jurasik) haben wir unseren besten Torjäger abgeben müssen." Nachlesen kannst DU das unter folgendem Link:

    http://www.rhein-neckar-loewen.de/saison/loewen-…chiv/detail/110

    Diese Ausgage ist ihm sicher nicht leicht gefallen. Aber sie trifft den Nagel nun mal auf den Kopf - das kannst DU drehen und wenden wie DU willst. Ob mit oder ohne Geschäftsstellen-Brille ;)
    Zudem taugt das Statement auch ganz gut dazu, um die Erwartungshaltung zu dämpfen. Zu dumm, dass wir den "großen Kampf" um Jurasik verloren haben.

    @ mirinda: Dreh Du Dir doch weiter alles so zurecht wie Du es brauchst. Ich finde Deine Statements auch immer sehr amüsant.
    Mal sehen ob die Groetzkis, die Bieleckis und alle anderen diese Vorteile auch nutzen...

    In Kiel hats ja nicht gereicht. Komisch eigentlich -- bei den ganzen Vorteilen, die DU da aufzählst. Sprich die Spieler doch mal persönlich an, ich glaube viele wissen noch gar nichts von ihrem Glück/Karriereschub.
    Normal hätten wir Kiel ja regelrecht überrennen müssen. Denn beim Final Four, wo Jurasik natürlich grottenschlecht war - ohne ihn hätten wir mit Zehn-Toren-Differenz gewonnen ;) -, waren wir ja schon ganz dicht dran.

    Nach dem HSV-Spiel sind es dann wohl 2:4-Punkte. Aber ist ja nicht so schlimm. Wir haben ja schließlich eine neue Mannschaft, die erst noch wachsen muss. Die braucht eben ihre Zeit bis sie sich einspielt...

    @ mirinda: Mit ihm wäre es in der Schlussphase vielleicht aber doch nochmal spannend geworden. In erinnere mich da dunkel ans Final Four in HH. Ich glaube da hat Jurasik das Kieler Star-Ensemble -- dass damals im Gegensatz zum Dienstag eingespielt war -- in den letzten 15 Minuten beinahe allein erlegt.

    Wie sagte TS kürzlich: "Mit Mariusz haben wir unseren besten Torschützen verloren." Eine treffliche Analyse - auch wenn TS alles in seiner Macht stehende zum Verlust beigetragen hat.

    Trotzdem hat der Abgang von Jurasik gewissermaßen auch einen Vorteil. Insbesondere für Bielecki. Seit Jurasik weg ist, blüht er auf.
    Aber mal abwarten wie lange Bielecki dieses Leistungshoch hält, Jurasik hat es beinahe die ganze Rückrunde gehalten. Und klar hatte er auch Fehlversuche, was ihm ja immer angelastet wurde. Doch die hatte Bielecki ebenfalls gegen Kiel und vor allem gegen Lübbecke (katastrophaler Beginn)...

    RNZ von heute (Da die Löwen den Artikel bislang nicht online gestellt haben, habe ich ihn abgetippt. Tippfehler-Gefahr!)


    Bei den Rhein-Neckar Löwen bemüht man sich derzeit eifrig um ein Visum für Neuzugang Nikola Manojlovic, der bei den Badenern einen Einjahresvertrag unterschrieben hat. Denn noch fehlt die Spielerlaubnis: "Wir hoffen, dass wir das bis zum HSV-Spiel hinbekommen", sagt Löwen-Manager Thorsten Storm. Bjarte Myrhol bleibt derweil das Sorgenkind. Der Kreisläufer, der im ersten Spiel gegen die TuS N-Lübbecke stark aufgespielt hat und sechs Tore erzielte, plagt sich nach wie vor mit Rückenproblemen herum. Storm: "Das ist richtig schlecht. Nach unserer Verpflichtung musste er sich einer Bandscheiben-Operation unterziehen und jetzt ist es schon wieder der Rücken." Heuert nun etwa ein weiterer Kreisläufer bei den Rhein-Neckar Löwen an? "Auf keinen Fall. In drei bis vier Wochen müsste Andrej Klimovets wieder zur Verfügung stehen", erklärt Storm.
    Neues gibt es über Rückraumspieler Siarhei Harbok zu vermelden. Der russische Meister Medwedi Chechov, der Club bei dem Ex-Löwe Sergej Shelmenko unter Vertrag steht, soll an einer Verpflichtung interessiert sein.

    Aus der heutigen RNZ. ier letzten beiden Satz stimmen nachdenklich. Ist Manojlovic etwa schon im Anflug?


    Heidelberg/Kiel. Er sprach langsam, klar und deutlich. Zwischen den Sätzen machte er teilweise längere Pausen. Worte wie „Abgezocktheit“ oder „Kaltschnäuzigkeit“ beschäftigten ihn, stimmten ihn nachdenklich. Löwen-Manager Thorsten Storm betrieb am Dienstagabend, rund anderthalb Stunden nach der 29:36-Niederlage beim THW Kiel, bereits Ursachenforschung. Auf dem Weg ins Hotel ließ er alles noch einmal auf sich wirken, analysierte und trauerte dem verpassten Ausrufezeichen an der Ostsee hinterher.

    Letztlich klammerte er sich aber vor allem an die positiven Aspekte des (noch) ungleichen Gipfeltreffens: „Wir haben bewiesen, dass wir auch gegen große Mannschaften nie aufgeben: Die Moral stimmt.“ Unter dem Strich war's dennoch wie immer. Der THW ist das personifizierte Schreckgespenst des Rudels.

    Längst fühlt man sich als Löwen-Fan an den Hollywood-Kultstreifen „Und täglich grüßt das Murmeltier“ erinnert. Die Gelbhemden befinden sich in einer Endlosschleife, der „Zebra-Schleife“. Besonders in der Ostseehalle, mittlerweile Sparkassen-Arena genannt, gibt’s für die „Besten aus dem Südwesten“ nichts zu holen.

    „Dem einen oder anderen von uns verlässt dort möglicherweise etwas der Mut“, grübelt Storm. Die Anfangsphase taugt diesbezüglich als Paradebeispiel: Saft- und kraftlos wirkten sie, die Löwen. Völlig verunsichert, völlig frustriert. Niemand schien an eine echte Siegchance zu glauben. Ein Debakel drohte, eine Lehrstunde auf höchstem Niveau.

    Doch die Badener schlugen zurück. Allen voran Karol Bielecki. Der 27-Jährige legte im Hexenkessel den Schalter um, produzierte Tore wie am Fließband. Zum Schluss waren es neun. Storm überraschte die Gala des Rückraum-Kunstschützen nicht. Der Höhenflug des Rechtshänders ist generalstabsmäßig geplant: „Unser Spiel ist nun mehr und mehr auf ihn zugeschnitten, was Karol durch seinen Riesen-Bums rechtfertigt. Ein Mal hat er Thierry Omeyer ja förmlich mit ins Tor geworfen“, schmunzelt der Manager.

    Vielleicht hat seine Leistungsexplosion aber auch etwas mit Aberglaube zu tun. Seit dieser Spielzeit darf er sich nämlich sein Lieblingstrikot überstreifen. Es ist mit der Nummer acht beflockt. „Meine Glückszahl“, sagte er kürzlich, „sie bedeutet mir sehr viel.“ In der Vorsaison war die Acht noch geblockt: Christian Schwarzer sauste mit ihr über die „Platte“.

    Spanien-Import Carlos Prieto verdiente sich ebenfalls ein Sonderlob. Wobei sein ausgedehnter Einsatz nicht geplant war. Der neue Kreis-Torero sprang quasi in die Bresche: Bjarte Myrhol stoppte eine Rückenblockade: „Das ist kurz vor Spielbeginn passiert“, berichtet Storm. Bleibt zu hoffen, dass es sich nicht erneut um Bandscheibenprobleme handelt. Henning Fritz, der weltmeisterliche Torhüter, und Sergej Harbok, Rückraum-Spieler von Beruf, sind hingegen fit, aber Storm sieht gerade bei ihnen noch Luft nach oben: „Von beiden muss einfach mehr kommen. Sie können ja mehr. Trotzdem sind sie nicht die Sündenböcke.“

    In den kommenden Tagen hat das Duo ausreichend Zeit, an der Form zu feilen. Wegen des Vorbereitungslehrgangs der deutschen Handball-Nationalmannschaft pausiert die Liga. Weiter geht’s erst am Freitag (18. September). Und dann kommt’s erneut knüppeldick: Der HSV Hamburg gastiert in der SAP Arena. Ein Topteam, das sich gezielt verstärkt hat. Ist da etwa schon die nächste Pleite vorprogrammiert? Storm schüttelt den Kopf. „Zuhause“, sagt er, „zuhause sind viele unserer Spieler selbstsicherer.“ Lindgren wird sie dementsprechend einstellen und zusätzlich noch an der nötigen Feinabstimmung feilen. Und Storm? Der bastelt weiterhin in aller Ruhe am Kader. Wer weiß, vielleicht taucht ja schon in Kürze ein weiterer Spielmacher im Kronauer Trainingszentrum auf...

    @ dummlaut

    Im Vorjahr hatten wir vier Polen im Kader. Dass ein Linkshänder (Alvanos) keinen Szmal, Tkaczyk (Rechtshänder, der übrigens auch gerne raucht/Vorzugsweise Marlboro) oder Bielecki (Rechtshänder) "beweisen sollte, dass er Geschichte ist" - so hast du es ja meisterlich formuliert - war mir irgendwie klar.

    Mit treffen meinte ich nicht die polnische Liga, die gerade erst begonnen hat. Ich dachte da eher an den Hummel Charity Cup in Elmshorn, bei dem Jurasik der beste Schütze war. Flensburg hat da auch mitgespielt. Und ich glaube, die spielen nicht in Polen oder hast du da andere Insider-Informationen.

    Seine alten Kollegen haben es dagegen nicht einmal gegen Friesenheim gebacken bekommen. Ich habe es bis zum Abbruch verfolgt. Peinlich...

    Apropos Mogensen. Ein wirklich guter Spieler. Aber eben nicht überragend. Soll er etwa der Spielmacher sein, mit dem TS die Handball-Welt erobern will? Sicher nicht. Gegen die Topteams hat er in der vergangenen Saison jedenfalls nur selten überzeugt. Zuvor war es Narcisse. Jetzt ist es eben der Narcisse für Arme. Aber eigentlich sind wir ja die Reichen. Oder habe ich da was falsch verstanden? Aber Geld allein lockt eben noch keinen Star an...

    @ vorlaut

    Der faule fette Pole trifft noch immer recht gut. Dank ihm wird Kielce am Wochenende möglicherweise in die CL einziehen. Dort warten dann die Löwen. Mal sehen, was passiert. Motiviert wird er sein.

    Apropos Pleitevögel. Gut, dass wir mit Rigterink nun einen Mann im Aufsichtrat haben, der in Nordhorn auf beeindruckende Art und Weise demonstriert hat, dass er mit Geld umgehen kann...

    Aus der Rhein-Neckar-Zeitung von heute


    ....Gefehlt hat gestern nur einer: Grzegorz Tkaczyk. Der Denker und Lenker war aber bekanntlich entschuldigt: Er wurde am Dienstag erneut am Knie operiert. Auf der Mittelposition besteht für die Löwen deshalb akuter Handlungsbedarf. Denn mit Gudjon-Valur Sigurdsson verfügen die Badener momentan nur über einen Regisseur. Doch das soll sich noch in Kürze ändern: „Bei mir glühen derzeit die Drähte“, berichtete Storm, „ich bin zuversichtlich, dass wir das noch in dieser Woche hinbekommen.“

    Unter der Woche weilte bereits ein Kandidat zum Probetraining in Kronau: Der serbische Nationalspieler Petar Nenadic (Pick Szeged), 23, der auch schon für den FC Barcelona auf der Mitte die Fäden zog, spielte vor. Einigen konnte man sich aber nicht: „Er ist ein Talent, aber momentan würde er uns nicht weiterbringen“, sagte Storm, „er muss vor allem noch in Sachen Muskulatur zulegen.“

    Auf der Suche nach einem Partner für Patrick Groetzki auf der rechten Außenbahn ist das Rudel hingegen offenbar fündig geworden. Wie aus Kroatien zu vernehmen ist, sind sich die Gelbhemden mit Ivan Cupic (Gorenje Velenje) einig. Sämtliche Vertragsinhalte seien bereits geklärt. Momentan fehlt noch die Unterschrift des Kroaten, die aber nur Formsache sein soll. Seinen Kreuzbandriss scheint der trickreiche Linkshänder auskuriert zu haben: Das Training hat er mittlerweile wieder aufgenommen. Der Vertrag mit Patrik Hruscak wurde hingegen aufgelöst: „Wir hatten eine Anfrage aus Ungarn und haben ihn dort hin abgegeben.“

    von der Löwen-Homepage bzw. RNZ von heute


    ....Auf der rechten Außenbahn befindet sich die größte Baustelle. Patrick Groetzki allein ist zuwenig. Der Junioren-Weltmeister nickt: „Die ganze Saison kann ich sicher nicht als einziger Rechtsaußen durchspielen. Das ist zu viel.“ Alexis Alvanos taugt längst nicht mehr als Notlösung. Nachdem der sympathische Grieche schon in Friesenheim auf der Bank schmoren musste, schaute der 29-Jährige auch in der Europahalle nur zu. Die Zeichen scheinen mehr denn je auf Abschied zu stehen – falls sich ein Interessent findet. Andernfalls droht die Tribüne. Groetzki verwirrt die Situation derzeit ebenfalls: „Ich weiß nicht, was ich von dem Ganzen halten soll – da muss man abwarten.“

    Es dürfte wohl alles auf ein weiteres neues Rudelmitglied hinauslaufen, das auf Rechtsaußen wirbeln kann. Bereits seit dem Winter geistert der Name Ivan Cupic von RK Velenje durch die Medienlandschaft. Momentan wäre er aber keine Alternative. Sein Kreuzbandriss ist noch nicht vollständig auskuriert. Ein weiterer Kandidat für die Außenbahn ist nach RNZ-Informationen Guillaume Joli von Chambery Savoie HB. Aus Frankreich ist zu vernehmen, dass es bereits Gespräche gegeben haben soll. Chambery wäre offenbar nicht abgeneigt. Aus finanziellen Gründen sind Spielerverkäufe unumgänglich. Auch Daniel Narcisse wurde bekanntlich schon nach Kiel transferiert. Für alle, die mit dem Namen Joli nichts anfangen können: Der 24-Jährige ist Frankreichs Nummer zwei hinter Luc Abalo von Ciudad Real. Groetzki hat keine Angst vor großen Namen. Er ist ein Kämpfer: „Egal, wer kommt, ich stelle mich dem Konkurrenzkampf.“

    Kopfzerbrechen bereitet Trainer Ola Lindgren auch die Spielmacherposition. Denn auf Grzegorz Tkaczyk wird er möglicherweise noch eine Weile verzichten müssen. „Ich habe schon seit Wochen wieder starke Schmerzen in meinem Knie“, berichtet der polnische Denker und Lenker, „vielleicht muss ich sogar nochmals operiert werden.“ Heute Nachmittag weiß man mehr. Tkaczyk lässt sich am frühen Mittag in Mannheim durchchecken. „Dort gibt es ein neues Gerät, das ganz genaue Diagnosen stellen soll.“ Optimistisch ist er nicht. Im Gegenteil: „Für mich ist das alles eine Riesen-Katastrophe. Ich hatte mir unter dem neuen Trainer eigentlich so viel vorgenommen.“

    @ Juraschick

    und Alvanos soll gehen....

    von der Löwen-Homepage bzw. RNZ:

    ...Löwen-Trainer Ola Lindgren wird sicher seine Wunschformation aufbieten. Andrej Klimovets und Alexis Alvanos gehören nicht dazu. Beide werden wohl aussortiert werden, falls sich Interessenten finden – die RNZ berichtete. Wobei vor allem das „Alvanos-Experiment“, der auf der rechten Außenbahn zur zweiten Kraft hinter Patrick Groetzki werden sollte, von Beginn an zum Scheitern verurteilt war. Klar ist aber auch: Mit nur einem etatmäßigen Rechtsaußen kann ein ambitionierter Klub wie die Löwen, der über kurz oder lang die stärkste Handball-Mannschaft der Welt werden will, nicht in die Saison starten.

    Falls sich Groetzki verletzen sollte, droht ein Horror-Szenario. Was bleibt ist die Frage, ob man sich einen weiteren Topstar angelt oder ob man sich einen „Jungen Wilden“ angelt. Einen, der sich hinter Groetzki, der endlich Verantwortung übernehmen möchte, in die zweite Reihe einordnet? „Der Klub muss reagieren. Aber für Patrick wäre es schade, wenn ihm ein Weltstar vor die Nase gesetzt wird“, sagt Groetzkis Manager Marc Rapparlie. Es ist ein schmaler Grat zwischen Verärgerung und Verstärkung, zwischen Vertrauen und Verunsicherung.

    aus der RNZ von gestern:

    "Ola Lindgren muss sagen, wen er will"
    Thorsten Storm hatte gestern ein Déjà vu Erlebnis. Hoch oben über den Dächern von Karlsruhe, in den Geschäftsräumen der „PSD Bank“, war plötzlich wieder alles wie früher, wie damals im hohen Norden, bei der SG Flensburg-Handewitt. Seite an Seite mit Kent-Harry Andersson saß er da bei einer Pressekonferenz. „Als ich unsere Namensschilder sah, musste ich ein wenig schmunzeln“, gestand der Löwen-Geschäftsführer. In Flensburg holten sie die Deutsche Meisterschaft und mehrfach den DHB-Pokal. Bei den Löwen fungiert Andersson als Sportlicher Leiter, quasi das Bindeglied zwischen Trainer Ola Lindgren und Manager Thorsten Storm.

    Momentan hat das Trio alle Hände voll zu tun. Lindgren kümmert sich um die Form des Personals, das die beiden Ex-Flensburger gerne noch ein wenig ausdünnen würden. Laut Storm gibt es noch zwei große Baustellen. Am Kreis und auf Halbrechts. Kein Wunder – bei dem Überangebot: Am Kreis tummeln sich mit Klimovets, Myrhol, Prieto und Roggisch gleich vier Hünen. Da Roggisch als Abwehr-Spezialist ausschließlich vor dem eigenen Tor die Krallen ausfährt, kann man ihn an dieser Stelle ausklammern. Drei bleiben übrig. Von denen einer zu viel ist. Klimovets dürfte die schlechtesten Karten haben. Doch will er wirklich wechseln? Eher nicht. Versuche ihn nach Balingen oder Magdeburg zu transferieren scheiterten bereits. Zudem stehen sich Stefansson, Müller und Alvanos auf Halbrechts im Weg. Storm grübelt: „Das Gedränge ist auf beiden Positionen zu groß. Wer weiß, vielleicht passiert ja noch was.“ Er grinst, als er das sagt. Hat der Manager im Hinterkopf etwa schon die Lösung parat? Wie auch immer, das letzte Wort hat der Trainer: „Ola Lindgren muss sagen, wen er will und wen nicht“, erklärt Storm.

    Die „Notlösung“ mit Alvanos auf Rechtsaußen, sprich als Ergänzungsspieler zu Patrick Groetzki, scheint mittlerweile jedenfalls zu den Akten gelegt worden zu sein. Der Grieche konnte auf der für ihn ungewohnten Außenbahn bislang nicht glänzen. Einer, der das konnte, mittlerweile aber in seiner polnischen Heimat auf Torejagd geht, ist Mariusz Jurasik. „Mit ihm haben wir unseren Top-Torjäger abgeben müssen“, sagt Storm. Und Jurasik hat nach wie vor nichts verlernt: Beim Hummel Charity Cup in Elmshorn, an dem auch Flensburg teilgenommen hat, ergatterte er die Torjägerkanone. Neben der angedachten Aussortierung, steht übrigens auch auf höherer Ebene ein einschneidendes Stühlerücken bevor. Nach Informationen der RNZ wird es bei der Besetzung des Aufsichtsrats zu gravierenden Veränderungen kommen. Morgen geht der Testspiel-Marathon der Löwen in Ludwigshafen weiter. Die Gelbhemden treffen um 19.30 Uhr in der Friedrich-Ebert-Halle auf Friesenheim. Am Samstag um 19 Uhr steigt dann das Duell gegen Champions League-Sieger Ciudad Real in der Karlsruher Europahalle.


    Und von heute:
    .....Im Rahmen der Neuformierung des Aufsichtsrats der Rhein-Neckar Löwen – die RNZ berichtete bereits – soll künftig übrigens Sponsor Jesper Nielsen eine noch entscheidendere Rolle einnehmen: Aus gewöhnlich gut unterrichteten Quellen ist zu vernehmen, dass der Däne fortan als Aufsichtsrats-Vorsitzender fungieren soll.

    Wolfgang Schwenke Interview aus dem Forum der Baden-Lions bzw. der Rhein-Neckar-Zeitung


    Heidelberg. Was macht Wolfgang Schwenke künftig? Am Dienstag geisterte sein Name durch sämtliche Videotext- und Internetportale. Der Ex-Trainer der Rhein-Neckar Löwen wurde mit dem Fußball-Drittligisten Holstein Kiel in Verbindung gebracht, was der lange Blonde klar dementierte - wir bericheten.

    Wolfgang Schwenke, haben Sie endlich Klarheit in Sachen eigener Zukunft?

    Nein. Noch ist nichts geklärt. Es laufen aber Gespräche. Dass ich beim Handball bleibe, muss aber nicht zwangsläufig sein. Ich habe immer gesagt, dass ich mir auch ein Engagement im Bereich Sportmanagment vorstellen könnte. Ich habe Betriebswirtschaft studiert. Der Trainerjob im Profibereich hat für mich eine Halbwärtszeit von fünf bis sechs Jahren. Ich möchte einfach nicht zwanzig Jahre als Trainer arbeiten.

    Wie sieht es mittlerweile mit Ihrer Verbundenheit zu den Löwen aus? Haben Sie noch Kontakte?

    Natürlich. Ich habe dort ja keine verbrannte Erde hinterlassen – ganz im Gegenteil. Ich habe außerdem sehr viele nette Menschen kennen gelernt. Mit ihnen werde ich auch weiterhin in Kontakt bleiben.

    Eine erfolgreiche Zeit war es noch dazu!

    Sicherlich. Als ich die Mannschaft übernommen hatte, stand sie auf dem neunten Platz. Zum Schluss waren wir Dritter, sind direkt in die Champions League eingezogen. Auch in den Pokalwettbewerben sind wir sehr weit gekommen. Nur am THW Kiel kamen wir nicht vorbei. Leider hatten wir zum Schluss aber auch großes Verletzungspech: Die Alternativen fehlten. Gudjon Valur Sigurdsson, der nach der Verletzung von Tkaczyk auf der Mitte stets sechzig Minuten lang kurbeln musste, Mariusz Jurasik, Uwe Gensheimer und Patrick Groetzki gilt es besonders hervorzuheben. Alle haben eine tolle Runde gespielt.

    Trotz ihrer guten Arbeit mussten Sie gehen, haben Sie das verstanden?

    Als ich bei den Löwen begann, hieß es, dass ich zunächst bis zum Ende der Saison bleiben sollte. Aber mir wurde auch gesagt, dass bei erfolgreicher Arbeit durchaus die Möglichkeit bestehen würde, dass ich über die Saison hinaus weiter machen kann. Als dann das Werben um Serdarusic losging, hatte ich damit kein Problem. Für so einen Mann zu weichen, wäre keine Schande gewesen. Aber als sich der Serdarusic-Transfer schließlich zerschlagen hatte und prompt nach einem neuen Trainer gesucht wurde, kam mir das schon komisch vor. Ich hatte doch gut gearbeitet.

    Nun soll es Ola Lindgren richten. Bringt er tatsächlich die gewünschte internationale Erfahrung mit?

    Aus meiner Sicht nur bedingt. Also in der Champions League hat er bislang keine Erfahrungen gesammelt. Ich habe sie dagegen schon. Aber nun haben die Mannschaft und ich ja dafür gesorgt, dass Ola Lindgren diese Erfahrung auch machen kann. Das Ganze ist für mich schon etwas widersprüchlich.

    Aus dem näheren Umfeld der Löwen war zu vernehmen, dass sich Manager Thorsten Storm zu Beginn ihrer Tätigkeit verstärkt in ihren Aufgabenbereich eingemischt haben soll...

    Das kann ich so nicht sagen. Ich verfolgte von Anfang an klare Vorstellungen. Denn letztlich bin ich derjenige, der in der Verantwortung steht. Außerdem war Thorsten Storm bei den täglichen Übungseinheiten gar nicht dabei. Er hatte kein Gefühl für die jeweiligen Stärken und Schwächen eines Spielers. Aus meiner Sicht hat die Mannschaft relativ schnell umgesetzt, was ich wollte. Aber Reibungspunkte gibt es natürlich immer. So gab es anfangs Spannungen zwischen Blacky, der damals als Co-Trainer fungieren sollte, und mir. Das finde ich gar nicht schlimm – solange alles dem Erfolg unterstellt ist und das war so. Er konnte sich nicht mit meiner Art der Trainingsführung anfreunden. Fortan waren die Rollen klar verteilt. Blacky war Spieler und ich hauptverantwortlicher Trainer.

    Thorsten Storm äußerte kürzlich in einem RNZ-Gespräch, dass er es begrüßen würde, wenn bei den Löwen noch ein Sportdirektor installiert wird. Einer, der ihn ein wenig entlasten kann...

    Thorsten Storms vorrangige Aufgabe ist es, Leute für die Löwen zu begeistern, die finanziell stark aufgestellt sind. Für ihn ist es natürlich schwer alle Felder abzudecken. Das ist immer ein Spagat. Aber die Installation eines Sportdirektors ist auch eine Kostenfrage.

    Thorsten Storm ist Ihr Trauzeuge. Hat das bei Ihrer damaligen Verpflichtung eine Rolle gespielt?

    Nein. Denn wir sind nie richtig dicke Freunde gewesen. In den letzten Jahren sind wir uns nur selten über den Weg gelaufen. Aber da wir uns kannten, wusste jeder, was er von dem anderen zu erwarten hat.

    Laut dem Mannheimer Morgen hat Storm also wohl ein weiteres Ass an der Angel. Wäre ja mal was ganz neues. Denn bis auf Sigurdsson hat er ja eigentlich nur Mittelklasse nach Mannheim gelotst. Überraschend ist das aber nicht. Viele behaupten, dass der gute "Theo" von Handball-Tagesgeschäft eigentlich gar keine Ahnung hat. Was er kann ist Gelder auftreiben, da macht ihm so schnell wirklich niemand etwas vor. Ein Sportdirektor würde den Löwen sicher gut tun.

    Das noch Neuzugänge kommen wäre eigentlich logisch. Vor allem auf Rechtsaußen ist man zu dünn besetzt. Ein Groetzki alleine reicht nicht. Auch auf der Mitte besteht meiner Meinung nach auch noch Handlungsbedarf. Laut der Rhein-Neckar-Zeitung von heute soll Storm für diese beiden Positionen längst nach Alternativen suchen.

    vorlaut

    Was heißt er hat sich nicht hinreißen lassen? Wenn er so viel Rückrat, warum hat er denn dann zuletzt immer wieder betont, dass er Jurasik doch so gerne halten würde und nun so traurig ist, dass er geht? Das passt irgendwie nicht. Das müsstest Du - als echter Szenekenner - doch bemerkt haben! Unter Stirn bieten verstehe ich etwas anders. Es war ein bewusstes Täuschen und es wäre ja fast aufgegangen, wenn MJ dieses Interview nicht gegeben hätte. Aber MJ hat eben Rückrat: Ich denke ein Jan Filip, Andrej Klimovets und auch ein Michael Haaß hätten vielleicht auch Interessantes zu erzählen. Sind aber eben andere Typen.
    Aber wir müssen froh sein einen wie TS zu haben. Schließlich wird es bei uns doch nie langweilig: Jedes Jahr kannst Du dich auf ein runderneuertes Team freuen. Wer braucht schon Kontinuität? Geld verbrennen ist doch viel geiler.

    Ein Jurasik-Interview aus dem Forum der Baden-Lions bzw. der heutigen Rhein-Neckar-Zeitung.


    Odenheim. Es ist ruhig, mucksmäuschenstill. Nur selten fährt ein Auto vorbei. Hektik ist in Odenheim ein Fremdwort. Ein perfekter Ort um Kraft zu tanken. Mariusz Jurasik, die begnadete Rückraum-Rakete der Rhein-Neckar Löwen, weiß das nur zu gut: Vor rund sechs Jahren als er zu den Gelbhemden wechselte, suchte sich der Linkshänder dort ganz bewusst seine heimischen vier Wände. Und selbst die Hausnummer passt: Die Nummer 13 der Gelbhemden wohnt in Haus 13. Von wo aus er schon unzählige Male in Richtung Mannheimer SAP Arena aufgebrochen ist. Am Samstag war es nun das letzte Mal.

    So richtig realisiert hat er das allerdings noch nicht. Die Ablenkung war groß. Ein paar Bekannte besuchten ihn am Wochenende. Darunter auch Gregor Luley, den er schon in seiner Kronauer Premierensaison kennen gelernt hatte. Sein Landsmann fungierte als Dolmetscher, begleitete ihn auf Schritt und Tritt: Erklärte, übersetzte, passte auf. Mittlerweile sind beide dicke Kumpels. Am Samstag nahmen sich beide Zeit für ein RNZ-Interview.

    Mariusz Jurasik, Sie haben eine halbe Ewigkeit bei den Löwen gespielt, war es eine schöne Zeit?

    Ich war sechs Jahre hier und habe mich immer wohl gefühlt. Das habe ich damals als wir abgestiegen sind ja auch gezeigt: Trotz zahlreicher Angebote aus der 1. Liga bin ich geblieben, habe meinen Beitrag zum Wiederaufstieg geleistet.

    Was war für Sie persönlich der schönste Erfolg in ihrer Zeit bei den Löwen?

    Der Wiederaufstieg und natürlich der diesjährige Einzug ins Halbfinale der Champions League. Außerdem wurde ich mit Polen 2007 Vize-Weltmeister und dieses Jahr Dritter bei der WM in Kroatien. Aber es gab natürlich auch Tiefpunkte.

    Und die wären?

    Vor allem unser Abstieg: Das Relegations-Hinspiel gegen Schwerin haben wir mit neun Toren gewonnen, was letztlich trotzdem nicht gereicht hat. Ganz bitter war auch die 25:26-Niederlage mit der SG Kronau/Östringen beim Final Four 2006 gegen Hamburg, als wir im Halbfinale den Topfavoriten Kiel ausgeschaltet hatten.

    Wie schwer fällt der Abschied?

    Sehr schwer. Rolf Bechtold und Michael Roth haben mich damals nach Kronau geholt. Meine ganze Familie ist hier gewachsen. Ich habe richtig viele gute Freunde gefunden, mit denen ich abseits vom Platz häufig Tennis spielte oder angeln war. Ich habe anscheinend auch vieles richtig gemacht, das haben die Fans, die bis zuletzt mit tollen Aktionen um mich gekämpft haben, bewiesen.

    Hatten Sie das Gefühl, dass Manager Thorsten Storm Sie wirklich halten wollte?

    Nein. Man hat mir bis Weihnachten 2008 mehrfach deutlich gemacht, dass man mich nicht mehr wollte. Denn man hätte einfach die Option ziehen können. Mir ging es nie darum, einen Drei-Jahres-Vertrag zu unterschreiben. Zwei Jahre, das war es, was ich wollte denn mein Sohn soll 2011 in Polen in die Schule gehen. Anfang 2009 entschied ich mich dann nach Polen zurückzukehren, wo ich bei KS Kielce einen Vertrag unterschrieben habe. Dieser Verein hat seit Jahren um mich gekämpft. Bertus Servaas, der dortige Präsident, versuchte jedes Jahr auf neue mich nach Kielce zu holen, und da meine Frau aus Kielce stammt und sich dort eine berufliche Existenz aufbaut, habe ich mich für diesen Klub entschieden.

    Das Verhältnis zwischen Mariusz Jurasik und Thorsten Storm soll angespannt sein...

    Verhältnis? Da existiert kein Verhältnis. Mir wurde von ihm niemals gezeigt, dass er mich aus Überzeugung halten möchte. Das letzte Angebot war ein Angebot, das auf den massiven Druck der Löwen-Fans zurückzuführen war und Kielce wurde erst nach dem Final Four ein Rückholangebot unterbreitet wurde.

    Angeblich hat Thorsten Storm auch zu einigen anderen Spielern nicht den besten Draht...

    Die Stimmung innerhalb der Mannschaft war immer gut. Von außen lassen wir uns ohnehin nicht beeinflussen.

    Was ist eigentlich an der Geschichte mit dem THW Kiel dran?

    Anfangs konnte ich mir nicht vorstellen, dass Kiel eine Option für mich sein könnte. Aber durch meine guten Leistungen und aufgrund der dortigen personellen Entwicklung habe ich dort Interesse geweckt. Mein Berater hat mehrfach Gespräche mit dem THW geführt. Auch mir wurden positive Signale aus Kiel entgegengebracht. Der aktuelle Stand ist nun aber, dass Kiel wohl Sprenger verpflichten wird, da es in Magdeburg finanzielle Probleme geben soll.

    Gibt es Menschen aus dem Umfeld der Löwen, die Sie besonders vermissen werden?

    Ja. Vor allem natürlich unsere tollen Fans, die uns seit Jahren unterstützen. Wobei ich mich natürlich auch noch bei ein paar speziellen Leuten bedanken muss: Rolf Bechtold und Michael Roth sowie den ehemaligen Geschäftsführern Karl-Heinz Just und Alexander Kramer. Und natürlich bei Jürgen B. Harder, bei dem ich mich am Samstag gerne persönlich bedankt hätte, aber er war leider nicht da. Aber wer weiß, vielleicht gibt es im nächsten Jahr ein Wiedersehen mit den Löwen in der Champions League, und natürlich freue ich mich auf jeden Löwen-Anhänger, der mich in meiner neuen Heimat Kielce besucht. Aber manchmal kommt es im Leben sowieso anders als man denkt. (Lacht)

    Existiert noch ein spezielles Ziel für die letzten Jahre ihrer Karriere?

    Nun ja, ein Sportler will natürlich immer Titel gewinnen. Dies kann ich mit Kielce sicher realisieren. Aber auch mit Kiel hätte ich dies geschafft deshalb habe ich mich überhaupt sehr intensiv mit diesem Thema beschäftigt.

    Im Gegensatz zu so manch anderem Spieler wurde ihnen auf der Löwen-Homepage keine Abschiedsgeschichte gewidmet. Auch im letzten Hallenheft kamen Sie nicht vor. Schmerzt das?

    Kein Kommentar!