Beiträge von olilolli189

    Zur Klarstellung: Pascal Mahé trainiert die zweite Mannschaft nicht mehr, sondern nur noch die A-Jugend. Genau wie sein Sohn Kentin wird auch er mit dem HSV Hamburg in Verbindung gebracht - und zwar als Jugendkoordinator... Das Risiko, einen Trainer einzusetzen, der überhaupt keine Bundesliga-Erfahrung hat, erscheint mir doch sehr groß. Und wenn der DHC wirklich etatmäßig auf enger Kante fährt, dann dürfte ein neuer Trainer genau so wenig zu finanzieren sein wie ein weiterer neuer Spieler...

    Wobei die Trainerdiskussion in meinen Augen überflüssig ist: Kai Wandschneider hat die Mannschaft bis zum Aufstieg geformt, er hat danach mit dem Kern der Aufstiegstruppe zweimal den Klassenerhalt geschafft. Dieser Kern ist weg, der Kader nominell schwächer als im Aufstiegsjahr! Hexen kann er eben auch nicht...

    Für mich steht fest: Hätte der DHC nach der bisher besten Saisonleistung in Balingen dort am Ende nicht verloren, sondern gewonnen oder einen Punkt geholt, hätte es aus den Spielen danach mindestens zwei, wenn nicht sogar vier Punkte gegeben. So aber hängen die Köpfe, das Selbstbewusstsein ist am Boden. Doppelt tödlich, wenn der Kader qualitativ und quantitativ unterdurchschnittlich besetzt ist. Das reicht dann eben nur, um bis zu einem gewissen Zeitpunkt mitzuhalten. Wenn es darauf ankommt, reicht es nicht mehr. Da reichen dann schon ein am Ende guter Weber im Tor und ein Mraz, um den DHC abzuschießen.

    In der momentanen Verfassung gibt es am Samstag in Magdeburg eine deutliche Niederlage und am Mittwoch Zuhause gegen Hannover ein erneut eher unansehnliches Gewürge, das Unentschieden oder mit einem Sieg für Hannover endet. Sollte es so kommen, sollte die Hinrunde mit vier oder fünf Punkten abgeschlossen werden, dann ist die Vereinsführung gefordert, in jeglicher Hinsicht Stellung zu beziehen, wie es in dieser Saison und danach weitergeht bzw. weitergehen soll!

    Rheinischer Anzeiger vom 1.12., als der DHC noch Vorletzter war...

    Der Kommentar: Opfer des Systems
    Der DHC Rheinland, der das schwere Erbe des TSV (Bayer) Dormagen im Profi-Handball angetreten hat, wird immer mehr zum „Opfer“ seines eigenen Systems: Da seit Jahren das nötige Geld fehlt, um einen Kader zusammenzustellen, der nominell ausreicht, um mit dem Abstiegskampf gesichert nichts zu tun haben, setzten und setzen die Verantwortlichen notgedrungen auf die Jugend. Jugend bedeutet Unerfahrenheit. Beides zusammen bedeutet: Konstant gute Leistungen sind grundsätzlich nicht zu erwarten.
    So verwundert es nicht, dass die aktuelle Mannschaft bisher nicht in der Lage ist, zwei gute Spiele hintereinander abzuliefern. Oder in einem guten Spiel das Niveau über 60 Minuten beizubehalten. Der Kader, den Trainer Kai Wandschneider und Teammanager Thomas Dröge mit bescheidenen finanziellen Mitteln und aufgrund der Gründung des neuen Vereins sowie des erst zum spätest möglichen Zeitpunkt feststehenden Klassenerhalts zusammengestellt haben, ist der jüngste und unerfahrenste seit dem Aufstieg in die Erste Liga. Und damit ist er nominell der schlechteste.
    Von daher kann die Zielsetzung der Vereinsführung, den Klassenerhalt direkt zu schaffen, getrost als mutig bezeichnet werden. Weniger „mutig“ wäre das nur gewesen, wenn alle Neuzugänge voll eingeschlagen hätten und wenn der Kader von Anfang an die notwendige Breite gehabt hätte. Beides war und ist nicht der Fall.
    Sollte der DHC nach den ausstehenden vier Spielen bis Weihnachten nicht auf die erforderlichen zehn Punkte kommen, sollte die Vereinsführung in der WM-Pause finanziell nicht in der Lage sein, den Kader auf ein bis zwei Positionen mit sofortigen, echten Leistungsträgern zu verstärken, dann sollte der Öffentlichkeit reiner Wein eingeschenkt werden: Statt um den Klassenerhalt ginge es dann nur noch um eine ellenlange Vorbereitung auf die eingleisige Zweite Liga.
    Auch dort könnte der Dormagener HC wieder ein Opfer seines Systems werden: Kentin Mahé wird mit dem HSV Hamburg in Verbindung gebracht. Leistungsträger wie Max Holst oder Kristian Nippes wären vermutlich nur schwer zu halten. Bis auf drei Ausnahmen laufen die Spielerverträge nur für ein Jahr... Am Ende würde wieder einmal gelten: Am Höhenberg wurden sie sehr gut ausgebildet und sind zu Bundesliga-Spielern gereift, die Früchte dieser Aufbauarbeit ernten andere Vereine. Sollte es so kommen, dürfte es schwer genug werden, einen schlagkräftigen Kader zusammen zu bekommen, der in der dann sehr starken Zweiten Liga, in der sich die besten Mannschaften aus der jetzigen Nord- und Südgruppe tummeln, nicht wieder in arge Abstiegsnöte geriete.
    Von daher sind alle Beteiligten – Spieler, Trainer, Management, Vereinsführung, Sponsoren und Fans – gut beraten, weiterhin fest an einem Strang und in eine Richtung zu ziehen. Wieder einmal geht es um nichts Anderes als die Existenz des Profi-Handballs in Dormagen. Und wieder einmal ist sportlich ein Wunder gefragt.

    Zitat

    Original von TSV-Fuchs
    Wenn er (KW) die bisherigen Leistungen von Sigtryggson als Maßstab genommen hat, war das in der Tat fantastisch gestern. So unterirdisch hat er nämlich bis dahin gespielt. Ich frage mich z.Z. eher, was mit Sveinsson los ist, der einige richtig gute Spiele absolviert hatte und nun scheinbar im Mittelmaß versinkt :(.

    Dann einigen wir uns darauf, dass die Leistung von Sveinsson vor der Länderspielpause dreimal "phantastisch" war: Da hat er in drei Spielen mehr als 25 Tore gemacht! Dass es seit der Länderspielpause bei ihm nicht mehr läuft, liegt weniger an dem grippalen Infekt, den er mitgebracht hatte, sondern daran, dass seine Freundin nun wieder in Island ist. Die war nämlich vor der Länderspielpause in Dormagen...

    Und noch ein Punkt: Hätte Max Holst in der Anfangsphase nicht zweimal frei vergeben (Spielzug hat funktioniert), hätte der DHC nicht zudem noch drei Pfosten- und Lattentreffer gehabt, dann wäre das Spiel vielleicht etwas anders gelaufen. Zumindest hätte es nicht so früh einen großen Rückstand gegeben.

    Die Bewertung "phantastisch" bezieht sich ausschließlich auf die Kreisanspiele, nicht auf die Gesamtleistung von Sigtryggsson. Ist auf der Homepage etwas unglücklich geschrieben, aber in diesem Kontext kann man die Aussage des Trainers sicherlich stehen lassen. Ansonsten: Wenn man nicht mehr an die Wasseroberfläche kommt, streckt man sich nach jedem Strohhalm, um zu atmen! Wobei die besten Anspiele an den Kreis nichts nutzen, wenn sie dort zu 99 Prozent nicht verwertet werden (können)...

    Hannes Lindt hatte in Frankfurt eine Prüfung. Außerdem hatte sein Zug Verspätung. Unglückliche Umstände, aber für dieses Spiel sicherlich nicht entscheidend. Kai Wandschneider hätte ihn sicherlich gebracht, wenn der Isländer nicht völlig überraschend eine einigermaßen bundesliga-taugliche Leistung abgeliefert hätte, die bereits ausreichte, um aus dem Rest einer ganz schwachen Mannschaft herauszuragen!

    Bei allem Verständnis für die Gesamtsituation (viele junge, unerfahrene Spieler; schlechtester Kader seit dem Aufstieg; damit kaum Voraussetzungen für konstant gute Leistungen), bei allem Verständnis für die aktuelle Ausgangsbasis (Wie soll diese Truppe in vier Tagen die bittere Niederlage in Balingen kopfmäßig verkraften?) usw. etc. pp: Wie soll diese Mannschaft bis zum Hinrundenende aus den ausstehenden vier Spielen sechs Punkte holen??? Und die müssen es sein, damit die Rückrunde nicht zur Saisonvorbereitung für die eingleisige Zweite Liga verkommen soll!

    Der Spaßfaktor bei der Betrachtung der beiden vergangenen Heimspiele tendierte nicht nur gen Null, er lag deutlich im Minusbereich. Das Niveau glich schon in der ersten Halbzeit gegen Lemgo eher der Regionalliga, gestern war es noch schlimmer...
    Dabei bräuchte es gerade gegen Wetzler und Hannover eine volle Hütte und eine frenetische Stimmung. So aber befindet sich der DHC stimmungsmäßig in einer Negativschleife, was sich leider nicht mehr wegdiskutieren lässt: noch kein Heimpunkt, zuletzt zwei richtig schlechte Spiel, gestern sind in der 46. Minute die ersten Zuschauer gegangen; beim ersten Feldtor gab es nicht nur vereinzelt (höhnisches) Gelächter; die handvoll Göppinger Fans war desöfteren laut zu hören als die Heimkulisse...

    Jetzt kommt das Auswärtsspiel beim Aufsteiger. Das muss der DHC im Grunde genommen gewinnen, auch wenn es auswärts ist. Damit ist der Druck sehr hoch, wobei das für Hamm als Tabellenletzten um so mehr gilt. Und wie die Dormagener Mannschaft mit solchem Druck klar kommt, ist leider hinreichend bekannt: Gute Leistungen kommen garantiert dann, wenn sie niemand erwartet! Kai Wandschneider und Thomas Dröge sind derzeit jedenfalls sehr stark als Psychologen gefragt, denn am 4. Dezember wird erneut ganz überwiegend der Kopf über den Ausgang der Partie entscheiden.

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    Original von ForeverTSV
    Ja gerade daran das man in Friesenheim und Melsungen gewinnt, zeigt doch das die Mannschaft dann direkt selbst zufriedenheit aufweist!


    Okay, der 11.11. ist vorbei, da kann man ja mal in die Bütt steigen! ;) Von einer irgendwie gearteten Selbstzufriedenheit ist diese sehr junge und sehr eng besetzte Truppe genau so weit entfernt wie vom Tabellenführer THW Kiel!!!


    Zitat

    Und da liegt es am Trainer diese Leistung aufrecht zu halten!


    Klar: Kai Wandschneider sagt seiner Mannschaft nach dem Spiel in Ludwigshafen, dass sie selbstzufrieden sein kann und in Lübbecke keine Leistung zu zeigen braucht... :pillepalle:

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    Warum können wir gegen die großen Mithalten(Kiel) und spielen dann gegen weitaus schlechtere Mannschaften so einen Müll!


    Spielerische Mannschaften wie Kiel haben dem TSV/DHC immer schon mehr gelegen als Kämpfer- und Kloppertruppen. Seit Jahren gibt es das Problem, dass die Spiele, die gewonnen werden müssen, nicht gewonnen werden. Da ist dann wohl der Druck zu groß. Von daher versucht der Trainer doch nur, seinen Spielern möglichst viel Druck wegzunehmen. Unabhängig von diesen Mechanismen, die über Jahre eigentlich ganz gut am Höhenberg geklappt haben, gab es gegen Lemgo halt das Problem, dass es viel zu viele Ausfälle gab. Früher wurden ein oder zwei Ausfälle meistens recht gut kompensiert. Früher war die Mannschaft aber auch besser besetzt und erfahrener. Machen wir uns doch nichts vor, so schön der Sieg in Ludwigshafen auch war: Im Grunde genommen haben da zwei bessere Zweitligisten gegeneinander gespielt! Was das im Kopf ausmachen kann, hat Daniel Wernig bewiesen, der dort 12 Hütten macht - gegen Lemgo aber völlig neben sich stand...

    Im übrigen glaubt doch niemand ernsthaft, dass das, was der Trainer der Presse sagt, immer gleichbedeutend mit dem ist, was er der Mannschaft und dem einzelnen Spieler sagt! Fakt ist ja wohl, dass die Mannschaft bei dem morgendlichen Waldlauf sehr gut mitgezogen hat. Von daher kann ich an der Maßnahme nichts Negatives erkennen.

    Ich erspare mir an der Stelle die Erinnerung an all die Spieler, die Dormagen in der und am Ende der vergangenen Saison abgegeben hat. Kai Wandschneider spricht noch heute völlig zu Recht davon, dass er das Herzstück seiner Mannschaft verloren hat.
    1. In der Rückraummitte spielt ein junger Mann, der Linksaußen ist und dort in der vergangenen Saison nicht Stammspieler war.
    2. In der Rückraummitte und im linken Rückraum spielt ein junger Mann, der in der vergangenen Saison erst in den letzten Spielen gespielt hat - und noch jünger ist als der Spieler zu 1.
    3. Im rechten Rückraum spielt ein Spieler, der kaum älter als der Spieler zu 1 ist, dafür jetzt aber auch noch eine berufliche Ausbildung macht (Duales System).
    Wer erwartet, dass diese drei Spieler dauerhaft auf einem hohen Niveau spielen - nicht nur in einem Spiel, sondern über die gesamte Saison -, der muss seine Erwartungshaltung dringend überprüfen: Sie ist völlig unrealistisch!
    Alle anderen im Rückraum sind neu. Sigtryggsson ist nicht in der Liga angekommen. Sveinsson war stark, als seine Freundin hier war. Die ist nun aber wieder weg... Krsmancic ist auch nie hier angekommen, hat sich verletzt. Vermisst wird er nicht... Immel im Angriff: ein gutes Spiel in Ludwigshafen. Ansonsten Fehlanzeige... Woher sollen die guten, konstanten Leistungen denn im Rückraum kommen???
    Hannes Lindt ist sicherlich ein Lichtblick, braucht aber Zeit zur Eingewöhnung in die Spielsystheme. Apropos Lindt: Am Samstag war ja phasenweise mehr HSG Frankfurt auf dem Spielfeld als DHC... ;)
    Also, bitte nicht vergessen, mit welchen Prämissen der Dormagener HC in diese Saison gestartet ist!!! Natürlich war es sehr ärgerlich und frustrierend, dass die Leistung am Samstag gegen Lemgo vor allem im Angriff so schlecht war. Aber es glaubt doch niemand im Ernst, dass auch nur einer der Spieler absichtlich so schlecht spielt.
    Vielleicht war es auch der Druck, dass da Zuhause ein Gegner kommt, der selber so viele Probleme hat, dass du gegen den eine reale Chance hast. Für die neue, junge DHC-Truppe doch eine völlig neue Erfahrung! Und zum Schluss: Bälle passen und fangen müssen die Spieler selber. Schlimm ist es, wenn dabei auch die "Erfahrenen" patzen: Wo ist eigentlich Michiel Lochtenbergh abgeblieben??? Auf Linksaußen läuft seit Wochen ein kaum regionalliga-taugliches Double herum...

    Totti
    Es geht doch mehr um die Wirkung auf die Mannschaft ("Es tut sich etwas Positives!") als um den konkreten Einsatz am Samstag. Klar braucht er Zeit zur Eingewöhnung. Trotzdem ist es gut, dass er schon jetzt da ist und nicht erst ab Weihnachten!

    Also positiv! Eben kam diese Presseinfo, die nun auch auf der DHC-Homepage steht:

    Hannes Lindt ab sofort ein Dormagener
    Linkshänder ist eventuell schon gegen Lemgo dabei
    Der Dormagener Handball-Club Rheinland hat vor drei Wochen mit Hannes Lindt einen weiteren Rückraumspieler verpflichtet. Die Wechselmodalitäten sahen zunächst vor, dass der 24-Jährige noch bis Ende der Hinrunde für den abgebenden Verein HSG Frankfurt/Rhein/Main in der 2. Bundesliga Süd spielt. Doch nun gibt es eine Einigung zwischen dem DHC, der HSG Frankfurt/Rhein/Main und Hannes Lindt. Demnach steht der Linkshänder dem rheinischen Handball-Bundesligisten ab sofort zur Verfügung. Unter der Voraussetzung, dass auch die Toyota Handball-Bundesliga grünes Licht gibt, wird Hannes Lindt bereits am kommenden Samstag das DHC-Trikot mit der Nr. 18 gegen den TBV Lemgo tragen. Die Partie wird im Sportcenter Dormagen um 15 Uhr angepfiffen.

    Sehe für dieses Spiel mit Blick auf den TBV nur zwei Alternativen:
    1. Das Team will sich nach der peinlichen Heimniederlage gegen Lübbecke rehabilitieren und auch für seinen Trainer spielen.
    2. Das Team spielt gegen seinen Trainer...
    Nur im zweiten Fall hat der DHC gegen einen nominell deutlich besser besetzten Gegner eine Chance. Und das auch nur dann, wenn die Stammformation durch die Bank weg am oberen Level spielt und die Schiedsrichter eine gute Leistung bringen.

    Zitat

    Original von -cW


    Auch wenn er am 27.12. kommt, ist das nicht mehr in der Hinrunde.
    Der Rest ist reine Spekulation.

    Woher willst Du wissen, dass der Rest reine Spekulation ist??? Die Fakten sprechen eine klare Sprache. Dass die Frankfurter nicht begeistert sind, diesen Spieler ohne Ablöse zu verlieren, liegt in der Natur der Sache, ändert aber auch nichts daran, dass Teammanager Thomas Dröge die Sache sauber abgewickelt und danach in die Öffentlichkeit gegeben hat.

    Falsch, der DHC hat genau so viel Geld, wie zu Saisonbeginn und jetzt noch einmal als offizieller Etat angegeben. Es gibt keine Unterdeckung!
    Richtig ist, dass ein RM verletzt ist. Richtig ist aber auch, dass der DHC derzeit nur einen RA hat und die Rückkehr von Tobi Plaz immer unwahrscheinlicher wird. Auf RA kann aber auch Nippes (RR) spielen. Der Isländer auf RR hat bisher die Erwartungen kaum bis gar nicht erfüllt. Von daher macht die Verpflichtung eines weiteren Linkshänders für den Rückraum durchaus Sinn. Zumal dessen Vertrag auch für die Saison danach gilt und das Tandem Holst/Mahé auf der Mitte derzeit gut funktioniert.
    Ich bleibe dabei: Das Hin und Her um den Lindt-Wechsel hat nicht der DHC zu verantworten! Es steht der Wechsel zum 1.1.2011. Alles andere ist Nachkarterei, weil der Spieler von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch gemacht hat und es offenbar nicht gelungen ist, das Bekanntgabeprozedere zwischen dem Spielermanager und dem HSG-Manager rechtzeitig abzustimmen. Der DHC hatte die Anzeige von der Vertragsauflösung unterschrieben auf dem Tisch, mit dem Spieler war man sich einig. Vielleicht hätte es die HSG lieber gesehen, er wäre sofort gewechselt und Dormagen hätte dafür auch noch eine Ablöse gezahlt. Diese Rechnung scheint nicht aufgegangen zu sein. Vielleicht kommt auch daher die Verärgerung in Frankfurt...

    Das sind doch zwei völlig verschiedene Dinge!
    In der schwierigen Lage, die damals am Höhenberg herrschte, war es noch schwieriger, ein Unternehmen zu finden, dass bereit war, so groß einzusteigen.
    Auf einem anderen Blatt steht das Jobportal, für das nur das Unternehmen die Verantwortung trägt. Dort sind die Fehler gemacht worden.
    Hätte HR-C seine Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem DHC erfüllt, hätten sich zwar viele gefragt, wer das ist und ob das gut gehen kann, sie wären als Dormagener Handballfann aber zufrieden gewesen.
    Der Einstieg von HR-C hat nach der damaligen Pressekonferenz zumindest in Fachkreisen ein bundesweites Echo gehabt. Natürlich hätte das Unternehmen das Jobportal darüber hinaus selber bewerben und bekannt machen müssen. Aber auch das ist die Sache des Unternehmens und nicht des Vereins. Heinz Lieven und Co. müssen jedenfalls nicht den Kopf dafür herhalten, dass die HR-C-Geschäftsführung damals teilweise sehr großkotzig aufgetreten ist und den Worten dann leider keine Taten hat folgen lassen.
    Wenn sich überhaupt jemand den Vorwurf der "Verdummung" gefallen lassen muss, dann ist es der Manager und Hauptgeschäftsführer des TSV Bayer Dormagen, der Uli Derad heißt und über viele Jahre den Karren millionenschwer in den Sand gesetzt hat, dafür aber jetzt auf der Bank des THW Kiel Momir Ilic die Wasserflasche reichen und den Kopf nach einem erfolgreichen Siebenmeter tätscheln darf!!!

    Ich kann nicht nachvollziehen, wie negativ hier die neuesten Entwicklungen überwiegend beurteilt werden! Das eine oder andere konnte doch wirklich nicht überraschen...

    1. Ausfall des Sponsors HR-C
    Die 900.000€, die hier auf der Basis einer ironischen Spekulation auf einmal als real angenommen werden, sind es mit Sicherheit nicht. Der Verein hatte sich ein kleines Polster angelegt, außerdem stehen die vier Gesellschafter - vermutlich teilweise auch persönlich (konkreter darf ich an der Stelle nicht werden) - dafür ein, dass der offizielle Etat von 1,63 Millionen € weiter gedeckt ist. Wer der Vereinsführung und damit vor allem Heinz Lieven unterstellt, unseriös vorzugehen, der kennt ihn entweder nicht persönlich oder will dem DHC einfach nur schaden. Das Jobportal hätte vielleicht eine Chance gehabt, wenn es sofort nach Bekanntgabe des Einstiegs in den Dormagener Handball online gegangen wäre. Das ist leider nicht passiert, Chance vertan! Ich finde es richtig und konsequent, dass der Vertrag nun vom DHC gekündigt wurde, um den Hallennamen neu vermarkten zu können. Wenn das am Ende eine weitere japanische Firma macht und diese ihren Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Verein nachkommt, wird sicherlich niemand mehr meckern.

    2. Japan-Connection
    Es hat zwar etwas länger gedauert, als es avisiert wurde, aber jetzt ist das Konzept öffentlich auf dem Tisch. Es ist meiner Meinung nach in jeder Hinsicht förderlich: Mehr Zuschauer in der Halle und ein neuer Fanclub können nicht schaden. Nachwuchstalente zu fördern, auch wenn der japanische Handball vermutlich nur Regionalligaformat hat, kann auch nicht schaden. Wenn diese beiden Nationalspieler kommen, werden sie hier ausgebildet, Kai Wandschneider hat mehr Spieler im Training zur Verfügung (was in dieser Saison nicht nur aufgrund von Verletzungen, sondern aufgrund von Verpflichtungen in der Ausbildung ein Problem ist), zur Not spielen die in der zweiten Mannschaft. Am wichtigsten aber ist doch der Kontakt über Choya und den Generalkonsul zu einigen weiteren japanischen Firmen. Wenn davon am Ende einer groß, also im sechsstelligen Bereich, einsteigt, ist die ganze Geschichte doch schon ein großer Erfolg!

    3. Hannes Lindt
    Da der DHC ganz offensichtlich keine Ablösesumme bezahlen will, wird der Wechsel wohl erst zum 1.1. erfolgen. Formal betrachtet ist der Wechsel seitens des DHC sauber abgewickelt worden. Die Unstimmigkeiten liegen auf der Frankfurter Seite - und es sind nicht die ersten dieser Art. Vielleicht ist das auch eine persönliche Sache (Manager HSG? Manager Lindt?). Letztlich ist das aber völlig egal, denn Thomas Dröge wird als seriöser Teammanager keine Personalie bekannt geben, wenn er nicht auf der sicheren Seite ist. Die Anzeige über den abgeschlossenen Aufhebungsvertrag lag ihm vor, danach kam die Pressekonferenz. Lindt hat jedenfalls das Potenzial, der Mannschaft weiter zu helfen, und nicht nur als reiner Ergänzungsspieler durchzugehen. Man wird das aber erst sehen, wenn er da ist und sich eingewöhnt hat.

    4. DHC als junger Verein
    Es ist im Umfeld, vor allem bei den Heimspielen schon mehr bewegt worden als im alten Verein und unter der alten Führung vorher in mehreren Jahren Zweit- und Erstliga-Handball. Es wird seriös gewirtschaftet. Deshalb war auch klar, dass Thomas Kempen nicht volles Risiko geht. Da wäre er ja auch schön dumm gewesen: eine neue GmbH, die Vorgeschichte, Planungen zunächst mal nur auf ein bis zwei Jahre absehbar. Von Anfang an war klar, dass er auch selber schauen muss, ob die Sache einen hauptamtlichen Geschäftsführer trägt, er also ganz aus der RheinlandVersicherung ausscheidet. Es gab eine mit allen Beteiligten vereinbarte Übergangs- oder Erprobungsphase. Diese wird nun beendet, er kehrt in seinen alten Job zurück. Wenn die Abläufe beim DHC auch unter einem Ehrenamtler genau so weiter laufen, wenn dieser Ehrenamtler auch als Aufsichtsratsvorsitzender in allen Dingen des "großen" Sponsoring der Macher war und ist, dann ist der jetzige Schritt doch nur konsequent. Ich finde das in keinster Weise negativ. Negativ aber finde ich die Stimmungsmache, die nicht nur hier teilweise läuft und der Sachlage einfach nicht gerecht wird. Das ist aber auch kein Wunder, wenn selbst ein Journalist einer lokalen Tageszeitung, der über erhebliches Hintergrundwissen verfügt, offensichtlich nicht mehr daran denken will, wie er selber vor Saisonbeginn die Lage dargestellt hat, und knapp zwei Monate später vom "Dormagener Hilflosen Club" schreibt. Das ist nicht nur vom Stil her unterste Schublade, weil es beleidigenden Charakter hat, sondern es hilft vor allem in der Sache überhaupt nicht weiter!!!

    Es ist ein Wunder, dass es überhaupt noch Erstliga-Handball in Dormagen gibt - sowohl in sportlicher als auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Das sollte man immer bedenken, bevor man die Leute angreift, die viel Zeit, Kraft und Nerven dafür eingesetzt haben und einsetzen, dass es so ist.
    Von daher, und weil die Spieler eh nichts dafür können: Heute Abend gegen Kiel im Pokal ist es eher egal, aber am Samstag im Rheinderby gegen Gummersbach sollte die Halle nicht nur möglichst voll werden, sondern auch wie ein Mann hinter dem DHC stehen und das Team anfeuern!

    Das war eine glasklare Rote Karte gegen G. Gille! Die Schiris waren eh sehr schlecht und haben auch in dieser Situation falsch entschieden, indem sie nur zwei Minuten gegeben haben. Der Angriff hatte nichts mit dem Ball zu tun, mehr mit versuchter Körperverletztung!!!

    Muss mich beim Thema "unterschiedliche Etatansätze" korrigieren, denn Heinz Lieven sprach nicht von einer fünfstelligen Differenz, bei der es keine Erste Liga geben würde. Es waren wohl Centbeträge. Im Ergebnis aber egal...

    Die Frage nach den aussichtsreichen Kontakten zu den japanischen Unternehmen ist absolut berechtigt. Es gibt nur eben leider keine Antwort, also ist auch noch nichts unterschrieben worden. Punkt.

    Wer sich "genatzt" fühlt, der hat keinerlei Handballsachverstand, hat die Zeitungen im Vorfeld der Saisoneröffnung nicht oder nicht richtig gelesen, denn durch die Bank weg waren und mussten sich alle Beteiligten darüber im Klaren sein, dass es mit diesem Etat und diesem Kader wieder nur darum gehen würde, den Klassenerhalt zu schaffen. Dass aus dem alten Kader nur eine Rumpftruppe übrig geblieben ist, dass vor allem im Rückraum nur ein 22-Jähriger und ein 19-Jähriger übrig geblieben sind, dass nun ein junger Linksaußen, der in der vergangenen Saison quasi nur auf der Bank saß, auf einmal Stammspieler auf der Mitte ist, das reicht doch an Fakten aus, um daran erkennen zu können, in welcher Relation die sportliche Dinge zu betrachten sind. Fakt ist, dass der DHC mit den zwei Punkten bisher über dem Soll liegt. Fakt ist auch, dass Mannschaften nur einen oder gar keinen Punkt haben, deren Etat mindestens eine Millionen Euro und deutlich mehr über dem des DHC liegt. Fakt ist auch, dass wir gegen die gleichen Gegner mit einer geringeren Differenz verloren haben als andere, viel besser besetzte Teams. Von daher: Geduld, Geduld, Geduld! Die Saison ist noch lang...

    Zitat

    Original von Steinar
    Naja, letztlich steht dem DHC ein Zweitligaetat zur Verfügung, wenn die kolportierte niedrige siebenstellige Summe dieses Mal richtig ist. Das muss man sich bewusst machen. In der zweiten Liga gibt es Vereine, die schon einen höheren Etat aufrufen. Etattechnisch in Reichweite ist noch Friesenheim (wobei da niemand weiß, ob es nicht doch einen Löwenanteil gibt, der nicht in der Etatrechnung auftaucht ;) ) und evtl. noch Balingen. Alle anderen Mannschaften haben einen Etat, der wohl vermutlich mindestens doppelt so hoch ist, wieder DHC-Etat.
    ...
    Ich denke mal den Fans ist noch im Bewusstsein, welche Summe da von den DHC-Verantwortlichen als eigentliches Minimum für die erste Liga veranschlagt wurde und was nun zur Verfügung steht. Ich denke mal, dass die Qualifikationssaison zum eingleisigen Unterhaus die Entscheidung pro 1. Liga in diesem Jahr positiv beeinflusst hat und man nimmt dann halt auch notfalls den Abstieg zum Ende der Saison in Kauf. Mag aber auch sein, dass ich da einer kompletten Fehleinschätzung unterliege. ;)

    Die Darstellung ist zutreffend! Richtig ist auch, dass es zwei verschiedene Ansätze gab - einen höheren für die Erste Liga, einen niedrigeren für die Zweite Liga. Letztlich ist es sportlich das Oberhaus, etatseitig aber das Unterhaus. Da seinerzeit gesagt wurde, man werde nicht in der Ersten Liga antreten, wenn der Ansatz auch nur um eine fünfstellige Summe verfehlt werde, da es in der Zweiten Liga-Süd in dieser Saison ein Hauen und Stechen um die Qualifikation für die eingleisige Zweite Liga gibt, sollte man der Öffentlichkeit und den Fans aber spätestens dann reinen Wein einschenken, wenn am Ende der Hinrunde klar ist, dass der Kader so nicht den Klassenerhalt schaffen kann, es aber nicht genug Geld gibt, um effektiv nachzubessern. Das ist faktisch auch jetzt schon der Fall, letztlich ist es aber richtig, bis in den Dezember abzuwarten. Zumal der Markt derzeit eh nichts hergibt, was dem DHC wirklich weiter hilft und dabei bezahlbar ist. Dennoch wird keiner der Verantwortlichen öffentlich zugeben, dass man dieses Jahr lieber in der Ersten Liga untergeht, als schon jetzt zweitklassig zu sein. Die jetzige Mannschaft ist ja auch deutlich schlechter als die Aufstiegsmannschaft...