Beiträge von olilolli189

    Westdeutsche Zeitung von heute:
    "Die Saarländer sind ebenfalls sehr gut gestartet und haben zuletzt zweimal in Folge gewonnen", so Ratka.
    13. Spieltag am vergangenen Wochenende: HG Saarlouis - TV Bittenfeld 28:30!!!

    1. Spieltag: VfL Potsdam - HG Saarlouis 29:25
    2. Spieltag: HG Saarlouis - Tusem Essen 27:24
    3. Spieltag: GWD Minden - HG Saarlouis 41:25
    4. Spieltag: HG Saarlouis - HC Empor Rostock 35:32
    5. Spieltag: ThSV Eisenach - HG Saarlouis 29:30
    6. Spieltag: HG Saarlouis - SV Post Schwerin 25:25
    An diesem 6. Spieltag hat der DHC nach fünf Siegen in Folge (10:0 Punkte) das erste Spiel verloren: Zuhause mit 20:23 gegen Essen. Saarlouis hatte nach fünf Spieltagen 7:5 Punkte auf seinem Konto. Beachtlich ist sicherlich der Auswärtssieg in Eisenach, der Punktverlust in eigener Halle gegen Schwerin ist der Ausreißer nach unten.

    "Wir müssen in der Defensive deutlich kompakter stehen, sonst geht auch gegen die HGS nichts", wird Ratka in der WZ weiter zitiert.

    Fazit 1) Hoffentlich geht die Mannschaft sortierter auf die Platte, als es Ratka zu sein scheint ("zuletzt zweimal gewonnen").
    Fazit 2) Das mutet ja schon etwas wie eine vorauseilende Entschuldigung/Erklärung an - so nach dem Motto "Wenn wir wieder so in der Abwehr spielen wie gegen Potsdam, werden wir auch gegen Saarlouis Zuhause verlieren"... Eine positive Grundeinstellung sieht jedenfalls anders aus!

    Unter Kai Wandschneider ist Dormagen da immer ganz vorne dabei gewesen. Wenn Experten wie Heiner Brand und Alfred Gislasson das spielerische Nivaeu des TSV/DHC loben, dann ist das wie ein Ritterschlag.

    Der neue DHC trägt eben Ratkas Handschrift. Die sah doch vor allem in Minden so aus, dass man immer eine gute Abwehr gestellt hat, aber immer auch recht wenig Tore geworfen hat. Nachwuchsspieler hat er kaum an die Stammformation herangeführt, dafür um so mehr auf die individuellen Fähigkeiten seiner Stammspieler gesetzt. Zumindest waren das doch damals immer die Diskussionen, bevor er dort dann doch rausgeschmissen wurde. Einige Mindener haben sich dazu ja auch hier geäußert, als seine Verpflichtung in Dormagen bekannt gegeben worden war.

    Einen Überzahlspielzug habe ich bisher nicht erkennen können. Gegen Nordhorn kam am Ende zwar der siebte Feldspieler, ein Konzept für den letzten Angriff, der diesen irgendwie einbezieht, habe ich aber nicht erkennen können. Dafür sehe ich in den vergangenen beiden Heimspielen viel zu viel einfaches Kreuzen im Rückraum mit Verlagern auf die kreisläuferfreie Abwehrseite, viel Auflösen auf den zweiten Kreisläufer, und noch mehr Vertrauen darauf, dass es Halbrechts und Halblinks dann irgendwie schon richten. Konitz hat gegen Nordhorn zwar noch sieben Tore gemacht, war dafür aber in der Abwehr auch an genau so vielen Gegentoren Schuld. Gegen Potsdam war dann auch er außer Form. Breuer und Holmgeirsson sind schon länger völlig außer Form. Die Außen werden kaum in die Angriffe einbezogen. Und wenn aus dem Rückraum kaum Würfe aus der zweiten Reihe kommen, dann hat es die Abwehr auch leichter, so einen Hünen wie den Petro abzuschirmen. Wobei der seine Sache trotz des Übergewichts zumindest im Angriff ja noch ganz gut macht. In der Abwehr schafft er nur die erste Bewegung, in die Gegenrichtung ist er dann zu langsam und kommt zu spät... Baustellen über Baustellen, wobei es doch geht, wie die ersten Siege gezeigt haben. Wenn sich auf die damalige Spielweise alle eingestellt haben, dann ist es nun die Aufgabe des Trainers, neue Dinge zu entwickeln, um die Gegner wieder zu überraschen. Vor allem muss wieder mehr Tempo ins Spiel, sonst wird David Breuer auch weiterhin seine Qualitäten nicht oder kaum ausspielen können.

    Da hat der ansonsten immer recht gut informierte Herr aus Leverkusen ja mal daneben gegriffen. Aber das sind die Tücken der ungewohnten Eingleisigkeit... ;)

    Richtig ist, dass heute Abend ein Heimsieg her muss. Wenn schon Drumherum zumindest offiziell "Still ruht der See" angesagt ist, sollte zumindest die Mannschaft sportlich die Kohlen aus dem Feuer holen. Inoffiziell wird rund um den DHC kolportiert, dass Heinz Lieven erneut Geld nachgeschossen hat. Ob das nur dazu diente, die Verpflichtung des übergewichtigen neuen Kreisläufers zu realisieren, oder ob es anderweitig erforderlich war, ist die Frage, die auf der Hand liegt, falss das Gerücht den Tatsachen entspricht.

    Spannend ist auch die Frage nach den personellen Planungen über das Saisonende hinaus. Der DHC hat ja nun einige Akteure, an erster Stelle Torhüter Jendrik Meyer, die durch ihre Leistungen auch eine Etage höher auf sich aufmerksam gemacht haben dürften.

    Städtische Pressemitteilung von heute:

    Neuer Handball-Förderverein will junge Talente in Dormagen unterstützen
    Dormagen
    . Die erfolgreiche Rettungsaktion für den Bundesligisten DHC Rheinland hat es vor wenigen Monaten erneut gezeigt: Viele Dormagener identifizieren sich mit dem Handball. Jetzt hat sich ein Förderverein gegründet, der sich besonders um die Nachwuchsarbeit kümmert und junge Talente unterstützen will, um sie in Dormagen zu halten. „Wir wollen so erreichen, dass wir uns vor Ort immer auf eine gute Spielerbasis stützen können und damit die Zukunft unserer Handball-Hochburg sichern“, appellierten Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann, sein Amtsvorgänger Heinz Hilgers und Michael Beckmann als einer der Hauptinitiatoren der DHC-Rettungsaktion in einem gemeinsamen Gründungsaufruf. Auch mit dem Sportinternat in Knechtsteden will der Handballförderverein eng zusammenarbeiten. Ein weiteres Ziel ist, die Verbindung zwischen den Bürgern und dieser Sportart weiter zu stärken.
    Dem Gründungsaufruf folgten auf Anhieb bereits 25 Dormagener. Im Trausaal des Historischen Rathauses wurde der Verein jetzt aus der Taufe gehoben. Vorsitzender ist Jorgos Flambouraris, das Amt des Stellvertreters übernahm Michael Beckmann. Als Schriftführer gehört Erik Lierenfeld dem Vorstand an. Kassiererin wurde Bettina Stauch und Beisitzer sind Peter Kassubek, Swen Möser und Karlheinz Meyer.
    „Wir hoffen jetzt, dass noch viele weitere Bürger unserem Verein anschließen. Jeder, dem der Handball am Herzen liegt, ist dazu eingeladen“, macht Jorgos Flambouraris deutlich. Der Verein wird mit Unterstützung des städtischen Büros für Bürgerschaftliches Engagement die Gemeinnützigkeit beantragen. Der Jahresbeitrag für Personen beträgt 100 Euro und ist nach Anerkennung der Gemeinnützigkeit steuerlich abzugsfähig. Nähere Info telefonisch unter 02133/47 00 14.

    Vor der Pause waren die Gäste im Angriff aber auch an Harmlosigkeit nicht mehr zu überbieten. Im Angriff keinerlei Durchschlagskraft, in der 6:0-Abwehr viel zu passiv bzw. körperlich unterlegen... Wie schnell aus einem Zwei-Klassen-Unterschied auf einmal ein Duell "auf Augenhöhe" werden kann, hat dann ja die zweite Halbzeit gezeigt. Da hat Münster phasenweise mit vier Toren geführt. Die vorgezogene Deckung gegen Konitz, später dann Breuer hat dem DHC im aufgebauten Angriff ganz schön Probleme bereitet. Die Abwehr nach den Wechseln vor allem auf der linken Seite nicht mehr sattelfest. Dazu Schlingmann im Tor deutlich schlechter als gegen Dunkerque (und deutlich schlechter als Meyer; damit also genau das gegenteilige Bild zum Spiel gegen die Franzosen): Von außen war quasi jeder Wurf ein Treffer - selbst wenn der Winkel für den Angreifer extrem schlecht war...
    Ob es Grund zur Hoffnung gibt, wird sich erst am Freitagabend in Hamm zeigen. Das ist der erste, wirklich ernsthafte Leistungstest, der den Namen "Standortbestimmung" verdient.

    Ich glaube, der Kollege aus Leverkusen meint mit "neu" verändert im Sinne von "weniger als vorher"...
    Die Gründung eines Fördervereins als Auswuchs der großen Hilfswelle in der vergangenen Saison soll in Vorbereitung sein. Vielleicht kann die dortige Vereinsführung ja für etwas Input sorgen.
    Der Pokalsieg am Samstag ist Pflicht! Danach bitte eine gute Auslosung, also einen attraktiven Erstligisten für ein Heimspiel mit mehr als 2.500 Zuschauern im Sportcenter. Die Zusatzeinnahmen kann der DHC sicherlich gut gebrauchen.

    Neusser HV (Oberliga) - TV Korschenbroich 28:31 (15:15)
    Der Zweitligist enttäuschte vor allem in spielerischer Hinsicht. Im Glutofen Hammfeldhalle war gestern Nachmittag der Unterschied von zwei Spielklassen eigentlich nicht erkennbar. Erst in den letzten zehn Minuten konnte sich der TVK auf 3 Tore absetzen, weil den Gastgebern am Ende eines dreitägigen Trainingslagers die Kräfte schwanden (zudem nur 3 Auswechselspieler auf der Bank; der einzige Torhüter, der weiter spielen musste, ab der 15. mit einer Zerrung im Hintern). Insgesamt recht blamabal für das Team von Neu-Trainer Jörn Ilper, der zumindest nach außen hin insgesamt überraschend sehr ruhig blieb. Denn neben den Mängeln im Angriff war auch die Abwehr kaum zweitligatauglich. Sicherlich wird zumindest die Einstellung am kommenden Samstag beim Pokalspiel gegen den Drittligisten TV Groß-Umstadt besser sein als gestern...

    Warum soll er am Kreis nicht einsetzbar sein? Er kann einen Ball fangen, er kann ihn ins Tor werfen! Ist schon oft genug passiert, wenn er in der zweiten Welle an den Kreis aufgelöst hat. Er ist groß und könnte die Aufgabe analog zu Dragunski/Essen lösen. Szczecny ist auch kein gelernter Kreisläufer, spielt jetzt aber dort - und damit im übrigen schon vor Wittig... Außerdem ist Maciej ein Rückraumlinker. Wenn er dort einmal spielen durfte, war das doch gar nicht so schlecht. Bis zur Knieverletzung im Heimspiel gegen Kiel (vor der 20. Minute?) hatte er schon vier blitzsaubere Tore erzielt. Wäre zudem eine (große!) Entlastung bzw. Ergänzung, wenn es bei Konitz nicht läuft... Und für die Abwehr wäre es allemal gut, wenn er geblieben wäre - Angriff hin oder her! Zusammen mit dem neuen Franzosen wäre das ein schön großer Innenblock - mit Erfahrung. Die Jungs haben diese nicht, wie schon die ersten Tore gegen Dunkerque gezeigt haben. Da war der Kreis immer frei...

    Zur Vervollständigung:
    1. Co-Trainer wird Roman Kaminski, der in Personalunion auch Teammanager wird und zudem die Funktion "Leitung Organisation" übernimmt. Unter Hinweis auf die Arbeitszeitschutzverordnung erklärte Heinz Lieven, dass Kaminski wohl erst nachmittags in der Geschäftsstelle auflaufen werde, da er ansonsten sehr viel mit dem Team unterwegs sein werde (Training, Trainingslager, Spiele). Über die weiteren Details müsse man sich noch verständigen.
    2. Die offenen Zweitbesetzungen im Kader sollen durch Nachwuchsspieler aufgefüllt werden. Also aus der 2. Mannschaft (TSV/Oberliga), der A-Jugend (TSV/Bundesliga) und durch Kooperationsvereine wie Wermelskirchen (Zweitspielrecht). Namen wurden konkret nicht genannt. Wobei Clausing zum Probetraining in Schwerin geladen ist und Maestrum ein Angebot von der HSG Ahlen-Hamm hat. Bleibt eigentlich nur noch Szcezny... Björn Barthel wurde zum offiziellen Koordinator zwischen DHC und TSV ernannt. Er soll zusammen mit Ratka dafür sorgen, dass die
    passenden Nachwuchsspieler gebunden, geholt und/oder eingebaut werden.
    3. Die Suche nach einem abwehrstarken, bundesligaerfahrenen Kreisläufer geht weiter.
    4. Von den Spielern, die aus dem alten Kader übrig bleiben, wird niemand mehr für den DHC auflaufen. Nach Aussage von Lieven kann sie sich der DHC nicht leisten und/oder die Spieler wollen nicht mehr.
    5. Die Position von Joachim Kurth (Organisation/Marketing) wird aufgeteilt. Den ersten Part übernimmt Kaminski (s.o.), den zweiten die bisherige Geschäftsstellensekretärin Jennifer Franken. Sie soll zweimal in der Woche jeweils halbtags durch eine Mitarbeiterin von Lieven und eine von Herzogenrath bei der Sponsorenbetreuung und vor allem -akquise unterstützt werden.
    6. Konzept ansonsten quasi deckungsgleich mit dem der Vorsaison, auch das Japan-Konzept soll weiterverfolgt werden.Viele Dinge, die bislang nicht realisiert wurden, sollen jetzt endlich umgesetzt werden.
    7. Sollten über neue Sponsoren neue Gelder hereinkommen, sollen die zunächst gebunkert werden, um einen erfahrenen Spieler nachzuverpflichten, falls das sportlich erforderlich sein sollte.
    8. Der Etat liegt bei knapp über 1 Million €.
    9. Zielsetzung von Ratka: neues Team formen, das den Ansprüchen der neuen, eingleisigen Zweiten Liga genügt; sorgenfreie Saison spielen; angesichts von 38 Spielen und nur 7-8 erfahrenen Spielern sollen und müssen die Nachwuchsspieler stark eingebunden werden (keine Alibifunktion)

    Auflösung: David Breuer. Habe ihn gesehen, als er aus der Geschäftsstelle kam.
    Richard Radka war heute auch vor Ort. Damit ist die Entscheidung auf der Trainerposition offensichtlich gegen Pascal Mahé gefallen. Dazu passt auch die Verpflichtung des Isländers.
    Jetzt fehlt nur noch die Rückkehr von Marcel Wernicke... ;)

    Du, ich glaube, es gibt ganz, ganz, ganz viele Dormagener und Dormagener Handballfans, die froh und stolz über die Nichtbeachtung durch Herrn Derad sind. Es soll ja schon vorgekommen sein, dass er im Kabinengang im Sportcenter Telefonate vorgetäuscht hat, nur um ehemalige Weggefährten aus seiner Zeit am Höhenberg nicht begrüßen zu müssen. Ein gutes Gewissen sieht jedenfalls anders aus... Warum hat es denn auch neulich in der Delegiertenversammlung des TSV Bayer Dormagen keine Entlastung für den alten Vorstand gegeben??? Wenn die Bayer AG nicht ihre schützende Hand über Dr. Anders halten würde und der Schatten ausreicht, um Uli Derad mit zu schützen...
    Im übrigen ist es schon sehr bemerkenswert, dass ausgerechnet Du für Dich beanspruchst, Dich immer nur auf Fakten zu stützen. Blätter doch mal ein paar Seiten hoch und lies selber Deine Kritik über den Insolvenzverwalter, Heinz Lieven, Joachim Kurth und Roman Kaminski - und über Volker Koch. Da findest Du ganz oft Spekulationen und Vermutungen!
    Ansonsten habe ich kein Problem mit Dir. Kenne Dich ja auch gar nicht persönlich.

    Vielen Dank, Christian, dass Du Deinem Freund UD so lange und teilweise immer noch die Stange hälst! Wo könnte der Dormagener Profi-Handball heute sein, wenn dieser "Manager" und "Hauptgeschäftsführer" nicht in zwei Jahren mehr als drei Millionen € verbrannt hätte?
    Für die Kieler war er doch damals genau der richtige: Schwenker war weg und damit der direkte Draht in die HBL, UD schon damals Vize-Präsident. Dazu noch das Etikett "Aufbau Jugendarbeit" - das reicht doch! Für das Kaufmännische gibt es ja eine andere Verantwortliche. Da kann UD kein Loch reißen, ohne das es bemerkt würde. Will auch nicht die alte Diskussion um ihn aufrollen, aber Fakt ist, dass er recht geschickt den Teppich immer dahin gezogen hat, wo es gerade gebrannt hat - mal in den Zweckbetrieb Profi-Handball, mal in den Gesamtverein. Im übrigen waren die Lizensierungsrichtlinien damals noch deutlich weiter gefasst. Die persönliche Lobby hat jedenfalls gereicht, um nach Kiel geholt zu werden. In Dormagen hat er verbrannte Asche hinterlassen - und hinterher auch noch oberdreist behauptet, dass er damit nichts zu tun habe. Ab dem 1. Juli, in der Saisonvorbereitung, in zwei bis drei Wochen verschwinden einfach so Gelder in siebenstelliger Höhe. Ist klar!!! ;) Aber gut, unter ihm als Manager hat der THW ja vor allem in dieser Saison eine wahrlich meisterhafte Entwicklung genommen! ;) Bin mal gespannt, was passiert, wenn Ende nächster Saison sein Vertrag ausläuft...

    Das "Gnadengesuch" ist doch völlig abstrus! Es gibt bestehende Regeln und es gibt keinen Grund, einen neuen Präzedenzfall zu schaffen. Selbst wenn so etwas eingereicht würde, müsste die Entscheidung ebenfalls negativ ausfallen. Aber vielleicht hat das Schiedsgericht ja noch ein Einsehen...

    Da in §10 Bezug auf die InsolvenzO genommen wird, sehe ich das nicht so glasklar getrennt wie Du, Lothar. Denn selbst in der von Dir angegeben Vorschrift der ZPO gibt es einen "Öffnungspassus"... Recht hast Du sicherlich damit, dass Recht haben und Recht bekommen in Deutschland nachwievor leider immer noch zwei ganz verschiedene Paar Schuhe sind...

    Wenn das "ggf." so zweideutig auslegbar ist, dann muss dieser Passus erst recht geändert, vor allem konkretisiert werden. Der Noch-Balinger und Bald-Hannoveraner Geschäftsführer hat sich zu dem Thema in der PK nach der Niederlage in Dormagen recht zutreffend geäußert, denn an einer Wettbewerbsverzerrung hat nun wirklich niemand ein Interesse.

    DHC Rheinland bleibt nun noch der Weg vor das HBL-Schiedsgericht
    Präsidium bestätigt die Lizenzabweisung

    Dormagen (-oli) - Das Präsidium der Handball-Bundesliga (HBL) hat gestern einstimmig beschlossen, die Beschwerde des Dormagener Handball-Clubs (DHC) Rheinland abzuweisen. Damit bleibt es erwartungsgemäß bei der Entscheidung der Lizenzierungskommission, dem Erstligisten, der gestern Abend mit 29:35 bei FrischAuf Göppingen verlor, keine Lizenz für die eingleisige Zweite Liga für die Saison 2011/12 zu erteilen. Der Insolvenzverwalter des DHC, Dr. Dirk Andres, hatte schon im Vorfeld und in Absprache mit den Sponsoren angekündigt, alle juristischen Mittel ausschöpfen zu wollen (der RA berichtete). Nach der Lizenzordnung der HBL bleibt nun nur noch der Weg vor das Schiedsgericht, das aus drei Personen besteht: Der Vorsitzende Richter wurde bereits vor Saisonbeginn von den Liga-Vertretern bestimmt. Die beiden beisitzenden Richtern werden nun einmal von der HBL und einmal vom DHC benannt. Das Präsidium hatte nicht in Dortmund, sondern in einem Hotel in Frankfurt getagt. Als Begründung für die Entscheidung wurde in der Pressemitteilung der HBL, die gestern um 17.30 Uhr herausgegeben wurde, angegeben, dass "der Verein die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit für die kommende Saison, gemäß den Vorgaben der Lizenzierungsrichtlinien, nicht nachweisen konnte." Offensichtlich ist dafür aus Verbandssicht entscheidend, dass sich der derzeit auf Platz 16 stehende Verein im Insolvenzverfahren befindet. Präsidiumsmitglied Uli Derad nahm an der Abstimmung nicht teil. Derad war bis zum 30. Juni 2009 als Hauptgeschäftsführer des TSV Bayer Dormagen und Manager des Handball-Bundesligisten TSV Dormagen tätig, der seit der Saison 2010/11 als DHC Rheinland startet. Bis heute gibt es keine Entlastung des damaligen Vorstandes, in dem Derad unter dem Vorsitzenden Dr. Bertram Anders verantwortlich gearbeitet hatte. In zwei Delegiertenversammlungen in diesem und im vergangenen Jahr war kein Entlastungsbeschluss für den alten Vorstand gefasst worden. Hintergrund: In der letzten Spielzeit unter Beteiligung Derads musste der damalige Hauptsponsor, die Bayer AG, mit einem siebenstelligen Betrag für den Profi-Handball aushelfen. Wenige Wochen, nachdem Derad nach Kiel gewechselt war, wurde erneut ein Defizit im siebenstelligen Bereich festgestellt, das wieder von dem Leverkusener Konzern aufgefangen wurde, um eine Insolvenz - diesmal sogar des Gesamtvereins - abzuwenden. Das Minus summierte sich in den beiden Jahren auf mehr als drei Millionen € (der RA berichtete mehrfach). Der DHC Rheinland kam in dieser Saison unter anderem dadurch in Schwierigkeiten, dass der Hallensponsor insolvent wurde. In einer Rettungsaktion, an der sich viele Fans und die Sponsoren beteiligten, kamen 200.000€ zusammen, die es ermöglichen, den Spielbetrieb bis zum Saisonende aufrecht zu erhalten. Seit dem 1. April befindet sich der DHC im Insolvenzverfahren, das nach Aussage von Andres plangemäß am 9. oder 10. Juni beendet sein wird (der RA berichtete). Der Insolvenzverwalter betonte auch gestern, dass die Sichtweise, der Verein seie wirtschaftlich nicht leistungsfähig, "falsch" sei.
    (http://www.rheinischer-anzeiger.de )

    Wie lange dauert es, bis das Schiedsgericht tagt bzw. zu einer Entscheidung kommt? Dem DHC läuft ja nun ganz deutlich die Zeit davon: Er kann keine Verträge abschließen, hat also keinen Trainer und keine Mannschaft... Sollte das Schiedsgericht zu dem gleichen Ergebnis kommen, wie das Präsidium, dann müsste es aus diesem Zeitaspekt heraus sofort per Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung weitergehen.

    Das "ggf." in §10 der HBL-Lizenzordnung eröffnet eindeutig die Möglichkeit, auch mit dem alten wirtschaftlichen Träger weiter zu machen. Dieser Weg wurde nun das erste Mal in der Geschichte der Handball-Bundesliga beschritten. Dennoch wird die Lizenz verweigert, weil der Verband rein formal darauf abstellt, dass ein Unternehmen, das im Insolvenzverfahren ist, wirtschaftlich nicht leistungsfähig sei. Das kann - wie beim DHC - faktisch falsch sein und deckt sich zudem grundsätzlich nicht mit der bundesweit geltenden Insolvenzordnung, die wesentlich mehr denkbare Verfahren beinhaltet. Es sind demnach aus meiner Sicht zwei Fragen zu klären:
    1. Dürfen Verbandstatuten, die nicht das geltende Bundesrecht widerspiegeln, zum Nachteil eines Beteiligten angewendet werden, selbst wenn dieser sich zuvor der Anwendung dieser Statuten unterworfen hat?
    2. Haben Lizensierungskommission, Präsidium und Schiedsgericht den Ermessensspielraum, den §10 der LizenzO eröffnet, angemessen wahrgenommen?

    Egal, wie das juristische Ende in diesem Fall aussieht, die HBL sollte vor der nächsten Saison ihre LizenzO dringend überarbeiten. Entweder man schafft Klarheit, indem das "ggf." gestrichen wird, d.h. es geht, wenn überhaupt, nur mit einem neuen wirtschaftlichen Träger weiter. Oder man passt den §10 an alle (!) möglichen Verfahren an, die die InsolvenzO hergibt. So wie bisher kann es, auch im Interesse aller anderen Vereine, nicht weitergehen!

    Da hast Du einfach viel zu schnell geschossen! Oder um es mit Deinen Worten zu schreiben: Kein sauberes Statement! Hast Du schon mal die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass die HBL auf Anfrage von Journalisten keine Auskunft darüber gibt, um wieviel Uhr die Sitzung des Präsidiums beginnt? Geschweige denn, wann sie zu Ende sein könnte? Selbst wenn beides und der Ort der Zusammenkunft bekannt wären, was nützt es, wenn hinterher die Türen aufgehen und keiner sagt etwas... Ich gehe mal davon aus, dass es wie bei der Lizensierungskommission (leider) erst morgen Vormittag eine offizielle Information geben wird.

    Wenn ich es doch richtig verstanden habe wird der DHC seine Gehälter selbstständig nicht bis zum Saisonende zahlen können. Daher ja das Insolvenzplanverfahren, das meines Wissens über andere Erstligisten noch nicht eröffnet wurde,...

    Und in Gummersbach (oder anderswo) setzt man sich eben auch mit den Lizenzierungsrichtlinien auseinander, bevor es zu spät ist.


    Nach meinen Informationen wird seit dem 1.4. wieder selber gezahlt. Insolvenzausfallgeld gab es für die Spieler von Januar bis März, für die anderen Angestellten von Februar bis März. Dazu noch der teilweise Gehaltsverzicht... Viel wichtiger ist Dein Hinweis, dass es in der Liga noch nie eine Sanierung über einen Insolvenzplan gegeben hat. Bei der HBL würde niemandem ein Zacken aus der Krone fallen, wenn das nicht nur anerkannt, also mal gesagt würde. Dort wird immer so getan, als sei eine Insolvenz eine Insolvenz. Das ist weder rechtlich noch faktisch richtig!

    In Gummersbach hangelt man sich doch jedes Jahr so eben durch - und freut sich zum Beispiel, wenn dabei ganz am Ende Einnahmen aus dem Final Four und dem Europapokal helfen. Der Altmeister hat eben eine ganz andere Lobby als Dormagen. Das ist der springende Punkt!

    In der "Holding", der DHC Rheinland GmbH, hält der TSV Bayer Dormagen (sportlicher Träger; Zuweisung der Lizenz, mit der dann die Spielbetriebsgesellschaft DHC Rheinland GmbH & Co. KG in der Ersten Liga spielt) mit 51 Prozent die Mehrheit. Ich glaube, es war tsvfieber, der hier schon mal darauf hingewiesen hat, dass die Bayer AG keinen Profi-Handball mehr will und der TSV Bayer Dormagen deswegen der Gründung einer neuen Spielbetriebsgesellschaft nicht zustimmen konnte. Der Verein hat eh genug damit zu tun, die Altlasten aus der letzten Hilfsaktion der Bayer AG abzutragen. Deswegen ist auch fraglich, ob der Verein das Geld für die Dritte Liga hat oder ob es dabei bliebe, dass die erste Mannschaft in der Oberliga Mittelrhein spielt. Dann wäre allerdings der eine oder andere junge Spieler weg, der keine Perspektive mehr hat.

    Egal, wie das juristische Scharmützel um die Lizensierung ausgeht, so sollte der DHC diese Saison auf jeden Fall zu Ende spielen - egal, wer da nachher noch auf der Platte steht. Es müssen zwar nicht gleich wieder englische Olympioniken sein wie seinerzeit in Essen, aber es werden sich schon genug Akteure finden, damit keine Punkte am grünen Tisch über die Wupper gehen, die beispielsweise den Abstiegskampf stark beeinflussen würden... ;)

    Die Behauptung, der DHC habe der HBL falsche Informationen übermittelt, ist zu beweisen.

    Sorry, natürlich war der §10 gemeint. Klarstellung hin oder her - die Insolvenzordnung ist genannt, damit also als existent eingeführt. Alles andere ist tiefergehende Juristerei, bei der es bekanntlich ganz oft mehr als eine Meinung gibt. Und Recht haben bedeutet ja bekanntlich in Deutschland nicht immer Recht bekommen. Von daher bin ich froh, dass Lothar Frohwein hier einen neuen juristischen Kommentar dazu schreibet, wie ZPO, BGB, InsolvenzO und HBL-LizenzO miteinander zusammen hängen. Geht es um Sport und um Experten, am besten noch Funktionäre, die ganz formal-juristisch daher kommen, bin ich immer besonders begeistert!

    Neben Herrn Derad wäre im übrigen mindestens auch noch der Friesenheim-Vertreter direkt befangen. Indirekt fällt mir dann direkt auch noch Herr Flatten ein... ;)

    Richtig ist leider, dass die beiden Verpflichtungen in der WM-Pause auch unter Berücksichtigung der Abgabe von Sigtryggsson finanziell nicht ins Bild passen.