Ratka-Team gewinnt noch nicht einmal gegen HSG-Rumpftruppe
Ist der DHC Rheinland noch zu retten?
Wie ein geprügelter Hund saß Richard Ratka in der Pressekonferenz und musste mit anhören, wie sein Trainerkollege den Punktgewinn und die Leistung seiner HSG-Rumpftruppe zu Recht lobte. Lob hatte der Trainer des DHC Rheinland nur für den Kampf übrig, den sein Team bis zur letzten Minute geliefert hatte. Danach erntete Ratka erstmals sogar Pfiffe von den Zuschauern, die sich anhören mussten, dass es der fehlende Input von außen sei, der die Spieler so verunsichere. Der Druck von außen werde immer größer, den Spielern fehle dadurch das Selbstvertrauen. Die Krönung war der Ausblick auf das Erlangen-Spiel: Da sich dann die beiden besten Abwehrreihen der Liga begegneten, so Ratka, müsse der DHC dort eine sehr gute Abwehr hinstellen. Dabei hatte es im Lokalderby nicht an der Defensive und auch nicht am Torhüter gelegen, dass es nicht für zwei Punkte reichte. Erneut fehlten im Angriff spielerische Elemente, die selbst in der Landesliga zum Standard gehören. Warum nimmt Ratka seinem Team jegliches Tempo, indem er sofort den Doppelwechsel ausführen lässt? Gerade gegen die HSG, die mit der ersten Sechs quasi durchspielen musste, wäre das ein probates Mittel gewesen, um den Gegner zu zermürben. So wirkt der Trainer nur noch überfordert und hilflos. Doch es mangelt dem DHC derzeit an viel mehr: Im Team ist keine Struktur erkennbar, der Leitwolf auf dem Feld fehlt auch mit Neuzugang Michael Hegemann, der von Ratka gerade dafür auserkoren worden war, seinen Leistungszenit aber überschritten hat. Hinzu kommen einzelne Spieler, die es mit diesem Trainer offensichtlich nicht gut können und/oder einfach nur ihren Job machen. Womit ihnen genau das Herzblut abgeht, das auch Ratka fehlt und das es besonders in einer solchen Krise braucht. Genau in der Tageszeitung, in der Ratka seine Parolen verbreiten darf („Das Team steht hinter mir"), hatte Heinz Lieven am Montag erklärt, ihm fehle in dieser Situation die „harte Hand". Die Androhung arbeitsrechtlicher Sanktionen durch den Geschäftsführer dürfte an den meisten Spielern abtropfen und eher dazu beitragen, dass sie für den DHC noch nicht einmal ihr vorletztes Hemd geben. So jedenfalls wird das Abstiegsgespenst nicht vertrieben. Endgültig jenseits jeder Dormagener Realität bewegt sich aber, wer meint, kritische Stimmen in Internetforen seien Schuld an der fehlenden Unterstützung der Fans sowie an der Verunsicherung von Trainer und Spielern. Schon im sportlichen Bereich verwechselt dies in fataler Weise Ursache und Wirkung. Noch schlimmer aber wird es im nicht-sportlichen Bereich: Die Rettungsaktion der vergangenen Saison war in jeglicher Hinsicht einmalig. Dass es viele Fans, Sponsoren und anderweitig Beteiligte gibt, die in dieser Spielzeit nicht wieder helfen würden, hat sich der DHC, hat sich vor allem Heinz Lieven selber zuzuschreiben. In der ihm eigenen Art hat er vielen Menschen einmal zu oft vor das berühmte Schienenbein getreten. Das gravierende Defizit in Sachen Kommunikation und Außendarstellung ist nicht erst, aber besonders seit der Pressekonferenz am 27. Dezember 2011 offensichtlich. An der Stelle schließt sich leider der Kreis: Sollten nach dem Weggang von Uli Derad nicht genau diese Dinge besser werden? (http://www.rheinischer-anzeiger.de/)
Damit es auch für "Handballfachleute mit Tunnelblick" klar wird: ERST kamen die schlechten Leistungen, ERST kam das Sich-Aufgeben gegen Potsdam und Hamm, ERST kamen so viele Heimniederlagen wie noch nie in Zweitligazeiten (zumindest in den vergangenen 15 Jahren nicht), ERST kam der ewige, unattraktive Angriffshandball => BEVOR die Fans und Zuschauer deutlich reservierter wurden. Reserviert bedeutet ja auch, dass Trainer und Team noch nicht während oder nach dem Spiel ausgepfiffen wurden. Das sollte Fans und Zuschauern hoch angerechnet werden, anstatt auf ihnen in Pressekonferenzen und Tageszeitungen herumzutrampeln, was eher dazu führen wird, dass die Absender dieser Botschaft noch weniger oder gar nicht mehr ernst genommen werden - und vor allem noch weniger Zuschauer zu den Heimspielen kommen. Gründe für ein gellendes Pfeifkonzert gab es in dieser Saison seit dem 10. Oktober 2011 schon häufig genug! Ratka hat selber einmal gesagt, dass die Mannschaft sich die Unterstützung der Fans erst einmal wieder verdienen muss - und das, bitte schön, nicht nur durch Punkte, sondern auch durch einen attraktiveren Handball. Ich bin mir aber sicher, dass es zumindest das Zweite unter diesem Trainer nicht mehr wirklich geben wird, auch wenn es noch irgendwie mit dem Klassenerhalt hinhauen sollte. Je länger Ratka den DHC trainiert, desto schlechter ist er geworden!
Wer jetzt wieder mit den verletzten "Stammspielern" oder einseitigen Schiedsrichterleistungen ankommt, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen. Schlechte Schiedsrichterleistungen gab es auch schon als TSV Bayer Dormagen und TSV Dormagen oft genug. Was die Verletzungen angeht: Wie oft und lange war ein Florian Wisotzki verletzt, ohne dass der damalige Trainer einen Ersatz bekommen hat? Hat Kai Wandschneider für Kjell Landsberg einen Ersatz am Kreis und in der Abwehrmitte bekommen, als sich dieser am 3. Spieltag der Aufstiegssaison das Kreuzband gerissen hat? Usw. usw. usw.