16.09.2008 - TOYOTA Handball-Bundesliga: GWD Minden – VfL Gummersbach
Wenn der spektakuläre 29:28 Auswärtssieg bei der SG Flensburg-Handewitt am letzten Spieltag der vergangenen Saison ein Ausrufezeichen für eine bessere Zukunft sein sollte, dann hat das Team von GWD Minden das neue Selbstbewusstsein tatsächlich auch in die Meisterschaftsrunde 2008/2009 mitgenommen. Der Coup an der Förde brachte nämlich für die chronisch auswärtsschwachen Ostwestfalen, die die Punkte in fremden Hallen gewöhnlich an einer Hand abzählen können, den direkten Klassenerhalt. Am dritten Spieltag der laufenden Saison gab es dann ein unerwartetes Erfolgserlebnis bei der HBW Balingen-Weilstetten, vor allem dank der 11 Treffer von Michael Hegemann gewann das Team von Trainer Richard Ratka mit 30:27. Zwar ging mit Arne Niemeyer ein Leistungsträger zum HSV Hamburg und mit Frank von Behren musste ein erfahrener Akteur seine Laufbahn beenden, doch für die drei anderen Abgänge konnte adäquater Ersatz beschafft werden. Und da die Dauerkartenbilanz so gut ist wie lange nicht mehr, herrscht in Minden sogar so eine Art Aufbruchstimmung. In der Vorbereitung gab es zwar nur Erfolgserlebnisse gegen unterklassige Gegner und knappe Niederlagen gegen die Erstligisten Nordhorn, Kiel und Lemgo, aber die Ergebnisse hatten keine Aussagekraft. „Mit Michael Haaß und unserem Neuzugang Ingimundur Ingimundarson hatten wir zwei Teilnehmer bei den Olympischen Spielen in Peking“, erklärte Vereinssprecherin Anke Brinkmann, „vor allem unser Isländer kam müde zurück.“ So habe sich Richard Ratka nicht gerade gefreut über diese Situation gezeigt, auf der anderen Seite wäre es für die Außendarstellung des Vereins eine gute Sache gewesen. Neuim Kader ist wie erwähnt auch der ehemalige Gummersbacher Michael Hegeman, der in Minden viele alte Bekannte aus Düsseldorfer Zeiten traf. Nicht nur Manager Horst Bredemeier, der zwölf Jahre in Minden tätig ist, arbeitete schon für den Bundesligaklub in der Landeshauptstadt, auch Michael Haaß, Trainer Richard Ratka und Neuzugang Gylfi Gylfason spielte vor seinem Engagement beim Wilhelmshavener HV schon in Düsseldorf. Der Isländer ist auf der Außenposition schon eine feste Größe, während sein Landsmann Ingimundarson bislang in erster Linie in der Abwehr zum Einsatz kommt. Der erste Auftritt in der Kampa-Halle war noch enttäuschend, Flensburg wollte am zweiten Spieltag natürlich unbedingt Revanche für die Schmach der letzten Saison und gewann locker mit 36:25. Auch beim Debut in Nordhorn litt das Team bei der 28:36 Niederlage unter der fehlenden Integration der beiden Olympioniken. Das wird am Sonntag ab 17 Uhr in der Kampa-Halle wohl anders aussehen, der Sieg in Balingen-Weilstetten deutete die Formsteigerung schon an. „Unser Manager Horst Bredemeier hat für uns in dieser Saison 24 Punkte ausgerechnet“, beschrieb Anke Brinkmann die Erwartungshaltung, „damit wären wir frühzeitig gesichert.“
Das Statement von Sead Hasanefendic (Trainer VfL Gummersbach):
„Ich habe Minden in dieser Saison schon zweimal persönlich beobachtet und kann nur sagen, dass dieser Gegner Respekt verdient. Sie haben eine gute erste Besetzung, die Abwehr steht solide und der Gegenstoß wird auch gut beherrscht. Den Rückraum mit dem international erfahrenen Michael Hegemann, Nationalspieler Michael Haaß und den zwei Linkshändern Schäpsmeier und Buschmann muss man erst mal in den Griff bekommen. Dazu sind die Außen Gylfason und Simon sehr schnell und am Kreis spielt mit Just auch ein erfahrener Mann. Die Auswechselspieler haben aber vielleicht nicht die Qualität der ersten Sechs.
Unsere Aufgabe ist natürlich ein Sieg. Wir wollen uns steigern und am Sonntag Potenzial abrufen, das zuletzt noch nicht genutzt wurde. Drago Vukovic müssen wir vor allem integrieren, aber er ist nach meiner Beobachtung noch etwas müde und muss sich noch an die Bundesliga gewöhnen. Das muss Robert Gunnarsson nicht mehr, aber auch er ist natürlich von den Strapazen der vergangenen Wochen gezeichnet. Aber er hat den Vorteil, dass er die Abläufe schon kennt und wir ihn schneller integrieren können.“