Meine, eine andere Meinung:
vielleicht altmodisch, aber gerne doch, in diesem Fall.
Zitat Wandschneider: (quelle ngz)
Kai Wandschneider: Ich bin ja schon älter, habe mehr Erfahrung mit dem Leben und auch mit dem Tod als meine Spieler. Wie die, vor allem die jüngeren, damit fertig werden sollen, weiß ich nicht. Meine Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass es bei uns weitergeht, so schwer es einem fällt. Ich werde auch heute Abend (Mittwoch, Anm. d. Red.) Training anbieten, aber das ist freiwillig
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Wandschneider: So ähnlich sehe ich das auch. Ich glaube, es wäre im Sinne von Sebastian, wenn wir am Samstag auflaufen und kämpfen. Aber ich werde diese Meinung nicht den Spielern aufzwingen. Wenn sie mehrheitlich anderer Meinung sind, werde ich das akzeptieren. So oder so wird es schwierig, die Einstellung zu diesem Spiel zu finden. Angesichts unserer Tabellensituation brauchen wir eine gehörige Portion Aggressivität, aber wie willst du die in dieser Situation aufbauen?
Soweit Herr Wandschneider.
Wie unwichtig ein Handballspiel sein kann, haben wir wohl alle gestern gefühlt. Hier meine Meinung dazu:
Nein, die Spieler können damit nicht umgehen, das können wir vielleicht doppelt so alten auch nicht ! Keiner kann das, es ist ein mühsamer Lernprozess, der jetzt eintritt.
Es herrscht eine " gewisse Sprachlosigkeit " (Derad) auch völlig normal in so einer Situation, die wohl alle überfordert und doch besonders die, die als Kameraden mit ihm in einer Mannschafft waren, oder die dieses Drama miterleben mussten, hier Max (bin mir nicht so sicher ob Tim anwesend war ?)
Ich kann nicht beurteilen, was Sebi gewollt hätte, aber damit zu argumentieren, das es in Sebastians Sinne gewesen wäre, grenzt an psychische Manipulation. Da baut sich ein gewisser Druck von selbst auf.
Nun die Frage, wie wollen die Jungs in Lemgo auftreten ? Kai hat sich diese Frage auch gestellt, aber leider nicht zu Ende gedacht.
Kampfstark, frech,selbstbewusst und auch mit der nötigen Aggressivität ? Wie man eben einer solchen starken Mannschaft gegenüber so auftritt.
Ich muss das wohl nicht weiter ausführen ?
Von den Spieler erwartet man Professionalität und Leistungsgedanken.
Ich erwarte von diesen Verein, von ihrer Führung, Betreuern, Trainern das GLeiche !!!!
Es ist unproffesionell diese Jungen ein paar Tage nach so einer Tragödie in ein Spiel zu schicken.
Ich gehe mal davon aus, das bei ihnen Videostudium der gegnerischen Mannschaft nicht so viel zur Bewältigung dieses Traumas beiträgt.
Ich denke dabei auch an die geheimen Ängste, die jeder Leistungssportler , wenn er von solchen tragischen Vorfällen hört, hat.
Ein Gespräch, vielleicht für den anderen ein Gebet oder auch Schweigen....
Ein Handballspiel gehört bestimmt nicht dazu, diese Situation zu bewältigen.
Auch bedeutet das in diesem fall psychologische Betreuung und auch da wirklich professionnelle, nicht von einen selbsternannten MentalTrainer oder Gurus.
Ihr erwartet nur, ihr fordert.
Ja, es muss irgendwann weitergehen, aber nicht jetzt und heute, nicht in einen Tempo, die niemanden zur Besinnung kommen läßt.
Ja, Kai..es stehen noch schwierige Spiele an, wir wissen das, es hätte nicht deiner Erwähnung gebraucht. Nicht umsonst wird unsere sogenannte Fachkundigkeit immer wieder im Übermaß gelobt.
Diese Bemerkungen wurden wenige Stunden nach Sebastians Tod zitiert.
Ja, man muss es lernen mit so einen Unglück um zugehen, hier sehe ich aber eher Handlungbedarf bei dem, der 49 Jahre alt ist und auch die Verantwortung für teilweise unglaublich junge Spieler hat, auch für ihre seelische Gesundheit.
Ich bin zutiefst betroffen .
Ich wünsche der Mannschaft am Samstag viel Erfolg, wir werden euch begleiten.
Wir hoffen, das es wirklich Eure Entscheidung war und das es die Richtige war.
Noch eine nicht ganz unwichtige Anmerkung:
Sebastians alter Heimatverein (TV Alpirsbach) hat alle Spiele am Wochenende abgesagt.
In Gedenken an Sebastian Faißt.