Warum nicht das amtierende Präsidium in die Pläne einweihen, um mit der Bewerbung den ordnungsgemäßen Weg zu gehen? Nicht nur die Frist zur Abgabe des Letters of Intent lag in der Amtszeit des alten Präsidiums, sondern auch die Abgabe der endgültigen Bewerbungsunterlagen muss bis Anfang September - also noch vor den Wahlen zum DHB-Präsidium erfolgen und kann somit nur in Zusammenarbeit mit Strombach & Co geschehen. Sicherlich hätte diese Angelegenheit zum Wohle des Handballs intern gelöst werden sollen. Allerdings mag ich nicht glauben, dass bei einem seit Jahren in diversen Gremien aktiven Funktionär wie Bob Hanning ein solcher Fauxpas zufällig passiert. Dieser Schritt kommt einer vorzeitigen Entmachtung des aktuellen Präsidiums gleich und hat eine entsprechende Reaktion quasi heraufbeschworen. Es würde mich nicht wundern, wenn es hierbei beiden Parteien mehr um Machtspielchen als um die Austragung de WM 2019 geht und ich zweifle die im SZ-Kommentar beschriebenen "guten Absichten" an. Wenn Bob Hanning als Ziel für Olympia 2020 eine Medaille oder sogar Gold ausgibt, dann dürfte dieselbe DHB-Auswahl im Jahr 2019 wohl keines Heimvorteils bei einer WM bedürfen um sich für das olympische Turnier zu qualifizieren!
Naja, die Sache mit der Olympia-Quali ist ja eher ein Randaspekt. Es geht um einen Schub für den Handball in Deutschland an sich, den dieser bitter nötig hat. Ich frage mich, was das aktuelle Präsidium hierzu in der restlichen Amtszeit zu tun gedenkt. Richtig, nichts, lohnt sich ja nicht, ne halbe Stunde vor Feierabend noch was neues anzufangen.
Außer einem öffentlichen Streit mit Heinevetter wüsste ich nicht, wann Strombach in den letzten Jahren nochmal bemerkenswert aufgefallen ist.
Dann sollte man doch aber wenigstens in der Lage sein, seinen Nachfolgern, denen man den Scherbenhaufen hinterlässt, die Möglichkeit zu geben, auch drei Monate vor der Zepterübergabe schon mal mit dem Fegen anzufangen. Es geht hier schließlich um die Einhaltung von Fristen, da ist es doch völlig O.K., den DHB zu bitten, mal noch den Fuß in die Tür zu stellen. Ob der Weg, einen Referenten damit zu beauftragen, der dies dann auch gleich, offenbar ohne Rücksprache und Unterschrift seines Vorgesetzten in die Wege leitet, sei mal dahingestellt.
Aber eine offizielle Rücknahme des LOI seitens des aktuellen Präsidiums, einschließlich einer öffentlichen Entrüstung, ist bei aller gekränkter Eitelkeit unterste Schublade. Hier hat der Handball in Deutschland für Strombach und Co wirklich die niedrigste Priorität. 