Beiträge von ojessen

    Ich würd das nicht so negativ interpretieren, was Borah geschrieben hat. Wessig hat halt beim THW nicht überzeugt, aber als Dritter hinter Jicha und Karabatic fällt das ja auch nicht leicht. Und wenn jetzt Brack meint, er könne aus diesem Talent was machen, dann kann man sich doch nur freuen, das er eine neue Chance bekommt, sich in der ersten Liga zu beweisen, was die Voraussetzung dafür sein dürfte, das er für Topmannschaften interessant wird (und eben für die Nationalmannschaft).

    Bei der Bundeswehr gehen die Soldaten ja auch am Ende ihrer Dienstzeit noch mal 2 Jahre in den Berufsförderungsdienst, weil man als Panzerfahrer oder Infantrist wenig lernt, was man praktisch umsetzen kann, und holen Berufsabschlüsse nach. Warum sollte das für einen Sportler, der in einem ähnlichen Alter ist, nicht auch möglich sein?

    Vielleicht liegt dieses Problem - die fehlende Bereitschaft, der Profikarriere alles unterzuordnen - auch daran, dass die meisten zu vernünftig sind, um alles auf eine Karte zu setzen: Solange man zur Schule geht, und vielleicht auch noch am Anfang eines Studium kann man sich vollständig auf den Sport konzentrieren, aber wenn zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar ist, dass man eine realistische Chance auf den großen Erfolg hat, wird man sich absichern, durch einen vernünftigen Studienabschluss oder Berufsausbildung, worunter dann der Sport leiden muss.

    Beispielsweise wurde bei den letzten olympischen Spielen ein Schwimmer gefragt, woran seine entteuschenden Leistungen liegen: Beim letzten Olympialehrgang war Klausurenphase, und die war dann eben wichtiger.

    Im Endeffekt muss das ja auch jeder für sich selbst bewerten, es gibt doch keinen Anspruch der deutschen Fans oder auch der deutschen Sportverbände darauf, dass die einzelnen Sportler den Sport als einzigen Lebensinhalt betrachten, auch, wenn dies die Vorbedingung ist, um in die Weltspitze zu kommen.

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    Alle sind sich einig, dass es für die jungen Spieler besser wäre bei kleineren Vereinen viel Spielpraxis zu sammeln anstatt frühzeitig nach Kiel, Hamburg oder Mannheim zu wechseln und dort auf der Bank zu sitzen. Aber von Heiner Brand werden sie erst berücksichtigt, wenn sie bei einem der großen Vereine spielen. Heiner Brand fordert Spieler mit internationaler Erfahrung, obwohl das Leistungsniveau in der Bundesliga weit über dem aller anderen europäischen Ligen liegt und es locker mit den Europapokalen und der Champions-League-Gruppenphase aufnehmen kann. Das besonderen Flair eines internationalen Spiels könnten die jungen Spieler ebensogut bei Länderspielen kennenlernen - sofern der Bundestrainer sie denn einladen würde.

    Da bin ich völlig deiner Meinung.

    Hamburger Abendblatt kann man kostenlos lesen, wenn man die URL bei Google eingibt, und dann dem Link folgt. Kernaussage ist, dass 10+4 endgültig begraben wurde, und Rudolph nicht ausbilden, sondern Erfolg haben will.

    Wenn man was Positives aus diesem Spiel ziehen kann, dann: es kann nur noch besser werden. Wenngleich ich diese Woche schon mehrfach dachte, dass es schlechter doch ansich nicht geht. aber doch: Die Mannschaft hat sich selbst noch einmal unterboten

    Eben - weil wir das schon mehrfach gedacht haben, wäre ich da skeptisch. Im Grunde hätte ich das den Argentiniern gegönnt, das Spiel zu gewinnen, weil die sich bis zur letzten Sekunde eingesetzt haben.

    @ Wöller: Grundsätzlich würde ich den Effekt am ehesten bei der Persönlichkeitsbildung vermuten, u. a. ein Grund, weshalb heute ein Auslandssemester für Studenten zum guten Ton gehört. Es heißt ja nicht, dass die jungen Leute dann im Ausland bleiben sollen, bis der ersehnte Anruf aus Hamburg, Mannheim oder Kiel kommt - wobei auch gar nicht klar ist, dass die Nationalmannschaft geschlossen Führungspositionen bei den großen drei haben müssen - Dolibor Doder spielt in der 2. Liga und macht anscheinend ein super Tunier für Schweden.

    Ich find es jetzt nur seltsam, das 9000er Gehalt des Reservisten beim HSV in Relation zu 900 € für einen Spieler in Bosnien zu setzen. Und es sollte ja nicht um solche Ausnahmefälle gehen, sondern um die normale Karriere eines Sportlers, der 18-20 Jahre ist, und den Übergang von der Jugend in die Bundesliga schaffen soll. Das jemand, der 25 und mit der Berufsausbildung fertig ist, sich das nicht antun wird, wenn er nicht wirklich vor der großen Handballkarriere steht, ist dann noch was anderes.

    Seien wir doch mal ehrlich. Ein 18-jähriges Handballtalent will Kohle verdienen und das kann man als Deutscher eben nur in Deutschland.

    Zum Harmandic Wechsel nach Wetzlar habe ich letzte Woche ein bisschen recherchiert und da wurde 2007!, als er beim HSV im Gespräch war, geschrieben, er würde in Bosnien bei Sarajevo 900€ verdienen, beim HSV gut das zehnfache. Sarajevo spielte damals Championsleague!
    Ihr wollt nicht ernsthaft einen deutschen Junghandballer für 300€ nach Osteuropa schicken, oder für 600€ in den Norden!? :lol:

    Was ist denn ein normales Lehrlingsgehalt? Und schau doch mal, was die Profisportler in anderen Sportarten verdienen, die nicht gerade Handball oder Fussball sind. Die sind dann froh, über die Sportförderung der Bundeswehr bei A8 zu landen (nach 10 Jahren Berufssportler). Ein Student (wenn man das mal als normale Alternative betrachtet), hat auch nicht mehr, z. T. auch deutlich weniger zur Verfügung.

    Für mich gehört nach der sensationell schlechten Leistung bei der EM und der WM das Thema Ausländerquotierung aufs Tableau!

    Wie will man denn bitte begründen, dass eine ehrenamtliche Veranstaltung wie die Nationalmannschaft es rechtfertigen würde, die Erfolgschancen der Berufsmannschaften - das sind schließlich die Brötchengeber - derart zu beschneiden?