Beiträge von ojessen

    Im Grunde war es doch eigentlich ein Fehler vom Berater, dass er nur mit dem THW gesprochen hat - wenn er noch parallel mit dem VfL verhandelt hätte, dann wäre da wahrscheinlich noch ein besseres Ergebnis drin gewesen.

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    Es wurde nicht gesagt, wie er es rüber gebracht hat, wie seine Wortwahl war usw...

    ... oh mein Göttchen. Wenn schon die falsche Wortwahl dafür sorgt, dass der VfL seinen besten Kreisspieler auf die Tribüne setzt, dann kann ich auch verstehen, dass weder THW, noch Berater, noch Wiencek vor Abschluss mit denen gesprochen hat. :P

    Ob es schlau ist von Wiencek, steht natürlich auf einem anderen Blatt, aber ihn dafür 1,5 Jahre vor Ablauf des Vertrags auf die Tribüne zu setzen, kann man doch nur als Strafaktion oder als Druckmittel für einen vorgezogenen Wechsel mit Ablösesumme verstehen. Geerken scheint das jedenfalls ziemlich persönlich zu nehmen, dass keiner mit ihm gesprochen hat.

    @ Arcosh: Ich seh ihn eher als Ersatz für Dragicevic, mit der Möglichkeit, hinter Ahlm noch ein paar Jahre zu reifen. War es nicht Brand der gesagt hat, lieber 5 Minuten als 2. hinter Ahlm spielen als 50 Minuten bei einem Mittelklasseverein? :D Aber ernsthaft: Ahlm wird nicht jünger, und die Anteile des 2. Kreisspielers sollten da in Zukunft deutlich zunehmen.

    Der Insolvenzverwalter muss halt auf das Vermögen achten im Sinne der Gläubiger. Und da sind mögliche Ablösesummen halt die wichtigsten Aktiva bei Profimannschaften. Verstehen kann ich es, auch wenn es für die Spieler natürlich bescheiden ist. Andererseits, wenn jemand gut ist, warum sollte der aufnehmende Verein dann nicht auch eine angemessene Ablöse zahlen?

    Dürfte ein kompliziertes Optimierungsproblem sein, denn jeden Spieler, für den er bis zum 15.2. keine Ablösesumme ausgehandelt hat, ist dann auf einen Schlag auch wertlos. Wird jetzt eigentlich von Spieltag zu Spieltag entschieden, ob der Betrieb fortgeführt wird?

    Interview von Bob zu dem Thema: http://handballmagazin.com/index.php?id=230&tx_ttnews[tt_news]=1803&cHash=bde5f68ec13da672f3a6eec0fbaec322

    Ein wichtiger Aspekt:

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    Hanning: Wir sind ja nicht die einzigen, die ein miserables WM-Ergebnis eingefahren haben. Auch die Polen, die Kroaten oder die Isländer werden kaum zufrieden sein. Das Gros ihrer Spieler tummelt sich in der Bundesliga. Da drängt sich mir doch die Frage auf, ob es nicht letztlich auch eine Frage der gewaltigen Belastung ist, dass ausgerechnet diese Teams enttäuschten, hingegen Frankreich und Spanien die positiven Akzente setzten.

    Nur kurz: Warum gibt es denn aus deiner Sicht nur noch Vorbilder, die dem schnellen Geld hinterherlaufen? Warum können sich deutsche Nachwuchsspieler nicht auch den Einsatz eines Jicha, den unbedingten Siegeswillen eines Omeyer, die Verschmitztheit eines Balic usw. usf. zum Vorbild nehmen?

    Und es bleibt die Frage, was an den Rahmenbedingungen ist denn schlecht für die deutsche Nationalmannschaft? Es gibt für gute Spieler ordentliches Geld zu verdienen, und die Liga bietet jedes Wochenende die Möglichkeit, auf höchstem Niveau zu spielen, wo selbst Balingen Kiel schlagen kann, und Dormagen aus Kiel einen Punkt entführen konnte.

    Es bleibt einfach bei den entgegengesetzten Interessen: Vom Marketingwert her abgesehen, sind die Nationalmannschaften für die Vereine eine reine Belastung, es liegt also an den Nationalmannschaften den Vereinen klar zu machen, welche Vorteile ein Engagement in irgendeiner Form für die Vereine hat. Um es ganz drastisch zu formulieren: Ich habe den Eindruck, dass Heiner Brand glaubt, die Liga habe den einzigen Zweck, ihm Spieler zur Verfügung zu stellen. Und so lange er diese Einstellung nicht korrigiert, wird es mit ihm zu keiner Lösung mit den Vereinen kommen.

    Wöller, das ganze heisst doch Leistungssport, oder? Die Rahmenbedingungen - beste und teuerste Liga der Welt - sind ja nicht von einer Clique am Reissbrett entworfen worden, sondern das Ergebnis einer Professionalisierung, die über 20 Jahre gedauert hat.

    Wärest du als Trainer, Spieler, Gesellschafter, Sponsor oder Fan damit zufrieden, wenn für deine Mannschaft entschieden würde: "Wir sind satt, wir wollen nicht mehr Geld haben, und sind mit einem Platz im Mittelfeld zufrieden"?

    Vielleicht leiden ja Länder mit starken Ligen an einer Form der holländischen Krankheit? http://de.wikipedia.org/wiki/Dutch_Disease

    Kurz gefasst: Länder mit Rohstoffreichtum (hier: eine starke Liga) erfahren eine Aufwertung der Währung (hier: Anstieg der wirtschaftlichen Einnahmen, Anstieg des erzielbaren Gehalts relativ zu den Gehältern im Ausland), was zu einer Schwächung des Industriesektors (hier: einheimische Talente stehen in stärkerem Wettbewerb mit ausländischen Talenten) führt.

    Ich glaub, Sandström hat da nicht die Wahl, aus irgendwelchen Gründen muss er jetzt nehmen, was übrigbleibt. Ob der HSV mit dem Tausch Sandström-Beutler glückllich wird, steht natürlich auf einem anderen Blatt.