Beiträge von ojessen

    Nun, er dürfte kaum eine Wahl gehabt haben. Keine Zusatzerklärung - keine Patronatserklärung, keine Patronatserklärung - keine Lizenz. Die Bewertung dessen kann wohl nur mit Kenntnis des Inhaltes der Zusatzerklärung erfolgen.

    Natürlich hatte er eine Wahl, Lizenz um jeden Preis, oder keine Lizenz, aber dafür auch keine möglicherweise ruinöse Haftung im absehbaren Fall, dass der Karren vor die Wand fährt.

    Höre gerade die PK. Der Anwalt bezweifelt mehrfach, dass die HBL den HSV weiterspielen lassen wird, und das ist auch der Grund, weshalb es keine neuen Sponsoren / Förderer gibt. Kündigt auch an, dass geprüft wird, ob der Inso-Antrag rechtzeitig gestellt wurde, mit der Möglichkeit, dass dann an die GF Forderungen gestellt werden.


    Mir ist das auch klar. Nicht mich falsch verstehen. Ich finde das auch gut, dass bei uns Mäzene sehr kritisch gesehen werden. Aber ich wollte mit meinen Beispielen verdeutlichen, dass dort das Mäzenatentum tief in der Gesellschaft verankert ist. Und wohl auch eben das für Sportprofis. Aber ich bin da auch kein Auskenner: weiß vielleicht einer, wie das mit den Steuern ist bei Sportmäzenen? Wird dort auch ein Unterschied zwischen Liebhaberei und Sponsoring gemacht?

    Auch in Deutschland ist die Unterscheidung relativ leicht - Spenden sind dann abzugfähig, wenn sie einer gemeinnützigen Einrichtung zugute kommt, dies ist steuerlich in § 52 Abgabenordung definiert: AO - Einzelnorm Sport ist hier in Abs. 2, Nr. 21 genannt. Insofern wären wahrscheinlich Spenden an den HSV e.V. relativ problemlos in unbegrenzter Höhe abzugsfähig. Zuwendungen an die GmbH dürften da aber nicht reinfallen, weil der Kreis der geförderten Personen in der GmbH grundsätzlich in der Größe eingeschränkt ist - aber: IANAL. Diese Gemeinnützigkeit wird auch regelmäßig, zumindest bei kleinen Vereinen alle 3 Jahre, durch das Finanzamt auf Basis der Jahresabschlüsse und des Vermögens des Vereins überprüft.

    So wie ich die Geschichte mit der Liebhaberei verstehe, geht es wohl darum, ob Rudolph die Verluste aus seiner Beteiligung an der GmbH gegen Gewinne aus anderen Unternehmen anrechnen kann. Diese Feststellung kann getroffen werden, wenn ein Wirtschaftsbetrieb nicht mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben wird, d. h. wenn über die Laufzeit einer Investition insgesamt nicht mit einem Überschuss der Einnahmen über die Ausgaben gerechnet werden kann. Dies ist z. B. die Boutique, die betrieben wird, um die Gattin zu beschäftigen, die aber jahrelang keinen Gewinn erzielt.

    Für Rudolph hieß das bis zur Feststellung, dass seine Zuschüsse zum HSVH ihn Netto nur 58% des Betrages gekostet haben, den Rest konnte er sich vom Finanzamt zurückholen. Nach der Feststellung ist dieser Vorteil weggebrochen, d. h. wenn er seine Netto-Förderung nur hätte konstant halten wollen, dass beim HSVH die Zuwendungen aus der Rudolphschen Kasse um 42% zurückgehen müssen. Glaubt man dem Gerede von 40 Mio., die er über 10 Jahre in den Verein gesteckt hat, dann wären das pro Jahr Brutto 4 Mio., und der Steuervorteil wäre 1,6 Mio. p. a.

    PS: Zu den Darlehen, die umgewandelt worden: Diese Möglichkeit hat Rudolph selbst in seinem Interview nach der Antragstellung ins Spiel gebracht, dass er dies der GmbH angeboten hat, um zumindest die Überschuldung abzuwenden. Da kann aber auch nur die Initiative von Rudolph ausgehen, solange dies nicht Nachrangdarlehen sind, in denen eine solche Umwandlung explizit unter bestimmten Bedingungen vorgesehen ist.

    Bei der Mopo steht jetzt, dass die 5 Mio. inklusive Abbau der Altlasten sind. Das gibt Rudolph natürlich jede Menge Spielraum, auf eine gewünscht dramatische Zahl zu kommen. In der Insolvenz geht es ja nur um die laufenden Kosten, also Spielergehälter und Dienstleister (Halle, Reisen usw.). Das dürfte eine sehr viel übersichtlichere Zahl sein.

    Muss man bei der Lizenzierung denn bisher keine Erklärung unterschreiben das die eingereichten Unterlagen wahrheitsgemäß sind bzw. wird das nicht durch das ganze Verfahren überhaupt erst impliziert? Sonst könnte ja jeder mit völligen Phantasiezahlen arbeiten.

    Mein Szenario ist ja nur ganz hypothetisch, weil jemand gefragt hat, wie man sich das denn vorstellen kann, wie es abläuft, dass eine Sicherheit eingereicht würde, die von Bedingungen abhängt, die dem Sinn der Sicherheit entgegensteht. Mal unterstellt, dass die Lizenzierungskommission gerade nicht eine Sicherheit annehmen würde, die explizit solche Nebenbedingungen beinhaltet, kann ich mir nur vorstellen, dass solche Nebenabsprachen ohne Kenntnis der HBL getroffen wurden. Und inwieweit dies dann an sich schon gegen die Lizenzierungsbedingungen verstößt, dass kann ich nicht sagen, weil ich die Bestimmungen nicht in diesem Detail kenne. Insofern hängt meine Aussage über eine mögliche Verbesserung an einer ganzen Kette von Annahmen.

    Man muss aber feststellen, dass in diesem Szenario der HSV ja nicht gelogen hat, er hätte dann nur nicht die ganze Wahrheit gesagt.

    Jetzt lässt Onkelchen aber einen raus: Habe in den letzten drei Jahren jede Karte mit 45 EUR subventioniert. 8o

    Eine Frage an die Experten hier, auch wenn ich weiß, dass das sehr spekulativ sein dürfte. Mich interessiert aber, wie sowas grundsätzlich funktionieren könnte. Wie ist denn das zu verstehen:

    Ich könnte mir vorstellen, dass es da z. B. Ideen einer Ko-Finanzierung gab, im Sinne von: Die GmbH treibt 2 Mio. über Sponsoren auf, dann trage ich 2 Mio. zusätzlich. Das hat dann aber überhaupt nichts mit dem Stellen von Sicherheiten zu tun, und dürfte unter keinen Umständen von der HBL so akzeptiert worden sein. So etwas kann natürlich auch versteckt passieren. Dann gibt es eine Unterschrift von Rudolph über 2 Mio., die wird der HBL vorgelegt, und ein Brief mit Unterschrift von Rudolph und dem GmbH-GF, dass diese 2 Mio. nur unter bestimmten Bedingungen abgerufen werden können. Dieses Papier kriegt die HBL nie zu sehen. Das dies ganze dann umgangssprachlich als "großer Beschiss" anzusehen wäre, wäre dann erst mal egal, hauptsache, man kann weitermachen.

    Wenn dies so wäre, dann würde die HBL wohl jetzt die Lizenzbedingungen in die Richtung anpassen müssen, dass in jeder vorgelegten Sicherheit der Passus enthalten sein muss, dass es zu dieser Sicherheit keine Nebenabsprachen gibt, bzw. Nebenabsprachen, die eine Ausbezahlung der Sicherheit verhindern würden, unwirksam sind.

    Nicht zu vergessen, dass zum Zeitpunkt der Lizenzvergabe ja auch noch die 3,5 Mio. von dem Rechteverwerter erwartet wurden. Wenn man sich die Zahlen mal so anschaut, dann würde das ja gut zur jetzt fehlenden Summe passen, z. B. zu den jeden Monat fehlenden 300.000.