Super!! Sehe ich genauso. Beim THW ist Zarabec so ein "Spezialist", der oft versucht ein Stürmerfoul zu schinden, wenn er nicht rechtzeitig wechseln kann. Da freue ich mich jedes mal, wenn es nicht gepfiffen wird.
Ich möchte das Thema nochmal aufgreifen, da ich froh bin, dass es hier offensichtlich derzeit keine Überlegungen gibt, regeltechnische Änderungen vorzunehmen.
Das Versperren von Wegen mit Hilfe des Körpers ist elementarer Teil des Handballspiels. Dabei spielt es keine Rolle, ob das am gegnerischen Torraum oder zwischen den eigenen 6 und 9 m passiert. Es spielt auch keine Rolle, ob der Angreifer vorwärts oder rückwärts läuft. Steht ein Spieler und ein Gegner rennt oder springt in ihn hinein, ist das eine Regelwidrigkeit. Deshalb tue ich mich auch richtig schwer hier von "Stürmerfoul schinden" zu sprechen. Das sich in den Weg stellen ist Teil des Spiels. Egal wo.
Konter laufen und rückwärts rennend den Ball fangen - das ist für den Zuschauer spektakulär. Ich kann aber nicht verstehen, wieso man hier den Angreifern einen Freifahrtsschein ausstellen soll. Verbietet man das Blocken bei rückwärts laufenden Angreifern, dann rennen die in Zukunft alle rückwärts. Irgendwann treffen sie dann schon auf einen Gegner...
Der Handballer weiß, dass er nicht alleine auf dem Platz ist. Er weiß, dass jeder Schritt rückwärts am Gegner enden kann. Das lernt man bereits als Kleinkind. Vor 20 Jahren hat man sogar gewusst, dass da noch ein Torhüter ist, der den Konter abfangen könnte. Das hat man ja zwischenzeitlich defacto abgeschafft.
Will man das nun noch mehr aufweichen oder sogar persönlich bestrafen, wie von wasp gefordert, dann muss man das auch zu Ende denken. Wir erleben heute bei den Außenspielern reihenweise schwer nachvollziehbare Entscheidungen. Im Zweifelsfall wird gegen den Abwehrspieler gepfiffen. Das führt zwar zu spektakuläreren Toren über die Außen (weil der Abwehrspieler lieber wegbleibt), aber das ist doch nicht im Sinne der eigentlichen Regeln.
Wo setze ich auf dem Spielfeld die Grenze für unerlaubtes Blocken? Darf ich mich nur noch am eigenen Torraum in den Weg stellen? Oder nicht mal mehr dort? Im Jugendbereich mit Mann- oder offensiver Raumdeckung wäre das Blocken dann gänzlich unmöglich.
Niemand wird gezwungen, rückwärts übers Feld zu laufen. Ja, es sieht gut aus, wenn der Ball schnell im gegnerischen Tor landet. Aber der Konter ist halt mit Risiken verbunden, die jedem Spieler bewusst sind. Ich kann auch nicht mit 300 über die Autobahn brettern und mich dann beschweren, dass da jemand Brückenpfeiler in meinen Flugweg gestellt hat.
Opfern wir die Abwehrarbeit, nur um mehr Tore zu sehen?
Für mich steht fest: Abwehrarbeit muss erlaubt bleiben. Sonst können wir die Tore durch Körbe ersetzen und Basketball spielen.
Was diskutabel ist, sind die Fehlentscheidungen im Bereich "Stürmerfoul". Da gibt es die bulligsten Abwehrspieler, die beim kleinsten Windhauch umfallen und sich noch in Bewegung befindliche Abwehrspieler, die es nicht schaffen, vor dem Zusammenstoß zum Stillstand zu kommen. Hier ist tatsächlich zu oft zu sehen, dass gegen den Angreifer entschieden wird. Aber das ist kein Problem der Regeln, sondern der Wahrnehmung der Schiedsrichter. Gerade wenn es um Sekundenbruchteile geht, sollte man im Zweifelsfall vielleicht eher pro Angreifer entscheiden oder zumindest für ein ausgewogenes Verhältnis sorgen.