Erlangen hat seine Angriffszeit stets strapaziert und häufig in allerletzter Sekunde dann eingenetzt.
Dieses lange Zeitspielgewürge ist fürs Zuschauen unattraktiv. Eine echte Shotclock wie im Basketball fänd ich besser. Das wäre für die Abwehr besser zu beherrschen als dieses absichtliche Gewürge. Zuschauer, die nicht handballaffin sind, finden das eigenartig bis unattraktiv. Vielleicht erlebe ich noch die Einführung echter Nettozeitstrukturen im Handball. Überlegungen gibt es schon seit 40 Jahren
Meinetwegen können diese Überlegungen auch weitere 40 Jahre in Schubladen verstauben. Dass die Attraktivität einer Sportart durch die Anzahl der gefallenen Tore bestimmt wird, lässt sich eindrucksvoll durch Fußball widerlegen. Mit Shotclock würde das Spiel zu einem reinen Kick & Rush-Spiel werden. Ich bin fest davon überzeugt, dass Taktik und Niveau dabei auf der Strecke bleiben würden. Vielmehr würden wir dann vermehrt Verzweiflungswürfe oder kopfloses in die Abwehr rennen sehen.
Wenn ich eine Show sehen will (Stichwort Basketball) gehe ich lieber zu Helene Fischer. Beim Tennis fordert doch auch niemand, dass nach 5 Ballwechseln ein Punkt erzielt worden sein muss, oder? Es gibt nun einmal sportartspezifische Taktiken und die muss man nicht des Spektakels wegen über Bord werfen.
Dass Erlangen heute mehrmals quasi in letzter Sekunde erfolgreich abschließen konnte, ist doch nicht verwerflich. Eher sollte sich Magdeburg fragen, warum man irgendwann die Abwehrarbeit eingestellt hat. Solange der Ball im Spiel ist, muss man mit einem Wurf rechnen. Deshalb sehe ich das als probates taktisches Mittel, einfach so lange zu spielen, bis die Abwehr Fehler macht.