Ich fand die Vorstellung jetzt gar nicht mal so schlecht.
Was war der Unterschied?
Doch hauptsächlich die Chancenverwertung. Und dann mit 6 Toren zu verlieren ist OK.
Lass die Deutschen von den 6-8 freien Bällen noch 3-4 rein machen, dann wird das eine enge Kiste!
Wie oft habe ich das schon gehört: Wir waren nicht schlechter, wir hätten nur nicht so viele Fehler machen dürfen...
Aber genau das macht den Unterschied aus und definiert letztendlich besser und schlechter. Tore erzielen ist nun mal elementarer Bestandteil des Handballspiels und gehört mit in die Gesamtbewertung. Schön spielen reicht nicht aus. Und nüchtern betrachtet hat man gestern selbst das nur 25 Minuten lang gesehen. Danach hat man sich an der Abwehr die Zähne ausgebissen und keine Lösungen mehr gefunden.
Dabei darf man noch unterscheiden zwischen den Bällen, die man frei durch nicht untergebracht hat und den Würfen aus der zweiten Reihe, bei denen die Abwehr zu überwinden war. Hier haben die Spanier eine um Klassen bessere Wurfqualität gezeigt. Bei den Deutschen war das oft nichts Halbes und nicht Ganzes. Wenn die hohen Bälle wenigstens hoch geworfen worden wären. Aber 30 cm unter der Latte, das sind dankbare Bälle für einen Torhüter. Die Wenigen, die gezielt ins Eck gingen, waren drin. Umso mehr habe ich gestern Kühn vermisst. Denn der hat offensichtlich in den letzten Monaten gelernt, platziert hoch zu werfen, statt krampfhaft die Bälle nach unten zu ziehen. Das war bei seinen Auftritten gut zu beobachten.
Die Mannschaft wurde mit jedem Tor Rückstand auch zunehmend nervöser. Auch das macht einen Unterschied und ist Teil der gut/nicht so gut-Bewertung. Hier würde ich die Messlatte angesichts der personellen Umstände aber sehr tief hängen und das als unvermeidlich abtun. Trotzdem braucht man auch in solchen Phasen Spieler, die einen kühlen Kopf bewahren, wenn man oben mitspielen will.
Wenn ich mir die Zeitstrafen so ansehe, dann war das auch in der Abwehr eher Kaffeekränzchen. Nur eine Einzige für die Deutschen. Null Gelbe Karten... Das sieht schon auf dem Papier nach Zuschauen, statt Abwehrarbeit aus und letztendlich kam das auch so rüber. Man hat die Spanier machen lassen. Da fehlte der nötige Kampf. Die Spanier auch ohne progressive Bestrafung, die mussten aber auch nicht mehr machen. Im Umkehrschluss ist das jedoch auch wieder ein Zeichen für den schwachen Angriff, denn Zeitstrafen für den Gegner muss man sich erarbeiten.
In der Summe teile ich deshalb die Einschätzung nicht.